International
Wirtschaft

Millionenstrafe gegen Amazon in Frankreich

Millionenstrafe gegen Amazon in Frankreich – Angestellte zu aufdringlich überwacht

23.01.2024, 13:2423.01.2024, 17:19
Mehr «International»

Frankreichs nationale Datenschutzbehörde (CNIL) hat gegen Amazon wegen einer übermässig aufdringlichen Überwachung der Mitarbeiter eine Strafe von 32 Millionen Euro verhängt. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, hielt sie die Einführung eines Systems für rechtswidrig, das die Unterbrechungen der Tätigkeit penibel misst und das dazu führt, dass der Arbeitnehmer potenziell jede Pause oder Unterbrechung rechtfertigen muss.

Amazon fulfillment center in Saint Etienne du Rouvray Normandy, northern France Amazon fulfillment center in Saint-Etienne-du-Rouvray Normandy, northern France Normandy Upper Normandy Seine Maritime 7 ...
Amazon muss in Frankreich 32 Millionen Euro Strafe bezahlen (Blick in ein Verteilzenter in Saint Etienne du Rouvray, Archivaufnahme).Bild: www.imago-images.de

Das in den Lagern des weltgrössten Online-Händlers in Frankreich verwendete System habe per Scanner erfasst, wie lang die Unterbrechungen zwischen bestimmten Arbeitsschritten der Beschäftigten sind. Die CNIL hielt es ausserdem für übertrieben, alle durch das System gesammelten Daten und erstellte Statistiken für alle Arbeitnehmer 31 Tage lang aufzubewahren.

Dabei stellte die Behörde nicht infrage, dass die Geschäftstätigkeit von Amazon sowie die hohen Leistungsziele ein Scanner-System grundsätzlich rechtfertigen können. Beanstandet wurde von der Datenschutzbehörde ausserdem, dass Beschäftigte und Besucher unzureichend über die Videoüberwachung in den Lagern informiert wurden.

Amazon selber bezeichnete die Schlussfolgerungen der CNIL als sachlich falsch und behielt sich das Recht vor, Berufung einzulegen, wie ein Sprecher sagte. Lagerverwaltungssysteme gehörten zum Industriestandard und seien notwendig, um die Sicherheit, Qualität und Effizienz der Abläufe zu gewährleisten und die Lagerung der Bestände und die Verarbeitung der Pakete rechtzeitig und entsprechend den Kundenerwartungen zu verfolgen. Bemängelt wurde, dass die Behörde sich trotz Einladung die Abläufe nicht vor Ort angeguckt habe. (awp/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
YouTuber baut den Iron-Man-Anzug nach – und zwar nicht nur ein Kostüm
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
«Extreme könnten an die Macht kommen»: Kylian Mbappé überrascht mit politischen Aussagen
Bei den Wahlen in Frankreich deutet alles auf einen Rechtsrutsch hin. Dies beschäftigt auch das Nationalteam – vor dem ersten Spiel an der EM findet Starstürmer Kylian Mbappé deutliche Worte.

Vor gut einer Woche kam es in Frankreich zu einem politischen Erdbeben. Bei den Europawahlen legte der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) massiv zu, während Emmanuel Macrons Bündnis Ensemble abstürzte. Der Präsident kündigte im Anschluss Neuwahlen an. Auch im nationalen Parlament könnte es zum Rechtsrutsch kommen.

Zur Story