Schweiz
Abstimmungen 2024

Abstimmungs-Umfragen: 13. AHV-Rente könnte am Ständemehr scheitern

Es brauche eine 13. AHV-Rente, sagen die Initianten.
Die Initianten sagen: Es braucht eine 13. AHV-Rente.Bild: Alex Spichale / MAN

Neue Umfragen: 13. AHV-Rente könnte am Ständemehr scheitern

Neue Ergebnisse sowohl der SRG-SSR-Trendbefragung als auch der Umfrage von «20 Minuten»/Tamedia vom Mittwoch zeigen: Die 13. AHV-Rente verliert an Zustimmung, ist aber noch immer auf Kurs. Trotzdem könnte es für die Initiative kritisch werden – denn das Ständemehr scheint unsicher.
21.02.2024, 06:0021.02.2024, 08:15
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Gut zwei Wochen vor dem Urnengang findet die Initiative für eine 13. AHV-Rente gemäss zwei Befragungen eine Zustimmung von 53 oder 59 Prozent. Klarer ist das Bild bei der Renteninitiative: Sie fällt gemäss Umfragen mit 63 respektive 65 Prozent durch.

Die Meinungsbildung ist weit fortgeschritten, wie die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse der zweiten Wellen der SRG-SSR-Trendbefragung und der Umfrage von «20 Minuten»/Tamedia vor der eidgenössischen Abstimmung vom 3. März ergeben haben.

In der SRG-SSR-Erhebung hätte die Initiative «Für ein besseres Leben im Alter» (13. AHV-Initiative) Mitte Februar knapp die Hürde des Volksmehrs passiert. Die Umfrage von «20 Minuten»/Tamedia im gleichen Zeitraum kam auf eine Ja-Mehrheit von 59 Prozent. Innert Monatsfrist hat damit das Ja-Lager 8 respektive 12 Prozentpunkte verloren.

Die Renteninitiative «für eine sichere und nachhaltige Altersvorsorge» wäre am 10. Februar gemäss SRG-R mit 63 Prozent Nein gescheitert. Tamedia/«20 Minuten» kommt auf einen Nein-Anteil von 65 Prozent. Das Nein ist breit abgestützt.

Wenn man die Stimmabsichten nach Alter sortiert, zeichnet sich ein Generationenkonflikt ab, wie folgende Grafik zeigt:

Ständemehr unsicher

Initiativen brauchen neben dem Volksmehr auch das Ständemehr von mindestens zwölf Kantonen. Bei der Initiative für eine 13. AHV-Rente gilt dieses als unsicher, wie aus den Daten der SRG-SSR-Trendumfrage hervorgeht.

Auch der Unterschied zwischen den Sprachregionen ist deutlich zu sehen – die Zustimmung ist in der Deutschschweiz am tiefsten:

Beim Volksmehr ergab die Umfrage Mitte Februar eine knappe Ja-Mehrheit von 53 Prozent zur Initiative «Für ein besseres Leben im Alter» (13. AHV-Rente). Bei der Auswertung der Daten zeigte sich ein ähnliches Ständemehrmuster wie bei der Pflegeinitiative, wie SRG SSR mitteilte.

Die Pflegeinitiative kam landesweit auf einen Ja-Anteil von 61 Prozent. 22,5 Stände von 23 stimmten zu. Heruntergerechnet auf die 53 Prozent Zustimmung zur 13. AHV-Rente, wären 15 Standestimmen erreicht.

Andererseits erreichte die an den Ständen gescheiterte Konzernverantwortungsinitiative mit einem Volksmehr von 50,6 Prozent 8,5 Standesstimmen. In der zweiten Welle der SRG-SSR-Trendbefragung zeigten damalige Nein-Kantone zur 13. AHV-Rente deutliche Ja-Mehrheiten, etwa Solothurn und Basel-Landschaft.

Allerdings war Zürich in der aktuellen Trendbefragung weniger deutlich in der Ja-Mehrheit als bei der Konzerverantwortungsinitiative. Darum gilt der Kanton als unsicher.

Drei typische Kippkantone stufte das für die Umfrage zuständige Forschungsinstitut gfs.bern erneut als unsicher ein: Glarus, Luzern und Schaffhausen. Unsicher ist auch Graubünden.

Die Bewertung zeigt damit bei einem Ja-Stimmenanteil von landesweit 53 Prozent für 10 Kantone eine Ja- und für 8 eine Nein-Tendenz. Mit fünf unsicheren Ständen könnte sich das Ständemehr damit noch auf beide Seiten neigen. (lak/sda)

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436 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kaoro
21.02.2024 06:52registriert April 2018
die Renteninitiative, diese Idee kann eigentlich nur junge Studierende, am Anfang der Karriere in den Sinn kommen, JFDP. Wer will schon bis 67 arbeiten, und danach mit Ausblick bis 70. Nein.
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Katerchen
21.02.2024 06:35registriert März 2023
In meinem Umfeld haben prakrisch alle die an der Abstimmung teilnehmen wollen khr Couvert bereits eingeworfen.
Es ist üblich, dass Initiativen im Verluf des Abstimmungskampfs an Zustimmung verlieren.
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S47
21.02.2024 06:54registriert Januar 2024
Ohne Gegenvorschlag werden nunmal alle Rentner die es nötig hätten in die "Röhre luege"

Von mir gibts ein Ja! und somit wird Mehrbelastung in Kauf genommen.
Alles für mehr glücklichkeit bei Senioren.
Grund genug
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