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«Journalists are not the enemy» – US-Zeitungen verbünden sich gegen Trump



Was ist passiert?

Zeitungen aus den ganzen USA wehren sich in Leitartikeln gegen die Attacken von Präsident Donald Trump. In ihren am Donnerstag und teils bereits am Mittwoch veröffentlichten Beiträgen beziehen sie Position gegen die Anschuldigung Trumps, «Fake News» zu verbreiten. Aufgerufen zu der Aktion hatte die Zeitung «Boston Globe».

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screenshot: Boston globe

«Präsident Trump greift die freie Presse schonungslos an und nennt Journalisten Feinde des Volkes statt amerikanische Mitbürger. Dieses Verhalten birgt gefährliche Konsequenzen. Wir rufen Hunderte Redaktionen – liberale und konservative, grosse und kleine – im ganzen Land auf, sich uns anzuschliessen und diese fundamentale Bedrohung in eigenen Worten anzusprechen.» 

Nach Angaben des «Globe» beteiligten sich bisher etwa 350 Medien an der Aktion. Freie Medien durch staatlich kontrollierte zu ersetzen, sei stets eines der ersten Ziele eines korrupten Regimes bei der Machtübernahme in einem Land, schrieb der «Globe».

Was ist der Auslöser?

Trump verbreite unter anderem, dass Medien, die seine Regierungspolitik nicht unterstützen, «Feinde des Volkes seien». Dieser unerbittliche Angriff auf die freie Presse habe gefährliche Folgen, schrieb «Boston Globe».

Ob auf Twitter oder bei TV-Auftritten: Der US-Präsident lässt in der Regel keine Gelegenheit aus, um über die Medien zu schimpfen. Hier eine kleine Auswahl seiner Anschuldigungen. 

Was schreiben die Zeitungen in ihren Statements?

«The New York Times»

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Bild: screenshot: new york times

«Im Jahr 2018 kamen die schädlichsten Attacken von Regierungsbeamten. Es ist völlig richtig, die Medien zu kritisieren – sei es, weil sie über- oder untertrieben, oder einen Fehler machen. Es gehört zu unseren Kernaufgaben, diese zu korrigieren. Aber Nachrichten, die man nicht mag als Fake News zu bezeichnen, ist gefährlich für die Existenz einer Demokratie. Und Journalisten als ‹Volksfeinde› zu bezeichnen ist gefährlich, Punkt.» 

«The Inquirer»

screenshot The Inquirer

screenshot: The inquirer

«Philadelphia war nicht nur Geburtsort unserer Demokratie, sondern auch der freien Presse. ‹The Inquirer› ist nur wenig später geboren und setzt dieses Erbe stolz fort.»  

«Syracuse New Times»

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Bild: screenshot: Syracuse New Times

«Wir sind nicht der Feind des Volkes. Wir sind das Volk. Wir sind nicht Fake News. Wir sind Ihre Nachrichten und wir arbeiten Tag und Nacht hart, damit wir die Fakten richtig berichten.»

«Atlantic City Weekly»

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Bild: screenshot: atlantic city weekly

«Unsere Aufgabe als Journalisten ist es – in erster Linie – zu informieren. Und obwohl ‹Atlantic City Weekly› von Unterhaltung geprägt ist, heisst das nicht, dass wir an Klatsch und Tratsch Gefallen finden.» 

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Video: watson

Nicht alle machen mit

Einige Medienhäuser zeigten sich jedoch auch kritisch. Das konservative «Wall Street Journal» etwa warnte in einem Kommentar, dass eine solche abgestimmte Aktion nicht eben den Eindruck von Unabhängigkeit der Redaktionen erwecke. 

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Bild: screenshot: the wall street journal

Auch das «Politico Magazine» stellt sich gegen diese Bewegung. «Amerikanische Zeitungen spielen direkt in Trumps Hände» titelt es.

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bild: screenshot: politico

Nichts bekomme einem unabhängigen Journalisten weniger, als aus demselben Trog wie alle seine Kollegen zu trinken. Dieser Schuss könne nur nach hinten losgehen.  (sda/dpa/vom/doz)

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Video: srf

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Vanessa_2107 17.08.2018 15:53
    Highlight Highlight Schade Watson, dieser Artikel wurde in der Nacht aufgeschalten, ich habe in der Nacht kommentiert, ihr habt ihn nun erst heute veröffentlicht (was ich verstehe, einmal will jeder schlafen). Nun wurde ich wegen der Aufschaltung informiert, klicke ich auf den Artikel, werde ich aber nun nicht darauf weitergeleitet (ist nicht das erste Mal) und finde ihn auch sehr schlecht wieder. So wird ein spannender Artikel auch nicht mehr gelesen y compris die Kommentare dazu. Ich hoffe, ihr versteht was ich damit meine. Danke.
    • Yannik Tschan 17.08.2018 16:25
      Highlight Highlight Liebe Vanessa_2107
      Kannst du mich bitte kurz per Mail kontaktieren? ich würde das Problem gerne kurz anschauen :)
      Danke & liebe Grüsse
  • Döst 16.08.2018 15:23
    Highlight Highlight Die Medien haben immer noch nicht verkraftet, dass sie an Bedeutung verloren haben, weil Trump der erste Präsident ist, welcher sie mit Twitter umgeht, und die Medien somit teils obsolet fürs Weisse Haus geworden sind. Vorher mussten die Präsidenten die Medien hofieren und umgarnen, damit "wohlwollend" berichtet wurde. Die Medien waren wichtiger Teil der Politik in Washington, Teil des Establishments. Diese Rolle haben sie mit Trump verloren, das ist Fakt und nicht fake news.
  • Döst 16.08.2018 15:07
    Highlight Highlight Würden die Medien einigermassen ausgewogen (und nicht 90% nur negativ) über Trump berichten, bräuchte es keine solche Kampagne. Irgendwie entlarven sich die Medien damit selber.
    • Nick Name 17.08.2018 09:24
      Highlight Highlight 1. Welche Untersuchung zeigt, dass «die Medien» (alle? weltweit? oder wer genau?) 90% negativ über Herrn Trump «berichten»?
      2. Was gibt es denn Positives über Herrn Trump zu berichten?
  • Amadeus 16.08.2018 09:51
    Highlight Highlight Ich finde die Aktion nicht schlecht. Die Medien zeigen klar auf, dass sie nicht fehlerfrei sind. Aber nur weil man die Berichterstattung nicht mag, ist es nicht gleich fake news. Und die Medien als Staatsfeinde zu bezeichnen ist gefährlich. Darum geht es meiner Meinung nach bei dieser Aktion.
  • Gipfeligeist 16.08.2018 09:00
    Highlight Highlight Es sei auch anzumerken, dass Fox News dieser Aktion keines Blickes würdigt.
  • lilie 16.08.2018 08:48
    Highlight Highlight Jaaaaa, der Titel von watson klingt auch nach Krieg... 😒

    Das Problem mit Trump ist, dass, egal, was man tut oder nicht tut, es kommt immer schief: Wenn die Medien sich wehren, heisst es, seht ihr, sie ziehen in den Krieg. Wenn sie zur Vorsicht gemahnen, heisst es, sie stehen auf Trumps Seite. Und wenn sie gar nicht reagieren, können die einen sagen, seht ihr, Trump hat recht, die können nichts sagen, und die anderen: warum wehren die sich nicht gegen solche haltlosen Anschuldigungen.

    Das Problem ist nicht die Presse, sondern Trump.
    • lilie 16.08.2018 21:11
      Highlight Highlight @swisskiss: Das sehe ich auch so.

      Eine Demokratie basiert darauf, dass die Bürger halbwegs urteilsfähige, grundsätzlich vernünftige und wenigstens ansatzweise vorausschauende Personen sind - oder zumindest die Mehrheit von ihnen.

      Dass sie einfach irgendeinen "Lappi" zum Präsidenten wählen, der zum Spass mal mitmacht, ist nicht vorgesehen.

      Trump ist in keinster Weise als Prsident geeignet: weder von seinen beruflichen Referenzen noch von seinen persönlichen Voraussetzungen her. Er hätte niemals Präsident werden dürfen. Das war ein Systemfehler.
  • Joe Kilchmann (1) 16.08.2018 08:25
    Highlight Highlight Donald Trump, sein Verhalten erinnert mich an die Geschichtslektionen über Adolf Hitler. Dieses Ergebnis kennen wir alle.
    • Sebastian Wendelspiess 16.08.2018 10:02
      Highlight Highlight Echt jetzt? Der Vergleich ist ziemlich neu..
    • Mr. Malik 16.08.2018 10:28
      Highlight Highlight @Sebastian Wendelspiess

      Das tut ihm sicher leid, dass er dir kein neues Argument bringen konnte...
      Was genau möchtest du damit sagen?
  • N. Y. P. D. 16.08.2018 08:16
    Highlight Highlight Man erinnert sich : Angefangen hat alles ganz harmlos. Mr President behauptete, dass bei seiner Einsetzung mehr Menschen anwesend waren, als bei Obama. Obwohl jeder Volltrottel auf den Bildern sehen konnte, dass dem nicht so ist.

    Heute ist mir klar, wieso Mr President das anders sieht. Weil er ein Genie ist und nicht ein Volltrottel !

    Heute hat Mr President die Presse, das FBI, die CIA, grosse Teile der Bevölkerung, Kanada, Mexiko, die EU, China, Russland, etc. als Feinde gegen sich.
    • N. Y. P. D. 17.08.2018 14:51
      Highlight Highlight Bin ganz Deiner Meinung.
  • laska 16.08.2018 08:09
    Highlight Highlight Das mit der Presse und den Fake News ist leider Gottes nicht aus der Luft gegriffen, aber längst nicht nur ein Problem in den USA.
    Wenn ich mir beispielsweise die Berichterstattung der hiesigen Medien über den Syrienkonflikt vor Augen halte, ist Fake News eher noch eine verharmlosende Bezeichnung.
    • N. Y. P. D. 16.08.2018 10:12
      Highlight Highlight Was stimmt denn nicht ?
      Ist Assad der Gute ?
      Die Russen ?
      Der IS ?
    • lilie 16.08.2018 10:18
      Highlight Highlight @laska: Das kann man nicht vergleichen: Syrien ist im Krieg, es ist sehr schwer, überhaupt an irgendwelche Infos zu kommen. In vielen Orten dürfen nicht mal Hilfswerke hin. Und da mischen so viele Nationen mit, wobei jede ihr eigenes Süppchen kocht... Eine objektive Berichterstattung ist fast nicht möglich.

      Ganz anders bei Trump: Heute sagt er X und morgen das Gegenteil und beschwert sich dann über die "Fake News", die er selber verbreitet hat.

      Das kann jeder selber überprüfen, dazu braucht man keinen Journalisten, der einem das erklärt.
    • laska 16.08.2018 12:29
      Highlight Highlight @N.Y.P. an den Händen eines jeden US-Präsidenten klebt mehr Blut als an denjenigen von Assad. Was Russland betrifft, wurde der IS effektiv erst mit deren, durch das Völkerrecht legitimiertem Eingreifen in Syrien zurück gedrängt. Alles leider keine Fake News.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beggride 16.08.2018 07:42
    Highlight Highlight Es ist sehr interessant, dass alle, die selber lügen und korrupt sind und somit keine freie Presse wollen, alle als Fake News betiteln und somit ihre eigene Geschichte, alternativ zu den Fakten erzählen wollen.
    Das ist sehr besorgniserregend, dass diese Errungenschaften vor allem auch in den USA angegriffen werden. Genau so in Deutschland von der AfD und in der Schweiz von der SVP (zwar nicht in dem Ausmass aber immerhin).
    • Sebastian Wendelspiess 16.08.2018 11:33
      Highlight Highlight Wer kritisiert eigentlich die FakeNews der Presse? Und die Hetze?
    • Beggride 16.08.2018 18:03
      Highlight Highlight Die FakeNews der Presse kritisieren viele. Die Wahrheiten und Analysen der Presse, die man nicht mag, kritisiert der rechte Flügel...
    • Fabio74 17.08.2018 10:13
      Highlight Highlight @uli Die Meinungsfreiheit ist gegeben.
      Aber Meinungsfreiheit schützt nicht vor Kritik und Strafverfolgung wo zu Straftaten aufgerufen wird
      Und noch was: Hass ist keine Meinung
    Weitere Antworten anzeigen
  • DemonCore 16.08.2018 07:41
    Highlight Highlight Trump ist korrupt und gehört schleunigst aus dem Amt gejagt. Dennoch haben die Medien verdient einen schlechten Ruf. Beschönigende, einseitige, irreführende und politisch gefärbte Berichterstattung sind die Regel, auf beiden Seiten des Atlantiks.
    • Sebastian Wendelspiess 16.08.2018 11:33
      Highlight Highlight Bester Kommentar!
    • Vanessa_2107 16.08.2018 11:40
      Highlight Highlight @Demon.. Sie verbreiten gerade Fake News. Bitte geben Sie Beispiele von irreführender Berichterstattung.
    • DemonCore 16.08.2018 19:47
      Highlight Highlight Presserat.ch
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