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Proteste in Syrien: Weihnachtsbaum-Verbrennung in Hama löst Empörung aus

proteste nach weihnachtsbaum-brand in syrien
Bild: X

Verbrennung von Weihnachtsbaum löst Proteste in Syrien aus

Ein Video in den sozialen Medien zeigt, wie bewaffnete Leute einen Weihnachtsbaum in der Nähe von Hama in Syrien anzünden. Das löste landesweite Proteste aus.
24.12.2024, 11:5224.12.2024, 13:38
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Ein in Brand gesetzter Weihnachtsbaum in einer Stadt im Westen Syriens hat in dem Land für Empörung gesorgt. Hunderte Menschen demonstrierten Augenzeugen zufolge am Montagabend in der Hauptstadt Damaskus und anderen Städten gegen die Tat.

Sie forderten eine nationale Einheit Syriens, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Christen und Muslime seien gemeinsam auf die Strasse gegangen, sagte Teilnehmer Samer Elias aus Damaskus der Deutschen Presse-Agentur. «Alle forderten den Schutz der Christen.»

Video: twitter/WarMonitors

Am Montagabend hatten Unbekannte in Al-Sukailabija in der Provinz Hama den Weihnachtsbaum in Brand gesetzt. Eine Person sei festgenommen worden, hiess es aus Kreisen der örtlichen Sicherheitsbehörden. Der Baum solle ausgebessert werden. Es würden keine Beleidigungen irgendeines Teils des syrischen Volkes geduldet.

Video: twitter/KnightsTempOrg

Gemischte Gefühle unter Christen

Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad wird das Land von der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) geführt. Mit der Machtübernahme fürchteten Christen und andere Minderheiten Repressionen.

«Wir haben das Recht, Angst zu haben», sagte Priester Andrew Bahi der dpa in Damaskus. Die Atmosphäre bleibe weiterhin zweideutig. Die Aussagen der neuen Führung seien jedoch beruhigend. HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa, auch bekannt als Abu Mohammed al-Dscholani, hatte nach Assads Sturz wiederholt betont, alle Volksgruppen in dem gespaltenen Land müssten respektiert und berücksichtigt werden.

Ein christlicher Bewohner von Damaskus sagte, bisher habe es keine Beleidigungen oder Auseinandersetzungen mit der von den Rebellen gebildeten Übergangsregierung gegeben. «Wir haben die Geschäfte und Häuser nicht so dekoriert, wie wir es gewohnt sind, obwohl uns niemand davon abgehalten hat», sagte er. Auf Social Media kursierten aber Berichte, die ihm Angst machten.

Die Christin Randa Medani in Damaskus sagte: «Persönlich bin ich optimistisch, was die neue Führung angeht.» Es sei ihr egal, ob die neuen Herrscher Muslime oder Christen seien. «Mir ist wichtig, dass es jemand ist, der das Beste für die Menschen will.» (sda/dpa)

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87 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sarah.J.M.
24.12.2024 12:24registriert April 2024
Schmeisst endlich die iranischen und Russland-finanzierten Milizen und Brandstifter aus Syrien, danach wird es schon etwas ruhiger.
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Nix sagen
24.12.2024 13:51registriert August 2020
Ich finde an diesem Beispiel sieht man, dass eben ein grosser Teil der Muslime ebenfalls für Freiheit und Frieden eintritt, auch wenn uns oft ein anderes Bild vermittelt wird. Ich hoffe sehr, dass sich das noch zum Positiven entwickelt.
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butlerparker
24.12.2024 13:45registriert März 2022
Syrien war immer ein recht säkulärer Staat, in dem verschiedene Religionen friedlich nebeneinander koexistieren konnten, auch unter 2 Generationen Terrorherrschaft der Familie Assad.

Die Reaktion der neuen Machthaber auf die Verbrennung+die darauf folgenden Demonstationen lassen zumindest Hoffnungen aufkeimen, dass sich Syrien eben nicht zu einem "Gottesstaat" iranischer Prägung entwickelt.Ja, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer,aber wie anders hätten die Behörden denn reagieren können, als die Unruhestifter festzunehmen+die Tat zu verurteilen?
Wer weiss,vielleicht wird ja alles gut!
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