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Zwiespältiger Werbespot: Juso wirbt mit Afrikanerin für Spekulationsstopp-Initiative

18.02.2016, 13:2119.02.2016, 11:26

Die Spekulationsstopp-Initiative hat einen schweren Stand: Die Umfragen verheissen dem Volksbegehren der Jungsozialisten (Juso) eine fast sichere Niederlage am 28. Februar. Im Schlussspurt setzen die Initianten auf Unterstützung aus Afrika. In einem Video lassen sie Germaine Yé zu Wort kommen, eine 44-jährige Inhaberin eines Coiffeursalons in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso.

Germaine Yé wirbt für ein Ja am 28. Februar.

Jeden Tag stelle sie auf dem Markt fest, dass die Preise für Lebensmittel wieder gestiegen seien, klagt Germaine Yé. Sie könne deshalb kaum mehr richtig für ihre vier Kinder sorgen. Verantwortlich dafür macht sie die Spekulation mit Nahrungsmitteln. «Ich habe gehört, dass es in der Schweiz Leute gibt, die das stoppen können», sagt sie und appelliert damit indirekt an die Stimmberechtigten, die Spekulationsstopp-Initiative anzunehmen.

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Produziert wurde das Video vom Hilfswerk Solidar Suisse. «Die Spekulation mit Nahrungsmitteln hat die Essenspreise in Burkina Faso in die Höhe getrieben», lässt sich Iwan Schauwecker von Solidar Suisse in einer Medienmitteilung zitieren. Nicht erwähnt werden andere mögliche Ursachen für das teure Essen: der Klimawandel oder Korruption und Misswirtschaft.

«Beitrag zur Lösung des Problems»

Die Gegner der Initiative verweisen auf fehlende Lagerkapazitäten in Burkina Faso. Vor allem aber fragt sich der Betrachter, ob sich Germaine Yé nicht falsche Hoffnungen macht. Die Spekulation mit Nahrungsmitteln ist ein globales Phänomen und findet an den Börsen in Chicago oder London statt. Eine Abstimmung in der Schweiz wird das Business nicht zum Erliegen bringen.

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«Die Initiative kann den Welthunger nicht auf einen Schlag beenden», räumt Kampagnenleiter Oliver Heimgartner ein. Die Schweiz könne aber einen Beitrag leisten zur Lösung des Problems. Heimgartner verweist auf die geplanten Regulierungen in den USA und der EU. Ein Ja zur Initiative werde verhindern, «dass dieses Geschäft in die Schweiz ausweicht».

Fader Nachgeschmack

Allerdings wollen die besagten Regulierungen nur die Auswüchse eindämmen und nicht die Spekulation an sich verbieten. Es ist zweifelhaft, dass die Preise auf den Märkten in Ouagadougou nach einem Ja am 28. Februar sinken werden. Vielmehr hinterlässt das Video einen faden Nachgeschmack. Nach dem Flop mit der antisemitischen Karikatur weckt die Juso erneut Erinnerungen an ein altes rassistisches Stereotyp: das «nickende Negerli», mit dem einst für die armen Kinder in Afrika gesammelt wurde. (pbl)

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