Schweiz
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Zwiespältiger Werbespot: Juso wirbt mit Afrikanerin für Spekulationsstopp-Initiative



Die Spekulationsstopp-Initiative hat einen schweren Stand: Die Umfragen verheissen dem Volksbegehren der Jungsozialisten (Juso) eine fast sichere Niederlage am 28. Februar. Im Schlussspurt setzen die Initianten auf Unterstützung aus Afrika. In einem Video lassen sie Germaine Yé zu Wort kommen, eine 44-jährige Inhaberin eines Coiffeursalons in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso.

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Germaine Yé wirbt für ein Ja am 28. Februar.
YouTube/Spekulationsstopp Initiative

Jeden Tag stelle sie auf dem Markt fest, dass die Preise für Lebensmittel wieder gestiegen seien, klagt Germaine Yé. Sie könne deshalb kaum mehr richtig für ihre vier Kinder sorgen. Verantwortlich dafür macht sie die Spekulation mit Nahrungsmitteln. «Ich habe gehört, dass es in der Schweiz Leute gibt, die das stoppen können», sagt sie und appelliert damit indirekt an die Stimmberechtigten, die Spekulationsstopp-Initiative anzunehmen.

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Produziert wurde das Video vom Hilfswerk Solidar Suisse. «Die Spekulation mit Nahrungsmitteln hat die Essenspreise in Burkina Faso in die Höhe getrieben», lässt sich Iwan Schauwecker von Solidar Suisse in einer Medienmitteilung zitieren. Nicht erwähnt werden andere mögliche Ursachen für das teure Essen: der Klimawandel oder Korruption und Misswirtschaft.

«Beitrag zur Lösung des Problems»

Die Gegner der Initiative verweisen auf fehlende Lagerkapazitäten in Burkina Faso. Vor allem aber fragt sich der Betrachter, ob sich Germaine Yé nicht falsche Hoffnungen macht. Die Spekulation mit Nahrungsmitteln ist ein globales Phänomen und findet an den Börsen in Chicago oder London statt. Eine Abstimmung in der Schweiz wird das Business nicht zum Erliegen bringen.

«Die Initiative kann den Welthunger nicht auf einen Schlag beenden», räumt Kampagnenleiter Oliver Heimgartner ein. Die Schweiz könne aber einen Beitrag leisten zur Lösung des Problems. Heimgartner verweist auf die geplanten Regulierungen in den USA und der EU. Ein Ja zur Initiative werde verhindern, «dass dieses Geschäft in die Schweiz ausweicht».

Fader Nachgeschmack

Allerdings wollen die besagten Regulierungen nur die Auswüchse eindämmen und nicht die Spekulation an sich verbieten. Es ist zweifelhaft, dass die Preise auf den Märkten in Ouagadougou nach einem Ja am 28. Februar sinken werden. Vielmehr hinterlässt das Video einen faden Nachgeschmack. Nach dem Flop mit der antisemitischen Karikatur weckt die Juso erneut Erinnerungen an ein altes rassistisches Stereotyp: das «nickende Negerli», mit dem einst für die armen Kinder in Afrika gesammelt wurde. (pbl)

Findest du die Spekulation mit Nahrungsmitteln gut?

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84
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    Alle Leser-Kommentare
  • saukaibli 19.02.2016 15:49
    Highlight Highlight Schade nur, dass diese Initiative von der JuSo lanciert wurde. Viele Idioten in diesem Land lehnen sie allein aus diesem Grund ab, ohne sich überhaupt darüber Gedanken zu machen. Auch wenn die Initiative schlussendlich nicht viel bringen wird für die Betroffenen, geht es darum ein Zeichen zu setzen. Wenn man bedenkt wie viele Wähler beknackte, sinnlose Initiativen wie das Minarettverbot angenommen haben "um ein Zeichen zu setzen".
  • Dando 19.02.2016 13:56
    Highlight Highlight Es ist traurig, dass wir hier wirklich mit Menschenleben spielen und den meisten dazu nur irgendwelche rassistischen Witze einfallen... Die Tatsache, dass einer Gesellschaft solch ein rassistischer Stereotyp als erstes bei einem Tatsachenbericht einfällt, ist einfach traurig. Hier wird ein Spass aus Welthunger gemacht und so viele finden das auch noch lustig.

    Mit Essen spielt man nicht!
  • Andreas19 18.02.2016 22:21
    Highlight Highlight Ich liebe diese Zeitung! Ich liebe sie einfach da sie sowohl gegen die Rechten wie auch die Linken Basht :D weiter so
    • _PP_ 19.02.2016 10:19
      Highlight Highlight Zeitungen sollten nicht bashen, sondern ernsthaften Journalismus betreiben. Fürs Bashing ist die Satire zuständig...
    • Dando 19.02.2016 14:14
      Highlight Highlight @_PP_ Ich muss dir zustimmen und bin auch klarer Befürworter der Initiative. Trotzdem denke ich das watson hier keine Satire und auch kein "bashing" betreiben will sondern lediglich zu objektiven Diskussionen anregen will :)
  • kliby 18.02.2016 21:43
    Highlight Highlight gut tut jemand was gegen diese spekulation.
    auch wenn das nicht allen aktionären und medien in der schweiz gefällt.
  • Serjena 18.02.2016 21:12
    Highlight Highlight Es wird schwierig sein hier richtig zu entscheiden.
    Vor nicht langer Zeit las ich das Buch von
    Martín Caparró Der Hunger
    Darum möchte ich gerne nur ein einziges Zitat hier präsentieren "An der Chicagoer Börse wird heute jährlich fünfzigmal mehr Weizen gehandelt, als tatsächlich produziert wird. Noch mal: Jedes Weizenkorn der Welt wird hier fünfzigmal ge-und verkauft-genaugenommen wird es weder ge-noch verkauft, sondern die Transaktionen werden nur simuliert. Anders ausgedrückt: Die Spekulation mit Weizen bewegt fünfzigmal mehr Geld als die reale Weizenproduktion."
  • URSS 18.02.2016 20:14
    Highlight Highlight Die Preise werden nicht teurer weil spekuliert wird( natürlich auch) aber das Problem ist die grassierende Korruption ...
  • The Host 18.02.2016 19:13
    Highlight Highlight Wer hier ein "nickendes Negerli" sieht, hat solche Bilder wohl selbst bereits sehr verinnerlicht. Ich finde die Frau im Video authentisch und ganz normal.
  • atomschlaf 18.02.2016 18:00
    Highlight Highlight Junge, Junge, ist ja eindrücklich, wie hier die JuSo-Kampfschreiberinnen und -schreiber eingefallen sind und die Diskussion mit den immergleichen Propagandaphrasen eindecken.
    Da ist ja die SVP ein Kindergarten dagegen... LOL
    • Amadeus 18.02.2016 18:30
      Highlight Highlight @Atomschlaf
      Ich bin weder von der JUSO noch habe ich SP/JUSO gewählt. Ich bin für die Initiative, weil sie meiner Meinung nach ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist.

    • atomschlaf 18.02.2016 20:01
      Highlight Highlight @mamina: Ich zweifle ja nicht an den Aussagen dieser Frau.
      Bloss würde die unsinnige JuSo-Initiative ihre Situation nicht verbessern.
      Ich stimme doch nicht einer Initiative zu, die im Ausland niemandem nützt und im Inland nur wirtschaftlichen Schaden anrichtet.
  • Matthiah Süppi 18.02.2016 17:49
    Highlight Highlight Einen faden Nachgeschmack hat eher dieser Artikel, wegen dem Vergleich mit dem "nickenden Negerlein".
    • The Host 18.02.2016 19:14
      Highlight Highlight Aber sowas von!
  • Max Heiri 18.02.2016 17:10
    Highlight Highlight Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Variable Spekulation die Lebensmittel erhöht. Leute, die hier ja stimmen, machen dies aus idealistischen Gründen, welche zwar gut gemeint sind, aber niemandem was nützen.
    • _PP_ 18.02.2016 17:43
      Highlight Highlight Die Mehrheit der Fachwelt ist sich einig, dass die Spekulation die Preisvolatilität erhöht. Aber ja, es gibt ja heute auch immer noch Leute, die den Klimawandel leugnen, nur weil er nicht in ihr Weltbild passt.

      Hier findest du 100 weiterführende Links zu Studien von WissenschaftlerInnen, AnalystInnen und öffentlichen Institutionen, welche die negative Wirkung von Nahrungsmittelspekulation beweisen.

      http://www2.weed-online.org/uploads/evidence_on_impact_of_commodity_speculation.pdf
    • _PP_ 18.02.2016 21:23
      Highlight Highlight Ja der Produzent kann mehr kassieren. Die arme Bevölkerung kann sich aber das Essen nicht mehr leisten, wenn der Preis schwankt. Auch wenn der Preis nur kurzfristig nach oben schiesst, betrifft das Millionen von Menschen (eine Preiszunahme von nur 0.5% treibt weitere 8 Millionen Menschen zusätzlich in die Hungerarmut). Diese Preisinstabilität tötet Leute. Und die Spekulation tut ihren Anteil daran.
    • _PP_ 19.02.2016 10:23
      Highlight Highlight Die Produktion erhöht sich nicht so einfach im nächsten Zyklus, du vergisst, dass das nicht in einem modernen Staat passiert, wo Investitionen möglich sind. Die Bäuer_innen können kaum investieren, die Infrastruktur ist miserabel und die Technik noch schlechter. Und da gibt es noch andere Faktoren, die die Produktion beeinflussen wie z.B. Dürreperioden etc. welche es nicht einfach so erlauben, dass die Produktion sich erhöht.

      Deshalb haben wir netto gesehen bei einer erhöhten Volatilität mehr Tote als sonst was. Deshalb gehört die Spekulation verboten!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 18.02.2016 16:04
    Highlight Highlight Warum hat die Frau vier Kinder? Wo ist der Vater? Leistet er einen Beitrag?

    Die Bevölkerung von Afrika ist innerhalb von 100 Jahren von 100mio auf 1.13mia gewachsen. Gehts so weiter sind es in 100 Jahren 12mia.
    • guergelmue 18.02.2016 16:16
      Highlight Highlight Der dritte Satz erklärt schon, wo der Vater der Kinder ist. Die Dame ist nämlich Witwe.
    • Tobias Geisler 18.02.2016 16:20
      Highlight Highlight Was genau willst du damit aussagen? Und auf welche Weise ist dies relevant für die Initiative?
    • Chlinae_Tigaer 18.02.2016 18:33
      Highlight Highlight @T.G

      Es ist dahergehend relevant das man als Familie hier in der Schweiz mit einem normalen Einkommen und vier Kindern auch Probleme hätte für alle zu sorgen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nay 18.02.2016 16:03
    Highlight Highlight Der Vergleich mit dem "nickenden Negerli" ist derart deplaziert und bringt Watson auf ein journalistisches Niveau, welches unter dem Untergrung von 20Minuten liegt.
    Watson, ein ansonsten sehr gutes Newsportal, bewegt mich gerade ernsthaft dazu, meinen Watson-Konsum massiv überdenken zu müssen.
    • Peter 18.02.2016 16:19
      Highlight Highlight Man sollte bei den Menschen in Burkina Faso vielleicht nicht die Hoffnung wecken, mit einem Ja des Schweizer Stimmvolks zu dieser Initiative gehe es ihnen besser. Das hat einen stark paternalistischen Beigeschmack, eben im Stil des "nickenden Negerli".
    • Marmot 18.02.2016 16:27
      Highlight Highlight @Peter Als würden die Menschen in Burkina Faso aufgrund einer Initiative der Schweiz hoffen.
      Das zu behaupten hat einen stark paternalistischen Beigeschmack, im Stil des "dummen Negerli". Ausserdem wird sich dieses Video sowieso niemand aus Burkina Faso anschauen.

      Ich finde es überdies höchst fragwürdig, unter dem Deckmantel der Empörung seine persönliche Meinung zu einer Initiative zu verbreiten, überdies noch ohne das Ganze als Kommentar zu kennzeichnen.
    • nay 18.02.2016 16:28
      Highlight Highlight Es geht aber auch um Zeichensetzung. Oder ist Nahrungsmittelspekulation etwa fair und gut? Soll man gegen nichts kämpfen, nur weil es vielleicht nicht gerade die ganze Welt ändert? Global denken, lokal handeln - schon mal gehört?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eustace Tilley 18.02.2016 16:01
    Highlight Highlight Ich habe nie behauptet, dass der ganze Derivathandel verboten würde, falls die Initiative angenommen werden würde. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass viele Menschen, die an Hunger leiden nicht wegen iregendwelchen Spekulanten an Hunger leiden, weil sie Nahrungsmittel essen, mit denen nicht spekuliert wird und genau dies ein Problem ist. Leider bin ich anscheinend nicht damit durchgedrungen, wenn immer wieder mantraartig vorgebetet wird, dass die Spekulation in den USA oder GB die Leute in den Hunger treibt.
  • Simeon Marty 18.02.2016 15:06
    Highlight Highlight Komische Schlussfolgerungen des Journis. Ich finds auf jeden Fall sackstark, dass sich Betroffene zu Wort melden. Das perverse an der Spekulation mit Nahrungsmitteln ist ja genau, dass sie die Ärmsten am härtesten trifft, während sie höchstens ein paar Bankstern nützt. Mein Ja zu dieser Initiative ist sicher!
  • Florian Sieber 18.02.2016 15:02
    Highlight Highlight Wer anhand einer Frau aus Burkina Faso, die sich zu einem politischen Thema äussert, automatisch ans "nickende Negerli" denkt, sollte vllt seine eigenen Stereotypen mal einer genaueren Prüfung unterziehen...
  • Eustace Tilley 18.02.2016 14:50
    Highlight Highlight Es mag sein, dass die Spekulation einen preistreibenden Effekt haben kann. Dass es aber wichtig ist, dass sich Bauern, Müller etc. über Derivate an Börsen absichern können, ist unbestritten. So wird auch zu Nahrungssicherheit beigetragen. Das Problem vieler hungernder Menschen ist aber nicht die Spekulatuon. Sie werden kaum Weizen aus den USA essen, sondern Maniok, Yams, Hirse, Reis. Alles Produkte mit denen nicht spekuliert wird und keine Absicherungsgeschafte mittles Derivaten möglich sind. Zur Bekämpfung des Hungers sollten regionale Börsen geschaffen werden, die dies ermöglichen.
    • Joey Madulaina 18.02.2016 15:08
      Highlight Highlight Die Preisabsicherung ist explizit erlaubt und somit nicht von dieser Initiative betroffen, lediglich rein spekulative Geschäfte werden verboten. Da die Spekulation zu Preisblasen und kurzfristig krassen Preisanstiegen führen kann betrifft das sehr wohl Menschen, besonders jene, die einen Grossteil ihres Einkommens für Essen ausgeben. Deshalb ist die Initiative ein wichtiger Schritt, auch wenn sie das Hunger-Problem nicht löst.
    • _PP_ 18.02.2016 15:20
      Highlight Highlight Die Preisabsicherung (Hedging) ist von der Initiative ausgenommen und wird nicht verboten! Nur die Spekulation wird verboten und diese hat einen preistreibenden Einfluss. Wie gross dieser Einfluss ist, spielt keine Rolle, denn wenn der Preis nur um 0.5% steigt, verfallen weitere 8 MILLIONEN Menschen der Hungerarmut. Also ist auch der kleinste Einfluss zu viel! Wir schulden es den Hungernden, dass unsere Finanzinstitute nicht mit ihrem Essen spielen!
    • Ijen 18.02.2016 15:43
      Highlight Highlight Absicherung (Hedging) ist aber nur dann für alle möglich, wenn auch das Kapital der Spekulanten mit im Spiel ist. Beim wem soll sich denn der Hedging-Partner rückversichern? Wenn er das volle Risiko allein tragen muss, wird er die Finger von diesem Geschäft lassen, und am Ende guckt der Bauer in die Röhre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maon 18.02.2016 14:41
    Highlight Highlight Im Zweifelsfall für die Hungernden.
  • Tiben 18.02.2016 14:29
    Highlight Highlight Warum nicht einen emotionalen Werbespot? Die Bauernfänger von der rechten Seite machen es ja gut vor.

    Das Video ist zugespitzt aber ich werde sicher Ja stimmen, der Nutzen wird nicht immens sein aber die Botschaft ist gut und ein Schritt in die richtige Richtung!
    • Eustace Tilley 18.02.2016 15:12
      Highlight Highlight @_PP_
      Es fragt sich nur, wie spekulatives Wetten und gutes Wetten voneinander unterscheiden kann.
    • Florian Sieber 18.02.2016 16:57
      Highlight Highlight Aha weil die Frau vom afrikanischen Kontinent kommt, ist sie also nichtsahnend? Schon spannend, wie hier fast schon kolonial anmutende Ressentiments verbreitet werden. Damals sah man die Bevölkerung der nicht-industrialisierten Staaten auch quasi als Kinder an, denen eine politische Haltung eigentlich gar nicht zusteht.
    • atomschlaf 18.02.2016 18:12
      Highlight Highlight @Florian: Glaubst Du ernsthaft, dass die Frau irgendwelche Kenntnisse über die Politik in der Schweiz und insbesondere die JuSo-Initiative hätte, wenn man es ihr nicht vorher eingeflüstert hätten?
      Genauso wie umgekehrt eine Durchschnitts-Schweizerin keine Ahnung von der Politik in Burkina Faso hätte.
      Also genau so nichtsahnend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • jessilation 18.02.2016 14:24
    Highlight Highlight Dass die Spekulation mit Nahrungsmitteln einen Einfluss auf die Lebensmittelpreise hat, ist mit diversen Studien (u.a. von der Weltbank) belegt.
    Das Video zeigt jedliglich die Folgen von steigenden Nahrungsmittelpreisen an - was nicht nur mit der Spekulation zu tun, hat aber einen Teil dazu beiträgt.
    Wahrscheinlich können manche Leute halt einfach nicht damit umgehen, dass Ihnen vor Augen gehalten wird, dass unser Handeln und Wohlstand direkt mit der Armut von Millionen Menschen zusammenhängt.
    • Ijen 18.02.2016 14:37
      Highlight Highlight Der Einfluss ist aber erstens minim und zweitens positiv, er glättet nämlich die Preisausschläge. Darum fordern auch weder die Weltbank noch die FAO ein Spekulationsverbot. Das Video behauptet, es werde direkt mit den Dingen spekuliert, mit denen auf dem Markt in Ouagadugu gehandelt wird. Das ist falsch. Spekuliert wird mit Absicherungsverträgen. Und je mehr Leute an diesen Verträgen interessiert sind, desto bessere Möglichkeiten haben die Bauern, sich abzusichern.
    • _PP_ 18.02.2016 15:00
      Highlight Highlight @Ijen:
      Ein Preisansteig von nur 0.5% treibt weitere 8 MILLIONEN Menschen in die Hungerarmut. Also auch wenn der Einfluss noch so minim wäre, wäre er immer noch zu viel! Es würden trotzdem Millionen von Menschen leiden!

      Achtung: Spekulation ist nicht gleich Spekulation. Hedging glättet die Preisausschläge tatsächlich. Diese Preisabsicherung wurde von der Initiative ausgenommen und bleibt erlaubt! Verboten würde nur das rein profitorientierte Wetten von Finanzinstituten auf Nahrungsmittelpreise. Denn dieses Wetten ist verantwortlich für Hunger und Tod und bietet den Bauern keine Absicherung.
    • Ijen 18.02.2016 15:48
      Highlight Highlight @_PP_:
      Die Spekulanten wetten aber auf die Preisentwicklung der Derivate, also der Absicherungspapiere. Wenn diese an der Börse von Chicago etwas teurer oder billiger werden, hat das auf den Weizenpreis auf dem Markt von Ouagadugu null Einfluss. Die Dame im Video müsste ansonsten nämlich jubeln: Die Kurse an den Agrarbörsen fallen seit 2011 nämlich unaufhörlich. Auf ihre Einkäufe hat das aber offensichtlich keinerlei Einfluss.
  • _PP_ 18.02.2016 14:18
    Highlight Highlight Die Nahrungsmittelspekulation hat einen preistreibenden Effekt. Wenn die Preise nur um 0.5% steigen, sind weitere 8 MILLIONEN Menschen der Hungerarmut verfallen. Deshalb ist Spekulation nicht in Ordnung und muss verboten werden! Die JUSO hat nie behauptet, dass die Preise dadurch sinken, sondern nur, dass die Preise dann nicht mehr spekulationsbedingt steigen! Wir können stoppen, dass die Preise durch Spekulation (der Schweizer Finanzinstitute) in Ouagadougu steigen! Die JUSO bedient sich mit diesem Video nicht eines rassistischen Stereotyps, sondern lässt direkt betroffene zu Wort kommen!
  • Mirjam Kohler 18.02.2016 14:14
    Highlight Highlight Was ist daran genau fragwürdig? Das Video zeigt Lebensrealitäten auf. Wer damit nicht umgehen kann, sollte grundlegendere Sachen hinterfragen als Videos.
    • Peter 18.02.2016 14:41
      Highlight Highlight Die Schweiz kann allein die Nahrungsmittelspekulation nicht stoppen, wie Germaine Yé hofft. Den Spekulanten in Chicago ist egal, wie wir abstimmen. Deshalb ist das Video fragwürdig, nicht wegen der dargestellten Lebensrealität.
    • Joey Madulaina 18.02.2016 14:53
      Highlight Highlight Schweizer Unternehmen dürften nicht mehr mitmachen an der Börse von Chicago und deshalb macht es einen Unterschied. Zudem müsste sich die Schweiz international für ein Verbot der Nahrungsmittelspekulation einsetzen.
    • Peter 18.02.2016 15:05
      Highlight Highlight Beides wird wenig helfen. Die Schweiz sollte sich besser den Bestrebungen in den USA und der EU anschliessen, die Auswüchse der Spekulation zu stoppen, statt sich für ein Verbot einzusetzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 18.02.2016 14:08
    Highlight Highlight Wäre interessant zu wissen, was man der guten Frau für einen Bären aufgebunden hat, wenn sie sagt "Ich habe gehört, dass es in der Schweiz Leute gibt, die das stoppen können".
    Bei einer Annahme würden einzig Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in der Schweiz verloren gehen, weil sich die entsprechenden Aktivitäten ins Ausland verlagern. Geholfen wäre niemandem, aber der Schweizer Wirtschaft geschadet.
    • Mähna 18.02.2016 14:28
      Highlight Highlight Wes gehen in der Schweiz keine Arbeirsplätze verloren, da niemand ausschliesslich Nahrungsmittelspekulation betreibt und die Spekulanten bequem auf andere Anlagemöglichkeiten umsteigen können. Genauso verlieren wir keine Steuereinnahmen. Global gesehen wird dem Bundesrat vorgeschrieben, sich auf internationaler Ebene, für ein Verbot einzusetzen. Zudem werden in den USA und der EU ohnehin positionslimits eingefüjrt. Mit der Initiative verhindern wir, dass dieses dreckige Geschäft auf die Schweiz ausweichen kann. Desshalb ein klares JA zur Initiative.
    • _PP_ 18.02.2016 14:35
      Highlight Highlight Unsere Wirtschaft trägt keinen Schaden davon! Der gesamte Rohstoffhandel und die Produzenten-Absicherung sind von der Initiative ausgenommen! Die Initiative betrifft lediglich die Leute, die profitorientiert auf die Preisentwicklung wetten. Diese Spekulation bringt der Schweizer Wirtschaft gar nichts. Sie generiert weder Wertschöpfung noch Arbeitsplätze oder einen Mehrwert. Das Totschlagargument „Arbeitsplatzverlust“ ist einfach nur erbärmlich und obendrein auch falsch, hier geht es nicht um Arbeitsplätze, Standortattraktivität oder Bürokratie, sondern um das Leben von Millionen Menschen!
    • Piperli 18.02.2016 14:35
      Highlight Highlight Die Moral sollte vor dem Spekulieren auf Geld und Wohlstand kommen. Und zu dem Argument "Geholfen wäre niemandem" kann ich nur sagen irgenwer und irgendwo muss man anfangen Ungerechtigkeiten zu beenden um längerfristig eine Veränderung zu bewirken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joey Madulaina 18.02.2016 14:00
    Highlight Highlight Gestern liess die JUSO den ETH-Volkswirtschaftsprofessor Michael Graff zu Wort kommen mit «Hunger ist eine menschliche Tragödie». Die Spekulation auf Nahrungsmittel führt zu extremen Preisschwankungen und Blasen, was genau Leute wie Germaine Yé trifft, die fast ihr ganzes Geld für Essen ausgeben. Die Initiative verbietet allen Schweizer Unternehmen die Spekulation auf Nahrungsmittel und schreibt der Schweiz vor, dass sie sich international dagegen einsetzen muss. Somit bewirkt diese Initiative wirklich etwas gegen den Welthunger, auch wenn natürlich sie nicht das ganze Problem lösen kann.
  • Amadeus 18.02.2016 13:47
    Highlight Highlight Natürlich ist das ein Abstimmungskampf-Video welches versucht, die Wähler emotional anzusprechen. Deswegen, ist es aber nicht unbedingt schlecht.

    Ich denke, man kann den Beitrag auf zwei Arten interpretieren: Entweder negativ - als "nickendes Negerlein", dem man falsche Hoffnungen macht - oder positiv - dass die Direktbetroffenen zu Wort kommen. Ich habe über ein Jahr in Burkina Faso gelebt und gearbeitet und finde das Video gut und nahe an der Realität, ohne Nachgeschmack.
    • Peter 18.02.2016 13:58
      Highlight Highlight Die Darstellung entspricht sicherlich der Realität, doch das Video vermittelt eine fragwürdige Botschaft. Ein Ja am 28. Februar führt nicht zu tieferen Preisen in Burkina Faso.
    • Mähna 18.02.2016 14:09
      Highlight Highlight @Peter: Doch das tut sie!
    • Amadeus 18.02.2016 14:12
      Highlight Highlight @Peter
      Da gebe ich dir Recht. Wenn die Initiative angenommen wird, werden die Lebensmittel auf dem Markt in Ouaga am nächsten Tag nicht gleich billiger. Und ja, die Gründe für steigende Nahrungsmittelpreise sind vielfältig.

      Für mich ist die Initiative ein Mosaikstein auf dem Weg in die richtige Richtung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.



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  • Der Blitzer 18.02.2016 13:43
    Highlight Highlight Was hat die Spekulationsstopp-Initiative mit einer Afrikanerin zu tun?
    • Joey Madulaina 18.02.2016 14:03
      Highlight Highlight Spekulation mit Nahrungsmitteln führt zu extremen Preisschwankungen und Blasen, was für Leute, die 60-80% ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, katastrophale Folgen haben kann: Hunger und Armut. Da diese schädliche Spekulation besonders Menschen in Entwicklungsländern trifft, hat das sehr wohl etwas mit dieser Afrikanerin zu tun, die kaum über die Runden kommt. Global denken - lokal handeln!
    • Mähna 18.02.2016 14:16
      Highlight Highlight Vieles! Genau in diesen Regionen geben die Menschen den Grossteil ihres Einkommens für Nahrung aus, wodurch sie bereits durch geringe Schwankungen und Anstiege stark betroffen sind. Bereits ein Preisanstieg von einem Prozent, stürzt mehrere Millionen von Menschen in Armut. Mit einem JA zu dieser Initiative können solche Schwankungen und Anstiege zwar nicht verhindert, aber doch abgeschwächt werden.
  • Ruefe 18.02.2016 13:26
    Highlight Highlight Die Juso sollte doch einfach die Finger von Marketingkampagnen lassen -.-
  • Maon 18.02.2016 13:25
    Highlight Highlight Ich finde das Geschmacklos hat nichts im Titel zu suchen, Fragwürdig würde wohl besser passen.
    • Peter 18.02.2016 13:40
      Highlight Highlight Wurde auf meine Intervention hin bereits korrigiert.
    • Maon 18.02.2016 13:42
      Highlight Highlight Super danke

SVP-Maurer über SP-Badran: «Wir lieben uns schon fast ein bisschen»

Es war eine krawallige Woche im Bundesrat. Der Bundesplatz war durch die Klimastreiker besetzt – was einige Parlamentarier im roten Bereich drehen liess: Andreas Glarner (SVP/AG) sprach Sibel Arslan (BastA/BS) mit «Arschlan» an, was Jacqueline Badran (SP/ZH) zur Äusserung «de huere fucking Glarner» trieb, während Ronald Rino Büchel (SVP/SG) die Klimastreiker als «Arschlöcher» bezeichnete.

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