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Donald Trump: Neue Informationen zu Attentäter Thomas Crooks

This 2021 photo provided by Bethel Park School District shows student Thomas Matthew Crooks who graduated from Bethel Park High School with the Class of 2022, in Bethel Park, Pa. Crooks was identified ...
Thomas Matthew Crooks (auf einem Schulfoto aus dem Jahr 2021) wurde unmittelbar nach seinen Schüssen von Sicherheitskräften erschossen. Bild: keystone

«Ich hätte das nie erwartet» – neue Informationen zu Trump-Attentäter Crooks

15.07.2024, 15:01
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«Es reden alle nur über Bidens Gesundheit, das ist sicher ganz im Sinne der Republikaner» sagte USA-Expertin Claudia Brühwiler letzte Woche im Gespräch mit watson.

Tatsächlich war der mentale und physische Zustand des 81-Jährigen spätestens seit der missglückten TV-Debatte Ende Juni das dominierende Thema in den amerikanischen Gazetten.

Dies sollte sich am Samstagabend Ortszeit schlagartig ändern. Bidens Herausforderer Donald Trump stand bei seiner Wahlkampf-Rally in Butler, Pennsylvania, erst wenige Minuten auf der Bühne, als plötzlich Schüsse zu hören waren.

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Thomas Matthew Crooks schoss mehrfach auf US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Der 20-jährige Thomas Matthew Crooks befand sich rund 120 Meter entfernt auf dem Dach eines Gebäudes und feuerte dort mit einem halbautomatischen Gewehr des Typs AR-15 mehrere Schüsse auf Trump ab. Crooks scheint alleine gehandelt zu haben, das Motiv des jungen Mannes ist jedoch weiterhin unklar, die Behörden ermitteln auf Hochtouren. Nun sind weitere Details zum Attentäter bekannt.

Sein Alltag

Thomas Crooks wohnte mit seinen Eltern in Bethel Park, einem relativ wohlhabenden Vorort mit 33'000 Einwohnern im US-Bundesstaat Pennsylvania. Von Bethel Park ist Butler, der Ort von Trumps Rede, in rund einer Autostunde zu erreichen.

Crooks Vater war in der Medizinbranche tätig, wie aus einem LinkedIn-Profil hervorgeht. Anders als Crooks selbst waren seine Eltern als Demokraten und Libertäre registriert.

Bethel Park liegt im Westen des Bundesstaates Pennsylvania.

Dan Grzybek, ein lokaler Politiker, erinnert sich in der «New York Times» an eine Begegnung mit Crooks Eltern, als er für seine Kandidatur warb. Sie hätten sympathisch gewirkt und seien offen gewesen, sich sein Programm anzuhören.

Der Attentäter hat am Community College of Allegheny County Ingenieurswissenschaften studiert und vor zwei Monaten mit einem Vordiplom abgeschlossen.

Crooks hatte ausserdem in einem Reha-Center in Bethel Park in der Lebensmittelzubereitung gearbeitet. Gemäss einer Mitarbeiterin habe der 20-Jährige «seine Arbeit ohne Bedenken ausgeführt und sein Hintergrundcheck war einwandfrei».

Die Tatwaffe

Die Tatwaffe, ein halbautomatisches Gewehr des Typs AR-15, hat sich der Attentäter nicht selbst angeschafft. Es handelt sich um einen Kauf seines Vaters. Die Eltern wussten nicht, dass ihr Sohn die Waffe am Samstag benutzte und ob er dies in der Vergangenheit schon einmal tat. Sie kooperieren mit den Behörden. Crooks Vater sagte gegenüber «CNN», er sei «fassungslos».

Im Auto von Crooks fanden die Ermittler zudem zwei Sprengsätze, noch unbestätigt ist, ob beim 20-Jährigen zu Hause ein dritter Sprengsatz gefunden wurde.

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Ermittler und Journalisten halten sich in der Nähe von Crooks' Wohnort auf.Bild: keystone

Die Polizei hat alle Zufahrtsstrassen zum Haus der Familie gesperrt. Lokalpolitiker Dan Grzybek sagte, die Gegend stehe unter Schock.

Crooks war gemäss Medienberichten Mitglied eines Schützenvereins, der über einen 200-Meter-Schiessstand verfügt. Ob er dort trainiert hat, ist nicht bekannt. Der Verein verurteilt «die sinnlose Gewalttat aufs Schärfste» und spricht der Familie des verstorbenen Mannes an der Wahlkampfveranstaltung sein aufrichtiges Beileid aus.

Er könne aufgrund der laufenden Ermittlungen jedoch keine weiteren Kommentare abgeben, so ein Anwalt des Vereins.

Seine Online-Präsenz

Ermittler analysierten im Anschluss an das Attentat Crooks Präsenz im Internet. Dabei kam heraus: Radikale Züge zeigte der 20-Jährige nicht. Vielmehr sei die Situation verwirrend. Crooks war registrierter Republikaner, spendete 2021 über eine demokratische Spendenplattform jedoch 15 Dollar für ein progressives Projekt.

Weiter ging bei den Ermittlungen hervor, dass er gerne Schach und Videogames spielte, zudem lernte er zu programmieren. Crooks habe kein für einen 20-Jährigen unübliches Online-Verhalten gezeigt.

Members of the crowd react as U.S. Secret Service agents surround Republican presidential candidate former President Donald Trump at a campaign event in Butler, Pa., on Saturday, July 13, 2024. (AP Ph ...
Verängstigte Trump-Supporter, nachdem die Schüsse fielen.Bild: keystone

Öffentliche Profile auf den grossen Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram fand das FBI nicht. Crooks hatte einen Account auf dem Messaging-Dienst Discord, dieser sei aber selten genutzt worden.

Zudem seien keine Hinweise gefunden worden, wonach der 20-Jährige das Attentat auf Discord geplant oder seine politischen Ansichten auf der Plattform diskutiert habe, so das Unternehmen.

Das FBI hat auch kein Manifest gefunden und es sei zuvor noch nie gegen den Attentäter ermittelt worden.

Das sagen seine Mitschüler

«Ich war schockiert. Ich hätte das ehrlich gesagt nie erwartet», sagte Zach Bradford, einer von Crooks Mitschülern an der Highschool, gegenüber der «New York Times». Bradford sass mit dem Attentäter unter anderem im Geschichtsunterricht und bezeichnete ihn als «unglaublich intelligent». Crooks' Ansichten bewertete er als «leicht rechtslastig».

Bradford sagte, dass einige Mitschüler Crooks teilweise das Leben schwer gemacht hätten, andere Mitschüler sagen, Crooks sei regelmässig gemobbt worden. Hinweise auf ein mögliches Attentat habe es keine gegeben, lässt sich einer der Klassenkameraden zitieren.

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Video: watson/Aya Baalbaki

Jameson Myers, ein weiterer Mitschüler, sagte gegenüber «ABC News», Crooks sei ein ruhiger Schüler gewesen, der nicht viele Freunde hatte. «Er war jemand, der oft einsam rüberkam.» Myers bezeichnete Crooks auch als «netten Kerl».

Schiessen konnte Crooks schlecht, dies berichten mehrere seiner ehemaligen Mitschüler. Der 20-Jährige soll in der Schule versucht haben, dem Schützenteam beizutreten, er wurde jedoch abgelehnt. Myers sagte:

«Er hat es nicht nur nicht ins Team geschafft, er wurde gebeten, nicht wiederzukommen, weil er so ein schlechter Schütze war, dass es als gefährlich eingestuft wurde.»

Crooks hat die Highschool 2022 abgeschlossen und gehörte zu einer Gruppe von 20 Schülern, die einen mit 500 Dollar dotierten Preis für Mathematik und Naturwissenschaften erhielten.

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Attentat auf Donald Trump
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129 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amateurschreiber
15.07.2024 12:12registriert August 2018
Er war Republikaner aber "spendete 2021 über eine demokratische Spendenplattform jedoch 15 Dollar für ein progressives Projekt"
Das dass verwirrend sein soll, finde ich nicht. Erstens sind 15 Dollar keine Riesensumme und zweitens spendet man in der Regel für etwas, was einem sinnvoll erscheint, egal, wer die Sammlung organisiert.
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Der Micha
15.07.2024 11:47registriert Februar 2021
Er mag vielleicht ein schlechter Schütze gewesen sein, aber dies reichte aus, dass trotzdem ein unschuldiger vor seinen Kindern erschossen wurde. Es bedarf nicht nur Aufklärung warum der Attentäter so agiert hat, sondern es bedarf auch Aufklärung wie es soweit kommen konnte.

Das er mit einem Gewehr auf einem Dach positioniert war, hätte niemals passieren dürfen.
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Garp
15.07.2024 11:44registriert August 2018
Meinst Du bei den Eltern wirklich libertär oder liberal?
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