Niclas Matthei aus Gräfenhainichen hat geschafft, wovon viele Menschen träumen: Er ist berühmt. Die meisten dürften den 18-Jährigen aus der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt als Anzeigenhauptmeister kennen.
Im Frühjahr hatte er seinen Durchbruch: Das halbe Land sprach über den Pedanten in Warnweste, der öffentlichkeitswirksam Verkehrssünderinnen und Verkehrssünder anschwärzte. Eigenen Angaben zufolge hat er inzwischen bereits 10'000 Anzeigen gestellt.
Und offenbar ist es dem Anzeigenhauptmeister gelungen, das Aufsehen um seine Person zu monetarisieren. Gegenüber dem Sender RTL sprach er ungewöhnlich offen über seine Einkünfte und seinen Kontostand.
RTL fragte beim Anzeigenhauptmeister nach, wie viel dieser inzwischen verdient habe. «Siebenstellig!», antwortet der 18-Jährige knapp. Er verdiene sein Geld inzwischen auf verschiedenen Wegen, über Werbekooperationen, als selbstständiger Unternehmer im Online-Marketing und auch über Club-Auftritte. «Dann stehe ich im Club einfach nur herum und mach Fotos», erklärt er in dem Interview.
Dazu kommen noch weitere Einkünfte: «Nebenbei gehe ich woanders als Angestellter arbeiten, verdiene da auch noch Geld», erklärte er, ohne ins Detail zu gehen und wohl mit der Intention, seine Privatsphäre zu schützen.
Und das ist sicher nicht ganz unbegründet: Infolge des Internet-Hypes um seine Person hatte das beschauliche Gräfenhainichen einige Schaulustige angelockt.
Als eine weitere Einkommensquelle führt der Anzeigenhauptmeister noch Schmerzensgelder auf. Zusammenfassend sagt er gegenüber RTL: «Irgendwann rechnet sich das, irgendwann lebt es sich da ganz gut.» Ganz der Geschäftsmann schränkt er mit Blick auf sein aktuelles Vermögen allerdings ein:
Seinen Aktionsradius hat er bereits ausgeweitet: Nicht nur Verkehrssünderinnen und Verkehrssünder in Gräfenhainichen müssen sich vor ihm in Acht nehmen, auch bundesweit ist man vor dem Anzeigenhauptmeister nicht sicher. Er träumt davon, in jeder Kommune Falschparkerinnen und Falschparker anzuzeigen.
Bei seiner ungewöhnlichen Mission setzt der 18-Jährige auch seine Gesundheit aufs Spiel. Mehrfach wurde er bereits angegriffen, unter anderem in Bautzen und Herford. Ihm ist dabei auch mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden.
Womöglich kann das viele Geld den Anzeigenhauptmeister über solche Vorfälle hinwegtrösten. Er leistet sich inzwischen sogar einen eigenen Chauffeur, der ihm bei seiner Suche nach Verkehrssünderinnen und Verkehrssünder hilft. «Als er damals so populär war, habe ich mich an ihn gewandt und angefragt, ob wir mal zusammen herumfahren wollen», sagt dieser in dem Interview. Seitdem seien die beiden gute Freunde geworden, berichtet RTL.
(t-online)
was für ein sympathischer junger Mensch… nicht
Das Problem bei der ganzen Aktion ist immer noch, dass er die Ordnungsämter mit diese Aktion überflutet. Nur ein Bruchteil seiner Anzeigen wenn überhaupt können bearbeitet werden. Die Betonung liegt auf "wenn überhaupt".