Wirtschaft
International

Schlüsselfigur im Fall «Panama Papers» noch vor dem Urteil gestorben

Schlüsselfigur im Fall «Panama Papers» noch vor dem Urteil gestorben

09.05.2024, 21:4209.05.2024, 21:42

Wenige Wochen vor dem erwarteten Urteil im Prozess um die «Panama Papers» ist eine der Schlüsselfiguren des Finanzskandals, der panamaische Rechtsanwalt Ramón Fonseca, gestorben. Das teilte die Nationale Anwaltskammer Panamas am Donnerstag mit.

Fonseca, Mitbegründer der mittlerweile aufgelösten Kanzlei Mossack Fonseca, starb im Alter von 71 Jahren in einem Spital in Panama-Stadt, wie örtliche Medien berichteten. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft für Fonseca und seinen früheren Geschäftspartner, den deutschstämmigen Jürgen Mossack, gefordert.

FILE - Ramon Fonseca speaks during an interview at his office in Panama City, April 7, 2016. Fonseca, a partner in the Mossack Fonseca law firm at the center of the ?Panama Papers? scandal over the hi ...
Ramón Fonseca.Bild: keystone

Um was geht es?

Das Urteil in dem Geldwäscheprozess wird bis spätestens Anfang Juni erwartet. Die Kanzlei Mossack Fonseca soll 215'000 Briefkastenfirmen in Steueroasen gegründet haben, in denen Politiker, Prominente und Sportler aus aller Welt ihr Vermögen verschleierten. Acht Jahre nach Bekanntwerden des Skandals standen im April insgesamt 29 Angeklagte in Panama vor Gericht. Fonseca konnte zu der Verhandlung nicht persönlich erscheinen, weil er in eine Klinik gebracht worden war.

«Ein grosser Mensch, Anwalt, Schriftsteller und Politiker. Möge er in Frieden ruhen», schrieb Panamas Ex-Präsident Ricardo Martinelli, der zwischen 2009 und 2014 regierte, auf der Plattform X. Fonseca sei Opfer einer grausamen Verfolgung gewesen.

Im Frühjahr 2016 hatten die «Süddeutsche Zeitung» und weitere Medien des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) die Geschäfte der in Panama gegründeten Briefkastenfirmen offengelegt. Durch ein riesiges Datenleck waren der Zeitung 11,5 Millionen Dokumente zugespielt worden. Fast 400 Reporter aus mehr als 80 Ländern beteiligten sich an den Recherchen.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Luxusjacht des Microsoft-Gründers zerstört Korallenriff
1 / 8
Luxusjacht des Microsoft-Gründers zerstört Korallenriff
Paul Allens 90-Meter-Jacht «Tatoosh» hat vor den Cayman Islands ein geschütztes Korallenriff schwer beschädigt. Bitter für den Multimilliardär: Er setzt sich eigentlich für den Schutz der Meere ein.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Haben die Milliardär-Bosse ein schlechtes Gewissen?
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Russische Seuchenbehörde stellt klar: Keine Pestfälle, kein Laborunfall
Nach dem Tod einer Wissenschaftlerin an einem Pest-Forschungszentrum in Sibirien haben die russischen Behörden die Reihenuntersuchungen möglicher Kontaktpersonen fast abgeschlossen.
Zur Story