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Schön, aber eine Umweltbelastung und brandgefährlich: 1. August-Feuerwerk in Basel. Bild: sda

Polizeibilanz der Bundesfeier: Drei Schwerverletzte und kleinere Brände

Bei Zwischenfällen mit Feuerwerkskörpern sind am diesjährigen Bundesfeiertag drei junge Männer schwer verletzt worden. Polizei und Feuerwehren mussten zudem landauf und landab wegen Ruhestörungen und kleineren Bränden mehrfach ausrücken.



Der schwerste Zwischenfall ereignete sich am Samstagabend in Alpthal im Kanton Schwyz. Zwei junge Männer verletzten sich schwer, als Böller bereits kurz nach dem Zünden explodierten. Die beiden 19-Jährigen wurden mit je einem Helikopter in zwei verschiedene Spitäler geflogen.

Feuerwerk ueber Adelboden, am Samstag, 1. August 2020 von der Engstligenalp aus gesehen. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Feuerwerk über Adelboden, am Samstag, 1. August 2020 von der Engstligenalp aus gesehen. Bild: keystone

Ebenfalls erhebliche Verletzungen durch Pyrotechnika erlitt bei Feierlichkeiten ein 22-jähriger Mann in Wiler im Berner Seeland. Er wurde schwer am Fuss verletzt und musste in Spitalpflege gebracht werden. Bereits am Freitagabend war es in der Stadt Bern bei der Meisterfeier des Fussballclubs BSC Young Boys zu einem Unfall mit Pyrotechnika gekommen. Ein YB-Fan wurde dabei schwer an der Hand verletzt.

Laut Angaben der Berner Polizei kam es am Bundesfeiertag zu einem weiteren Zwischenfall mit Knallkörpern in der Lenk im Berner Simmental. Ein Mann begab sich mit Verdacht auf ein Knalltrauma selbständig in ärztliche Kontrolle. Die Polizei nahm auch in diesem Fall Ermittlungen auf.

Kleinere Brände und Ruhestörungen

Rund um den 1. August gingen bei der Kantonspolizei Bern insgesamt rund 125 Meldungen ein. In etwa 50 Fällen ging es um Nacht- und Ruhestörungen. Etwa ein Dutzend Meldungen betrafen Sachbeschädigungen durch Feuerwerk und dadurch «gesprengte» Briefkästen.

Weiter gab es gut 50 Brandmeldungen. In den meisten Fällen brannten allerdings nur Abfalleimer oder Container. Heftiger war allerdings ein Vorfall in Neuenegg, wo ein Auto komplett ausbrannte. Die Polizei geht davon aus, dass das Fahrzeug durch Pyrotechnika Feuer gefangen hatte.

Ein traditionelles 1. August Hoehenfeuer brennt in den Abendhimmel am Stanserhorn  im Kanton Nidwalden am Samstag, 1. August 2020. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Ein traditionelles 1. August Höhenfeuer brennt in den Abendhimmel am Stanserhorn im Kanton Nidwalden am Samstag, 1. August 2020. Bild: keystone

Ausgebüxte Tiere eingefangen

Viel Arbeit im Zusammenhang mit dem 1. August hatte auch die Kantonspolizei St.Gallen. Sie musste rund 110 Mal wegen Ruhestörungen und allerlei Unfugs ausrücken, in den meisten Fällen wegen des Abbrennens von Feuerwerk oder Partys. Zudem mussten 14 ausgebüxte Hunde und zwei Pferde wieder heimgebracht werden.

Erwischt und festgenommen wurden in Buchs SG in der Nacht auf Samstag drei Jugendliche aus der Region und ein Erwachsener beim Versuch, in einen Container mit Feuerwerk einzubrechen. Bei den Befragungen ergaben sich Hinweise auf einen vierten Jugendlichen, der in Grabs SG aus einem Container Feuerwerk stahl.

Lediglich zu sechs kleineren Bränden kam es im Kanton Thurgau rund um die 1.-August-Feierlichkeiten. Verletzt wurde dabei niemand, wie die Polizei mitteilte. Die Feuer hätten durch Feuerwehren, Polizisten oder Betroffene selbst gelöscht werden können. Bei der Kantonalen Notrufzentrale gingen insgesamt 15 Meldungen wegen Bränden ein. In neun Fällen konnte die Polizei allerdings nach eigenen Angaben Entwarnung geben, weil es sich um 1.-August-Feuer handelte.

Auch die Feuerwehr und Sanität der Stadt Basel hatten am 1.-August-Wochenende laut eigenen Angaben alle Hände voll zu tun. Zu grösseren Zwischenfällen kam es aber glücklicherweise nicht. Die Berufsfeuerwehr bewältigte innert 48 Stunden bis am Sonntagmorgen 33 Einsätze. Die Sanität blickte im selben Zeitraum auf 193 Einsätze zurück. Gründe waren unter anderem übermässiger Alkoholkonsum sowie Hitze.

Im Kanton Basel-Landschaft musste die Feuerwehr rund um die Feiern zum 1. August insgesamt zwanzig Mal ausrücken. Mehrheitlich handelte es sich um kleinere Brände von Gebüschen, Böschungen, Wiesen und Stoppelfeldern. In zwei Fällen brannte ein Baum. Verletzt wurde auch hier niemand.

Der grösste Brand ereignete sich in der Nacht auf Samstag in Pratteln. Dort gerieten, wie die Polizei mitteilte, kurz nach 02.00 Uhr aus unbekannten Gründen rund achthundert Kubikmeter gestapelter Holzschnitt in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte eine Ausbreitung verhindern und die Flammen löschen.

Zugverkehr vorübergehend eingestellt

Im Basler Vorort Riehen geriet wegen eines Feuerwerkskörpers am Bundesfeiertag eine Böschung an einem Bahngeleise auf rund hundert Metern Länge in Brand. Ein Mann hatte zuvor mit seinem Sohn Böller gezündet. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mitteilte. Verletzt wurde niemand. Während den Löscharbeiten wurde der Zugverkehr zwischen Basel Badischer Bahnhof und Lörrach (D) vorübergehend eingestellt.

Im Kanton Schwyz mussten wegen der 1.-August-Feiern insgesamt neun Feuerwehren ausrücken. In Brunnen löschte die Feuerwehr Ingenbohl-Brunnen eine brennende Hecke und in Ibach gelang dämmten sie die Flammen eines brennenden Baumes ein.

Insgesamt gingen bei der Polizei rund 50 Anrufe im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten ein. In den meisten Fällen habe es sich um erlaubte 1.-August-Feuer gehandelt. Weitere Meldungen betrafen unter anderem Lärmimmissionen, Verdacht auf Unfug oder die Verwendung von Feuerwerkskörper. (sda/bal)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 02.08.2020 18:30
    Highlight Highlight Meine Bilanz: Eine völlig verängstigte und traumatisierte Katze: Mindestens zwölf Stunden in der hintersten Ecke unter dem Bett. Als Freigängerin steht sie jetzt an der Tür, getraut sich nicht nach draussen und knurrt, was sie nur zwei Mal im Jahr macht (2. August und 1. Januar). In ein paar Tagen wird sich ihr Puls-Schlag wieder einigermassen beruhigen und sie wird sich draussen wieder sicher fühlen. Diese Katze ist ein ganz intelligentes und empathisches Wesen. Da sie nicht versteht, warum man sie in der letzten Nacht mit der Knallerei völlig verängstigt hat, tut sie mir leid. Armes Tier. 😔
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 03.08.2020 04:36
      Highlight Highlight Und das Schlimmste ist, sie gewöhnen sich nie daran Unser Kater wird diese Jahr 18, er verkriecht sich noch immer in der hintersten Ecke unter dem Bett im Untergeschoss. Und das kleine Weibchen (14) in der Dusche auf dem selben Stock. Dauert immer ein bis zwei Tage, bis sie wieder rausgehen.

      F**k Feuerwerk
  • Notabik 02.08.2020 16:59
    Highlight Highlight Wann kommt endlich die Volksinitiative gegen diesen Feuerwerks Wahnsinn aufs politische Tapet? Wie viele Todesopfer will unsere humane Gesellschaft noch in Kauf nehmen? Hört die Freiheit des Einzelnen nicht dort auf, wo das Leiden des Volkes anfängt? Im Zusammenhang mit Sachbeschädigungen oder Unfällen ist immer von Jugendlichen, aber niemals von Heimatliebe die Rede. Zufall?
    • Tschowanni 02.08.2020 17:13
      Highlight Highlight Ja klar, noch ein Verbot mehr. Ist ja das allerweltsmitteo heutzutage. Komisch nur dass das Volk selbst danach bettelt nur weil es ihnen persönlich gegen den Strich geht. Merkt ihr noch was?
    • Wellenrit 02.08.2020 17:19
      Highlight Highlight Als erstes sei dir gesagt Feuerwerk wurde in den letzten Jahren stark reglementiert und begrenzt. Heutige Kinder und jugendliche kommen nicht mehr an so gefährliches Material wie ich zu meiner Kindheit! Das zweite ist wenn du es nicht erträgst das ein mal im Jahr an einem Abend Feuerwerk angezündet werden darf dann tut es mir für dich ziemlich leid. Dann solltest du eventuell einmal an deiner Toleranz etwas ändern!
    • Vecchia 02.08.2020 17:36
      Highlight Highlight "Heutige Kinder und jugendliche kommen nicht mehr an so gefährliches Material wie ich zu meiner Kindheit!"

      dafür weiss heute scheinbar niemand mehr, dass Holzfassaden, Heu und Stroh brennen...

      Mir taten die Wildtiere im Wald schon leid, aber absolut bireweich fand ich die Feuerwerkszeremonie auf der Strasse zwischen zwei Bauernhöfen mit Tieren und aktuell viel Heu und Stroh.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tschowanni 02.08.2020 16:56
    Highlight Highlight So wie es gestern geknallt hat haben viele noch genügend Geld
    • Lebenundlebenlassen 02.08.2020 17:25
      Highlight Highlight Ist doch schön wenn das Geld in der Schweiz ausgegeben wird 😉
    • Capsaicine 02.08.2020 17:43
      Highlight Highlight @andy: du weisst schon, dass das Zeugs meist auch China stammt??
    • Tschowanni 02.08.2020 17:50
      Highlight Highlight Genau wie das Teil auf dem du gerade deinen Kommentar geschrieben hast, ja.
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  • SGR 02.08.2020 16:49
    Highlight Highlight angrenzend an Weiden Feuerwerk zünden bis die Tiere in Dauerpanik permanent herummrennen.
    Die Bitte damit aufzuhören wurde mit hämischen Sprüchen und noch mehr Feuerwerk beantwortet !
    Elendige Tierquäler 😡
    Und der ganze Feuerwerksmüll interessiert euch natürlich auch nicht!
    Euch sollte man in einem Keller zwei Stunden lang Feuerwerk um die Ohren fliegen lassen !

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