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epa05973142 US President Donald J. Trump responds to a question from a member of the news media during a joint news conference with President of Colombia Juan Manuel Santos (not pictured) in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 18 May 2017. Santos visits the White House to discuss trade and security as Trump faces accusations of possibly obstructing justice and an investigation into his administration's ties with Russia.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Donald Trump: Seine Situation verschlechtert sich von Tag zu Tag. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Trump hat sich gerade noch mehr in Schwierigkeiten gebracht – mit diesen 2 Aussagen

Trump präsentierte sich bei der gestrigen Pressekonferenz wieder einmal als miserablen Team-Player. Und er sucht den Krieg mit Comey. 



Eine turbulente Woche neigt sich dem Ende zu. Wieder einmal überschlugen sich in den vergangenen Tagen die News rund um das Weisse Haus. Ein kurzer Rückblick:

Gestern nahm der Präsident an einer Pressekonferenz Stellung zu den Ereignissen der letzten Tage. Dabei hat er sich das Leben wieder einmal selber schwer gemacht. 

Krieg gegen Comey

Es ist ein Moment, der in Erinnerung bleiben könnte. Mit äusserster Deutlichkeit verneinte Donald Trump gestern, dass er Druck auf James Comey ausgeübt hatte. 

«Haben Sie auf irgendeine Art und Weise FBI-Direktor James Comey dazu gedrängt, die Untersuchungen gegen Michael Flynn fallen zu lassen?», wollte ein Journalist vom Präsidenten wissen. Sichtlich gereizt antwortete dieser: «Nein, nein, nächste Frage.» 

Diese klare Aussage könnte dereinst Konsequenzen für Trump haben. Zu Wochenbeginn schrieb die «New York Times», der Präsident habe Comey gebeten, die Untersuchungen gegen Michael Flynn fallen zu lassen. Die Zeitung hatte Einblick in Notizen des ehemaligen FBI-Direktors. 

Es wird erwartet, dass James Comey nächste Woche, am 24. Mai, vor dem US-Kongress aussagen wird. Gibt der ehemalige FBI-Direktor dann zu Protokoll, dass Trump ihn tatsächlich gebeten hat, die Untersuchungen fallen zu lassen, haben wir Aussage gegen Aussage. 

Bis gestern lag nur ein eilig verfasstes Dementi des Weissen Hauses vor, das den Bericht der «New York Times» als unwahr bezeichnete. Trump hätte gestern die Situation entschärfen, das Gespräch mit Comey relativieren können. Tat er aber nicht. Im Gegenteil: Er stürzte sich mit Gebrüll in die Schlacht.

Und das dürfte ganz heiss werden. Denn mit Comey hat sich Trump ein echtes Schwergewicht als Gegner ausgesucht. Und als ob dies nicht genug wäre, hat Trump nun auch noch Sonderermittler Robert Mueller am Hals.  

Die Situation für den Präsidenten ist hoch kritisch. Die gut informierte Webseite Politico schreibt: «Die zwei Männer, die den Präsidenten zu Fall bringen könnten, haben sich ihr ganzes Leben lang auf diesen Moment vorbereitet.»

Trump distanziert sich von seinem Team

Ohne eine starke Mannschaft ist auch der beste Einzelspieler chancenlos. Jeder Fussballer von Real Madrid bis zu den Junioren des FC Untervaz weiss das. Nicht aber der Präsident der Vereinigten Staaten. 

Pausenlos fällt Trump seinen Team-Mitgliedern in den Rücken. Steve Bannon bekommt plötzlich einen lästigen Schwiegersohn vor die Nase gesetzt. Sean Spicer muss täglich die Fehltritte des Präsidenten ausbaden. Kellyanne Conway soll kürzlich gesagt haben, dass sie sich beim Trump-Verteidigen jeweils so dreckig fühle, dass sie danach eine Dusche brauche. 

Am schlimmsten trifft es dieser Tage aber den Vizepräsidenten Mike Pence. Geschlagene sieben Mal sagte er vor der TV-Kamera aus, dass Donald Trump James Comey wegen einer Empfehlung des Justizministeriums gefeuert hatte. Im heikelsten Moment bewies er seine absolute Loyalität.

Und was machte Trump? Er gab Pence am nächsten Tag der kompletten Lächerlichkeit preis. Im Fernsehinterview sagte der Präsident ohne Umschwung, dass er Comey sowieso schon lange habe feuern wollen, das Schreiben des Justizministeriums habe keine Rolle gespielt. «Meine Entscheidung.»

Trump ist ein miserabler Team-Spieler. Das bewies er auch gestern. Anstatt für sein ganzes Team die Hand ins Feuer zu legen, war er sich selber wieder einmal am wichtigsten. 

Es habe nie Absprachen zwischen Russland und seiner Kampagne gegeben, sagte Trump an der Presskonferenz. Und fügte dann hinzu: «Ich spreche nur für mich selber.»

Gewiss, Trump kann nicht alles kontrollieren, was seine Team-Mitglieder machen. Doch er hätte gestern gut daran getan, mindestens sein Vertrauen für sein Team auszudrücken. Stattdessen distanzierte er sich von ihm.

Dieses unsportliche Verhalten fällt bereits auf den Präsidenten zurück. Im Weissen Haus leakt es aus allen Ecken. Fast täglich sickern brisante Storys nach draussen. Trump hat offenbar seine Leute nicht im Griff. Und im Moment tut er wirklich alles dafür, dass sich der Team-Spirit weiter verschlechtert.

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