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FILE - In this March 10, 2012, file photo, participants of the 100th anniversary celebration of Girl Scouts form a friendship circle at Pioneer Courthouse Square in Portland, Ore. For the second straight year, youth and adult membership in the Girl Scouts has dropped sharply. According to figures provided to The Associated Press, the total of youth members and adult volunteers dropped by 6 percent over the past year. (AP Photo/The Oregonian, Motoya Nakamura, File)

New York: In der Millionenstadt wird die soziale Kluft immer grösser: Die Stadt hat die meisten Milliardäre weltweit, während es Niedrigverdienern durch die rasante Gentrifizierung immer schwerer fällt, erschwinglichen Wohnraum zu finden. Bild: AP/The Oregonian

New Yorkerin bietet Pfadfindergruppe für obdachlose Mädchen



Giselle Burgess ist alleinerziehende Mutter von fünf Kindern und verdient ihr Geld als Sozialarbeiterin. Im August verlor die New Yorkerin ihre Wohnung, seither lebt sie mit ihren Kindern in Obdachlosenunterkünften – wie Zehntausende andere in der US-Metropole.

Nun wurde die kluge, redegewandte Frau vom Stadtrat geehrt, weil sie eine Pfadfinder-Gruppe exklusiv für obdachlose Mädchen aufgebaut hat: Troop 6000 trifft sich jeden Freitag im «Sleep Inn» in Queens, einer Notunterkunft für 100 Familien.

Burgess unterrichtet die Mädchen in Erster Hilfe, Finanzwesen und Bürgerrechten, erzählt vom Kampf ums Frauenwahlrecht. «Es ist absolut grossartig, wie sie zusammenfinden», sagt sie.

Inzwischen kommen regelmässig 25 Teilnehmerinnen zwischen fünf und 14 Jahren. Die Gruppe soll die Kinder fit machen für eine Gesellschaft, die zurzeit nicht einmal einen festen Wohnsitz für sie hat.

Denn in der Millionenstadt wird die soziale Kluft immer grösser: New York hat die meisten Milliardäre weltweit, während es Niedrigverdienern durch die rasante Gentrifizierung immer schwerer fällt, erschwinglichen Wohnraum zu finden.

Inzwischen sind in den Notunterkünften rund 60'000 Menschen registriert. Fast 33'000 Kinder von öffentlichen Schulen lebten im Schuljahr 2015/2016 zumindest teilweise in Obdachlosenheimen. Um so viele Menschen wie möglich von der Strasse zu holen, wurden 80 Hotels wie das «Sleep Inn» zu Notunterkünften umgewidmet, die insgesamt 7500 New Yorker beherbergen.

Obdachlos trotz geregeltem Einkommen

Auch Burgess landete mit ihren Kindern auf der Strasse, als ihre Mietwohnung an einen Immobilienentwickler verkauft wurde. Eine erschwingliche Bleibe zu finden gleiche der Suche «nach der Nadel im Heuhaufen». Dabei kann sie als Kommunalentwicklerin für die Pfadfinderorganisation Girls Scouts of Greater New York sogar ein geregeltes Einkommen vorweisen.

Nun teilt sie sich mit ihren Kindern im Alter zwischen drei und 14 ein Zimmer mit einem Minikühlschrank und einer kleinen Toilette. Abwechselnd schlafen zwei bis drei von ihnen in einem Bett.

«Es ist beängstigend. Immer wieder versuche ich, es wie ein Spiel aussehen zu lassen, ein Abenteuer, aber es gibt Momente, wo mir das Lächeln schwerfällt.» Von den 287 Bewohnern der Notunterkunft sind 155 jünger als 18.

«Wir sind nicht anders als die anderen»

Die Troop 6000 gibt zumindest den Mädchen unter ihnen nun ein bisschen Halt im Leben. Für Meridith Maskara, Geschäftsführerin der Girl Scouts of Greater New York, hat die Gruppe eine «lebensverändernde» Funktion. «Mädchen bekommen unterschiedliche Botschaften im sozialen Leben und es ist unsere Aufgabe, sicherzustellen, dass ihre Stimme gehört wird.»

Bei einer Zeremonie im ehrwürdigen Ratssaal von Manhattan betonte der Stadtrat von Queens, Jimmy Van Bramer: «Jeder von Euch würde einen grossen Präsidenten abgeben, besser als der, der zurzeit im Amt ist.»

Die Kinder schätzen die Gemeinschaft in der Gruppe. «Es macht Spass und wir können unsere Freunde treffen», sagt die zehnjährige Jessica Seaman, die bei der Feuerwehr arbeiten will, wenn sie gross ist.

«Sie sind meine Schwestern und ich verbringe gerne Zeit mit ihnen», erzählt auch Karina Cabrera. Die Elfjhrige möchte eines Tages Tierärztin oder Basketballspielerin werden. «Ich habe das Gefühl, ich kann ihnen alles sagen. Wir sind doch nicht anders als die anderen. Wir haben nur kein Zuhause.» (sda/afp)

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