Schule - Bildung
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La maitre d'ecole Veronique presente le Time-Timer a ses eleves de 3e primaire dans sa classe, lors de la rentree scolaire de l'ecole des Champs-Frechets, ce lundi 24 aout 2015 a Meyrin. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Manch ältere Flüchtlingskinder waren zuvor nie auf einer Schule, dass bereitet den Lehrerverbänden Sorgen.
Bild: KEYSTONE

Flüchtlinge in der Schweiz – Lehrer müssen sich auf neue Herausforderungen einstellen

Angesichts der Flüchtlingsströme in Europa hat der Bund die Kantone angehalten, sich auch hierzulande auf steigende Asylzahlen einzustellen. Die Thematik dürfte auch die Schulen beschäftigen. Der Berner Lehrerverband LEBE fordert nun Unterstützung bei der Integration.



Der Verband Lehrerinnen und Lehrer Bern (LEBE) bezog Ende September Position in dieser Frage, wie die «Berner Zeitung» in ihrer Samstagsausgabe berichtet.

In einem auf der Verbandshomepage aufgeschalteten Papier fordert LEBE, dass Kinder und Jugendliche vor der Integration in Regelklassen im Kanton Bern als erste Integrationsmassnahme flächendeckend in der deutschen Sprache unterrichtet werden müssen. Dafür brauche es genügend Ressourcen und entsprechende Strukturen.

Die Schule brauche Unterstützung von Fachpersonen, die sich um die Sozialisierung der Kinder und Jugendlichen kümmerten. Manche Flüchtlingskinder gingen noch nie zur Schule, andere haben traumatische Erlebnisse hinter sich und die wenigsten kennen die hiesige Kultur und die geltenden Regeln.

Gerade junge Lehrkräfte könnten von der Situation überfordert sein, hält LEBE im Positionspapier fest. Dazu komme, dass es sinnvolle Klassengrössen brauche, denn in grossen Klassenverbänden seien solche Integrationsvorhaben zum Scheitern verurteilt. Entsprechend müssten Ressourcen bereitgestellt werden, fordert der bernische Lehrerverband.

Unterstützung auf nationaler Ebene

Beat Zemp, Präsident des Lehrerdachverbands LCH, unterstützt die Position des Berner Verbandes vorbehaltlos, wie er auf Anfrage mitteilte.

Der LCH sei daran, zusammen mit der Westschweizer Lehrergewerkschaft SER eine gesamtschweizerische Position zu den Flüchtlingskindern zu erarbeiten. Dabei orientiere man sich an der Stellungnahme aus den 90er Jahren, in der sich die Erziehungsdirektorenkonferenz zur Einschulung aller Flüchtlingskinder aus dem Balkan bekannte.

Das Problem mit den jetzigen Migrationsströmen sei aber, dass vermehrt unbegleitete Teenager darunter seien, warnt Zemp. Diese seien viel schwieriger einzuschulen als Kinder in Flüchtlingsfamilien. Möglicherweise brauche es dafür separate Einschulungsklassen.

Gängige Praxis

Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver war am Samstag wegen Ferienabwesenheit nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Bisher handhabte es der Kanton Bern so, dass die Erziehungsdirektion bei Bedarf zusätzliche Lektionen für die Förderung von Sprache und Integration zur Verfügung stellt.

Für die Einschulung von Flüchtlingskindern sind die Gemeinden zuständig. Deutschunterricht als erste Integrationsmassnahme vor der Eingliederung von Flüchtlingskindern in die Regelklassen sei bereits seit vier bis fünf Jahren gängige Praxis, heisst es bei der Erziehungsdirektion.

Flüchtlingskinder haben in der Schweiz unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus das Recht und die Pflicht, die Volksschule zu besuchen.

Im Kanton Bern erfolgt die Einschulung von Kindern aus dem Asylbereich laut einem Merkblatt der Erziehungsdirektion in einen lokalen oder regionalen Intensivkurs Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder direkt in eine Regelklasse mit Unterstützung durch DaZ. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • dnsd 03.10.2015 22:08
    Highlight Highlight Einfach bitte zuerst die Lehrer Fragen ob Sie noch Kapazitäten für diese Zusatzaufgabe haben.
  • stadtzuercher 03.10.2015 15:13
    Highlight Highlight Da werden dann viele Befürworter der freien Zuwanderung schnell umschwenken, und ihre Kinder lieber auf private Schulen schicken, wo keine Ausländerkinder das Lerntempo bremsen. Sogar Bildungspolitkerin Aepplie (SP), die ihre Kinder lieber an Privatschulen schickte. Hier muss die Schweizer Bevölkerung schon aufpassen, dass sie nicht beschissen wird und am Ende in schlechten Volksschulen mit vielen Immigranten und ohne Geld dasteht, während die gutverdienende Elite ihre Kinder an Privatschulen ausbilden lässt.
    • Merida 03.10.2015 16:08
      Highlight Highlight Wenn die Unterstützung da ist und die Rahmenbedingungen stimmen (Daz etc.)
      kann die Integration in Regelklassen auch eine Chance sein. Wir haben gute Schulen und engagierte Lehrpersonen. Sie haben etwas mehr Vertrauen der Bevölkerung verdient!
    • koks 03.10.2015 22:05
      Highlight Highlight andle, genau. und als erstes streichen wir grad mal das budget für die volksschulen um 20%, weil die lehrerschaft ja erst unter prekären bedingungen zu höchstleistungen aufläuft.

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