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Bezirksgericht Brugg

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Aargauer Frauenschänder zu 8 Jahre Gefängnis verurteilt



Das Bezirksgericht Brugg AG hat einen 63-jährigen Schweizer wegen mehrfacher sexueller Nötigung und weiteren Delikten zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Der Mann hatte sieben Frauen betäubt, geschändet und dabei gefilmt.

Das Gericht folgte in seinem am Montag eröffneten Urteil weitgehend der Anklage, die elf Jahre Freiheitsentzug gefordert hatte. Schuldig gesprochen wurde der Elektroningenieur aus Hendschiken AG unter anderem wegen sexueller Nötigung in elf Fällen, Gefährdung des Lebens, wegen einfacher und schwerer versuchter Körperverletzung, Pornografie und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Frauen mit Rohypnol betäubt

Der Beschuldigte war immer wieder ähnlich vorgegangen. Auf einer Dating-Plattform kontaktierte er Frauen - vornehmlich Schwarzafrikanerinnen, die auf der Suche nach einer festen Beziehung oder einem Ehemann waren. Hatte er ihr Vertrauen gewonnen, bot er ihnen Geld an, damit sie eine Tablette oder ein Getränk mit dem Betäubungsmittel Rohypnol einnahmen.

An den sedierten Frauen nahm der Mann dann verschiedene sexuelle Handlungen vor. Laut der Staatsanwältin ging er dabei rücksichtslos und grausam vor. So brachte er den Frauen Stromkabel an den Brustwarzen an, malträtierte sie mit einer Vakuumpumpe an der Brust, bis sie vor Schmerz schrien und zwang sie zum Oralverkehr.

Es sei ihm darum gegangen «Dominanz» auszuleben und die Frauen durch die Sedierung «unterwürfig» zu machen, sagte der Beschuldigte. Er habe seine Sadomaso-Fantasien ausleben wollen. Das Ganze sei jedoch einvernehmlich gewesen. «Ich habe für alles bezahlt und bekommen, was ich wollte.»

Ein BH, der vor sexuellen Übergriffen schützt

Video: srf

Den Frauen hatte er so hohe Dosen Rohypnol verabreicht, dass sie sich anschliessend wegen mittelschweren oder schweren Bewusstseinsstörungen nicht mehr erinnern konnten, was er mit ihnen angestellt hatte. Die Wirkung des Betäubungsmittels hatte er ihnen verschwiegen oder auf Nachfrage heruntergespielt. Die Opfer sagten später in der Einvernahme übereinstimmend aus, dass sie sich nicht auf solche Sexspiele eingelassen hätten.

Die Übergriffe flogen im März 2014 auf. Nach einem Wasserschaden in einer Lagerhalle in Hausen AG entdeckte die Feuerwehr eine Indoor-Hanfanlage, die vom Beschuldigten betrieben wurde. Später fand die Polizei Videoaufnahmen, auf denen der Mann sechs der sieben sexuellen Übergriffe in den Jahren 2010 bis 2013 dokumentiert hatte.

Gemäss Anklage besass der Beschuldigte überdies 48 Dateien mit Kinderpornografie und 15 mit Tierpornografie. Zudem hatte er Aufnahmen aus dem Internet heruntergeladen mit Darstellungen von Frauen, die gequält und erniedrigt werden.

Keine Reue

Während des zweitägigen Prozesses in der vergangenen Woche zeigte der 63-Jährige keinerlei Reue. Zutiefst bereue er nur, dass er die Videos gemacht habe, sagte er in seinem Schlusswort. «Ohne Video wären wir nicht hier. Es wäre niemandem etwas passiert. Ich hätte meinen Spass gehabt und die Frauen ihr Geld.»

Sein Verteidiger plädierte auf 18 Monate Freiheitsentzug. Was auf den Videos zu sehen sei, sei nicht mehr und nicht weniger als BDSM-Sex, wie er in einschlägigen Etablissements angeboten werde. Dass die Frauen gefleht hätten aufzuhören, gehöre zum Spiel. Bei dieser Art Sex sei Geld das einzige Kriterium, wie weit es gehen soll.

Sein Mandant sei deshalb einzig wegen der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und einigen andern Nebenpunkten zu verurteilen. Freizusprechen sei er jedoch insbesondere von den Vorwürfen der sexuellen Nötigung, der Gefährdung des Lebens und der Körperverletzung. (sda)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toto 28.08.2017 19:34
    Highlight Highlight Gleichzeitig ist in Indien ein Guru für Vergewaltigung von 2 Frauen zu 20 Jahren verurteilt worden.....
  • Frausowieso 28.08.2017 14:37
    Highlight Highlight Ich frage mich woher er diese Medikamente hatte. Es ist ja davon auszugehen, dass man sich das nicht in der Apotheke besorgen kann. Wenn er sie illegal bezogen hat, konnte er nie sicher sein, was er den Frauen genau verabreicht. Er hat ihr Leben riskiert. Ich hoffe, dass wirklich alle überlebt haben und nicht irgendwann noch verstorbene Opfer auftauchen.
  • Calvin Whatison 28.08.2017 13:55
    Highlight Highlight Viel zu Milde für diesen Grüsel 😡😡😡
    • Pinhead 28.08.2017 16:06
      Highlight Highlight Finde ich auch. Und kommt sicher nach vier Jahren wegen guter Führung raus.
  • New Ling 28.08.2017 13:41
    Highlight Highlight Warum musste er die Frauen mit Rohypnol betäuben, wenn diese Sex-Praktiken einvernehmlich waren??? BDSM kann ja von mir aus mit Frauen praktiziert werden, die das wirklich wollen, die soll es ja anscheinend geben, aber dafür gibt es ganz klare Regeln. Und die wollte er ja ganz offensichtlich umgehen!!! 8 Jahre aus meiner Sicht zu wenig!!
  • ChlyklassSFI 28.08.2017 13:15
    Highlight Highlight "Dass die Frauen gefleht hätten aufzuhören, gehöre zum Spiel. Bei dieser Art Sex sei Geld das einzige Kriterium, wie weit es gehen soll."
    Ich habe nicht viel BDSM-Erfahrung, aber es gibt doch sicher ein Zeichen/Wort, dass den Partner zum unmittelbaren Halt auffordert.
    • poga 28.08.2017 15:12
      Highlight Highlight Du hast das falsch verstanden. Wenn du eine Frau vergewaltigst, musst du ihr danach nur genug Geld zustecken, dann ist das in Ordnung. Zum Glück sind wir hier progressiv genug, dass wir nachher nicht heiraten müssen. UnglaublichmieserCisSarkassmus off.
  • derEchteElch 28.08.2017 13:12
    Highlight Highlight 8 Jahre..
    Wow!
    1 Jahr, 1 Monat, 21 Tage pro Person..

    Wow!

    Ich bin schockiert 😱 Schockiert von der Unfähigkeit des Gerichts, hohe Strafen auszusprechen! Jeder Autofahrer erhält höhere Strafen!

    Kuscheljustiz, Kuschelpolitik.
    Ich glaub, es braucht eine Volksinitiative für massiv härtere Strafen und die pers. Verantwortung von Richtern, wenn solche Straftäter vorgängig entlassen werden und wieder der Gesellschaft schaden. 😡😡
    • ChlyklassSFI 28.08.2017 14:49
      Highlight Highlight Persönliche Verantwortung an Richter zu übertragen ist eine üble Idee.
    • LaPaillade #BringBackHansi 28.08.2017 16:19
      Highlight Highlight Wie die USA uns ja lehren sind härtere Strafen nicht wirklich das richtige Abschreckungsmittel um Straftaten vorzubeugen.
    • El Vals del Obrero 28.08.2017 16:26
      Highlight Highlight Habe noch nie gehört, dass ein Autofahrer wegen eines Verkehrsdelikt mehr als 8 Jahre ins Gefängniss musste.
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