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Gewaltvideos und Pornos im Arbeitschat – die Basler Polizei gerät in Kritik

Gewaltvideos und Pornos im Arbeitschat – die Basler Polizei gerät in Kritik

23.05.2022, 09:2723.05.2022, 12:41

Die Basler Polizei muss von überall immer wieder Kritik einstecken. Vor allem in linken politischen Kreisen wird der Vorwurf laut, dass unverhältnismässig viel Gewalt eingesetzt werde.

Besonders bei einer Polizeitruppe soll es immer wieder zu gewalttätigen, strafrechtlich relevanten Zwischenfällen gekommen sein. Dies zeigen Recherchen von «SRF Investigativ». So wurden mehrere Polizisten dieser Truppe von der Justiz verurteilt.

Die Polizei des Kantons Basel-Stadt konnte den mutamsslichen Droher festnehmen. (Symbolbild)
Der Basler Kantonspolizei wird oft vorgeworfen, unverhältnismässig viel Gewalt einzusetzen.Bild: sda

Den Einsatzzug gibt es seit dem Jahr 2007. Er rückt aus bei Fussballspielen, Demonstrationen oder bei Einsätzen im Drogenmilieu. Wie viele Polizisten die Truppe umfasst, möchte die Polizei nicht bekannt geben.

In den vergangenen sechs Monaten musste die Justiz allerdings bereits drei Urteile gegen ehemalige Angehörige der Truppe fällen. Darunter war auch ein langjähriger Gruppenleiter. Im internen Whatsappchat habe dieser immer wieder brutale Gewaltvideos und Pornos an seine Mitarbeitenden geschickt. Aus diesem Grund wurde er von der Staatsanwaltschaft für die Verbreitung von Gewaltdarstellung und Pornographie verurteilt.

Im Strafbefehl werden Details über die versandten Filme genannt. In einem Film vom August 2018 werde gezeigt, «wie einer Person wegen einer Detonation in einem angrenzenden Gewässer die ganze Hand abgerissen wird.» Bei einem weiteren Video gerät ein Velofahrer unter einen Lastwagen und wird so verletzt, dass Blut spritzt.

Wie Polizeikommandant Martin Roth gegenüber «SRF Investigativ» sagt, toleriere man solches Verhalten überhaupt nicht:. «Das hat man ja gesehen, das wollen wir nicht zulassen, wir handeln auch sofort. Und es ist dann auch zur Kündigung gekommen.»

In diesem Jahr wurden zwei weitere Urteile gegen ehemalige Mitglieder des Einsatzzuges erlassen. Ihnen wird Amtsmissbrauch und einfache Körperverletzung vorgeworfen. Eines der beiden Urteile ist rechtskräftig.

Martin Roth betont, dass es sich dabei nur um Einzelfälle handle. Es sei nicht so, dass die Truppe ein systematisches Gewaltproblem habe. (saw)

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