Schweiz
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Parlament will Ausreisesperren gegen potenzielle Gewalttäter

12.06.18, 12:30 12.06.18, 12:40


Bild: KEYSTONE

Hooligans können heute an der Ausreise gehindert werden, potenziell gewalttätige Teilnehmer politischer Veranstaltungen aber nicht. Der Parlament hat nun eine Motion an den Bundesrat überwiesen, die dafür eine gesetzliche Grundlage schaffen will.

Die grosse Kammer nahm am Dienstag einen vom Ständerat überwiesenen Vorstoss von Beat Rieder (CVP/VS) an – mit 120 zu 59 Stimmen bei 2 Enthaltungen.

Wie der Motionär argumentierte auch eine Mehrheit der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, dass nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Bern oder in Hamburg dringender Handlungsbedarf bestehe. Es gebe keinen Unterschied zwischen Hooligans und gewalttätigen Polit-Hooligans.

Bei Sportveranstaltungen zeigten die Ausreisesperren teilweise Wirkung. Darum soll mit dem Vorstoss nun eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, um gewalttätige Teilnehmer politischer Veranstaltungen an der Ausreise zu hindern.

«Wir wollen keine solchen Gewalttaten mehr dulden», sagte Nationalrat Thomas Hurter (SVP/SH) im Namen der Kommissionsmehrheit. Politischer Extremismus sei kein Bagatelldelikt. Die Mehrheit folgte seiner Argumentation.

Linke mahnt zur Zurückhaltung

Justizministerin Simonetta Sommaruga erinnerte daran, dass es um potenzielle Gewalttäter gehe, dass also noch keine Straftat verübt worden sei. «Wer sagt denn, wer ein potenzieller Gewaltextremist ist? Niemand ist berechtigt, diese Personen in irgendeiner Form auszumachen.»

Bei Annahme des Vorstosses würden Personen, die noch nie gegen das Gesetz verstossen haben, mit terroristischen Gefährdern gleichgesetzt. Aus Sicht des Rechtsstaats müsse man sich immer fragen, wie weit man mit Menschen gehen wolle, die noch keine Gewalttat verübt hätten, sagte Sommaruga. SP und Grüne im Nationalrat gaben ihr recht, waren aber in der Minderheit.

Der Bundesrat hatte Ende vergangenen Jahres eine Gesetzesvorlage in die Vernehmlassung geschickt, die Hausarrest oder Ausreisesperren gegen terroristische Gefährder vorsieht. Nach Ansicht des Bundesrats wird dem Anliegen der Motion damit verhältnismässig Rechnung getragen.

Die Regierung hat nun dennoch den Auftrag erhalten, das Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) mit einer Bestimmung zu ergänzen, wonach Ausreisesperren für potenzielle Gewaltextremisten erlassen werden können. (sda)

Die SVP schwänzt im Nationalrat am meisten

Video: srf

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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Olf 12.06.2018 22:47
    Highlight Eine Wieder-Einreisesperre würde besser helfen
    2 0 Melden
  • aglio e olio 12.06.2018 19:05
    Highlight Bestrafung von Menschen denen man unterstellt sie würden in der Zukunft eventuell Straftaten begehen, eine Initiative die das Völkerrecht aushebeln will und ausgebaute Überwachungsmöglichkeiten für die Exekutive. Da kommt zusammen was zusammen gehört. Eine gefährliche Entwicklung ist das...

    Interessanterweise applaudieren da jene, sie sich vehement gegen jede noch so kleine Verschärfung des Waffenrechts,
    mit der Argumentation, der Staat will den Bürger entwaffnen um ihn wehrlos zu machen, stemmen.
    🤔
    11 5 Melden
  • aglio e olio 12.06.2018 18:43
    Highlight "das Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) mit einer Bestimmung zu ergänzen, wonach Ausreisesperren für potenzielle Gewaltextremisten erlassen werden können"
    Wie soll das der inneren Sicherheit nützen wenn "Gewaltextremisten" im Land bleiben? Sollte man denen nicht das Billet bezahlen? ;)
    7 3 Melden
  • Leckerbissen 12.06.2018 16:28
    Highlight Wundert mich kein bisschen, dass da die linken wieder mal dagegen sind. Sind ja Ihre fanatischen Anhänger, welche Container und Autos in Brand stecken, Shops plündern, Steine auf Polizisten werfen und Liegenschaften besetzen.
    8 14 Melden
  • Ökonometriker 12.06.2018 14:59
    Highlight Potentielle Gewalttäter überwachen und sie bestrafen wenn sie an gewalttätigen Auseinandersetzungen teilenehmen reicht aus.
    Ausreisesperren gehen aber zu weit. Und wie will man das überprüfen? Wir haben ja nichtmal Grenzkontrollen.
    20 6 Melden
  • phreko 12.06.2018 13:38
    Highlight Nieder mit den Grundrechten!
    47 17 Melden
  • Graustufe Rot 12.06.2018 13:27
    Highlight Gut so!
    16 47 Melden
    • Mr. Malik 12.06.2018 16:44
      Highlight Jaaaaaa....... am besten alle Menschen durch den Computer jagen und alle potentiellen Gefährder lobotomieren.. scheiss auf Verhältnismässigkeit...
      15 4 Melden
  • Bombenjunge 12.06.2018 13:21
    Highlight SP und Grüne wollen also immer noch linke Politchaoten schützen?
    Na das ist ja eine Überraschung.
    29 56 Melden
  • walsi 12.06.2018 12:47
    Highlight Potentielle Politgewalttäter sind mehrhetlich links. Darum verwundert es nicht, dass die Linken dieser Idee eher skeptisch gegenüber stehen. Bei rechten Nazis haben die Linken kein Problem mit Vorverurtilungen, auch wenn noch keine Straftaten verübt wurden.
    29 55 Melden
    • Mr. Malik 12.06.2018 16:54
      Highlight Wie kommst du drauf?

      Wie oft wurdest du schon von linken angepöbelt?
      Ich schon ein paar Mal von rechten Klappspaten..
      Wenn ein JSVP Vertreter in seinen Grundrechten beschnitten werden würde, würde mich das als linker auch stören...
      Du kämpfst gegen ein selbst gebasteltes Feindbild... Na gut da wirds wenigstens nicht langweilig.

      Und falls du jetzt auf den genialen fehlschluss kommst: links und rächts.. extrem isch immer gliich schlimm..
      Nazis wollen Menschen aufgrund eines willkürlich bestimmte Merkmales benachteiligen/vernichten.
      Darum waren die Nazis die Bösen im 2.WK
      The more you know..
      23 7 Melden
    • phreko 12.06.2018 17:10
      Highlight Das Problem ist ja die Tatsache, dass die Polizei Aufruf zu Gewalt und Diskriminierung an Nazi-Konzerten toleriert. Da bleibt es logischerweise immer bloss bei "Vorverurteilungen", wenn die Strafbehörden ihren Job nicht erledigen... Andererseit würde kaum ein Nazi mit einer Klage wegen übler Nachrede durchkommen, wenn man die Schlachtgesänge ihrer Konzerte vor Gericht abspielen würde.
      20 2 Melden
    • aglio e olio 12.06.2018 18:40
      Highlight Beispiele?
      17 3 Melden
    • walsi 13.06.2018 08:05
      Highlight @aglio: Z.B. jeden ersten Mai ziehen linke Chaoten durch Zürich und randalieren. Der schwarze Block loefert sich regelmässig schlachten mot der Polizei.
      0 19 Melden
    • walsi 13.06.2018 08:12
      Highlight @Mr. Malik: Worin liegt der Unterschied wenn einer der Antifa einen Molotovkoktail gegen Polizisten wirft und der Nazi einen gegen Flüchtlinge? Beide nehmen billigend in kauf Menschen zu töten.

      Warum ist es OK wenn Linke Scheiben von Laden besitzern zertrümmern oder Autos anzünden?

      Ob rechts oder links, Gewalt in jeder Form ist schlecht.
      3 19 Melden
    • phreko 13.06.2018 10:55
      Highlight @Walsi: der Unterschied ist gewaltig. Die Polizei kommt trainiert, vorbereitet und ausgerüstet. Der Flüchtling nicht.

      Ist in etwa dasselbe, wenn man einen Faustschlag gegen Kinder und trainierte Erwachsene gleichstellen würde.

      Wer nicht differenziert diskutiert, disqualifiziert sich hier selbst.

      Sachbeschädigungen sind nicht OK, aber präventives Einsperren hat was von Minority Report. Da werden Grundprinzipien der Freiheit über Bord geworfen. V.a. wenn es auf so schwammigen Grundlagen wie Landfriedensbruch basiert. Weisst du wie einfach man da zu einer Verurteilung kommt?
      2 0 Melden
    • walsi 13.06.2018 13:41
      Highlight @phreko: Nur weil die Polizisten trainieren sich gegen Molotovkoktail zu schützen ist es also weniger schlimm wenn Demonstranten solche gegen Polizisten schmeissen. Was für eine kranke Logik ist das den? Was ist wenn ein Polizist trotz des Trainings stirbt? Hat er dann einfach Pech gehabt?

      Nur nebenbei, ich habe niergends geschrieben dass ich die Ausreisesperren gut finde. Lies mal mein original Post, da steht nichts, dass ich es richtig finde. Ich prangere aber die Bigotterie an, von den Linken an.
      0 2 Melden
    • phreko 13.06.2018 14:00
      Highlight Natürlich macht es einen Unterschied. Der Polizist, dem der Job nicht passt, kann wechseln. (wechsle mal die Hautfarbe) Und ein tritt gegen einen Kopf mit Helm ist wohl auch nicht dasselbe, wie ohne Helm...

      Ich finde die extrembeispiele immer so nutzlos. Wieviele Polizisten starben in den letzten Jahren an Ausschreitungen? Schwerverletzte?
      1 0 Melden

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