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Lesbisches Paar aus Bar geworfen: Video zeigt, was wirklich passiert ist

Video: watson

Lesbisches Paar aus Bar geworfen – Video zeigt, was wirklich passiert ist

Angestellte haben ein lesbisches Paar aus einer Bar in Baden geworfen. Nun zeigen Videoaufnahmen, was am Sonntagnachmittag wirklich passiert ist.
02.02.2023, 15:1802.02.2023, 16:37
Corsin Manser
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Die Vorwürfe, die Mehmet Korkmaz einem lesbischen Pärchen macht, haben es in sich. «Sie haben Bewegungen gemacht, fast wie beim Sex», erzählt der Inhaber des «Rail One» am Montag im Gespräch mit watson. Tags zuvor schmissen seine Angestellten zwei junge Frauen aus seinem Lokal. Diese berichteten danach auf Instagram über den Vorfall.

Die beiden jungen Frauen werfen der Bar Diskriminierung vor. Sie seien nur des Lokales verwiesen worden, weil sie lesbisch seien, sagen sie gegenüber watson. Die Angestellten hätten ihnen das auch so mitgeteilt. Sie hätten sich völlig normal verhalten. «Wir haben nur Händchen gehalten und uns ab und zu geküsst.» Nach dem Rauswurf gingen sie deshalb zur Polizei und erstatteten Anzeige.

Korkmaz, der Wirt des Lokals, erzählt jedoch eine ganz andere Geschichte. Die Frauen seien unanständig gewesen und deshalb rausgeflogen. «Mich interessiert nicht, ob sie Lesben sind. Auch eine Frau und ein Mann können hier nicht vor allen Augen Liebe machen.»

Aussage gegen Aussage. Wessen Version der Ereignisse stimmt, war Montagabend schwer zu beurteilen. Doch jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen. Korkmaz hat watson Aufnahmen der Überwachungskamera zugestellt.

Die Videoaufnahmen

Darin ist zu sehen, wie die beiden Frauen das Lokal betreten und zunächst ganz normal bedient werden. Nach einer Weile kommt eine Service-Angestellte auf die beiden zu, worauf eine Diskussion entsteht. Im letzten Ausschnitt befindet sich eine der beiden Frauen an der Bar und schüttet ein Bier aus. Sexuelle Handlungen sind nicht zu sehen.

Korkmaz schreibt watson: «Man sieht, wie aggressiv die Frauen sind.» Man habe sie zunächst ganz normal bedient. Danach seien sie aber sehr laut gewesen. Auch hätten sie sich unanständig verhalten. «Sehen Sie, wie sie liegt?», fragt Korkmaz.

Überwachungsvideo zeigt, was im «Rail One» wirklich passierte

Video: watson

Sowohl der Gastgeber des «Rail One» als auch die beiden Frauen, Teja Mucnjak und Sabrina Burger, sind damit einverstanden, wenn watson die Aufnahmen veröffentlicht. Ob die beiden Frauen, wie von Korkmaz behauptet, sehr laut gewesen seien, ist nicht zu überprüfen. Die Aufnahmen haben keinen Ton. Mucnjak sagt dazu aber: «Wir waren die einzigen, die zu zweit da waren, wahrscheinlich hat man unser Lachen schon gehört.»

Mucnjak und Burger sehen durch die Aufnahmen ihre Version der Geschichte bestätigt. Gegenüber watson meint Mucnjak: «Man sieht zwar, dass wir ein Pärchen sind. Aber wir haben nicht wild rumgeknutscht. Seine Aussage, dass wir fast Sex gehabt hätten, ist damit widerlegt. Das war einfach nicht der Fall.»

Was denkst du? War der Rauswurf gerechtfertigt?

Und das ausgeschüttete Bierglas? «Das war natürlich nicht in Ordnung», sagt Mucnjak. Aber das sei passiert, nachdem die Angestellte sie des Lokales verwiesen habe. «Das hat eine grosse Wut in mir ausgelöst. Vor allem, weil sie uns direkt gesagt hat, dass der Grund des Rauswurfs unsere sexuelle Neigung sei und der Chef das nicht dulde.» So etwas habe sie noch nie erlebt.

Das sagten die beiden Frauen nach dem Vorfall auf Instagram:

Video: instagram/teja.miss
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454 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FreddyKruger
02.02.2023 15:45registriert Juli 2021
Ich verstehe nicht wirklich, warum Herr Korkmaz mit diesen Bildern zu den Medien geht. Ich denke nicht, dass sie ihm einen grossen Nutzen bringen werden in dieser Sache. Eher im Gegenteil.
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Biene_Maja
02.02.2023 15:31registriert Oktober 2017
Ok, also ich find‘s nicht schlimm. Die haben ja mehr an ihren Handys rumgefummelt als aneinander🙃
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Melanie Melinski
02.02.2023 21:39registriert Juli 2014
Der Wirt so:" Wir haben doch auch Kinder in der Bar zu Gast!" Es denke doch einer Mal an die Kinder!"

Alle in der Bar so: Kettenrauchen. Noprob.

Lieber ein kleines Lungenkarzinom als eine Lesbe! Safe the children!
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