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bild: 3plus, bearbeitung watson

Der Fall Fabienne – oder warum man sich nicht ins Finale weinen kann

Seid gegrüsst zu einer weiteren Folge rohester Verblödung! Heute klären wir die Frage: Wie kann eine so einseitige Liebe wie die von Fabienne so viele Seiten Briefpapier benötigen?



Ist es nicht schön, nach zwei Monaten unbezahlter Weltflucht wieder zurückzukehren in die Wirklichkeit, die so ein bisschen strenger riecht als die gut durchgelüftete Küste Südwestirlands. Nach Hause zu kommen an einen Arbeitsplatz, wo das «D» auf der Tastatur noch immer klemmt und der Baulärm sich anheimelnd in die Ohren bohrt.

Doch dann ... was hängt da epochal Verwegenes am Ohr unseres Redaktionsgenies? Es ist ein piratöser Ohrring, der den sonst so schlichten Dani Huber ziert.

Solcherlei kleine Veränderungen verraten einem dann: Doch, da ist etwas geschehen während meiner Abwesenheit. Nichts Gewaltiges, Trump scheint sich trotz Löpfes hartnäckigen «Todes»-Prophezeiungen an der Macht gehalten zu haben. Und auch der Bachelor ist nicht in der Versenkung verschwunden. Nicht einmal Simone Meiers Sprachwucht konnte ihn da hineinschreiben!

Und darum darf ich mich nun wieder diesem Universum frivoler Sprachblähungen widmen, wo Tränen nicht vergossen, sondern verloren werden oder gar «gheie».  Wo die Menschen herzvoll sind und «bis an Bode abe» lächeln. Und wo man eine Beziehung noch so ernst nimmt, dass man sich fragt, was zu tun ist, «wenn de Humor nüme do isch». Weil der sich ja stets mitsamt der Romantik in dem Augenblick verflüchtigt, wo die ersten garstigen Verdauungsgerüche durch die gemeinsame Wohnung wabern. Clive, lass dir sagen: Fäkalhumor kann da enorm helfen ...

...

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Wer sagt, dass Schönheit und Gaggi nicht zusammengehen. bild: imgur

Clive sucht also nach wie vor nach der Liebe. Heute hat er sie zum Beispiel im Eselsaltersheim gesucht. Zwischen armen geschundenen Tieren. Gefunden hat er aber dann doch eher nur Fäkalien. Doch sicher hat die marokkanische Sonne sie bereits zünftig ausgedörrt. 

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Spass im Eselsgehege mit Alisha.  bild: 3plus

Leider brauchte diese Sonne eine ganze Weile, um Fabienne auszudörren. Obwohl literweise Tränen aus der rothaarigen Lady herausgekommen sind. Da hätte man wirklich meinen können, es ginge ratzfatz und dann ist da keine Flüssigkeit mehr, aber nein. Irgendwoher holte sie sich neue und immer wieder neue. Diese Fabienne muss eine Art Tränenspeicher haben, ein Silo randvoll mit dem Salz der Gefühle, das sie jederzeit anzapfen kann.

Erst ist in diesem melodramatischen Gefühlsstrom Maria davongeflossen. Immerhin direkt nach Hause zu ihrem Freund – oder auch nicht. Wir werden die Wahrheit nie erfahren. Im Grunde ist sie auch ohne Bedeutung, denn Clive konnte «die Unsicherheit eifach nöd mitträge». Ist auch schwer, so eine Unsicherheit. 

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«Cry me a river»-Fabienne hat Maria aus dem Spiel geweint. bild: dreiplus

Er mag eben lieber Fakten, ganz besonders, wenn sie auf den Tisch kommen. Er will, dass sich die Frauen fokussieren und er möchte von ihren Erfahrungen profitieren. Er verlangt nach optimalen Lösungen vor allem in Sachen Kinderwunsch. Er sucht die Liebe in Zeiten des Neoliberalismus. 

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Clive auf Faktensuche. Hier versucht er gerade herauszufinden, ob die Ladys wissen, «wie me sich als Frau muess bewege.»  bild: 3plust

Und das hat Fabienne schon mal ganz und gar nicht kapiert. Ihre Marketingstrategie ist desaströs. Anstatt Werbung für sich zu machen, macht sie die anderen schlecht und unterstellt ihnen unsaubere Motive («Hauptsach ihr hend euen Fame!»).

Das hat zu keiner Zeit jemals Sympathie erweckt. Aber Fabienne geht unbeirrt ihres Weges, den sie sich erst frei weint und dann mit etwa 7893763483 Briefen zupflastert, in denen sie ihre Gefühle für Clive darlegt («Eine Frau mit Power und Leidenschaft wartet auf dich!»), die im einsamen Kämmerchen ganz einseitig gewachsen sind. Denn gedatet hat Fabienne den Clive davor nie. Ausser eines Nachmittags einmal ganz kurz, als die beiden getrennt Bungee gejumpt sind. 

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Clive gibt High Five. bild: 3plus

Aber ist das eine Grundlage für dermassen ausufernde Gefühle? Um es kurz zu sagen: nein.

Es ist, um es noch ein wenig deutlicher zu sagen: gfürchig. 

Fabienne sagt:
«Ich bi halt scho mit vollem Herze inzwüsche wirklich debi und ich merk au, wies bi mir chriblet, wenn ich dich gseh und dassi Freud han und ebe ich bin die romantisch, wo dir auf anderi Wiis zeigt, dass ich wirklich Inträsse han a dir. Und daher hanich au wieder Briefe derbi ...»

Und er so:

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Die blanke Liebe spricht aus Clives Gesicht. gif: watson, 3plus

Sie hätte ihren Brief gar nicht hervorkramen müssen, hätte sie Clives Gesicht während ihres Liebesgeständnisses genau angeschaut.

Und dann kam auch schon der endgültige Todesstoss:

«Ich finds herzig, dass si um mich kämpft.»

Clive

Aber Fabienne hat bis zum Schluss gehofft. Denn schliesslich sind alle anderen schuld, dass Clive und sie nicht schon längst ein Paar sind. Und irgendwann werden doch wohl auch für sie einmal die Zwangshochzeitsglocken läuten! 

Eventuell.

Nur nicht heute ...

Das «Du bist schuld, wegen dir bekomme ich Clive nicht»-Gesicht

bild: 3plus

Das «Ich töte dich» oder auch das «Ich sterbe»-Gesicht

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bild: 3plus

Das «De Clive isch so blöd»-Gesicht, weil er Mia eine Rose gibt

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bild: 3plus

Das «Es isch nöd fair»-Gesicht, weil er Mia eine Rose gibt

Das einzig Unfaire war, dass die Regie Fabienne so lange und einzig zur Belustigung des Publikums mitgeschleift hat. bild: 3plus

Das «Ich bin die Einzige, die noch keinen Kuss gekriegt hat»-Gesicht 

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bild: 3plus

«Ane mit dem Kuss, aber dali!»

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bild: 3plus

Der «Ich bin hier das Bond-Girl»-Griff

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Das «hör verdammt nochmal zu und ignorier die dreiste Braut, wenn ich dir meinen 7893763483 Brief vorlese (mit meinem von Mal zu Mal nackter werdenden Ich vorne drauf)»-Gesicht

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bild: 3plus

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bild: 3plus

Eine ähnlich unheimliche Kreatur für zwischendurch 

Grüsse aus Pans Labyrinth. 

Das Martyrium-Gesicht ...

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gif: watson, 3plus

... und woran sich Fabienne ein Beispiel hätte nehmen sollen ...

The Martyrdom of Saint Sebastian; Master of Jacques of Luxembourg, French, active about 1460 - 1470; France, Northern France, Europe; about 1466 - 1470; Tempera colors, gold leaf, silver leaf, and ink on parchment; Leaf: 16.4 x 11.4 cm (6 7/16 x 4 1/2 in.); 83.ML.107.126

Bild: The J. Paul Getty Museum, Los An

An dieser puren Gleichgültigkeit ...

Saint Peter Martyr; Taddeo Crivelli, Italian, died about 1479, active about 1451 - 1479; Ferrara, Italy, Emilia-Romagna, Europe; about 1469; Tempera colors, gold paint, gold leaf, and ink on parchment; Leaf: 10.8 x 7.9 cm (4 1/4 x 3 1/8 in.); 83.ML.109.192v

Bild: The J. Paul Getty Museum, Los An

... selbst im Angesicht des Todes!

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Dabei war sie doch die Einzige, die es ernst gemeint hat mit Clive. Sogar die Allereinzige. Mit Fabienne hätte er einen solchen Ernst in der Beziehung drin gehabt, dass er von Anfang an gar nie hätte lachen müssen. 

Aber er wollte die Allereinzige nicht.

«Nimms nöd persönlich!»

Clive zu Fabienne

Und nun schaut, wie Angelina, Sevi und Daniela sich am Bachelor-Bullshit-Bingo erheitern!

Video: watson/Emily Engkent, Angelina Graf, Severin Aebi, Daniela Iacono

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