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Netflix darf Jesus-Parodie in Brasilien zeigen – Oberstes Gericht macht Verbot rückgängig



Der Oberste Gerichtshof in Brasilien hat am Donnerstag das Verbot einer Jesus-Parodie nach nur einem Tag wieder aufgehoben. Am Vortag hatte ein Gericht in Rio de Janeiro den Streamingdienst Netflix angewiesen, den Film «A Primeira Tentação de Cristo» (Die erste Versuchung Christi) von der Satire-Gruppe Porta dos Fundos aus dem Programm nehmen.

«Es ist nicht davon auszugehen, dass eine Satire die Macht hat, die Werte des christlichen Glaubens zu untergraben, die mehr als 2000 Jahre alt und in der Überzeugung der Mehrheit der Brasilianer verwurzelt sind», schrieb Gerichtspräsident José Antonio Dias Toffoli am Donnerstag in seiner Begründung.

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«A Primeira Tentação de Cristo» darf in Brasilien nun doch gezeigt werden. Screenshot: Netflix

Das Gericht in Rio hatte am Mittwoch dem Antrag einer christlichen Gruppe auf eine einstweilige Verfügung statt, die durch den Film ihren Glauben geschmäht sah. Netflix legte daraufhin Beschwerde gegen das Urteil ein.

In dem Weihnachtsspezial wird Jesus unter anderem als schwul dargestellt. Politiker und Geistliche kritisierten den Film als Angriff auf den christlichen Glauben. Im Dezember war ein Brandanschlag auf die Büroräume von Porta dos Fundos verübt worden. Ein Mitglied einer rechten Gruppe bekannte sich zu der Tat und setzte sich Medienberichten zufolge später nach Russland ab. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chiubi 10.01.2020 13:16
    Highlight Highlight Jesus als homosexueller ist vermutlich nicht sehr glaubhaft.
    Wenn schon dennschon ist bisexueller realistischer.

    Maximale Nächstenliebe :-)
  • El Vals del Obrero 10.01.2020 13:08
    Highlight Highlight Gute Begründung des Richters.

    Wenn die Fundis was dagegen sagen, würden sie damit ja automatisch ihren eigenen Gott als jämmerlichen Waschlappen klassieren, der nicht allmächtig ist und sich nicht wehren kann.
  • Amateurschreiber 10.01.2020 08:38
    Highlight Highlight Wenn wir seinerzeit mal "Das Leben des Brian" im Fernsehen schauten, wer schüttelte sich jeweils vor Lachen "über diese Typen aus der Bibel"? - Meine tiefgläubige, katholische Mutter.
    Von daher trifft die Begründung des Richters den Nagel auf den Kopf.
  • rodolofo 10.01.2020 07:43
    Highlight Highlight Da hat "Bolsonaro-Brasilien" seine knifflige Knacknuss-Aufgabe zum Jahresanfang ja doch noch richtig gelöst und "die Kurve gekriegt"!
    Ultra-liberal den Amazonas-Urwald abfackeln und Indigene massakrieren, oder vertreiben, die dann später selbstverantwortlich in Slums dahinvegetieren müssen und gleichzeitig überaus empfindlich reagieren, wenn "religiöse Gefühle verletzt" werden, durch einen Film mit einem schwulen Jesus?
    Das wäre schon sehr widersprüchlich...
    Wenn schon "freiheitlich", dann auch richtig!
    Nicht immer nur wüten, brandschatzen und morden, sondern auch mal fröhlich-lustig sein!
    • Juliet Bravo 11.01.2020 21:16
      Highlight Highlight Da zeigt sich aber noch etwas ganz anderes: es ist eben nicht dieses eine „Bolsonaro-Brasilien“ sondern auch ein recht grosses progressives und völlig föderalismus- und rechtstaats-orientiertes Lager. Dieses Lager zeigt dem Regime immer sehr deutlich, was es von seinen Zensurversuchen, der Abholzung, Homohatz und seinem anderen Zeug hält.
  • Thorium 10.01.2020 07:09
    Highlight Highlight Wie sagte Ricky Gervais einst so treffend: „Die grösste Errungenschaft der Religion ist es nicht, Menschen zu überzeugen, es gäbe ein omnipotentes Wesen[...]. Sondern alle anderen davon zu überzeugen, man dürfe sich nicht darüber lustig machen.“
    • Weiter denken 10.01.2020 08:32
      Highlight Highlight Deshalb ist es so wichtig, dass der Blasphemie Artikel gestrichen wird!
    • goschi 10.01.2020 09:05
      Highlight Highlight Das Omnipotente Wesen ist auch so potent, dass Hanswurst Piepsegal aus der Schwabbeldochgasse in Mirdochegal ihn verteidigen muss, sonst verliert er alle Gültigkeit!

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