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epa07932006 A Netflix billboard hangs above the Sunset Strip in Los Angeles, California, USA, 18 October 2019. On 17 October 2019 Netflix reported earnings of 1.47 US dollar per share, compared to analysts estimates of 1.05 US dollar per share.  EPA/CHRISTIAN MONTERROSA

Bild: EPA

Streaming und CO2 - Serienjunkies als Klimasünder



Vor nicht allzu langer Zeit stand vor dem Kinoabend zu Hause der Besuch der Videothek. Heute braucht es nur ein paar Klicks, um sich Filme und Serien auf den Bildschirm zu holen. Der Streamingdienst Netflix boomt und bekommt bald mächtige Konkurrenz. Doch der Komfort des Streamings geht zu Lasten der Umwelt.

Eine halbe Stunde Streaming verursacht laut Berechnungen des französischen Think Tanks The Shift Project Emissionen, die 1,6 Kilogramm Kohlendioxid entsprechen - etwa so viel wie bei einer Autofahrt von 6,28 Kilometern. Streaming war demnach im vergangenen Jahr für einen Ausstoss von Treibhausgasen verantwortlich, der genauso hoch war wie der Spaniens. Diese Menge werde sich in den nächsten sechs Jahren voraussichtlich verdoppeln, schätzt The Shift Project.

Die Streamingbranche wächst. Immer mehr Menschen haben Zugang zum Internet. Und neue Streamingdienste kommen hinzu: Am 1. November startet Apple TV+, kurz darauf Disney+ und im Mai HBO Max. Netflix, einer der grössten Anbieter, expandiert weltweit. Die Einnahmen durch Streaming-Abos stiegen nach Angaben des Unternehmens zwischen 2017 und 2018 um 53 Prozent.

34 Prozent des globalen Datenverkehrs entstehen durch das Streamen von Videos bei Anbietern wie Netflix und Amazon Prime. An zweiter Stelle kommt Online-Pornografie.

Wachsender Energieverbrauch

«Digitale Videos kommen in sehr grossen Dateien, und die werden mit jeder neuen Generation von Videos mit höherer Auflösung immer noch grösser», sagt Gary Cook von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Bildschirme werden ständig grösser, die Auflösung und die Dateigrössen dementsprechend auch. Das bedeute einen wachsenden Energieverbrauch, sagt Cook.

Bildschirme mit 4K-Auflösung brauchen laut der Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council etwa 30 Prozent mehr Strom als solche mit HD-Qualität. Vergangenes Jahr kamen die ersten 8K-Monitore auf den Markt. Einen grossen Teil der Energie fürs Streaming verschlingen die Server, auf denen die Video-Dateien liegen.

Um schnelles Streaming ohne Stocken zu garantieren, «werden die Anlagen auf allen Ebenen überdimensioniert», sagt Laurent Lefevre vom französischen Forschungsinstitut Inria. «Die Folge ist eine Verschwendung von Ressourcen auf allen Ebenen.»

Die Anbieter bemühen sich in erster Linie um technische Lösungen, um die Umweltbelastung zu reduzieren – wie etwa eine klimafreundlichere Kühlung der Rechenzentren oder Codierungen, die die Datenmengen verringern. Experten bezweifeln jedoch, dass sich der ökologische Fussabdruck des Streamings dadurch begrenzen lässt. «Denn technologische Verbesserungen schaffen neue Nutzungsmöglichkeiten», sagt Maxime Efoui-Hess von The Shift Project.

Autoplay-Funktion abschalten

Die Konsumenten müssten Druck auf die Anbieter ausüben, ihre Rechenzentren mit erneuerbaren Energien zu betreiben, fordert Gary Cook von Greenpeace. Forscher Lefevre appelliert an jeden Einzelnen, sein Nutzungsverhalten zu ändern: Am schädlichsten sei es, Filme auf dem Smartphone über eine mobile Datenverbindung zu streamen. Sparsamer ist es demnach, Videos in niedrigerer Auflösung im WLAN anzusehen. Auch die Autoplay-Funktion abzuschalten hilft, weil dadurch Mediendateien nicht mehr automatisch abgespielt werden.

Klimabewussten Streamingsfans hilft der «Carbonalyser», eine Browsererweiterung, die The Shift Project entwickelt hat. Der zeigt an, wie viel CO2-Emissionen die Internetnutzung verursacht und rechnet aus, wie vielen Autokilometern sie entspricht. (sda/afp)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Troll Watson 01.11.2019 13:18
    Highlight Highlight Wenn ich mir alternativ eine BluRay kaufen würde...
    Irgendwo in China wird aus Rohöl Kunststoff für den Rohling verarbeitet, die fertige Disk wird dann noch beschriftet, dann gehts ab in die Verpackung, Logistik, verschiffen nach Europa, die ganze Logistik bis zum Verkauf...
    Da lob ich mir Streaming. Da wird nur noch Energie für die Signalkette fällig, im Vergleich nichts.
  • dmark 01.11.2019 12:58
    Highlight Highlight Ist schon interessant, in wie weit man nun seitens der "Öko-Wächter" nun immer mehr in die persönliche Freizeitgestaltung eingreifen möchte.
    Es soll Menschen geben, die haben keine Freude am Leben und gönnen es anderen auch nicht.
  • Kaspar Floigen 01.11.2019 11:22
    Highlight Highlight Wir verlieren uns im Klein-Klein und diskutieren über jede Technologie, anstatt CO2 zu besteuern (oder vernünftig zu handeln) und so die Kosten implizit in jedem Produkt zu haben.
  • Michael Heldner 31.10.2019 15:31
    Highlight Highlight also ich kaufe nen 4K TV um dann fürs Klima nur SD zu gucken oder wie? xD

    Autoplay bleibt an und 4K HDR wird geschaut
  • m00dy 31.10.2019 09:25
    Highlight Highlight Ha ha, next one! Bin gespannt, wie viele Leute zukünftig mit einem "Stop Streaming" Schild an der Demo zu sehen sind. Der Vergleich mit dem bösen Auto ist auch sehr interessant, oder waren es die Flieger... oder das Fleisch? What ever, ich sehe den Wald vor lauter qualmenden Datenleitungen schon lange nicht mehr.
  • Nik G. 31.10.2019 08:08
    Highlight Highlight Das Internet wird durch die hiesigen Stromanbieter mit Energie versorgt. Die Stromanbieter müssen dafür sorgen, dass sie CO2 neutralen Strom produzieren. Wenn immer noch Kohlekraftwerke gebaut werden, der Staat immer noch nicht erneuerbare Energie fördert, hat das sehr wenig mit Streaming zu tun, sondern mit dem allgemeinen Stromverbrauch.
  • The Emperor 31.10.2019 07:38
    Highlight Highlight Es ist absurd, wie jegliche Alltagsaktivität mittlerweile mit den dazugehörigen Emmissionen in Verbindung gebracht wird. Was darf ich denn eigentlich noch tun, ohne mich schämen zu müssen? Ein Buch lesen? Heikel, Papierproduktion benötigt Bäume. Essen? Nur die Karotte aus dem eigenen Garten. Transportwege und so. Ich hätte noch einen Vorschlag: 24/7 schlafen, da atmet man weniger oft und stösst somit weniger CO2 aus. Alternativ bliebe dann noch, sämtliche Leute in ein künstliches Koma zu versetzen, nur dann bitte ohne überwachende Elektronik und nur über Bionarkotika aus nachhaltiger Prod.
  • elco 31.10.2019 06:05
    Highlight Highlight Hauptsache ich fahre einmal im Jahr mit dem Zug in die Ferien.
  • Hzwo 31.10.2019 01:18
    Highlight Highlight Strommix ist halt noch nicht grün, aber bald und wird jeden Tag grüner. Soll man den PC lieber mit Diesel betreiben oder was?
    Warum schreibt ihr nicht von Haarföhnen oder Staubsaugern oder Zügen? Haha.
  • MykillWF 30.10.2019 18:47
    Highlight Highlight Naja, wenn man schon ins Klimakiller-Horn stossen will, warum nicht mal die Textilindustrie unter die Lupe nehmen? Jährlicher CO2-Ausstoss liegt heute bei 1,2 Billionen Tonnen (mehr als int. Flüge und Kreuzfahrten zusammen), Tendenz steigend. Die Modeindustrie alleine macht rund 5% der globalen Emissionen aus, 52 Kollektionen pro Jahr sei dank👏
    • Pointer 31.10.2019 14:25
      Highlight Highlight Da hat jemand die Heute-Show geschaut!
  • Eisenhorn 30.10.2019 17:36
    Highlight Highlight Da erstens anscheinend dem Author auf Watson nicht gepasst hat mach ich mit 3. weiter.

    Um auf die gleiche Strecke zu kommen die ein Ami im Jahr durchschnittlich mit dem Auto fährt muss er ~1750 Stunden Netflix schauen. Bei einer durchschnittlichen Episoden Länge von 42 Minuten auf Netflix sind das ca. 2500 Episoden.

    Clickbait par Excellence !
  • Keewee 30.10.2019 17:26
    Highlight Highlight Warum sprechen wir nicht einmal über die Zementfabriken? Oder die grossen Öltanker? Oder das US Militär? Alles andere ist nichts im Verhältnis dazu! Das ist mal ein ökologischer Fingerabdruck!
    • ReziprokparasitischerSymbiont 01.11.2019 11:11
      Highlight Highlight Das stimmt. Aber auf das US-Militär hast Du im Gegensatz zu deinen persönlichen Freizeitaktivitäten keinen direkten Einfluss...
  • Eisenhorn 30.10.2019 17:17
    Highlight Highlight Zweitens: Ein Alter CRT Monitor Monitor hat in der aktuellen Grösse 28' bis zu 150+ Watt verbraucht, selbst bei 55' LED 4k TV's bewegen wir uns unter 100 Watt.

    "3x so viel" von wenig ist immer noch wenig. Und "Von ganz Spanien"sind gerade mal 46.6? Millionen Einwohner. Bei einer Weltbevölkerung von 7.7 Mrd.

    Der Verbrauch von Streaming sind absolute Peanuts.
    • Nelson Muntz 30.10.2019 18:12
      Highlight Highlight autsch, wurde da einer getriggert?
  • Eisenhorn 30.10.2019 17:10
    Highlight Highlight Langsam wirds bescheuert. Hätte man vor 15 Jahren auch Rechnen können wie viel ein Röhren-TV braucht. Oder ein CRT Monitor... oder normale Glühbirnen...

    Wir haben irgendwelche Schiffe die mit Purem Rohöl durch die Weltmeere seuchen, und die rechnen Aus wie viel die Leute "Streamen". Das ist doch Hans was Heiri ob einer eine BlueRay schaut, auf dem 4k Bildschirm einen Stream schaut. Ein Home Router ist nun wirklich nichts was einen grossen Unterschied macht.

    Wir verlieren in dem CO2 Wahn echt langsam den Fokus wo man mit welchem Aufwand was bewegen kann.
    • bebby 31.10.2019 06:32
      Highlight Highlight Ja, dabei sind die Fakten bekannt. Beim heizen muss man ansetzen. Jeder Grad zusätzlich braucht Unmengen an Energie. Das lässt sich auch einfach umsetzen.
    • Tartaruga 01.11.2019 09:50
      Highlight Highlight Das hat man doch früher auch, nicht? Ich erinnere mich als ich klein war gab es im TV immer wieder eine Werbung, die darauf aufmerksam machte, dass man Geräte ganz ausstecken soll, um den Energieverbrauch zu senken. Das war glaube ich noch vor dem Earth day.
  • Whitchface 30.10.2019 17:03
    Highlight Highlight Die Rechnung würde ich nur zu gern sehen. 30 Minuten streamen = 6 km Autofahren? Bei dieser Rechnung wurde die graue Energie der Fahrzeuge kaum berücksichtigt. Geschweige denn die Herstellung des Benzins. Ohne weitere Informationen zur Berechnung wirklich ein schwacher Artikel.
    • GraveDigger 31.10.2019 06:30
      Highlight Highlight Man muss beide Seiten beachten. nicht nur das Auto trägt graue Energie in sich. Auch die ganze Infrastruktur fürs Internet. Der Film musste produziert werden. Die Lebensdauer der Internetgeräte ist deutlich tiefer als bei einem Auto unter normalen umständen. Ein Auto kann gut 20 jahre alt werden. Beim Tablet oder PC/Router/Infrastruktur wird das kaum der Fall sein. Zudem verbraucht im Betrieb das Auto nur Energie wenn es bewegt wird. Das Internet braucht immer Energie und die Serverfarmen laufen auch permanent. Objektiv gesehen ist dies aber ein vergleich mit äpfel und Birnen.
    • dmark 01.11.2019 12:47
      Highlight Highlight So gesehen müsste man dann aber auch die "graue Energie" für die Herstellung der zum Streamen genutzten Gerätschaften anteilig mit einrechnen. Von der Verfilmung, Schauspieler zum Drehort karren, verpflegen, "Dreh-Utensilien", Film schneiden, Energie fürs Studio, Digitalisierung, Netzstruktur usw. bis zum Wiedergabegerät.

      Wobei man aber die Kirche im Dorf lassen sollte...
  • Easy 30.10.2019 16:31
    Highlight Highlight Interessant... Mal schauen wann es wirklich thematisiert wird.
  • The Destiny // Team Telegram 30.10.2019 16:27
    Highlight Highlight Hauptsache CO2 Steuern aufs fliegen...
  • paper 30.10.2019 16:26
    Highlight Highlight "Vor nicht allzu langer Zeit stand vor dem Kinoabend zu Hause *die 6.28 km lange Fahrt zur* Videothek."
    Natürlich verbrauchen Computer Strom, aber sorry, wollt ihr jetzt Streamshameing propagieren?
    Und dann kommt der Oberumweltsünder Elon und betreibt seine Autos nicht nur mit Strom, sondern lässt die Autos auch noch Netflix steamen!!!1!einself!
    Und überhaupt ist der gedruckte Blick die viel umweltfreundlichere Zeitung als Watson, weil die weniger Server brauchen!!
    • The Destiny // Team Telegram 30.10.2019 20:09
      Highlight Highlight Streaming von Daten erzeugt etwa, global gesehen, mehr CO2 als das Fliegen, also wäre durchaus von streamshaming zu sprechen wenn man das auch beim Fliegen tut!
  • pfffffffff 30.10.2019 16:09
    Highlight Highlight soweit so klar, doch interessant wäre das Delta aus Streaming- und TV-Konsum, denn wenn ich streame, schaue ich gleichzeitig kein TV. Dabei gilt natürlich ebenso die Gesamtbilanz der TV-Netzwerkes zu berücksichtigen ;-)

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