DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Manning ist erst vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen worden.
Manning ist erst vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen worden.
Bild: EPA/EPA

Chelsea Manning will weiterhin nicht zu Wikileaks aussagen – trotz drohender Haft

13.05.2019, 06:5513.05.2019, 07:20

Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning will auch weiterhin nicht im Fall von Julian Assange aussagen. Auch die Gefahr, erneut in Beugehaft genommen zu werden, ändere daran nichts, sagte die Whistleblowerin am Sonntag. Manning war erst vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen worden.

Die Whistleblowerin war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigerte, vor der Grand Jury eines Gerichts im US-Bundesstaat Virginia auszusagen. Die Grand Jury – ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium – war mit dem Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange befasst.

Freigekommen war sie lediglich aus formellen Gründen, weil der Zeitraum, für den diese Grand Jury eingesetzt worden war, ablief. Die als Ersatz einberufenen neue Jury hat Manning nun erneut vorgeladen.

Erneute Beugehaft möglich

«Sie haben schon angekündigt, dass sie dieselben Fragen stellen wollen», sagte Manning in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN. Auch diesmal werde sie die Aussage verweigern. «Ich habe nichts Neues anzubieten», fügte sie hinzu.

Zwar wüssten sie und ihre Anwälte nicht, ob sie erneut in Haft genommen werde. Sie sei aber überzeugt, für diesen Fall sehr viel stärkere rechtliche Einwände als zuvor anbringen zu können. Schon Anfang März hatte Manning sich gegen den geheimen Charakter von Grand Jurys ausgesprochen, die Zeugen in Abwesenheit ihrer Anwälte befragen dürfen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Quelle war die vor einer Geschlechtsumwandlung damals noch als Soldat Bradley Manning lebende Manning, die das Material von Militärrechnern herunterlud und Wikileaks zuspielte.

Von Barack Obama begnadigt

Manning wurde 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Durch einen Gnadenerlass des damaligen demokratischen US-Präsidenten Barack Obama kam Manning 2017 vorzeitig frei.

Wikileaks-Gründer Assange war am 11. April in London festgenommen worden, nachdem Ecuador dem Australier das politische Asyl in seiner Botschaft entzogen hatte. Ein britisches Gericht verurteilte den 47-Jährigen zu 50 Wochen Gefängnis, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft von Ecuador vor sieben Jahren gegen Kautionsauflagen verstossen und sich der britischen Justiz entzogen hatte. (viw/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange

1 / 15
Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange
quelle: shutterstock.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Julian Assange in der Botschaft Ecuadors festgenommen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Ist Joe Bidens Regierung bereits gescheitert?

Der missglückte Abzug der Truppen hat dem Image des US-Präsidenten geschadet. Doch nun bläst er zur Offensive.

Die «New York Times» gilt zwar als linksliberale Zeitung. Sie lässt jedoch regelmässig auch konservative Kolumnisten zu Wort kommen. Einer von ihnen ist der vom «Wall Street Journal» zur «Times» gewechselte Bret Stephens. Unter dem Titel «Another Failed Presidency at Hand» (Eine weitere gescheiterte Präsidentschaft in Sicht) klagte Stephens kürzlich:

Die Hoffnung, dass der Gentleman Biden diese Wunden heilen kann, hat sich gemäss Stephens bereits zerschlagen:

Nichts ist bekanntlich älter als die …

Artikel lesen
Link zum Artikel