Dschungelcamp-Wiedersehen: Jan Köppen konfrontiert Gil Ofarim
In der vergangenen Dschungelcamp-Staffel war Gil Ofarim das beherrschende Thema. Der 43-Jährige polarisierte mit seinen Aussagen zum Davidstern-Skandal. Zur Erinnerung: 2021 hatte er einem Mitarbeiter in einem Leipziger Hotel vorgeworfen, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Im November 2023 gab er dann zu, dass die Vorwürfe unwahr sind und verlas in einem Gerichtsprozess eine Erklärung, in der er sich entschuldigte.
Im Dschungelcamp liess Ofarim aber irritierende Aussagen fallen. Er sprach von einer Verschwiegenheitserklärung, die es nie gab, und erweckte mit Andeutungen den Eindruck, er habe vor Gericht nicht freiwillig gestanden. Dennoch wurde er am Ende zum Sieger gekürt.
Während und nach der Ausstrahlung musste sich nicht nur Ofarim, sondern auch RTL Kritik gefallen lassen. Der Produktion wurde vorgeworfen, den Sänger ins rechte Licht gerückt zu haben. Dass seine Aussagen unkommentiert geblieben sind, sorgte ebenfalls für Unmut. Die Wiedersehensshow nutzt Dschungelcamp-Moderator Jan Köppen nun aber für klare Worte an den umstrittenen Dschungelkönig.
Jan Köppen ärgert sich über sich selbst
«Jetzt rede ich ganz kurz über mich, weil ich gerne auch etwas sagen würde. Und das sage ich nur für mich, aus mir heraus. Weil ich natürlich auch viel über Dinge nachgedacht habe und mich darüber ärgere, dass ich Dinge, die du im Camp gesagt hast, [...] nicht richtiggestellt habe», so Köppen gegen Ende des «Nachspiels».
Damit meint er zum einen die nicht existente Verschwiegenheitserklärung. Zu diesem Thema erklärt Ofarim: «Es war falsch formuliert, das stimmt. Es ist keine Verschwiegenheitserklärung, es ist eine Unterlassung.» Es gebe allerdings eine Abmachung, die er unterschrieben habe. «Und da steht auch, dass man nicht darüber spricht, was verhandelt worden ist, warum es auch so gekommen ist und vor allem, wer was wem und wie viel zu überweisen hat.»
Auch mit der Behauptung, er sei freigesprochen worden, konfrontiert Köppen ihn – denn das ist ebenfalls nicht wahr. Ofarim erklärt, sich an dieser Stelle ebenfalls lediglich falsch ausgedrückt zu haben.
«Wolltest du Zweifel säen an dem, was da passiert ist?»
Schliesslich fragt Jan Köppen ganz direkt: «Wolltest du Zweifel säen an dem, was da passiert ist?» Davon will Ofarim aber nichts wissen. «Es war eine unglückliche Wortwahl, das gebe ich zu. Das habe ich nicht gemacht, um irgendetwas Falsches zu sagen», betont er und nennt Müdigkeit und Hunger als Grund für seine falschen Formulierungen. Er habe «nicht versucht, irgendetwas umzudrehen oder irgendetwas zu säen».
Als Köppen anmerkt, dass es allerdings so gewirkt habe, entschuldigt sich Ofarim. «Wenn es so wirkte, dann tut es mir leid. Ich habe sehr wenig gesagt und das tue ich weiterhin», so der Sänger.
Am Ende versucht Köppen dem Sänger klarzumachen, dass Öffentlichkeit auch Macht mit sich bringt und er mit seinen Äusserungen ebenfalls grosse Macht habe. Doch an diesem Punkt blockt Ofarim ab. «Ich habe an mir gearbeitet, ich war in der Klinik. Mein Leben ist ein komplett anderes, wie es früher war. Und dann habe ich zugesagt für diese Show. Und alles, worum es ging in dieser Show, war nur dieses eine Ding. Nicht eine Karriere, die ich seit 1995 habe, auf der Bühne stehe, unterwegs war, Filme gedreht habe, Konzerte gegeben habe», beschwert sich Ofarim. Er habe «mehr zu geben und mehr zu erzählen» als seinen Skandal. Daran wolle er auch nach seinem Dschungelcamp-Sieg wieder anknüpfen.

