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Wissen, was deine Arbeitskollegen verdienen? In Finnland ist das möglich

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In Finnland verdienen Frauen 17,2 Prozent weniger als Männer.bild: shutterstock

Du willst wissen, was deine Arbeitskollegen verdienen? In Finnland ist das bald möglich

12.11.2021, 10:4604.04.2023, 09:25
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Das Ziel ist klar: Die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen auszumerzen. Dafür plant die finnische Regierung nun ein neues Gesetz, wie «Reuters» schreibt. Dieses soll Angestellten bei Verdacht auf Lohndiskriminierung die Möglichkeit bieten, zu erfahren, was die Arbeitskollegen verdienen.

Dass bei solchen Vorhaben Kritik aufkommt, war zu erwarten. Interessant ist jedoch, dass sowohl Gewerkschaften als auch Arbeitgeberorganisation negatives Feedback geäussert haben. Die Gewerkschaften möchten noch mehr Lohntransparenz, die Arbeitgeberorganisation befürchten Konflikte am Arbeitsplatz.

Braucht es für die Schweiz auch ein solches Gesetz?

«Zentral für das Programm der Regierung ist die Eliminierung von ungerechtfertigten Lohnunterschieden. Sie werden jetzt noch konsequenter angegangen», sagte Thomas Blomqvist, Minister für Gleichstellung, gegenüber «Reuters». Blomqvist erwartet, dass das Gesetz vom Parlament vor den Wahlen im April 2023 verabschiedet wird.

In Finnland verdienten Frauen im Jahr 2020 gemäss einem Ranking der OECD insgesamt 17,2 Prozent weniger als Männer (Schweiz: 15,1 Prozent weniger). Die Gründe ähneln denen in anderen westeuropäischen Staaten: Unterteilung des Arbeitsmarktes in männlich und weiblich dominierte Berufe, weniger Beförderungen von Frauen und Väter, die sich weniger Betreuungsurlaub nehmen als Frauen (und daher weniger oft am Arbeitsplatz fehlen). (rst)

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Solche «Strassenverhältnisse» sind wir bei uns nicht gewohnt.
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64 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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rolf.iller
12.11.2021 10:44registriert Juli 2014
Frauen verdienen in Finnland 17,2% weniger weil: "Unterteilung des Arbeitsmarktes in männlich und weiblich dominierte Berufe"...

Womit suggeriert wird, dass Frauen in einer von Männern dominierten Welt benachteiligt und unterdrückt werden. Und das ist BS.

Hier handelt es sich immer um Durchschnittszahlen. Jeder einzelen Frau in Finnland steht es offen, einen beliebigen Beruf zu wählen. Finnland zählt mitunter zu den progressivsten Ländern diesbezüglich.

Statistisch gesehen, über viele Frauen hinweg, haben diese aber halte andere Präferenzen und wählen selber diese Berufe.
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Liebu
12.11.2021 10:52registriert Oktober 2020
Das mit dem Verdienen ist so eine Sache.

Einige verdienten eigentlich mehr als sie bekommen und andere bekommen mehr als sie eigentlich verdienten.
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Laborant
12.11.2021 11:33registriert November 2019
Chancengleichheit heisst nicht Resultategleichheit. In meinem Beruf (Elektroingenieur) arbeiten überproportional viele Männer, obwohl mir kein Grund einfällt warum Frauen weniger geeignet wären. Dann kommt mir oft die Frage der selben Qualifikation: Wird einfach ein Bachelorabschluss mit einem anderen verglichen, oder werden Studienabschlüsse des selben Gebiets mit einander verglichen. Die Privatwirtschaft hat wahrscheinlich mehr von einem IT Studium, als von einem Studium in Holzschnitzereien der Renaissance. Ersterer arbeitet auf dem Gebiet, Zweiterer nicht.
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