DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Disneys «Mulan»: Danksagung im Abspann sorgt für Boykott-Aufrufe

08.09.2020, 11:3408.09.2020, 14:22

Zum Start seines Films über die chinesische Kämpferin «Mulan» sieht sich Disney mit Boykottaufrufen konfrontiert. Grund für die Empörung ist der Abspann des Films, von dem Screenshots in sozialen Medien geteilt wurden.

Dort ist zu sehen, dass sich die Filmemacher bei Sicherheitsbehörden in der westchinesischen Region Xinjiang bedanken, wo nach Angaben von Menschenrechtlern seit Jahren Hunderttausende Mitglieder der muslimischen Minderheit der Uiguren in Umerziehungslagern festgehalten werden und anderen Repressalien ausgesetzt sind.

Disney machte zunächst keine Angaben dazu, was genau die Kooperation beinhaltete und ob in Xinjiang gedreht wurde. Allein die Danksagung sorgte jedoch für eine Welle wütender Reaktionen.

Es sei «kapitalistische Ausbeutung von ihrer besten Seite», wenn ein Blockbuster in Teilen in der Nähe von Dörfern gedreht wird, wo die Polizei mit Masseninternierungen beschäftigt ist, schrieb der China-Forscher und Xinjiang-Experte Adrian Zenz auf Twitter.

«Es wird immer schlimmer!», kommentierte der bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong unter dem Hashtag #BoykottMulan. Disney beteilige sich mit seinem Vorgehen an der Masseneinkerkerung muslimischer Uiguren.

Wie in der Vorlage des Zeichentrickfilms von 1998 erzählt «Mulan» die Geschichte einer mutigen, selbstbewussten jungen Frau, die heimlich in Männerkleider schlüpft, um statt ihres gebrechlichen Vaters für den Kaiser zu kämpfen.

Mulan (Liu Yifei) reitet in den Kampf.
Mulan (Liu Yifei) reitet in den Kampf.Bild: keystone

Der Film, der wegen der Corona-Pandemie am vergangenen Freitag nicht im Kino sondern auf Disneys Streaming-Portal angelaufen war, hatte schon vorher scharfe Kritik auf sich gezogen. So gab es bereits Boykott-Aufrufe, nachdem Hauptdarstellerin Liu Yifei vor dem Hintergrund der Demokratieproteste in Hongkong Verständnis für die Polizei geäussert hatte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die schamlosesten Fälschungen aus er ganzen Welt (also ja, hauptsächlich China ...)

1 / 41
Die schamlosesten Fälschungen aus er ganzen Welt (also ja, hauptsächlich China ...)
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Der aussichtslose Kampf gegen den Elfenbeinhandel

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

30 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Magnum
08.09.2020 12:00registriert Februar 2015
Wenn die Hauptdarstellerin als brave Untertanin Pekings auf WeChat gegen Proteste in Hong Kong giftelt, kann man das noch als private Meinungsäusserung ohne direkten Bezug zum Film abtun. Auch wenn diese Meinungsäusserung faktisch deckungsgleich mit der Staatspropaganda ist.

Wenn aber der Disney-Konzern sich im Abspann explizit bei einer Sicherheitsbehörde bedankt, die tief in die Errichtung von Internierungslagern in Xinjiang und in die massenhafte, willkürliche Kasernierung von Uiguren zwecks Umerziehung (aka kultureller Genozid) verwickelt ist, dann wird dieser Konzern zum Komplizen.
26416
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ihr Kommentar hat 20min Niveau
08.09.2020 11:46registriert August 2017
Was mich eher schockt ist die Tatsache dass mich das nicht schockiert. Es ist einfach normal geworden auf diesem Planeten täglich mit solch chrankäm scheiss informiert zu werden.
Schade eigentlich.
2078
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lustiger Baum
08.09.2020 12:42registriert April 2019
Einfach mal mit dem Geld abstimmen und Disney+ und Co. boykottieren.

Die wenigsten werden es tun. Also funktioniert doch alles nach Plan.
1472
Melden
Zum Kommentar
30
Retuschierte Werbung: Wer sich «schön» photoshopt, muss das in Norwegen kennzeichnen

Influencer und andere Werbeschaffende müssen in Norwegen von nun an explizit kennzeichnen, wenn das Aussehen von Personen in Werbeanzeigen geändert worden ist. Am Freitag ist in dem skandinavischen Land eine entsprechende Gesetzesänderung in Kraft getreten.

Zur Story