Schweiz
Armee

So will Amherd Frauen in der Armee fördern

So will Amherd Frauen in der Armee fördern

08.03.2021, 09:3008.03.2021, 09:40
Bundesraetin Viola Amherd, vorne links, Hptm Fanny Chollet Berufsmilitaerpilotin, vorne rechts, KKdt Thomas Suessli, Chef der Armee, hinten, links, und Ruestungschef Martin Sonderegger, hinten rechts, ...
Bundesrätin Amherd und Berufsmilitärpilotin Hptm Fanny Chollet.Bild: keystone

0.9 Prozent Frauen in der Armee sind Verteidigungsministerin Viola Amherd zu wenig. Sie hat deshalb eine Offensive für Frauenförderung lanciert, unter anderem mit der Schaffung einer Dienststelle für Frauen.

Die Stelle soll die Frauenförderung koordinieren und als Anlaufstelle für Fragen der Gleichstellung dienen, teilte das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) anlässlich des internationalen Frauentags am Montag mit.

Sie müsse mit den nötigen Kompetenzen und Weisungsbefugnissen ausgestattet sein, über ein eigenes Budget verfügen und dem Chef der Armee direkt unterstellt sein. Die Armeeführung erhielt den Auftrag, die Einrichtung der Fachstelle «so rasch als möglich in Angriff» zu nehmen, wie es im Bericht Arbeitsgruppe 'Frauen in der Armee' heisst.

Verbessert werden müsse auch die Vereinbarkeit von Militärdienst, Ausbildung, Beruf und Familie, schreibt das VBS weiter. So sollen «alternative Dienstleistungsmodelle» ausgearbeitet werden. Teilzeitarbeit müsse auch für Berufsmilitärs möglich sein und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung müsse geklärt werden.

Sensibilisierung der Kollegen

Führungskräfte und Kader müssten in ihrer Aus- und Weiterbildung dafür sensibilisiert werden, dass sie Diskriminierung, Sexismus und Gewalt frühzeitig erkennten und «angemessen» damit umgehen könnten. Und die Unterkünfte sollen bei jedem Umbau den Bedürfnissen der Frauen angepasst werden und gleichwertig sein, wie jene der Männer.

Die Verteidigungsministerin werde ausserdem eine externe Studie zur Situation der Frauen in der Armee in Auftrag geben, die sich mit den «spezifischen Bedürfnissen der Frauen in der Armee» befasst, wie es im Bericht der Arbeitsgruppe 'Frauen in der Armee' heisst. Dazu gehöre die Klärung von Fragen wie: 'Welches Bild haben Frauen von der Armee?' oder 'Unter welchen Bedingungen würden sich Frauen für den Armeedienst melden?'

Netzwerk von Influencerinnen?

Damit sich mehr Frauen für den Dienst in der Armee entscheiden, schlägt die Gruppe verschiedene zusätzliche «Kommunikations- und Informationsmassnahmen» vor, wie zum Beispiel Reportagen oder Video-Clips über Offizierinnen. Auch die Schaffung eines Netzwerk von Influencerinnen soll geprüft werden, um Frauen für den Militärdienst zu motivieren.

Die Einführung eines obligatorischen Orientierungstages für Frauen scheint hingegen vom Tisch. Denn gemäss einem wissenschaftlichen Gutachten handelte es sich dabei um einen neue Bürgerinnenpflicht, welche einer Änderung der Bundesverfassung bedürfte. Das Bundesamt für Justiz (BJ) teile diese Einschätzung.

Bereits im letzten und auch in diesem Jahr wollte Amherd in der Woche des internationalen Frauentags einen Tag der Frauen in der Armee durchführen. Wegen der Corona-Pandemie konnten diese Anlässe jedoch nicht stattfinden. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab
1 / 12
So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab
Mai 1952: Der Schwede Boris Hagelin gründet in Steinhausen (Zug) eine Firma für Chiffriergeräte. Die Crypto AG bietet Sicherheitslösungen für Militärs, Unternehmen, Privatpersonen, Banken und Regierungen.
quelle: wikicommons/gemeinfrei
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Sie ist einer der Gründe, wieso wir Frauen heute Rechte haben
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Hier eröffnet Coop seine 1000. Filiale
In Emmen in Luzern eröffnet am Donnerstag die 1000 Coop-Filiale. Der Megastore im Einkaufszentrum Emmen Center setzt vor allem auf Frischeprodukte.
Ob in der Stadt oder in einem kleinen Dorf in den Schweizer Alpen, Coop-Filialen sind über die ganze Schweiz verteilt. Die Detailhändlerin hat das dichteste Filialnetz der Schweiz. Nun eröffnet Coop die 1000. Filiale in Emmen LU. Alle Coop-Supermärkte zusammen haben somit eine Fläche von rund 1,1 Millionen Quadratmetern und sind damit mehr als doppelt so gross wie der Vatikanstaat, schreibt Coop in einer Medienmitteilung. Die Migros verfügt zum Vergleich über eine Fläche von 1,06 Millionen Quadratmeter, schreibt der «Tagesanzeiger».
Zur Story