International
Venezuela

Venezuela: Mehrheit in Referendum für Teil-Annexion Guyanas

Venezuela: Mehrheit in Referendum für Teil-Annexion Guyanas

04.12.2023, 07:0104.12.2023, 07:01
epa11010185 The vice president of Venezuela Delcy Rodriguez (C) speaks next to the president of Venezuela Nicolas Maduro (R), and the first lady Cilla Flores (L), during a celebration event after the  ...
Präsident Nicolás Maduro feierte vor Hunderten Anhängern das Ergebnis auf der Plaza Bolívar der Hauptstadt Caracas als Sieg für Venezuela.Bild: keystone

In einem Referendum hat die Bevölkerung Venezuelas nach Angaben der autoritären Regierung den Anspruch ihres Landes auf die rohstoffreiche Region Essequibo im Nachbarstaat Guyana bestätigt. Knapp 96 Prozent der Teilnehmer bejahten am Sonntag die Frage, ob ein neuer venezolanischer Bundesstaat namens Guayana Esequiba geschaffen und die dortige Bevölkerung die venezolanische Staatsbürgerschaft bekommen soll, wie die Wahlbehörde CNE am Abend (Ortszeit) mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei rund 51 Prozent.

Präsident Nicolás Maduro feierte vor Hunderten Anhängern das Ergebnis auf der Plaza Bolívar der Hauptstadt Caracas als Sieg für Venezuela. Es war zunächst unklar, wie die Regierung nun weiter verfahren will.

Der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen (IGH) hatte am Freitag Venezuela angewiesen, «jede Handlung zu unterlassen, die die gegenwärtige Lage in dem strittigen Gebiet ändern würde». Guyanas Regierung hatte das Referendum als Bedrohung seiner Sicherheit und des Friedens bezeichnet. Das rund 160'000 Quadratkilometer grosse Gebiet Essequibo macht etwa zwei Drittel von Guyanas Territorium aus.

The Essequibo River flows through Kurupukari crossing in Guyana, Saturday, Nov. 19, 2023. Venezuela has long claimed Guyana?s Essequibo region, a territory larger than Greece and rich in oil and miner ...
Der Essequibo-Flus in Guyana. Bild: keystone

Alle fünf Fragen des Referendums wurden nach offiziellen Angaben mit zwischen 95,4 und 98,11 Prozent der Stimmen mehrheitlich mit Ja beantwortet. Darunter war auch die Frage, ob Venezuela die Zuständigkeit des IGH in der Angelegenheit ablehnen soll.

Die derzeitigen Grenzen des Gebiets wurden 1899 in einem Schiedsspruch eines Tribunals in Paris festgelegt, den die USA und Grossbritannien veranlasst hatten. Venezuela beruft sich auf ein Abkommen mit dem Vereinigten Königreich von 1966 – wenige Monate, bevor die damalige Kolonie Britisch-Guayana unabhängig wurde. Dieses sah eine Verhandlungslösung des Disputs vor. Der Grenzkonflikt verschärfte sich, als 2015 vor der Atlantikküste Essequibos grosse Ölvorräte gefunden wurden. Guyana, eines der ärmsten Länder Südamerikas, erteilte dem US-Ölkonzern Exxon Mobil Förderlizenzen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Europaparlament: CSU-Mann Weber sichert sich Spitzenposten
Die grösste Fraktion im Europäischen Parlament wird auch in der zweiten Hälfte der aktuellen Legislaturperiode von dem deutschen CSU-Politiker Manfred Weber geführt. Die Abgeordneten des Mitte-Rechts-Bündnisses EVP bestätigten den 54-jährigen Politiker aus Niederbayern am Dienstagabend in geheimer Wahl mit 93,7 Prozent der gezählten Stimmen im Amt, wie ein Sprecher mitteilte.
Zur Story