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Gesundheit

Schwule sollen einfacher Blutspenden können

Schwule Menschen sollen einfacher Blut spenden können: Diese Varianten werden diskutiert

05.12.2022, 10:1705.12.2022, 13:17

Schwule und bisexuelle Männer sollen einfacher Blut spenden können. Blutspende SRK Schweiz hat dazu zwei Vorschläge zuhanden des Heilmittelinstituts Swissmedic erarbeitet; eines sieht die vollständige Gleichstellung gegenüber heterosexuellen Personen vor.

Blutspenden Blutspende
Sind homosexuelle Männer bei der Blutspende bald gleichgestellt? (Symbolbild)Bild: shutterstock.com

Das zweite Szenario sieht eine Rückweisung von Männern vor, wenn sie innerhalb der letzten vier Monate gleichgeschlechtlichen Sexualkontakt hatten, wie Blutspende SRK Schweiz am Montag mitteilte. Aktuell sind Männer nur zur Blutspende zugelassen, wenn sie in den letzten zwölf Monaten keinen Sex mit Männern hatten.

Das Szenario, das von Blutspende Schweiz laut Mitteilung bevorzugt wird, besteht aus einer Gleichstellung. Es sieht eine Rückweisung nur vor, wenn eine Person in den letzten vier Monaten vor der Spende Sex mit einer neuen Person oder in den letzten zwölf Monaten Sex mit mehr als zwei Personen hatte. Dasselbe gelte auch für heterosexuelle Menschen.

Diskriminierung schwuler Männer abbauen

Mit den neuen Richtlinien will Blutspende SRK Schweiz einerseits die Diskriminierung schwuler Männer abbauen, andererseits der gesundheitlichen Entwicklung Rechnung tragen. So sei dank vermehrter HIV-Tests von Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, die Anzahl nicht diagnostizierter HIV-Infektionen rückläufig. Erfahrungen in verschiedenen westlichen Ländern nach den Lockerungen der MSM-Spendekriterien gemäss den beiden vorgeschlagenen Szenarien zeigten zudem weiterhin niedrige Übertragungsrisiken.

Ob es zu einer Lockerung der Richtlinien kommt, entscheidet die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte Swissmedic. Blutspende SRK Schweiz hat laut Mitteilung Swissmedic am Montag die Ergebnisse der Evaluation der beiden Szenarien zur Beurteilung von deren Zulässigkeit vorgelegt.

Bis 2017 waren Männer, die Sex mit Männern haben, vollständig von der Blutspende ausgeschlossen. Die Gay-Organisationen Pink Cross und Network sowie die Aids-Hilfe Schweiz begrüssten am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung einen weiteren Abbau der Blutspende-Hürden für MSM. Die Organisationen sprechen sich darin deutlich für die Variante mit der absoluten Gleichstellung aus. Auch die Vorgabe einer viermonatigen Enthaltsamkeit wäre eine «unnötige Diskriminierung», heisst es in der Mitteilung.

(sda)

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