Schweiz
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Einbürgerungsgesuch der Familie der Therwiler Handschlag-Verweigerer sistiert

Das Einbürgerungsgesuch der muslimischen Familie der beiden Schüler, die in Therwil BL ihrer Lehrerin den dort üblichen Handschlag verweigern, ist bei den Baselbieter Behörden sistiert worden. Nach dem Medienwirbel will das Amt für Migration die ganze Familie vorladen.



Dass Einbürgerungsgesuche für zusätzliche Abklärungen sistiert werden, sei im Baselbiet nichts Ungewöhnliches. Das kantonale Amt für Migration werde die Familienmitglieder einzeln befragen, sagte ein Sprecher der Sicherheitsdirektion am Montag zur Nachrichtenagentur SDA.

Diese Befragung ist laut dem Sprecher ergebnisoffen. Erst anhand der Antworten zeigten sich allfällige Konsequenzen für den ausländerrechtlichen Status der Familie, die in Ettingen BL lebt. Und erst dann werde über das weitere Vorgehen mit dem Gesuch entschieden. Genaue Termine seien nicht bekannt.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes waren zum Einbürgerungsgesuch keine Details zu erfahren. Der Sprecher mochte auch nicht sagen, wie viele der Kinder neben den Eltern den Schweizer Pass möchten.

Sistierung nach Medienwirbel

Der Entscheid zur Sistierung und Vorladung beim Amt sei «letzte Woche» gefallen. Der Wirbel um die Handschlag-Dispens-Affäre, zu der sogar Bundesrätin Simonetta Sommaruga ihre Meinung kundgetan hat, hält bereits gut zwei Wochen an – und fand selbst internationales Echo.

Die beiden 14- und 16-jährigen Brüder wollen aus religiösen Gründen generell Frauen nicht berühren. Der Jüngere sagte in einem Zeitungsinterview, er habe diese Regel in einer Internetpredigt gefunden. Die Schulleitung der Sekundarschule Therwil BL hatte mit ihnen deswegen vereinbart, dass sie auf den in dieser Schule üblichen Handschlag mit den Lehrpersonen verzichten können.

Diese Praxis gilt an dieser Sek bis auf weiteres. Die kantonale Bildungsdirektion hat indes ein Rechtsgutachten bestellt, ob und wie Anstandsregeln durchzusetzen sind. Im Kantonsparlament sind mehrere Vorstösse eingereicht worden, die religiöse Sonderreglungen verbieten wollen.

Die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) hatte inzwischen bereits verlauten lassen, dass ein Händedruck zwischen Mann und Frau «theologisch erlaubt ist» für eine einfache Begrüssung. In der islamischen Tradition sei Höflichkeit gegenüber allen wichtig, und zur Begrüssung gebe es unterschiedliche Bräuche. (wst/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chrigu91 18.04.2016 22:51
    Highlight Highlight Also ich persönlich bin auch dagegen, dass diese Familie eingebürgert wird. Trotz der Tastsache, dass ich angeblich ein linker Gutmensch sein soll :)
  • Saul_Goodman 18.04.2016 19:39
    Highlight Highlight spielt ja eigentlich keine rolle, den ich glaube diese familie hätte im moment null chancen an einer gemeindeversammlung eingebürgert zu werden. besser für sie wenn das erst mal auf eis gelegt wird.

    die sache im stillen zur regeln war ja auch nie in ihrem interesse
    • stiberium 26.04.2016 08:34
      Highlight Highlight http://www.watson.ch/Schweiz/Interview/265297522-Diese-Frau-brachte-den-Fall-Therwil-ins-Rollen
    • Saul_Goodman 26.04.2016 13:20
      Highlight Highlight es ist mir schon klar, dass die familie den fall nicht zur presse gebracht hat. aber wie gesagt, seit er publik ist hat sich die familie weder um eine lösung noch um deeskalation bemüht... ganz im gegenteil.
      wer sich noch den izrs als schützenhilfe holt ist quasi als uneinsichtig und querulant 'überführt'.
    • stiberium 26.04.2016 14:10
      Highlight Highlight Würdest du dich trauen wenn auf Umwegen dein Glaube an den allmächtigen und ewigen Gott Jehova im nationalen Fernsehen bekannt gemacht wird, die Gesellschaft schlecht über dich und deinen Glauben spricht? Du stellvertretend für eine ganze Religion Aussagen machen sollst. Ich versteh dich, aber auch das Stillschweigen der Familie, denn in ihrem Interesse war es bestimmt nicht, dass es zur nationalen, fast globalen Diskussion wird.
  • URSS 18.04.2016 19:05
    Highlight Highlight Es wird keine islamisierung geben. Auch in 100 Jahren nicht. Nicht bei uns und nirgendwo anders.
    Niemand braucht sich zu fürchten vor ein paar Salafisten. Auf der Erde leben 5,4 Milliarden nichtmuslime . Und 5,4 Milliarden haben kein Interesse an dieser Religion .
    Vorsichtig müssen wir sein und im Rahmen des Rechtstaates ihre Forderungen ablehnen die nur Spalten .Zum Beispiel dieser IZRS und IS Sympathisantenfamilie den Antrag auf das Schweizer Bürgerrecht zu sistieren.
    • TheMan 18.04.2016 20:48
      Highlight Highlight Da musst du definitiv die Roserote Brille ablegen. In Teilen Londons wurde bereits die Sharia eingeführt. In Schweden denk ich auch. Und diese Mutti die alle bei sich haben möchte und sagt das Schafen wir schon, wird auch noch Probleme bekommen. Leider ist unser Linkes Gutmenschentum auch Blind und merkt nicht, in welche Gefahr wir laufen.
    • andersen 18.04.2016 23:38
      Highlight Highlight The Man

      Bitte Belegen, wenn Sie hier was schreiben.
      Es gab in England oder in Schweden nie Scharia-Gesetze.
      Sie sind einfach ein liebevoller Aufwiegler.
    • TheMan 18.04.2016 23:55
      Highlight Highlight @ andersen in Teilen Londons. Genau genomme in East London wurde die Sharia bereits eigführt. Siehehttp://www.mirror.co.uk/news/uk-news/sharia-law-alive-well-uk-6957168
      http://m.rp-online.de/politik/ausland/scharia-justiz-erobert-grossbritannien-aid-1.2638409
      In Schweden denke ich wird es eine Untergrundorganisation geben die, dies auch möchte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 18.04.2016 18:16
    Highlight Highlight Wenn sie dermassen chauvinistisch und dumm provozieren, die schule am seil runterlassen und gross medial auftreten, ist eine intervention der fremdenpolizei eine ganz gute idee.
  • Madame 18.04.2016 17:54
    Highlight Highlight Ein Bravo an die Medien. Den Fall derart aufgebauscht, dass zwei Teenagern nun möglicherweise die Zukunft vergalgt wird. Und ein Hurra auf unsere kranke Gesellschaft, die im Sexualkundeunterricht Kindern beibringt, sich nur berühren zu lassen, von wem sie wollen, aber nun aus einem Händedruck eine Nationalgeschichte macht.
    • Stachanowist 18.04.2016 19:21
      Highlight Highlight Wenn sie Ihrer Chefin in spe bei ein Bewerbungsgespräch den Händedruck verweigern, ist ihre Zukunft ohnehin vergeigt. Mein Mitleid gibt's dafür nicht.
    • poga 18.04.2016 19:42
      Highlight Highlight Nein @Madame diese Chance verbauen sie sich selber. Oder deren Eltern. Oder der IZRS. Aber den Medien soll man nicht die Schuld geben oder der Gesellschaft. Man kriegt hier viele Chancen und muss nicht allzu viel dafür aufbringen.
    • Bobo B. 18.04.2016 20:23
      Highlight Highlight Personen resp. Meinungen, wie diejenige von Madame werden mir immer ein Rätsel bleiben. Mit dem Gedankengut, dass von den Betroffenen offenbart wird, haben sie tatsächlich keine Zukunft in diesem Land. Und das ist auch gut so...
  • Theor 18.04.2016 17:08
    Highlight Highlight Abschieben können wir sie nicht. Integrieren wollen wir sie nicht mehr. Wir könnten Weltmeister werden im Radikalisieren von Andersgläubigen.

    Ansonsten bleibe ich bei meinen bisherigen Aussagen zu dem Thema: Was erlaubt ist, entscheidet alleine Schweizer Recht. Was ein islamisches Gottesgesetz sagen will, wäre mir da Piepegal. Schutz der Religionsfreiheit ebenfalls anhand schweizerischem Recht (Verfassung) - und da der handschlag nicht gesetzlich geregelt ist, ist dass was die beiden Jungen machen höchstens moralisch verwerflich.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 18.04.2016 17:08
    Highlight Highlight
    Play Icon
    wieso kommt mir immer der film in den sinn?
  • Dä Brändon 18.04.2016 16:44
    Highlight Highlight Ja und jetzt sollen wir Mitleid mit dieser Familie haben oder was? Das sind Spinner die immernoch so leben wie vor 1000 Jahren.
    • Fabio74 18.04.2016 18:50
      Highlight Highlight Vor 1000 Jahren war der Nahe Osten und die Einflussphäre wesentlich weiter entwickelt als Europa,das in Dunkelheit zurück fiel
    • URSS 18.04.2016 19:39
      Highlight Highlight Vielleicht vor 1000 Jahren. Dieses Mal dunkelts im Morgenland ...

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