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Nachhaltig und gesund: Die Lupine ist das Superfood des Jahres 2026

Superfood des Jahres 2026 ist ...

... die Lupine. Die Stiftung Biovision, die sich für nachhaltige Ernährungssysteme einsetzt, kürt die Lupine zum Superfood 2026. Aus gutem Grund. Warum die Hülsenfrucht mehr Aufmerksamkeit verdient.
30.12.2025, 11:2130.12.2025, 13:27

Okay, du hast vermutlich ein anderes Lebensmittel erwartet. Die Lupine ist noch eher unbekannt, aber sie ist nicht zu unterschätzen. In ihr steckt enormes Potenzial, unsere Ernährung nachhaltig zu verändern.

Nährstoffbomben

Kaum eine andere Hülsenfrucht kann mit einem so hohen Proteingehalt wie der Lupine mithalten – rund 40 Prozent. Besonders beeindruckend ist die Qualität des Proteins: Es enthält alle wichtigen Aminosäuren. Aber kaum Kohlenhydrate.

Das macht sie nicht nur für Fitness-Begeisterte interessant: «Mit rund 15 Prozent ist sie sehr ballaststoffreich – gut für die Verdauung und sorgt länger für ein Sättigungsgefühl», sagt Miriam Kamp, Lupinen-Züchterin bei Getreidezüchtung Peter Kunz (gzpk). Der Verein ist seit rund 40 Jahren in der biodynamischen Pflanzenzüchtung tätig.

Wirken unscheinbar, doch sie stecken voller Power: Lupinen.
Wirken unscheinbar, doch sie stecken voller Power: Lupinen.Bild: Shutterstock

In Sachen Gesundheit punktet die Lupine gleich mehrfach: Sie kann den Cholesterinspiegel senken und verursacht im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten weniger Blähungen.

Bodenheldin

Die Lupine verbessert den Boden auf viele Arten: In Symbiose mit Bodenbakterien reichert sie Stickstoff an, den später auch andere Pflanzen nutzen können. Ihre tiefen Wurzeln lockern verdichtete Erde, erschliessen Nährstoffe und fördern den Humusaufbau – das macht den Boden trockenresistent. Gleichzeitig bietet die Lupine kleinen Lebewesen wie Bakterien, Pilzen und Regenwürmern Nahrung und Lebensraum. Ein aktives Bodenleben sorgt dafür, dass Pflanzen besser wachsen, Wasser gespeichert wird und die Erde langfristig fruchtbar bleibt.

Eine Augenweide: Die Blüten der Blauen Lupine, auch Schmalblättrige Lupine genannt (Lupinus angustifolius).
Eine Augenweide: Die Blüten der Blauen Lupine, auch Schmalblättrige Lupine genannt (Lupinus angustifolius).Bild: Shutterstock

Fühlt sich wohl in der Schweiz

Im Gegensatz zur sehr kälteempfindlichen Soja könne der Lupine Frost nichts anhaben. Deshalb wird sie auch häufig als «Soja des Nordens» bezeichnet. Ihre tiefen Wurzeln helfen ihr zudem auch in trockenen Perioden gut durchzukommen. Somit eignet sich die Lupine für den regionalen Anbau in der Schweiz.

Bienenfreundlich

Die Blüten der Lupine sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch bei Wildbienen und Hummeln sehr beliebt. Sie blühen bis in den Hochsommer hinein und liefern besonders hochwertigen Pollen, der für die Brut wichtig ist.

Die Lupine ist beliebt bei Bienen.
Die Lupine ist beliebt bei Bienen.Bild: Shutterstock

Vielseitige Verwendung

Lupinen sind in der Küche sehr vielseitig einsetzbar:

  • Bohnen passen in Salate, Bowls oder Eintöpfe.
  • Oder können zu Patties, Geschnetzeltem, Wurstvarianten oder Aufstrichen verarbeitet werden.
  • Genau wie Sojabohnen lassen sich Lupinen zu Tofu und Tempeh verarbeiten.
  • Getrocknet, gebacken, frittiert oder eingelegt: Die Bohnen können auch einfach gesnackt werden.
  • Mit Lupinenmehl lassen sich Nudeln herstellen. Ausserdem kann ein Esslöffel Lupinenmehl mit Wasser ein Ei ersetzen – perfekt für Kuchen, Muffins oder Pfannkuchen.
  • Lupinenschrot eignet sich für vegetarische Bolognese oder gefülltes Gemüse
  • Geröstete Lupinen können zu einem kaffeeähnlichen Pulver verarbeitet werden – ganz ohne Koffein.

Herausforderungen

Seit den 1980er-Jahren schränkt die aggressive Pilzerkrankung Anthraknose den Anbau von Lupinen stark ein. Die Blaue Lupine hat damit kein Problem, so Miriam Kamp.

Die Weissen Lupine sei beispielsweise anfälliger für Krankheiten und auch ihr Alkaloid-Gehalt (Bitterstoffe) schwankt stark. Neue Züchtungen der Weisse Lupine seien aber sehr vielversprechend, da sie höhere Erträge liefern könnten – rund 3,5 Tonnen pro Hektar im Vergleich zu 2,5 Tonnen bei der Blauen Lupine. Doch diese seien erst in einigen Jahren auf dem Markt erhältlich.

Ein weiterer Punkt: Manche Menschen reagieren allergisch auf Lupinen. Besonders Personen mit einer Erdnuss-Allergie sollten vorsichtig sein, da es zu Kreuzallergien kommen kann. Deshalb müssen Lupinen in Lebensmitteln als Allergen gekennzeichnet werden. Menschen mit Soja-Allergie vertragen Lupinen dagegen oft problemlos, so die Lupinen-Fachfrau.

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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Waseli
30.12.2025 12:29registriert April 2019
Die Lupine ist in der Schweiz ein invasiver Neophyt und seit 2024 verboten anzubauen!
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Chluisi
30.12.2025 12:44registriert August 2024
Der Ausdruck "Superfood" sagt schon alles: Nichts als die kommerzielle Version des Diskurses über Ökologie und Gesundheit.Schlimmstes Beispiel die Blaubeeren, die in Peru alles zerstören.Superfood essen die Puritaner, die jeden Tag im Kraftraum sind, Proteinriegel essen, aber guten Wein wie den Teufel meiden.
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