Schweiz
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epa04538516 An undated artistic sketch handout picture released by Google on 23 December 2014 shows a prototype of a self-driving car. Google unveiled its first 'fully functional' self-driving car on 22 December 2014, the company said. 'Today we're unwrapping the best holiday gift we could've imagined: the first real build of our self-driving vehicle prototype,' the statement on the company's Google Plus social media site said. Google announced in May 2014 it would develop its own self-driving vehicles, which would use an array of sensors and computers to navigate streets without a driver at the controls.  EPA/Google  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Auch Google und Apple basteln an einem Auto, das von einem Computer gesteuert wird. Hier eine Skizze eines Google-Autos.  Bild: EPA/Google

Der Bund möchte den Weg für selbstfahrende Autos freimachen

Autos, die von Computern gesteuert werden, sind momentan in der Schweiz nicht zugelassen. Dies könnte sich bald ändern. Doris Leuthard zeigt sich gegenüber einer Teststrecke offen. Indes ist ein Experte besorgt über den Verkehr der Gegenwart und warnt vor einem Verkehrskollaps. 



Die Autobranche verkündet am Genfer Salon Rekordverkäufe. Und in der Zukunft wird sich die Autoindustrie radikal verändern: Alle grossen Hersteller forschen an Autos, die nicht mehr vom Menschen, sondern vom Computer gesteuert werden. Die Industrie sei «in wenigen Jahren bereit», sagt Morten Hannesbo, Chef der Amag (u. a. VW und Audi), gegenüber der Schweiz am Sonntag

Doch heute verunmöglicht das Verkehrsrecht selbstfahrende Autos: Das Gesetz verlangt, dass der Führer «das Fahrzeug ständig beherrschen» muss und das Lenkrad «nicht loslassen» darf. Diese Vorschrift könnte bald aufgeweicht werden, wie die Zeitung schreibt. Beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) bestätigt man die Pläne: «Das ASTRA überprüft aktuell, ob und inwiefern das geltende Recht angepasst werden muss im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Assistenzsysteme, die immer mehr Fahrerfunktionen übernehmen.» Es gehe um Fragen der Haftpflicht und der Ausbildung der Fahrer. 

Swiss Minister of Environment, Transport, Energy and Communications Doris Leuthard smiles inside a new Mercedes-Benz B-class Electric Drive car during the opening of the 85th International Motor Show in Geneva March 5, 2015. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND  - Tags: TRANSPORT BUSINESS POLITICS)

Doris Leuthard am Autosalon in Genf. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Noch verhindert das Wiener Übereinkommen über den Strassenverkehr, an das die Schweiz gebunden ist, eine «Legalisierung» des automatisierten Fahrens. Doch das Abkommen wurde soeben revidiert und tritt voraussichtlich 2016 in Kraft; es würde eine Anpassung der nationalen Gesetzgebung an die neuen Technologien ermöglichen. 

Verkehrsministerin Doris Leuthard zeigt sich gegenüber dem «smart drive» aufgeschlossen. Sie sagt zwar: «Es müssen Fragen der Sicherheit, der Haftung und der Verkehrsregeln geklärt werden.» Aber: «Was in den USA demonstriert wurde, sollte doch auch in Europa möglich sein.» Leuthard regt eine Teststrecke an.

Ford-Schweiz-Chef Paul Fratter wünscht sich, dass die Schweiz bei der Gesetzgebung vorangeht: «Sie könnte eine Pionierrolle übernehmen», sagt er. Offen ist auch der TCS-Vizepräsident Thierry Burkart: «Das ist ein wichtiges Zukunftsthema.» Allerdings müsse die Sicherheit im Vordergrund stehen, und bei selbstfahrenden Autos müsse die Haftung beim Hersteller und nicht mehr beim Führer liegen.

Auto-Schweiz-Chef warnt vor Verkehrskollaps

Zurück in die Gegenwart und zum Autosalon in Genf. Ausgerechnet dem Direktor der Importeur-Vereinigung Auto Schweiz bereiten die Rekordverkäufe Sorgen. «Bald stehen wir auch nachts ständig im Stau», sagt Andreas Burgener zu Sonntagsblick. Die Massnahmen des Bundes seien «zu wenig gegen unser enormes Stauproblem». 

Die schönste Bildergalerie des Autosalons von Genf 2015

Burgeners Vision: doppelstöckige Autobahnen. Die neuen Strassen sollen alle technischen Voraussetzungen für Fahrzeuge bieten, «die autonom fahren und Routen so berechnen, dass Stau gar nicht erst entsteht».

Von einem Ingenieur liess er bereits Skizzen seiner Vision anfertigen. Nah- und Schwerverkehr sollen die bestehenden Strassen nutzen. Eine Etage höher rollt der Transitverkehr. Technisch sei dies schon heute möglich, auch die Finanzierung realistisch. Evi Allemann, SP-Nationalrätin und Zentralpräsidentin VCS, widerspricht: «Doppelstöckige Autobahnen lösen das Stauproblem nicht, sondern verschärfen es.» Wer Strassen baue, generiere mehr Verkehr – und in der Folge auch mehr Stau. (feb)

Autosalon Genf Lamborghini Legs

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