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«Geimpft, genesen oder gestorben» – knallharte Ansage von Jens Spahn

Eine Aussage von Jens Spahn sorgt in Deutschland für Aufsehen. Im Grunde argumentiert aber auch der Schweizer Bundesrat nicht anders.
22.11.2021, 19:0022.11.2021, 19:40
Jens Spahn.
Jens Spahn.Bild: keystone

Geimpft, genesen, getestet – die 3Gs sind seit der Einführung des Covid-Zertifikates in aller Munde. Nun hat der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn eine andere, deutliche brutalere Auslegung der 3Gs ins Spiel gebracht.

In den deutschsprachigen Ländern Schweiz, Deutschland und Österreich sind die Impfquoten tief. Dies hat Folgen für die Ausbreitung des Coronavirus und die Hospitalisationen. Die Lage präsentiert sich zunehmend dramatisch. In Österreich läuft seit Montag ein zehntägiger Lockdown, im deutschen Bundesland Sachsen bereitet sich man auf die Triage vor und in Bayern sind die Kliniken am Limit.

Die scheidende Kanzlerin machte am Montag klar, dass sie sich weitreichendere Massnahmen wünscht. Momentan würden sich die Fallzahlen alle zwölf Tage verdoppeln. «Wir haben eine hochdramatische Situation», so Angela Merkel.

Gesundheitsminister Jens Spahn legte den Ungeimpften derweil noch einmal nahe, sich jetzt endlich impfen zu lassen. Man solle sich jetzt mit der Impfung schützen, ansonsten drohten ernsthafte Konsequenzen.

Spahn formulierte drastisch: «Wahrscheinlich wird am Ende dieses Winters so ziemlich jeder in Deutschland – es wurde schon etwas zynisch so genannt – geimpft, genesen oder gestorben sein. Aber es ist tatsächlich ja so. Mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ist das sehr, sehr wahrscheinlich. Und deswegen empfehlen wir so dringlich die Impfung.»

Spahn nicht der erste, der so argumentiert

Geimpft, genesen oder gestorben – das sind also die neuen 3Gs gemäss Jens Spahn. Klingt brutal, doch der deutsche Gesundheitsminister ist nicht der erste, der diese Worte in den Mund nimmt.

Bereits im Oktober sagte die deutsche Virologin Jana Schroeder im Interview mit dem Focus: «Es gilt folgendes Gebot: Ohne Immunität keine Normalität. Und die Immunität können wir auf verschiedene Weise erreichen. Einerseits durch die Impfung, das wäre wünschenswert. Andererseits aber auch durch eine Infektion. Wir werden früher oder später ein neues ‹3G› bekommen: Geimpfte, Genesene – und die sind nicht immer gesund - und Gestorbene.»

Vor wenigen Tagen äusserte sich Virologin Dorothee von Laer im ORF ähnlich: «Es wird 3Gs geben in sechs Monaten. Dann ist man entweder geimpft, genesen oder gestorben – und diese drei Varianten hat man in den nächsten sechs Monaten. Man möchte den Anteil der Geimpften eher höher haben als jener der letzten Gruppe.»

Etwas weniger drastisch – aber in der Konsequenz gleich – argumentierte auch Alain Berset in den vergangenen Monaten. Es würden sowieso alle mit dem Virus in Kontakt kommen, sagte der Gesundheitsminister kürzlich im Interview mit CH Media. «Die Frage ist einzig und alleine, wie die Immunisierung erfolgt: Per Impfung in einer kontrollierten, sicheren Weise oder per Infektion mit all den Risiken, die eine schwere Erkrankung mit sich bringt?» (cma)

23 Gründe, wieso watsons sich impfen lassen haben

Video: watson/Emily Engkent
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