DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bezirksgericht Brugg

Bezirksgericht Brugg AG Bild: k23video://10798687/4411f28495f23732bcc93b23ea230914

Aargauer Frauenschänder zu 8 Jahre Gefängnis verurteilt



Das Bezirksgericht Brugg AG hat einen 63-jährigen Schweizer wegen mehrfacher sexueller Nötigung und weiteren Delikten zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Der Mann hatte sieben Frauen betäubt, geschändet und dabei gefilmt.

Das Gericht folgte in seinem am Montag eröffneten Urteil weitgehend der Anklage, die elf Jahre Freiheitsentzug gefordert hatte. Schuldig gesprochen wurde der Elektroningenieur aus Hendschiken AG unter anderem wegen sexueller Nötigung in elf Fällen, Gefährdung des Lebens, wegen einfacher und schwerer versuchter Körperverletzung, Pornografie und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Frauen mit Rohypnol betäubt

Der Beschuldigte war immer wieder ähnlich vorgegangen. Auf einer Dating-Plattform kontaktierte er Frauen - vornehmlich Schwarzafrikanerinnen, die auf der Suche nach einer festen Beziehung oder einem Ehemann waren. Hatte er ihr Vertrauen gewonnen, bot er ihnen Geld an, damit sie eine Tablette oder ein Getränk mit dem Betäubungsmittel Rohypnol einnahmen.

An den sedierten Frauen nahm der Mann dann verschiedene sexuelle Handlungen vor. Laut der Staatsanwältin ging er dabei rücksichtslos und grausam vor. So brachte er den Frauen Stromkabel an den Brustwarzen an, malträtierte sie mit einer Vakuumpumpe an der Brust, bis sie vor Schmerz schrien und zwang sie zum Oralverkehr.

Es sei ihm darum gegangen «Dominanz» auszuleben und die Frauen durch die Sedierung «unterwürfig» zu machen, sagte der Beschuldigte. Er habe seine Sadomaso-Fantasien ausleben wollen. Das Ganze sei jedoch einvernehmlich gewesen. «Ich habe für alles bezahlt und bekommen, was ich wollte.»

Ein BH, der vor sexuellen Übergriffen schützt

Video: srf

Den Frauen hatte er so hohe Dosen Rohypnol verabreicht, dass sie sich anschliessend wegen mittelschweren oder schweren Bewusstseinsstörungen nicht mehr erinnern konnten, was er mit ihnen angestellt hatte. Die Wirkung des Betäubungsmittels hatte er ihnen verschwiegen oder auf Nachfrage heruntergespielt. Die Opfer sagten später in der Einvernahme übereinstimmend aus, dass sie sich nicht auf solche Sexspiele eingelassen hätten.

Die Übergriffe flogen im März 2014 auf. Nach einem Wasserschaden in einer Lagerhalle in Hausen AG entdeckte die Feuerwehr eine Indoor-Hanfanlage, die vom Beschuldigten betrieben wurde. Später fand die Polizei Videoaufnahmen, auf denen der Mann sechs der sieben sexuellen Übergriffe in den Jahren 2010 bis 2013 dokumentiert hatte.

Gemäss Anklage besass der Beschuldigte überdies 48 Dateien mit Kinderpornografie und 15 mit Tierpornografie. Zudem hatte er Aufnahmen aus dem Internet heruntergeladen mit Darstellungen von Frauen, die gequält und erniedrigt werden.

Keine Reue

Während des zweitägigen Prozesses in der vergangenen Woche zeigte der 63-Jährige keinerlei Reue. Zutiefst bereue er nur, dass er die Videos gemacht habe, sagte er in seinem Schlusswort. «Ohne Video wären wir nicht hier. Es wäre niemandem etwas passiert. Ich hätte meinen Spass gehabt und die Frauen ihr Geld.»

Sein Verteidiger plädierte auf 18 Monate Freiheitsentzug. Was auf den Videos zu sehen sei, sei nicht mehr und nicht weniger als BDSM-Sex, wie er in einschlägigen Etablissements angeboten werde. Dass die Frauen gefleht hätten aufzuhören, gehöre zum Spiel. Bei dieser Art Sex sei Geld das einzige Kriterium, wie weit es gehen soll.

Sein Mandant sei deshalb einzig wegen der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und einigen andern Nebenpunkten zu verurteilen. Freizusprechen sei er jedoch insbesondere von den Vorwürfen der sexuellen Nötigung, der Gefährdung des Lebens und der Körperverletzung. (sda)

Aktuelle Polizeibilder

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Crash mit Reh: Autofahrerin (65) stirbt nach Unfall auf der A1 im Aargau

Tödlicher Unfall auf der A1 im Aargau: Eine Autofahrerin fuhr gestern Nachmittag auf der Autobahn in ein Reh, das sich auf die Autobahn verirrt hatte. Dabei zog sie sich schwere Verletzungen zu, denen sie später im Spital erlag.

Die 65-jährige Genferin fuhr am Mittwochnachmittag auf der A1 in Fahrtrichtung Bern auf der Überholspur, wo es zum fatalen Unfall kam. Gemäss Angaben der Kantonspolizei Aargau hatte das Reh die Windschutzscheibe des BMW durchschlagen. Das Reh war tot, die Lenkerin …

Artikel lesen
Link zum Artikel