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Eigentor mit Ansage: Tausende kubanische Ärzte verlassen wegen Bolsonaro Brasilien



epa07183654 Cuban doctors who were part of the 'Mais Medicos' (More Doctors) program prepare to depart Brazil at the Brasília International Airport in Brasilia, Brazil, 22 November 2018. Cuba has pulled out thousands of doctors from the 'Mais Medicos' program in Brazil in response to comments made by President-elect Jair Bolsonaro.  EPA/JOEDSON ALVES

Die Kubaner verlassen Brasilien. Bild: EPA/EFE

Hunderte kubanische Mediziner haben sich nach dem Streit um das Programm «Mehr Ärzte» in Brasilien auf den Rückweg in ihre Heimat gemacht. Am Flughafen der brasilianischen Hauptstadt Brasília versammelten sich am Donnerstagabend 430 Ärzte, um nach Kuba zurückzukehren.

Insgesamt sollen nach heftiger Kritik des designierten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor Mitte Dezember 8300 kubanische Mediziner das Land verlassen.

In Brasilien fehlt es in vielen Ortschaften damit bereits an medizinischem Personal. In mindestens zwölf Bundesstaaten gebe es Gesundheitszentren, in denen keine Mediziner mehr arbeiten, wie das Nachrichtenportal G1 am Mittwoch berichtete. Vor anderen Praxen bildeten sich laut den Angaben zudem lange Schlangen.

epa07183656 A person holds flags as doctors of the 'Mais Medicos' (More Doctors) program prepare to depart Brazil at the Brasília International Airport in Brasilia, Brazil, 22 November 2018. Cuba has pulled out thousands of doctors from the 'Mais Medicos' program in Brazil in response to comments made by President-elect Jair Bolsonaro.  EPA/JOEDSON ALVES

Bild: EPA/EFE

Kuba hatte vergangene Woche angekündigt, das Programm «Mehr Ärzte» in unterversorgten Regionen Brasiliens einzustellen. Grund seien «unverhohlene, verächtliche und drohende» Äusserungen des Rechtsaussen-Politikers Bolsonaro, der die Präsidentschaftswahl im Oktober gewonnen hatte.

Ärzte sollten sich erneut prüfen lassen

Bolsonaro hatte während des Wahlkampfs mehrfach mit der Beendigung des Programms gedroht und die Fortsetzung kürzlich an Bedingungen geknüpft. So sollten sich die kubanischen Ärzte erneuten Prüfungen unterziehen. Ausserdem sollten sie ihre Familien nach Brasilien holen dürfen und das volle Gehalt bekommen, das die Regierung in Brasília an Havanna überweist.

Tatsächlich leitet die kubanische Regierung nur 30 Prozent des von Brasilien bezahlten Gehalts an die Ärzte weiter. Der Rest des Geldes fliesst in den kubanischen Staatshaushalt. Bolsonaro hatte von «Sklaverei» gesprochen und gesagt, er wolle nicht die «kubanische Diktatur» finanzieren.

Nach Angaben des kubanischen Gesundheitsministeriums waren seit 2013 knapp 20'000 kubanische Mediziner in Brasilien im Einsatz. Sie hätten mehr als 113 Millionen Menschen behandelt.

Ärzte aus Kuba geniessen einen guten Ruf, weshalb die Regierung des kommunistischen Landes sie seit Jahrzehnten in zahlreiche unterversorgte Länder entsendet. Für den Inselstaat sind die im Ausland arbeitenden Ärzte eine wichtige Einnahmequelle – sie bringen mehr Geld ein als der Tourismus. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • TC_94 23.11.2018 17:13
    Highlight Highlight Nein, sie verlassen Brasilien wegen Kuba.
    Und nur so nebenbei: brasilianische Ärzte wurden wegen Kubanische entlassen. 85% der Stellen werden nun wieder besetzt sein. Innerhalb von 1 St. haben sich bereits 2000 Ärzte beworben.
    Die arme Ärzte arbeiten in Brasilien und dürfen ihre Familie nicht mitnehmen, ca. 75% vom Lohn geht an die Regierung und wenn sie nach Asyl fragen, werden sie sofort deportiert. Brasilien hat hinter sich eine traurige Sklavereigeschichte. Als brasilianerin bin ich auf dieser Entscheidung sehr stolz.
  • Hiker 23.11.2018 15:12
    Highlight Highlight Da habe ich wieder mal etwas gelernt. Guter Artikel danke. Das scheint mir ein verzwicktes Problem zu sein. Auf den ersten Blick scheint die Lösung einfach zu sein. Einfachen Lösungen gegenüber bin ich jedoch grundsätzlich misstrauisch. Auch hier zeigt sich das die Rechnung ohne den Wirt gemacht wurde. Leiden werden die ärmsten Bevölkerungs-schichten. Besser wäre es wohl mehr eigene Ärzte auszubilden. Aber das kostet den Staat viel Geld und das ist den rechten Populisten ein Dorn im Auge. Sie betrifft es ja auch nicht, da sie zu den Gewinnern gehören. Wie immer!
    • TC_94 23.11.2018 17:27
      Highlight Highlight - Brasilianische Ärzte wurden wegen Kubaner entlassen und sind arbeitslos.
      - Dilma hat versprochen mehr Ärzte auszubilden und nichts unternommen.
      - Das brasilianische Volk möchte keine Sklaverei mehr unterstützen undem 75% des Lohns an die Regierung geht.
    • Hiker 24.11.2018 17:38
      Highlight Highlight @TC94 hmm... Brasilianische Ärzte entlassen um Kubanische anzustellen? Macht das Sinn? Sind die denn so viel billiger? Wenn 70% an die Kubaner geht? Echt jetzt?
  • Super 23.11.2018 13:10
    Highlight Highlight https://www1.folha.uol.com.br/internacional/en/brazil/2018/11/we-felt-exploited-said-cuban-doctor-who-left-mais-medicos-and-stayed-in-brazil.shtml

    Kann vielleicht Helfen einem betroffenen Arzt zuzuhören.
  • Max Dick 23.11.2018 13:05
    Highlight Highlight Es war nichts als zu erwarten, dass sich an Brasiliens aussenpolitischen Beziehungen einiges ändert, wenn die sozialistische Regierung nach 16 Jahren auch offiziell verschwindet und eine rechtsliberale kommt. Beziehungen zu Kuba, Bolivien, Nicaragua, etc. werden nun ziemlich abkühlen. Dafür werden die zu den USA, EU und den nicht links regierten Länder in Lateinamerika besser werden.

    Ich glaube es ist selbstklärend, dass Brasilien mit Zweiteren den viel besseren macht.
    • Fabio74 23.11.2018 13:14
      Highlight Highlight Mit einem homophoben Evangelikalen der es schade findet, dass das faschistische Militärregime nicht mehr Gegner liquidierte muss es toll sein
    • swisskiss 23.11.2018 13:43
      Highlight Highlight Max Dick: Selbsterklärend? Da wird in drastischer Weise dargelegt, wie die Gesundheitsversorung der brasilianischen Bevölkerung durch Bolsonaro massiv leidet und Du schreibst von den Vorteilen für das Land ( welches Land? Der Reichen und globalen Unternehmen?)

      Sowas kann man nicht Ernst nehmen!

      Sowenig Verstand und Weitsicht ist tragisch!
    • Juliet Bravo 23.11.2018 14:03
      Highlight Highlight Rechtsliberal? Sicher nicht. Rechtskonservativ triffts eher. Die Militärs sind nicht gerade für ihren gesellschaftlichen Liberalismus bekannt. Bisschen Brasilianische Geschichte täte gut.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LeChef 23.11.2018 12:25
    Highlight Highlight Er hat schon recht mit seiner Forderung.
  • marcog 23.11.2018 12:16
    Highlight Highlight Kuba gibt für die Ausbildung seiner besten Leute viel Geld aus, und möchte damit natürlich auch wieder welches verdienen. Dass die Ärzte nicht das volle Gehalt bekommen ist verständlich. Dass die Familie nicht nachziehen darf wohl ein unvermeindliches Übel, da sich die Ärtze ansonsten verselbständigen.
    Brasilien sollte endlich selber genügend Ärzte ausbilden, wenn sie ernsthaft etwas gegen diese Ausbeutung machen möchten.
    Die Schweiz hat den Vorteil, dass wir durch den hohen Lebensstandard genügend Ärtze aus ganz Europa anziehen, ist in der Hinsicht aber auch nicht viel besser...
    • DerHans 23.11.2018 12:30
      Highlight Highlight Solange man nicht selberbetroffen ist, sind ja nur 30% vom Lohn und die eigene Familie quasi als Faustpfand dient kein Problem.
    • Super 23.11.2018 13:00
      Highlight Highlight Brasilien hat genügend Ärzte, nur will keiner davon in den abgelegenen Gebieten arbeiten für so wenig Lohn.
      Aber die Kubaner haben keine Wahl...
      Die Familie als Geiseln zu halten bezeichnest du als notwendiges Übel? Wow Den Gulag wohl auch oder?
    • Wilhelm Dingo 23.11.2018 14:26
      Highlight Highlight @marcog: In der Schweiz ist das etwas komplett anderes: alle machen es aus freien Stücken.
  • durrrr 23.11.2018 12:06
    Highlight Highlight Richtige Entscheidungen von Bolsonaro! Kein Geld mehr für diese Commie-Diktatur! Brasilien ist eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Dürfte nicht sehr schwierig werden, genügend Ersatz zu finden...
    • Relativist 23.11.2018 12:19
      Highlight Highlight Wieder Mal jemand der glaubt der freie Markt reguliere sich selbst. In Realität ist das praktisch nirgends der Fall. Praktisch jedes Land der Welt hat in mindestens einem Berufsbereich Probleme mit zu wenigen Arbeitskräften. Wenn es so einfach lösbar wäre wie die Rechten das immer darstellen, wäre dem nicht so.
      Grundsätzlich muss Bolsonaros Ansatz gegen 'Versklavung' akzeptiert werden. Er wird es aber trotzdem nicht schaffen 8500 Ärzte billig aus dem Hut zu zaubern. Wer leidet für diese ideologische Verbohrtheit: seine Wähler. Wie immer bei den Populisten.
    • Super 23.11.2018 13:03
      Highlight Highlight @Relativist
      Er reguliert sich eben schon selbst!
      Castros Ärzte müssen eben zu einem Hungerlohn in den hintersten Winkel Brasiliens arbeiten gehen, da wo niemand sonst für diesen Lohn hin will.
      Anschaffen für Zuhälterchen Staat!
    • Fabio74 23.11.2018 13:16
      Highlight Highlight Dafür lieber einen Faschisten und Militärdiktatur-Freund beklatschen
    Weitere Antworten anzeigen
  • piatnik 23.11.2018 11:53
    Highlight Highlight das ist nicht so schlimm, die selbsternannte elite macht sich nur wichtig.
  • Laeddis 23.11.2018 11:25
    Highlight Highlight Ich habe bereits oft gehört, dass kubanische Ärzte einen hervorragenden Ruf geniessen in der Welt. Weiss jemand wieso grad Kuba solche gute Ärzte ausbildet?
    • Biotop 23.11.2018 11:52
      Highlight Highlight Vor der Wiedervereinigung Deutschlands studierten viele Kubaner in der sozialistischen DDR Medizin, nach deutschem, bzw. "westlichem" Standard. Etliche Ärzte aus dieser Epoche sprechen zudem auffallend gut deutsch.
    • marcog 23.11.2018 15:36
      Highlight Highlight Kuba hat die Universitäten nicht privatisiert...
    • Neruda 23.11.2018 15:50
      Highlight Highlight Es gibt durchaus auch Bereiche wo der Kommumismus Stärken hat. Im Kuba wurde und wird viel in die Ausbildung investiert, vor allem auch bei den Ärzten. Die DDR war da sicher eine Hilfe, aber auch sonst ist dieser Bereich der kommunistischen Führung wichtig. Ein bisschen vom Ideal des Kommunismus ist noch übrig geblieben ;)
  • Caerulea 23.11.2018 11:22
    Highlight Highlight Nun bei dem Punkt mit dem Lohn hat er recht. Nur 30%? Eine Frechheit! Familiennachzug währe wohl auch besser für die Ärzte. Aber dann könnte die kubanische Regierung sie nicht mehr kontrollieren...
    • Liselote Meier 23.11.2018 12:39
      Highlight Highlight Müsste man halt das ganze System betrachten.
      Die Ärzte sind beim kubanischen Staat angestellt und bekommen auch von dort ihren Lohn.

      Werden in duzende Länder geschickt teilweise sogar umsonst bei Katastrophen und sehr armen Ländern. Sprich mit den "Mehreinahmen" aus Brasilien werden die Projekte in Afrika finanziert und Betriebe in Kuba subventioniert.

      Wenn du irgendwo angestellt bist, bekommst du auch nicht den kompletten Verrechnungspreis sondern auch nur einen Teil davon und der ist wahrscheinlich auch nicht über 30%.
  • Markus97 23.11.2018 11:06
    Highlight Highlight Er wollte das die ausländischen Ärzte einen anständigen Lohn bekommen und ihre Familie nachziehen können. Das sind zimlich vernünftige Forderungen.

    Hier liegt ein generischer Fehlschluss vor. Nur weil seine Umweltpolitik absolut grauenhaft ist, heisst das noch lange nicht, dass er hier unrecht hat.
    • Liselote Meier 23.11.2018 11:39
      Highlight Highlight Nein er wollte die kubanischen Ärzte abschwatzen und direkt bezahlen. Ist halt billiger als Ärzte auszubilden.
    • swisskiss 23.11.2018 11:52
      Highlight Highlight Markus97: Wie immer bei Populisten. Komplexe Probleme mit einfachen Scheinlösungen bekämpfen.

      Was ist im Endeffekt das Resultat seiner durchaus richtig erkannten Problematik?

      Medizinische Unterversorgung seiner Bürger.Ja bravo!

      Weder hilft sein Handeln diesen Aerzten, noch den Brasilianer.

      Ideologisches Hardlinertum, statt pragmatische Realpolitik.

      Genau das ist das Bedenkliche und Gefährliche an Populisten.

      Schlussendlich zahlen wieder die Aermsten der Armen die Zeche für seine Politik. Und ob das ein Land wie Brasilien nach vorne bringt, darf ernsthaft bezweifelt werden.
    • LeChef 23.11.2018 12:24
      Highlight Highlight swisskiss: Wieso ist das sein Fehler? Verantwortlich sind die ewiggestrigen Stalinisten in Havanna.
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  • gecko25 23.11.2018 11:02
    Highlight Highlight da haben die emotinalisierten, brasilianischen Wähler wohl zu kurz gedacht
  • DerHans 23.11.2018 10:22
    Highlight Highlight Dass denn Kommunisten der Geldhahn abgedreht wird, sobald die PT nicht mehr an der Macht ist, war ja wohl klar.
    • Shabaqa 23.11.2018 15:45
      Highlight Highlight Der PT ist seit dem 31. 8. 2016 nicht mehr an der Macht, als Michel Temer vom PMDB als Präsident vereidigt wurde und eine Mitte-rechts-Regierung gebildet hat (u. a. mit dem PSDB).
    • DerHans 23.11.2018 17:23
      Highlight Highlight Ist nicht wahr!? Zum Glück mahlen die politischen Mühlen immer so schnell! Da müsste ja von einem Tag auf den anderen das Chaos dass die PT angerichtet hat, wieder aufgeräumt sein.
    • TC_94 23.11.2018 17:29
      Highlight Highlight Michel Temer = Vizepräsident von Dilma
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