Schweiz
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Die 34-jährige Il-62 bei der Landung in Basel. bild: easyspotting

Russischer Uralt-Frachtjet fliegt von Basel nach Syrien – das steckt dahinter

Einst war sie der Stolz der sowjetischen Luftfahrtindustrie: Die letzte flugtüchtige Ilyushin Il-62 landete am Euroairport und transportierte eine Spezialfracht nach Damaskus. Der Trip wirft Fragen auf.



Flugzeugspotter konnten ihr Glück kaum fassen: Am Dienstagmorgen landete eine vierstrahlige Maschine vom Typ Ilyushin Il-62 in Basel und hinterliess beim Aufsetzen eine gigantische Rauchwolke. Der 34-jährige Jet gehörte einst der DDR-Airline Interflug und ist das letzte flugtüchtige Modell in Europa. Mittlerweile fliegt die altehrwürdige Maschine als Frachtjet für die weissrussische Rada Airlines, die für ihre abenteuerlichen Spezialflüge bekannt ist.

Die Landung im Video:

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Video: YouTube/Rudi van Goch - Aviation Videography

Die Mission

Die aktuelle Mission hatte es ebenfalls in sich. Denn die Il-62 flog von Basel direkt in die syrische Hauptstadt Damaskus. Laut Informationen von Skynews.ch transportierte der Russen-Jet Medikamente eines in Basel ansässigen Pharmaunternehmens in die Krisenregion. Offenbar handelt es sich um eine 600 Kilo schwere Ladung, die eigens gekühlt werden musste. Auf Anfrage von watson bestätigt der Euroairport, dass es sich um einen Transport von Hilfsgütern handelte.

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Die Il-62 der Rada Airlines flog direkt von Basel nach Damaskus. bild: https://twitter.com/Gerjon_

Das Risiko

Aber warum ist ausgerechnet ein russischer Uralt-Frachter einer weissrussischen Airline nötig, um Medikamente aus der Schweiz nach Damaskus zu transportieren? «Es findet sich derzeit kaum eine Airline, die freiwillig nach Syrien fliegt. Denn bei Flügen in Krisenregionen besteht immer ein Risiko», sagt Hansjörg Bürgi, Aviatik-Experte und Chefredaktor von skynews.ch.

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Computer? Fehlanzeige! Blick in das Cockpit einer Il-62. bild: zvg/interflug.biz

Die Bruchlandung im Sudan

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2018 kam die Il-62 in Khartum von der Piste ab. bild: twitter

Die 34-jährige Maschine hat schon allerlei durchgemacht: Eine der Spezialmissionen führte die Il-62 im Juli 2018 in die sudanesische Hauptstadt Khartum. Bei der Landung kam der Raritäten-Jet von der Piste ab. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden, der Jet konnte repariert werden.

In this Sept. 25, 2016, file photo, a remote-controlled F-16 fighter jet lands in front of an Air Koryo commercial airplane at the Kalma Airport after a flight demonstration in Wonsan, North Korea. There's a fine line between North Korea's military and its private sector. To augment the already huge share of the country's limited national resources earmarked for defense, North Korean military units control everything from restaurants to farms to the flagship airline, Air Koryo. (AP Photo/Wong Maye-E, File)

Il-62 der nordkoreanischen Air Koryo. Bild: AP/AP

Die zweite, derzeit noch zivil eingesetzte Il-62 betreibt übrigens die nordkoreanische Fluglinie Air Koryo. Diktator Kim Jong-un vertraut der Maschine offenbar nicht mehr. Für seinen Trip nach Singapur benutzte er 2018 eine Boeing 747 der China Airlines.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Glenn Quagmire 30.01.2020 09:00
    Highlight Highlight Teilweise überfliegt eine Antonow der Cavok Air die Schweiz. Brummt ordentlich das Ding.
  • Genti 29.01.2020 23:29
    Highlight Highlight Mein letzter Flug mit einer Ilyushin 114 war alles andere als vertrauenserweckend. Einige Sitze hatten keine Rückenlehne mehr und die Rückenlehne konnten nach unten geklappt werden. Und die 114 ist ein neueres Modell.
  • buffettino 29.01.2020 19:59
    Highlight Highlight Kim Jong Un hat nicht eine 747 von China Airlines (taiwanesische Fluggesellschaft) verwendet, sondern eine von Air China (Fluggesellschaft der Volksrepublik China).
  • Erich89 29.01.2020 19:14
    Highlight Highlight Vorwärts immer rückwärts nimmer....das waren noch schöne Flugzeuge.
    • Der Rückbauer 30.01.2020 19:05
      Highlight Highlight Wie bei den Autos. Früher einladend, offen, hell, bequem. Heute fahrbare Kriegserklärungen mit Schiessscharten und furcherregendem Geröhre wie Stukas.
  • TheRealSnakePlissken 29.01.2020 19:08
    Highlight Highlight Im März "erwischte" ich an einem Sonntagmorgen zufällig eine Il-62 mit der Kennung RA-86539 mit Jahrgang 1983 am Zürcher Flughafen. Betreiber soll die russische Luftwaffe sein. Man murmelte etwas von einem Herrn Putin, der seine in der Schweiz lebende Tochter besuche ... Kennt den zufällig jemand?
    Benutzer Bild
    • TheRealSnakePlissken 29.01.2020 21:01
      Highlight Highlight War März 2012
  • tripod 29.01.2020 18:43
  • Don Alejandro 29.01.2020 18:34
    Highlight Highlight Jetzt mal vom politischen abgesehen, es ist schön eine IL 62 mal wieder zu sehen. Ich erinnere mich an einen Flug mit einer TU 134, in der Kabine war es so laut wie bei einem Rockkonzert. Die negative V-Stellung der Hauptflügel verlieh mehr Stabilität und niedrigere Anfluggeschwindigkeiten, war jedoch aufgrund der Aerodynamik und der Effizienz der Triebwerke sowjetischer Bauart Spritfresser sondergleichen.
  • El Vals del Obrero 29.01.2020 18:20
    Highlight Highlight Von den politischen Hintergründen her natürlich nicht gut.

    Aber rein aus Techie-Sicht finde ich solch "pragmatische" Sowjet-Technik denoch faszinierend (ausser vielleicht bei AKWs ...). "No frills" und etwas weniger Sicherheit, aber sie läuft und läuft und läuft und wenn doch nicht kann man sie reparieren und es ist nicht alles der Software unterworfen.
  • Ton 29.01.2020 18:12
    Highlight Highlight Die Rauchwolke bei der Landung entsteht bei jedem Flugzeug, da die Reifen von Stillstand auf 160km/h und mehr beschleunigt werden. Sozusagen ein Burn-Out, nur verkehrt herum.
    Beim Start kann es aber von den alten russischen Triebwerken tatsächlich etwas rauchig werden.
    • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 30.01.2020 08:34
      Highlight Highlight Dazu kommt, dass es wegen des starken Seitenwindes, eine deftige Schiebelandung war. Vor allem beim ersten Aufsetzen sieht man deutlich, dass die Räder überhaupt nicht in Rollrichtung waren. Das gibt ziemlich Gummiabrieb.
  • stolca 29.01.2020 17:54
    Highlight Highlight Das interessante an dieser Meldung ist nicht, dass ein altes Flugzeug von der Schweiz nach Syrien fliegt, sondern die Information bezüglich der Fracht.
    Für wen sind diese Medikamente bestimmt?
    Ich weiss schon, dass es Medikamente gib, die auf einen einzigen Menschen massgeschneidert sind und die termingenau am Ziel ankommen müssen, weil sie sonst wirkungslos sind. Das sind erste Welt Probleme.
    In Syrien aber toben ein Bürger- UND ein Stellvertreterkrieg. Grosse Teile der Bevölkerung sind von medizinischer Versorgung ausgeschlossen.

    Das ist stossend.
    • ursus3000 29.01.2020 18:17
      Highlight Highlight Vielleicht sind es ja Lebendimpfstoffe wie die gegen Typhus . Und was ist jetzt stossend daran ? Ich glaube für Spezialbehandlungen die Millionen Kosten wären die Leute in die Schweiz gekommen
    • El Vals del Obrero 29.01.2020 18:32
      Highlight Highlight Da Damaskus ja unter Kontrolle von Assad steht, ist ja klar, dass Bewohner in Gebieten, die nicht vom Regime kontrolliert werden, davon nichts haben werden.

      Aber andererseits ist es auch ein Frage, ob es ethisch vertretbar ist, (zufällige) Bewohner von regierungskontrollierten Gebieten, die evtl. nicht der Machtelite angehören, auch medizinisch zu boykotieren.
    • buffettino 29.01.2020 20:07
      Highlight Highlight Es steht doch, dass es sich um Hilfsgüter handelt. Klar, die kommen wohl dem Regime zugute, aber auch da gibt es Zivilisten. Inwiefern es bei Lieferungen in Kriegsgebiete von speziellen Medikamenten z.B. für Kombattanten Ausfuhrbeschränkungen gibt, weiss ich nicht. Ich nehme aber angesichts des regen Waffenexports in mehrheitlich nicht-demokratische Länder an, dass das hierzulande niemanden interessiert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Raphael Stein 29.01.2020 17:39
    Highlight Highlight Warum?

    Das hängt damit zusammen, dass die Besatzung diese "uralten" Maschine mehr oder weniger immer im Krisenmodus fliegen kann.
    Und wer mal damit geflogen ist, wird wissen warum.
  • eightball 29.01.2020 17:24
    Highlight Highlight Diese Piloten dürfen sich auf jedenfall noch Piloten nennen. Die haben noch eine solide Basis an Wissen und Erfahrung. Die drücken auf der Risikokalkulation gegenüber dem veralteten Flieger positiv entgegen.
  • Geysir 29.01.2020 17:05
    Highlight Highlight 34 jahre ist gerade für ein fracht flugzeug nicht so alt wie es auf den ersten blick scheint. So ist bei swiss ein grossteil der Ferienflieger zwischen 20 und 25 jahre im dienst. Diese werden zwar zur zeit ersetzt, aber gerade passagiermaschienen die zu frachter umgebaut werden (wie die il-62) haben dann nochmal eine solche lebensdauer vor sich.
    • Stamix 29.01.2020 18:00
      Highlight Highlight wahr, wahr...
      und stossen heftig mehr an Schadstoffen aus, als neuere Maschinen - verständlich.

      600kg nach Damaskus. wie gross wäre der Ausstoss bei einer A320neo gewesen? resp. um wieviel liessen sich die Schadstoffe in der Luftfahrt redizieren, wenn moderneres Gerät zum Einsatz käme? resp um wieviel Prozent hätte sich die Fracht bei effizientem Gerät verteuert?

      Ich denke die Frachtfliegerei hat grosses Einsparpotential
    • Ghandi88 29.01.2020 23:12
      Highlight Highlight Die Frage weiter verfolgt, wie viel graue Energie steckt im vorhandenen Flieger und wie viel CO2 muss ausgestossen werden um einen neuen A320Neo zu produzieren? Und wie viele Flüge muss er absolviert haben um die Differenz zu begleichen?
    • Roman h 30.01.2020 03:14
      Highlight Highlight @Stamix
      Es geht hierbei aber nicht um CO2, Geld oder effizient.
      Man konnte nicht aussuchen welches Flugzeug man nimmt, man musste das nehmen was da war.
      Es gab 2 Möglichkeiten

      1. Das alte Flugzeug nehmen und somit Menschen helfen

      2. Kein Flugzeug nehmen und den Menschen nicht helfen

      Da gibt es kein Einsparpotential
  • Joe Smith 29.01.2020 16:55
    Highlight Highlight Gemäss ihrer Internetseite operiert Rada nicht eine sondern zwei IL-62M.
    • ghawdex 29.01.2020 21:38
      Highlight Highlight Das schreiben sie. Effektiv haben sie aber nur eine mit der Registrierung EW-450TR.
  • Ricardo Tubbs 29.01.2020 16:41
    Highlight Highlight hab zwar keine ahnung von flugzeugen, aber der vogel sieht richti cool (und gar nicht alt) aus.

    das cockpit ist ein traum...alles schön analog.
  • cheko 29.01.2020 16:34
    Highlight Highlight Müssen Könner am Werk sein die so eine Uralt-Maschine noch fliegen (können).
  • Triple 29.01.2020 16:27
    Highlight Highlight PS: Dass die Nordkoreanische IL-62 nicht sicher ist hat wohl eher mit der mangelnden Wartung wie mit dem Flieger an und für sich zu tun.
  • Triple 29.01.2020 16:23
    Highlight Highlight Oh waren dass noch spannende Zeiten, Als die Aeroflot regelmässing mit Tupolev TU-134 und selten mit Iljuschin Il-62 anflog :-)
  • PlayaGua 29.01.2020 16:23
    Highlight Highlight Und welche Fragen wirft der Trip auf?
  • ursus3000 29.01.2020 16:15
    Highlight Highlight Sie hätten auch eine B 737 MAX nehmen können . Die wäre auch "sicher" runtergekommen
    • Arthur Sunil 30.01.2020 08:55
      Highlight Highlight Ja, in Bassersdorf. Sie wollten aber bis nach Syrien.

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