International
Russland

Putins Truppen greifen seltener an – das steckt dahinter

Putins Truppen greifen seltener an – das steckt dahinter

Russlands Armee passt ihre Taktik im Krieg gegen die Ukraine an – offenbar, um sich vorzubereiten. Gute Nachrichten für Wladimir Putin sind das wohl trotzdem nicht.
09.04.2023, 13:1209.04.2023, 13:12
Ein Artikel von
t-online

Die russischen Streitkräfte greifen an der Front in der Ukraine offenbar seltener an als zuvor. Das berichtet die renommierte US-Denkfabrik «Institute for the Study of War», ISW. Sie beruft sich dabei auf ukrainische und russische Quellen.

A Russian soldier guards the site of a new apartment block that is being built with support of Russia Defense Ministry in Mariupol, on the territory which is under the Government of the Donetsk People ...
Ein russischer Soldat in Mariupol (Archivbild): Russland geht derzeit seltener in die Offensive.Bild: keystone

Die Truppen von Kremlchef Wladimir Putin kämpften zwar weiter an der gesamten Frontlinie, sagte der Chef der Reservisten der ukrainischen Bodentruppen, Ivan Tymochko. Doch ihr offensives Potenzial schwinde, sie machten keine grösseren Geländegewinne mehr. Die Angreifer konzentrierten sich stattdessen darauf, die ukrainischen Truppen abzulenken und zu zerstreuen.

Die Experten zitieren auch einen prominenten russischen Militärblogger, der ebenfalls betone, dass die russischen Streitkräfte überall in der Ukraine Mühe haben voranzukommen.

Russland bereitet sich auf Gegenoffensive vor

Sowohl ukrainische als auch russische Quellen schliessen daraus, dass sich Putins Truppen nun vor allem auf die erwartete ukrainische Gegenoffensive vorbereiten. Einerseits. Andererseits folgern die Experten der Denkfabrik ISW, dass die russischen Kräfte häufiger Artillerie einsetzen, um ihre schwindenden Offensivfähigkeiten auszugleichen.

Alexander Chodakowski, früherer Minister für Staatssicherheit in der sogenannten Volksrepublik Donezk und heute Kommandeur des Vostok Bataillons, sagt, dass die militärische Führung Russlands die Munitionslieferung in die Frontgebiete, in denen keine aktiven Offensiven stattfinden, fast komplett eingestellt habe. Was dem moskautreuen Militärführer zufolge ebenfalls zum Teil darauf hindeutet, dass man sich auf die ukrainische Gegenoffensive vorbereite.

Die ISW-Experten schliessen daraus aber auch, dass Russland weiter stark auf seine Artillerie setzt, um andere Defizite im Kampf auszugleichen: etwa die mangelnde Zielgenauigkeit der russischen Soldaten, die unzureichenden Fähigkeiten im Bodenkampf und die fehlende Lufthoheit über der Ukraine.

Die knappe Munition für ihre Artillerie, so die Experten, trage nun dazu bei, dass Putins Truppen diese Defizite nicht mehr so gut ausgleichen könnten.

(t-online)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Anschläge auf Gegner von Putin und der russischen Elite
1 / 14
Anschläge auf Gegner von Putin und der russischen Elite
Der russische Despot Wladimir Putin lässt politische Gegner und kritische Journalistinnen nicht nur mundtot machen, sondern umbringen. Diese Bildstrecke ruft einige der schlimmsten Fälle in Erinnerung...
quelle: ap/pool sputnik kremlin / alexei druzhinin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Attentat auf Trump 2024: Von Schüssen getroffener Mann verstorben
Ein 76-jähriger Mann, der 2024 beim Attentat auf Donald Trump an dessen Wahlveranstaltung als Zuschauer zugegen war und ebenfalls von Kugeln getroffen worden war, ist gestorben.
Der 76-jährige Verstorbene heisst Jim Copenhaver und wurde bei dem Attentat von zwei Kugeln getroffen, wie unter anderem das US-Magazin Politico berichtet. Copenhaver verstarb am vergangenen Mittwoch in einem Spital in Pittsburgh, Pennsylvania. Die genaue Todesursache wird noch untersucht.
Zur Story