Leben
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Ich bin keine Angeberin. Ich bin gut! Warum Frauen nicht bescheiden sein müssen

21.06.18, 19:23

Gunda Windmüller / watson.de



Vor einem Jahr habe ich ihn aus meiner Twitter-Bio gelöscht. Er war mir irgendwie unangenehm. Fast peinlich. Er kam mir vor wie etwas, das da eigentlich nicht hingehört. Angeberisch.

Ich habe meinen Doktortitel gelöscht.

Dabei bin ich stolz auf diesen Titel. Ich habe ihn nicht geschenkt bekommen. Ich habe ihn mir hart erarbeitet.

Gunda Windmüller

Gunda Windmüller. Dr. Gunda Windmüller. Bild: Hella Wittenberg (für watson.de)

Dreieinhalb Jahre lang. Ich habe Bücher gelesen, in Archiven nach jahrhundertealten Texten gesucht. Habe über Theorien nachgedacht und aus all dem ein Buch geschrieben, das ein renommierter Wissenschaftsverlag veröffentlicht hat. Mit einem Stipendium.

Zwei Professorinnen und ein Professor löcherten mich zum Abschluss mehrere Stunden lang mit Fragen. Ich habe mit einer Eins bestanden.

Das ist jetzt mehr als sechs Jahre her.

Der Titel hat mich stolz gemacht. Ich hätte ihn zunächst am liebsten überall hingeschrieben: ans Klingelschild, auf meine Bahncard, an den Briefkasten. Wenn ich meine Leistungen allerdings heute so aufliste, werde ich fast rot vor Scham. Mein anfänglicher Stolz ist weg. Die Stimme in mir sagt:

Mensch, Gunda, gib doch nicht so an. Einfach nur peinlich!

Ich erwähne den Titel nur sehr selten. Auf was ich einmal so berstend stolz war, ist mittlerweile zum Gimmick geworden und wird eher zufällig entdeckt:

“Ach, krass, du bist Frau Doktor?!”

“Ach, ja, bin ich.”

Ende des Gesprächs.

Wie ist es dazu gekommen?

«Bescheidenheit ist eine Zier» ist kein Satz, den mir meine Eltern jemals beigebracht hätten, ich habe ihn trotzdem aufgesogen. Als Mädchen lernt man früh: Nicht auf dicke Hose machen, lieber still sein, als laut. Und nicht zu viel von sich selber reden. Nur über die eigenen Fehler lachen. Lieber ein bisschen dumm, als zu schlau.

Und wenn das Mädchen dann erwachsen wird, bleibt es am besten bescheiden.

«Die Forschung zeigt durchgängig, dass Frauen, die bestimmt auftreten, indem sie ihre Fähigkeiten, Errungenschaften und Führungsqualitäten betonen, oft zwar als kompetent wahrgenommen werden, aber dadurch auch das Risiko erhöhen, als weniger sympathisch wahrgenommen zu werden.»

Suzanne H. Lease, Assertive behavior: A double‐edged sword for women at work?

Und so wählen viele Frauen die einfacher erscheinende Bescheidenheit. Die versteckt leider unsere Kompetenz.

Ich möchte gemocht werden. Ich möchte nicht negativ auffallen. Aber mich nervt, dass ich das Gegenteil riskiere, wenn ich erzähle, was ich erreicht habe. Im Sinne von: «Boah, was ist denn das für Eine?!»

Ein Beispiel aus dem Alltag:

Ich sass neulich in einer Runde, in der sich ein Mann als «Philosoph» vorstellte. Er war zwei Jahre älter als ich. Er hatte seine Doktorarbeit noch nicht abgeschlossen und derzeit keinen Job. Mit anderen Worten: Student, Ende Dreissig.

Ich bewunderte die Selbstverständlichkeit, mit der er darauf bestand, Philosoph zu sein. Die anderen Personen nickten anerkennend, ui, ein Philosoph. Ich hätte mich auch als Literaturwissenschaftlerin vorstellen können, sogar promoviert! Aber, ganz ehrlich, da hätte ich mir lieber die Zunge abgebissen.

Ich unterschlage den Titel, weil ich schon oft erlebt habe, wie abschätzig Menschen darauf reagieren: «Aha, naja, da hätte ich ja keinen Bock drauf gehabt.» Oder wie Gesprächspartner sich überlegen, wie sie die Arbeit bewerten sollen: «Und das ist relevante Forschung

Dabei ist das gar nicht der Punkt. Viele sind in der Regel akademisch gar nicht in der Lage, meine Arbeit zu bewerten. Ausserdem wurde sie bereits bewertet. Von Professoren. An einer Universität.

Weil ich gut bin, hab ich das geschafft

Ich kenne auch ganz andere Gefühle. In mir drin steckt nämlich sehr wohl das Bedürfnis zu sagen: Seht mal her. Ich hab was geschafft! Ich hab was geschafft, was echt anstrengend und anspruchsvoll war, aber weil ich gut bin und diszipliniert und mich durchgebissen habe, hab ich es geschafft. Ich BIN Literaturwissenschaftlerin.

Ich halte mich zurück, wenn mir mal wieder jemand einen Roman oder ein Theaterstück mit ganz einfachen Worten erklären will, obwohl ich die Person mit Fachausdrücken genauso gut platt quatschen könnte. «Genauso gut» schreibe ich. Ich meine: Besser!

Ich habe, als mein Doktortitel noch in meiner Autorenbiografie stand, oft Zuschriften von Leserinnen und Lesern bekommen. Sie fragten, an welcher Baumschule ich denn meinen Doktor gemacht hätte oder ob ich mich nicht schämen würde, über «unakademische» Themen zu schreiben und dabei noch Gifs zu verwenden. Ich habe dann irgendwann den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Und bin still geworden.

Ich bin nicht die Einzige, der es so geht. Auf Twitter musste sich die Historikerin Fern Riddell mit Usern herumschlagen, die ihren Doktortitel in Frage stellten.

«Haben Sie sich den selber verliehen oder stammt der von einer akkreditierten Institution?»

Twitter-User zu Fern, Guardian

Riddell liess sich nicht unterkriegen und liess den Titel in ihrem Profil. Viele andere Frauen folgten ihr und teilten ihre Erfahrungen:

«Ich hatte mal einen Freund, der mich entsetzt fragte: ‹Aber du wirst dich doch nicht Doktor nennen, wenn du den Titel bekommst, oder?› Und das war das Ende unserer Beziehung.»

Mich haben diese Tweets sehr berührt. Weil sie mir zeigen, dass diese doofe Bescheidenheit alles andere als eine Zier ist. Sie mag einfacher sein. Aber sie wird mir nicht gerecht. Sie wird uns allen nicht gerecht, sie bringt uns nicht weiter. Wer gehört werden will, muss zeigen, wer er ist. Wir sollten stolz auf uns sein.

Ich möchte Bescheidenheit verlernen

Mir fällt das sehr schwer, aber ich ziehe das jetzt durch. Ich fange mit meinem Twitter-Profil an. Und ich würde mir wünschen, dass wir alle damit anfangen. Keine Bescheidenheit mehr. Im englischsprachigen Raum twittern Frauen ihre Errungenschaften mit dem Hashtag #immodestwomen. Ich schlage für Deutschland einen anderen vor:

#unbescheidenefrauen

Wir waren lange genug bescheiden. Es hat uns nichts gebracht. Probieren wir etwas Neues. Und wenn mal wieder jemand fragt, ob das denn ein richtiger Doktortitel ist, dann frage ich ihn, ob er das überhaupt beurteilen kann.

Worauf seid ihr stolz? Schreibt es in die Kommentare und teilt es in den sozialen Netzwerken: #unbescheidenefrauen.

«Eine Frau zu sein ist brutal anstrengend»

Video: watson/Olivia Rasper, Emily Engkent

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65
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    Alle Leser-Kommentare
  • PP_D 22.06.2018 14:16
    Highlight Seien Sie stolz, denn Sie haben allen Grund dazu. Niemand promoviert, um sich dafür zu schämen. Ach ja, und vergessen Sie Menschen wie Herrn Amateurschreiber hier in den Kommentaren. Jede, die promoviert hat weiß, dass frau da Nichts geschenkt bekommt. „Mimimi“ Ich kenne viel zu viele Männer, die selbst Titel wie „Diplom-Kaufmann“ (von Doktortiteln ganz zu schweigen) vor sich her tragen, als ob sie damit die Welt geschaffen hätten. Ich freue mich über Frauen, die auch selbstbewusst zu ihrem Erfolg stehen.
    14 1 Melden
  • kim2 22.06.2018 10:30
    Highlight Warum müssen wir Frauen uns eigentlich immer am "Männlichen" orientieren? Nicht alle "männlichen Eigenschaften" sind erstrebenswert. Ich finde Bescheidenheit sympathisch, bei Männern wie bei Frauen. Warum sollte ich diese also aufgeben? Ich kann doch neben meinen akademischen Leistungen auch noch darauf stolz sein, es nicht nötig zu haben, damit anzugeben. Und was all die selbsternannten Philosophen angeht, ich denke, über die muss man sich ärgern, sondern darf sie mit ganz viel weiblicher Empathie bemitleiden...
    19 5 Melden
    • sowhat 23.06.2018 11:32
      Highlight Genau Dame t kommen Frauen eben nicht weiter
      0 0 Melden
  • Dmnk 22.06.2018 09:45
    Highlight Ich finde es gut das Frauen mehr für sich einstehen. Aber was ich nie verstehen werde ist, warum Frauen sich dann die negativen Eigenschaften vieler Männer aneignen um sich dann sehr emanzipiert zu fühlen. Unbescheidenheit ist eine Charakterschwäche und geäussert eben doch Angeberei, auch wenn sie von einer Frau ausgeht. Man kann ja stolz auf erreichtes sein, Aber überzeugen sollte man mit Leistung und Kompetenz. Wenn wir in unserer Gesellschaft der eigentlichen Kompetenz mehr Gewicht geben würden, würde jeder die Anerkennung bekommen die er oder sie verdient.
    18 1 Melden
  • Janis Joplin 22.06.2018 08:53
    Highlight Neid ist ja bekanntlich die ehrlichste Form der Anerkennung. Frau Doktor Gunda, du hast das gut gemacht, egal was die Welt brüllt. Ein guter Mensch braucht keine Empfehlung - einem schlechten nützt keine.
    9 0 Melden
  • Nikolai G. 22.06.2018 08:39
    Highlight Auch bei Männern ist es peinlich mit dem Doktor Titel zu prahlen. Vermutlich ist dies der Unterschied zu Deutschland. Ein Typ über 30 der sich als Philosoph ausgibt und nur am Studieren ist muss man auslachen und keine Anerkennung geben.
    23 2 Melden
  • DerSimu 22.06.2018 08:38
    Highlight Ich würde j gerne etwas zum Unterschied zwischen Bescheidenheit und Sexismus sagen, aber das würde ich wohl nicht überleben.
    8 4 Melden
  • zeromaster80 22.06.2018 06:38
    Highlight "Ich unterschlage den Titel, weil ich schon oft erlebt habe, wie abschätzig Menschen darauf reagieren"
    Ich garantiere Ihnen, das geht anderen "Dr. Literaturwissenschaften" nicht anders. Viele reagieren abschätzig darauf, wenn Literaturwissenschaftler, Philosophen, Soziologen, etc. Mit einem Titel "angeben". Bei Männern und Frauen. Wenn das in ihrer Blase beim "Philosophen" nicht so war, so wäre es bei ihnen erst recht nicht so gewesen.
    7 0 Melden
  • Caprice 21.06.2018 23:05
    Highlight Grundsätzlich halte ich es so: im Berufsleben schleudere ich allen meinen Titel entgegen. Ich bin 30 und bereits im Kader, dazu sehe ich jünger aus als ich bin = ich werde oft unterschätzt. Der Titel hilft da!

    Im Privaten lasse ich ihn weg. Wenn mich jemand fragt, dann erzähle ich, aber ich würde ich beim Arzt nicht mit Frau Rechtsanwältin anreden lassen.

    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sich viele gleich eingeschüchtert fühlen oder minderwertig. Mir würde es wohl auch so gehen, wenn man sich mir vorstellt mit: Grüezi, ich bin Thomas, von Beruf Chefchirurg.

    11 1 Melden
  • AnnenMay 21.06.2018 22:57
    Highlight An alle, die sagen, dass das Ganze kein reines Frauenthema ist: ja, ihr habt natürlich recht, dass Männer dasselbe erleben und empfinden können. Gleichzeitig weisen viele Studien darauf hin, dass 1. Frauen ihre Leistungen signifikant schlechter einschätzen, als sie tatsächlich sind 2. Männer sich signifikant besser einschätzen, als sie tatsächlich sind 3. Frauen dennoch glauben, dass sie absolut dasselbe leisten können wie Männer 4. Männer Frauen unbewusst weniger zutrauen als Geschlechtsgenossen. Quelle: z.b. Li & Kirkub (2007)
    14 5 Melden
  • Peldar 21.06.2018 22:30
    Highlight Ich denke, Sie könne ruhig stolz auf ihr erbrachtes sein. Jedoch kann zu Viel Stolz, der nacj aussen getragen wird auch schnell als Überheblichkeit und elitär gedeutet werden. Und ich denke in unserer Gesellschaft leider bei Frauen immer noch mehr als bei Männer. Mir persönloch wäre beim "philosophen" wohl übel geworden und ich hätte den Tisch gewechselt. Ich stelle mich auch nicht als Lokführer oder Kellner vor;)
    28 5 Melden
  • Keepitsimple 21.06.2018 22:28
    Highlight Man sollte ganz gut zwischen Bescheidenheit, Unsicherheit, Selbstsicherheit und Arroganz unterscheiden. Bescheidenheit ist keine negative Eigenschaft, durch eigene Unsicherheit steht man sich allerdings oft selbst im Weg. Das hat aber rein gar nichts mit dem Geschlecht zu tun. Es gibt genau so unsichere Männer, wie es unsichere Frauen gibt. Ein gesundes Mass an Selbstsicherheit benötigt wohl jeder, aber bei vielen schlägt dies leider auch schnell in Arroganz oder Überheblichkeit um. Wer seine beruflichen Titel benötigt um sich als Jemand zu fühlen ist nicht Bescheiden sondern unsicher.
    51 3 Melden
  • Alle haben bessere Namen als ich. 21.06.2018 22:22
    Highlight Mir ist nicht ganz klar warum man einen Genderartikel daraus gemacht hat. Einen kurzen Kommentar zu Bescheidenheit hätte meines erachtens besser gewirkt als es zu einem Frauenthema zu machen. Und auch wenn der Artikel dann weniger geklickt worden wäre ich hoffe ihr habt es noch nicht so nötig.
    69 32 Melden
    • Alnothur 21.06.2018 23:21
      Highlight Weil es eben schon vorwiegend ein Frauenproblem ist (ui seht her, Alnothur schreibt mal sowas!). Wer sich zurückhält, sein Können und Wissen aus Bescheidenheit versteckt, bleibt denn auch in der Karriere stecken und bekommt in Lohnverhandlungen das kleinere Kuchenstück. Kein Wunder, das Gegenüber kann ja nicht riechen, was man alles kann!

      Und von Kolleginnen habe ich mir auch sagen lassen, dass diese Bescheidenheit und Zurückhaltung bei Frauen in manchen Kreisen auch noch richtiggehen vorausgesetzt wird.
      14 5 Melden
    • sowhat 23.06.2018 11:48
      Highlight Richtig Alnothur (ui wer hätte gedacht, dass ich dir mal recht gebe :)))
      Es ist tatsächliech mehr ein Frauenthema. Immernoch ist die Situation Fr Frauen viel zwiespältiger als für Männer, wenn es darum geht sich ins rechte Licht zu rücken. Es kriegen mehr Männer beigebracht sich zu profilieren, als Frauen. Und es kriegen auch noch mehr Frauen beigebracht sich für unfähig zu halten, als Männer.
      3 0 Melden
  • Madison Pierce 21.06.2018 22:10
    Highlight Bin einverstanden mit der Aussage. Es fällt mir auch auf, dass Männer bei Herausforderungen eher "kein Problem, kriege ich hin!" sagen und Frauen eher "bin nicht sicher, ob ich das kann". Deshalb habe ich gerne Handwerkerinnen: wenn die sagen, es ist kein Problem, ist es wirklich kein Problem. :)

    Aber beim Doktortitel sehe ich es etwas anders. Auf der Visitenkarte ja, aber nicht am Klingelschild und schon gar nicht, wenn man sich vorstellt. Leute, die sich als "Doktor" oder "Professor" anreden lassen, eher etwas arrogant.
    57 3 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 21.06.2018 21:30
    Highlight Evtl. wird hier Bescheidenheit mit Unsicherheit verwechselt?

    Die Dissertation ist eine tolle Leistung. Darauf darf man stolz sein. Trotzdem ist die Twitter-Bio nicht unbedingt der richtige Platz dafür. Damit relativiert man doch eigentlich sogar den Doktortitel.

    Was sagt denn ein Doktortitel aus? Dass man in seinem Fachgebiet auf Augenhöhe am wissenschaftlichen Diskurs teilnehmen kann.

    Das ist kein Statussymbol, sondern eine Referenz.
    78 8 Melden
  • Phiilofofi 21.06.2018 21:29
    Highlight Auch wenn ich mit der Aussage einverstanden bin, finde ich den Artikel als eine Form von:

    Alter Inhalt in neuer trendy Verpackung.

    Sorry aber diese Thematik beschränkt sich meiner Meinung nach überhaupt nicht auf Frauen!

    Mir wurde genauso "beigebracht" bescheiden zu sein und jaaa nicht nach aussen zu treten. Das ist ein Grundproblem unserer Gesellschaft. Zum Glück brechen wir (m/w) langsam diese Regeln und lernen selbstbewusster nach aussen zu treten.
    40 18 Melden
  • Ms. Song 21.06.2018 21:24
    Highlight Die Erwähnung des Doktortitels ist mMn total überflüssig. Das ist vielleicht in gewissen Jobsituationen notwendig, aber sonst nicht. Ich arbeite in einem Umfeld, in dem fast jeder einen Dr. Titel trägt. Er wird bei uns nicht aufgeführt und das ist auch gut so.

    Eine Ausbildung oder ein Job definiert nicht den Wert eines Menschen. Daher hat es auch nichts mit "unter Wert verkaufen " zu tun, wenn man den Titel weglässt. Egal ob Mann oder Frau, wenn mir jemand im ersten Satz seinen Job unter die Nase reibt, geht bei mir der Laden runter.
    77 6 Melden
  • lilie 21.06.2018 21:04
    Highlight Mir gefällt überhaupt nicht, wie hier Bescheidenheit und Selbstbewusstsein gegeneinander ausgespielt werden.

    Bescheidenheit können sich nur Selbstbewusste leisten, weil sie nicht auf die Bestätigung anderer angewiesen sind.
    127 6 Melden
    • #tschanforpresident 22.06.2018 07:44
      Highlight Dafür würde ich dir gerne tausend Herzen geben, liebe lilie!
      12 0 Melden
    • sowhat 23.06.2018 11:50
      Highlight Und nochmal 1000 von mir.
      4 0 Melden
  • posti 21.06.2018 20:48
    Highlight Obwohl ich die Autorin sehr gut verstehe, wäre es mir lieber die Männer würden bescheidener werden und nicht die Frauen weniger. Bescheidenheit sollte nicht etwas schlechts sein, sondern eine Tugend auf die wir alle hinarbeiten.

    Was die Autorin im Artikel anspricht kenne ich leider zu gut. Als Frau wird man als höchstens halb-kompetent angesehen und man versteckt seine eigenen Fähigkeiten. Mir ist es sogar peinlich hier meine eigenen Erfahrungen zu schildern, weil ich dann meine akademische Leistung erwähnen müsste.
    75 8 Melden
    • Keepitsimple 21.06.2018 22:43
      Highlight Sehe ich genauso. Bescheidenheit ist nichts schlechtes. Der Punkt ist, sobald man die Schule verlässt reicht es nicht mehr einfach gute Leistungen zu bringen, denn es muss auch jemand davon Kenntnis nehmen.
      Wenn man seine eigenen Fähigkeiten versteckt ist es völlig logisch, dass man von den anderen nur als "halb-kompetent" angesehen wird. Oder wie sollen die Leute denn mitbekommen wie Kompetent du bist? Ich gehöre auch nicht zu den Leuten die mit Ihren Leistungen prahlen und musste auch zuerst lernen, dass man manchmal nach dem Motto "Tue Gutes und spreche darüber" handeln muss.
      21 0 Melden
  • Lichtblau550 21.06.2018 20:45
    Highlight Ich hätte ja angenommen, Frau Windmüller lebt als Deutsche in der Schweiz. Hier wird das Erwähnen jeglicher Titel streng geahndet (vor allem von denen, die keinen haben). Und das, obwohl in meiner Kindheit die unbedarfte Gattin des Hausarztes noch mit „Frau Doktor“ angesprochen wurde.

    Aber hey: Worauf darf man denn stolz sein, wenn nicht auf einen Doktortitel nach einem langen Studium?
    50 3 Melden
  • NikolaiZH 21.06.2018 20:44
    Highlight Die einen verstecken ihre meinung, um ja nicht von den anderen in frage gestellt zu werden, die anderen ihre vibratorensamlung oder die dritten ihren phd-titel aus demselben grund. Um ja nicht auffalen, sonst wird ja man darüber gefragt... Beklagen tun sich sie allen über die anderen, obwohl sie ihren mund nicht aufmachen wollen. Es hat weder mit geschlecht noch mit was anderem zu tun - nur mit der ehrlichkeit zu sich selbst - wenn dich stört, dass sich jemand philosoph nennt - lueg zuerst für dich. Vielleicht stört er sich daran, dass leute wie du nicht dazu stehen können, was sie sind?
    18 11 Melden
  • qumquatsch 21.06.2018 20:32
    Highlight Es gibt keinen Grund sich unter Wert zu verkaufen - die Frage ist natürlich, wo/wann man herausbrüllen tut was man alles für Errungenschaften hat.

    Ich hoffe viele Junge Frauen (und Jungs, welchen dies abgeht) schneiden sich hiervon eine Scheibe ab. Mit einem breiter verteilten *gesunden* Selbstvertrauen würden uns einige gesellschaftliche Probleme erspart bleiben - oder diese würden wesentlich unbedeutender. Dabei denke ich an Lohnungleichheit, Mobbing, Berufswahl und Politik, aber genauso an Probleme im Asylwesen oder häusliche Gewalt.

    Weiter so Frau Dr. Windmüller
    20 6 Melden
  • ATHENA 21.06.2018 20:30
    Highlight Ich habe keinen Doktortitel. Aber ich stelle mir es so vor. In jeder Situation würde ich so tun, als müsste ich mich vorstellen. Zum Beispiel Klingelschild: Würde ich zum Postboten sagen: "Grüezi. Ich bin Frau Dr. / Herr Dr. ..."?Wahrscheinlich eher nicht, darum finde ich es beim Klingelschild unangebracht. Persönlich finde ich es im beruflichen Bereich angebracht, bei wissenschaftlichen Diskussionen etc., aber im privaten Bereich eher nicht.
    42 2 Melden
  • Trouble 21.06.2018 20:10
    Highlight Ich habe neben einer 125%-Anstellung und als Alleinerziehende meine Dissertation abgeschlossen.
    Den Titel werde ich aber nicht auf meinen Badge schreiben, weil er mir nicht wichtig ist. Ich hatte keine Wahl, ich musste promovieren. Stolz bin ich eher darauf, dass mein Kind bis jetzt gut geraten ist.
    64 6 Melden
    • Karoon 21.06.2018 21:05
      Highlight Guter Kommentar! Auf die Diss kann man stolz sein, keine Frage, aber man sollte sein Leben und seine Leistungen nicht auf akademische Weihen reduzieren (sagt einer, der selber an einer Diss schreibt ;-)).
      22 4 Melden
  • salamandre 21.06.2018 19:59
    Highlight liebe Gunda...die Ärztin an meiner Seite find ich als Nichtakademiker absolut Klasse. lass die Probleme der Andern auch deren Probleme bleiben und sei Du.
    Viel Spass
    20 2 Melden
  • Miuh 21.06.2018 19:58
    Highlight Liebe Gunda - Du deutest es am Ende des Artikels an: Du wirst für Dich und Deinen Titel einstehen. Ich wünsche Dir, dass Du es durchziehst!
    Natürlich ist es nicht immer nötig, jedem gleich seinen Beruf / Titel aufzudrücken.
    Gerade im Berufsleben darf man jedoch durchaus hinstehen und sich zeigen. Das kann auch einmal unbequem sein und Widerstand bedeuten... da muss man eben durch! Ich habe von den Männern gelernt: da wird herausgefordert und rivalisiert. Steh hin und steh für Dich ein „wie ein Mann“, auch wenn es erstmal unbequem und ungewohnt ist. Respekt muss man sich eben auch so verdienen.
    17 7 Melden
  • Dubmosphere 21.06.2018 19:58
    Highlight Hmmm, jeder mensch sollte bescheiden leben, so wie das jetzt ist kanns ja nicht weiter gehen... Man muss nicht immer alles haben was man will um glücklich zu sein, manchmal ist es einfach schön mit dem zufrieden zu sein was man hat.
    18 13 Melden
    • sowhat 23.06.2018 11:57
      Highlight Hier verstehe ich die Relevanz zum Thema nicht...?...
      0 0 Melden
  • River 21.06.2018 19:51
    Highlight Kommt mir bekannt vor. O-Ton: Was, das dürfen auch Frauen?? oder: Aber für eine Frau ist das doch zu anstrengend?? oder(mein Favorit): Dann ist es gar nicht soo schwierig?
    Trotzdem denke ich, dass auch Männer von Neidern so angegangen werden, so herabgesetzt werden. Das ist nicht nur bei Frauen so. Das ist einfach blanke Missgunst.
    26 5 Melden
    • Pinga 21.06.2018 23:50
      Highlight Mein bisher bester (gehörter) Spruch: 'Was, du bist an der ETH? Aber du bist doch eine Frau?'
      6 1 Melden
    • River 22.06.2018 09:24
      Highlight Ja wie geht das denn, Frau und ETH?? 😱😱
      1 0 Melden
  • saja 21.06.2018 19:45
    Highlight Es gab mal einen Fall, den vergesse ich nie mehr, da hat ein Typ versucht der weltweit renommierten Antike-Historikerin und Professorin Mary Beard zu erklären, dass sie falsch lag. Er hätte in der Mittelschule etwas anderes gelernt...
    43 5 Melden
    • CASSIO 21.06.2018 20:14
      Highlight Saja, Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Historiker, ob Prof. oder nicht, immer richtig liegen? Die Begründung des Typs lässt jedoch zu wünschen übrig und disqualifiziert ihn.
      18 7 Melden
    • saja 21.06.2018 20:37
      Highlight @Cassio: Natürlich nicht. Seine Begründung ist der Stein des Anstosses und lässt den Schluss zu, dass er sie nur darum gar nicht erst als Autorität auf ihrem Gebiet wahrnimmt, weil sie eine Frau ist.

      Mary Beard hat kürzlich zu der Problematik ein Buch namens 'Frauen und Macht' herausgegeben. Es zeigt auf, dass die Tradition, das Wissen und öffentliche Meinungsäusserungen von Frauen zu diskreditieren bis in die Antike zurückreicht. Telemachos z.B., der Sohn von Odysseus, hat seiner Mutter Penelope, als diese öffentlich sprechen wollte, gesagt, sie soll ruhig sein und zurück ins Haus gehen.
      23 6 Melden
  • Walter Sahli 21.06.2018 19:43
    Highlight Way to go, Frau Dr. Windmüller!
    (ja, in Deutschland ist der Doktortitel integraler Namensbestandteil, wie mir mal ein deutscher Arzt entgegenbrüllte)
    Bescheidenheit ist eine Zier, aber weiter kommt man ohne ihr...wie wir Fallfehler sagen. Also pfeifen Sie darauf und seien Sie stolz! Sie haben allen Grund dazu und alles Gute verdient, das Ihnen in Ihrem Leben begegnet!
    146 8 Melden
  • Bluesofa 21.06.2018 19:34
    Highlight Ich habe meine Matur mit einem Notenschnitt von 5.733 als Jahrgangsbeste abgeschnitten.

    #unbescheideneFrauen
    191 35 Melden

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