International
Venezuela

Venezuela Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin ernannt

epa05456834 Minister of Foreign Affairs of Venezuela Delcy Rodríguez speaks during a press meeting at the headquarters of the Foreign Ministry, in Caracas, Venezuela, 05 August 2016. Rodriguez said sh ...
Delcy Rodríguez wurde vom obersten Gerichtshof Venezuelas zur Interimspräsidentin ernanntBild: EPA/EFE

Das ist über Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez bekannt

Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übernimmt übergangsweise die Führung in Venezuela. Das ist über die Politikerin bekannt, die Maduro einst als «Tigerin» bezeichnete.
04.01.2026, 19:3704.01.2026, 19:37
Nilofar Breuer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Nach der Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte rückt seine Stellvertreterin Delcy Rodríguez an die Spitze der Regierung. Der Oberste Gerichtshof ernannte sie am Samstagabend zur Interimspräsidentin. Das ist über die 56-jährige Politikerin bekannt.

Die am 18. Mai 1969 in Caracas geborene Rodríguez ist die Tochter des linksgerichteten Guerillakämpfers Jorge Antonio Rodríguez. Dieser gründete in den 1970er-Jahren die revolutionäre Partei Liga Socialista. Maduro hatte Rodríguez, die als Liebhaberin von Designermode gilt, wegen ihrer unnachgiebigen Verteidigung seiner sozialistischen Regierung als «Tigerin» bezeichnet.

Die bisherige Vizepräsidentin arbeitet eng mit ihrem Bruder Jorge Rodríguez zusammen, dem Präsidenten der Nationalversammlung. Recherchen des «Miami Herald» vom Oktober setzten die beiden unter Druck: Demnach hatten sie den USA bereits heimlich Pläne für eine Ablösung von Maduro unterbreitet. Sie sollen Washington eine Gruppe venezolanischer Spitzenpolitiker unter der Führung von Delcy Rodríguez als «akzeptablere» Alternative zum Regime von Maduro angeboten haben. Sie selbst hatte dies als Falschinformation zurückgewiesen.

Neben dem Amt der Vize- beziehungsweise Interimspräsidentin ist Rodríguez auch Finanz- und Ölministerin. Dies macht sie zu einer Schlüsselfigur in der venezolanischen Wirtschaftspolitik und verschafft ihr grossen Einfluss auf den geschwächten Privatsektor des Landes. Mit orthodoxen wirtschaftspolitischen Massnahmen versucht sie, die Hyperinflation zu bekämpfen.

Rascher politischer Aufstieg

Politisch stieg Rodríguez schnell auf: Nach ihrem Abschluss an der Universidad Central de Venezuela war die Juristin von 2013 bis 2014 Kommunikations- und Informationsministerin, anschliessend war sie bis 2017 Aussenministerin. In dieser Zeit versuchte sie, sich nach dem Ausschluss Venezuelas aus dem Handelsblock Mercosur gewaltsam Zutritt zu einem Gipfeltreffen in Buenos Aires zu verschaffen.

Im Jahr 2017 leitete sie zudem die regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung, die Maduros Machtbefugnisse erweiterte – im Juni 2018 wurde sie schliesslich zur Vizepräsidentin ernannt. Maduro beschrieb sie bei der Bekanntgabe der Ernennung auf der Plattform X als «eine junge, mutige, erfahrene Frau, Tochter eines Märtyrers, Revolutionärin und in tausend Schlachten erprobt».

Verwendete Quellen:

Mehr zur Entführung Maduros:

«Ein Angriff, wie man ihn seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat»

Video: watson/hanna dedial
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
29 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
naturwald
04.01.2026 19:55registriert Oktober 2023
Gonzalez Urribe wurde bei den letzten Wahlen vom Volk gewählt, nicht Maduro und diese Frau, welche die Abwahl nicht akzeptiert haben und Gonzalez ins Exil nach Spanien schickten. Aber wenn diese Dame Trump gehorcht scheint es Trump bisher irgendwie egal zu sein wer regiert und das Volk weiterhin unterdrückt, solange die Ölmultis die Ölfelder übernehmen und Petrodollars fliessen werden. Solange der rechtmässig gewählte Präsident Gonzalez nicht sofort nach Venezuela zurückgebracht wird herrscht totales Chaos, von Trump verursacht.
6610
Melden
Zum Kommentar
avatar
Touché
04.01.2026 20:14registriert Februar 2019
Delcy Rodríguez;

Sie nannte bei einer Sitzung des Verteidigungsrates Maduro den «einzigen Präsidenten». «Wir werden nie wieder Sklaven sein».

Nein! Sie halten aber das ganze venezolanische Volk als Sklaven und in einer bitterer Armut.
Diese Menschen fliehen vor wirtschaftlichem Zusammenbruch, Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten, politischer Unterdrückung und Gewalt.
Fast 7,9 Millionen Venez. geflohen.

Aus d. einst reichsten Land Südamerikas zu einem Fail Staat geworden unter dem Diktatorischen Joch von Maduro.

Auch wenn Völkerwidrig?
Aber ich trauere Maduro keine Träne nach.
438
Melden
Zum Kommentar
avatar
pontian
04.01.2026 20:36registriert Januar 2016
Das Ganze sieht immer mehr nach einer Palastrevolution mit Hilfe der USA aus. Rodriguez und ihre Entourage werden so Maduro los und kommen an die Macht. Natürlich muss sie zuerst noch den Schein waren und antiamerikanische Rethorik verwenden - aber in ein paar Wochen „einigt“ man sich dann vielleicht dochplötzlich und US-Firmen dürfen wieder mehr Ölvorkommen ausbeuten.

Bezeichnend ist auch, dass Trump in seiner Rede zig mal das Wort „Öl“, aber nicht ein einziges mal „Demokratie“ verwendet hat.
283
Melden
Zum Kommentar
29
Iranische Führung blockiert weiter Zugang zum Internet
Irans Führung blockiert wegen der landesweiten Massenproteste das Internet seit fast zwei Tagen. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete am Morgen auf Twitter: «Es ist jetzt 8:00 Uhr (Ortszeit) morgens im #Iran, wo nach einer weiteren Nacht voller Proteste, die mit Repressionen beantwortet wurden, die Sonne aufgeht. Messungen zeigen, dass die landesweite Internet-Sperre seit 36 Stunden andauert und die Möglichkeiten der Iraner, sich über die Sicherheit ihrer Freunde und Angehörigen zu informieren, stark einschränkt.»
Zur Story