DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

So will Amherd Frauen in der Armee fördern

08.03.2021, 09:3008.03.2021, 09:40
Bundesrätin Amherd und Berufsmilitärpilotin Hptm Fanny Chollet.
Bundesrätin Amherd und Berufsmilitärpilotin Hptm Fanny Chollet.Bild: keystone

0.9 Prozent Frauen in der Armee sind Verteidigungsministerin Viola Amherd zu wenig. Sie hat deshalb eine Offensive für Frauenförderung lanciert, unter anderem mit der Schaffung einer Dienststelle für Frauen.

Die Stelle soll die Frauenförderung koordinieren und als Anlaufstelle für Fragen der Gleichstellung dienen, teilte das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) anlässlich des internationalen Frauentags am Montag mit.

Sie müsse mit den nötigen Kompetenzen und Weisungsbefugnissen ausgestattet sein, über ein eigenes Budget verfügen und dem Chef der Armee direkt unterstellt sein. Die Armeeführung erhielt den Auftrag, die Einrichtung der Fachstelle «so rasch als möglich in Angriff» zu nehmen, wie es im Bericht Arbeitsgruppe 'Frauen in der Armee' heisst.

Verbessert werden müsse auch die Vereinbarkeit von Militärdienst, Ausbildung, Beruf und Familie, schreibt das VBS weiter. So sollen «alternative Dienstleistungsmodelle» ausgearbeitet werden. Teilzeitarbeit müsse auch für Berufsmilitärs möglich sein und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung müsse geklärt werden.

Sensibilisierung der Kollegen

Führungskräfte und Kader müssten in ihrer Aus- und Weiterbildung dafür sensibilisiert werden, dass sie Diskriminierung, Sexismus und Gewalt frühzeitig erkennten und «angemessen» damit umgehen könnten. Und die Unterkünfte sollen bei jedem Umbau den Bedürfnissen der Frauen angepasst werden und gleichwertig sein, wie jene der Männer.

Die Verteidigungsministerin werde ausserdem eine externe Studie zur Situation der Frauen in der Armee in Auftrag geben, die sich mit den «spezifischen Bedürfnissen der Frauen in der Armee» befasst, wie es im Bericht der Arbeitsgruppe 'Frauen in der Armee' heisst. Dazu gehöre die Klärung von Fragen wie: 'Welches Bild haben Frauen von der Armee?' oder 'Unter welchen Bedingungen würden sich Frauen für den Armeedienst melden?'

Netzwerk von Influencerinnen?

Damit sich mehr Frauen für den Dienst in der Armee entscheiden, schlägt die Gruppe verschiedene zusätzliche «Kommunikations- und Informationsmassnahmen» vor, wie zum Beispiel Reportagen oder Video-Clips über Offizierinnen. Auch die Schaffung eines Netzwerk von Influencerinnen soll geprüft werden, um Frauen für den Militärdienst zu motivieren.

Die Einführung eines obligatorischen Orientierungstages für Frauen scheint hingegen vom Tisch. Denn gemäss einem wissenschaftlichen Gutachten handelte es sich dabei um einen neue Bürgerinnenpflicht, welche einer Änderung der Bundesverfassung bedürfte. Das Bundesamt für Justiz (BJ) teile diese Einschätzung.

Bereits im letzten und auch in diesem Jahr wollte Amherd in der Woche des internationalen Frauentags einen Tag der Frauen in der Armee durchführen. Wegen der Corona-Pandemie konnten diese Anlässe jedoch nicht stattfinden. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab

1 / 12
So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab
quelle: wikicommons/gemeinfrei
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Sie ist einer der Gründe, wieso wir Frauen heute Rechte haben

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

25 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
RandomNicknameGenerator
08.03.2021 09:51registriert Oktober 2018
Langfristig führt nichts an der Einführung der geschlechterunabhängigen Dienstpflicht (nicht Militärdienstpflicht, sondern Gesellschaftsdienst o.ä.) vorbei. Ich verstehe nicht, warum man diese Änderung aufschiebt, und nicht direkt anpackt?
17915
Melden
Zum Kommentar
avatar
GERTY
08.03.2021 10:08registriert September 2016
Netzwerk von Influencerinnen:

"BibisArmyPalace:

- Wir zeigen euch unsere Kaserne 😍",
"Meine 3 liebelings Zwipf-Bowl Rezepte",
"Die 5 schlimmsten SCHMINKPANNEN / Make Up Don`ts mit der Tarnfarbe 90",
"Dinge die wir besitzen & noch NIE genutzt haben .. 😳"
"Ich PRANKE Obwm Julian // mit RIESEN STREIT :O .. meine RACHE !"
"DARAUF STEHEN STABSADJUDANTEN BEI DER ÜBUNGSINSPEKTION ♥
16516
Melden
Zum Kommentar
avatar
Borki
08.03.2021 09:54registriert Mai 2018
Ich würde mehr Frauen in der Armee ganz klar begrüssen. Das die erste VBS-Bundesrätin das speziell fördert, ist super.

Ich finde es als AdA aber schon etwas haarig, wenn längst überfällige Verbesserungen ("Vereinbarkeit von Militärdienst, Ausbildung, Beruf und Familie") damit begründet werden, dass es die für Frauen halt braucht.

Die anderen 99% der Armee hätten diese Aufmerksamkeit also auch ohne Frauen verdient!
13411
Melden
Zum Kommentar
25
Coronawelle baut sich auf: Neue Varianten könnten Verbreitung begünstigen
Deutlicher Anstieg der Coronazahlen: 50 Prozent mehr laborbestätigte Fälle. Zudem gibt es weltweit mehrere Untervarianten, welche versuchen, die Antikörper zu umgehen, sagt der Virenanalyst von der Universität Basel.

In der vergangenen Woche sind die Coronazahlen deutlich angestiegen. Waren es in der Vorwoche noch 16'826 sind es nun 25'134 laborbestätigte Fälle, das sind rund 50 Prozent mehr. Berücksichtigt man die allgemeine Testmüdigkeit und die hohe Positivitätsrate von 30 Prozent, ist mit einer hohen Dunkelziffer bei den Infektionen mit dem Faktor 10 auszugehen.

Zur Story