Schweiz
Bern

Neugeborenes in Plastiksack gelegt: Mutter im Berner Jura vor Gericht

Neugeborenes in Plastiksack gelegt und deponiert: Mutter im Berner Jura vor Gericht

10.02.2021, 15:2111.02.2021, 15:41

In Moutier BE steht seit Mittwoch eine junge Frau wegen Kindstötung vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, im Januar 2019 ihr Neugeborenes in einen Plastiksack gelegt und auf einem Parkplatz in Reconvilier BE deponiert zu haben.

Die Staatsanwaltschaft verlangte für die 20-jährige Frau eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten, die Verteidigung eine bedingte Geldstrafe. Die Angeklagte bestreitet die Tat nicht. Sie ist geständig, ihr Neugeborenes getötet oder zumindest dessen Tod in Kauf genommen zu haben.

Den Plastiksack mit dem neugeborenen Baby hatte sie auf einem Schneehaufen abgelegt. Dort fanden Strassenarbeiter das leblose Neugeborene. Untersuchungen zeigten, dass das Kind unverletzt war.

Die junge werdende Mutter hatte ihre Schwangerschaft bis zuletzt verdrängt. Dementsprechend sei sie bei der Geburt völlig hilflos und verwirrt gewesen, räumte Staatsanwalt Pascal Fischer ein. Trotzdem habe die Frau eigennützig gehandelt.

«Wir brauchen eine Strafe, die etwas härter ausfällt, weil wir damit besser vorankommen», sagte Pascal Fischer mit Blick auf die Zukunft der Angeklagten.

Die im Strafgesetzbuch vorgesehene Höchststrafe für eine Mutter, die ihr Kind während oder noch unter dem Einfluss der Geburt umbringt, beträgt maximal drei Jahre.

Für die Verteidigung war der Vorwurf der Kindstötung unstrittig. Anwalt Gwenaël Ponsart forderte, dass seine Mandantin ihre ambulante Therapie fortsetzen könne.

Der biologische Vater des Kindes gab an, bis zum Ende der Beziehung mit der Frau nicht gewusst zu haben, dass die Angeschuldigte schwanger war. Als Privatkläger verlangt er eine Genugtuung. Das Urteil wird am Montag erwartet. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Mann stirbt in Zermatt VS bei Sturz in Gletscherspalte
Ein 55-jähriger US-Amerikaner ist am Montag auf dem Breithornplateau oberhalb von Zermatt VS in eine Gletscherspalte gestürzt und ums Leben gekommen. Weshalb sich der Mann in den gesperrten Bereich beim Klein Matterhorngletscher begeben hatte, war zunächst unklar.
Zur Story