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Palästina-Demo in Bern: Juristen-Team kritisiert Vorgehen der Polizei

Video: extern/Reuters / Raimond Lueppken

Harter Einsatz, lange Einkesselung: Juristen-Team kritisiert Vorgehen der Polizei in Bern

12.10.2025, 19:3013.10.2025, 09:11

Das fünfköpfige Beobachtungsteam der demokratischen Juristinnen und Juristen Bern kritisiert nach der unbewilligten Pro-Palästina-Demonstration in Bern den Einsatz von Zwangsmitteln und die lang andauernde Einkesselung durch die Polizei. Es stelle sich die Frage nach der Verhältnismässigkeit.

An der Medienkonferenz zur unbewilligten Palaestina-Kundgebung vom Samstag 11. Oktober 2025 in Bern liegen auf einem Tisch Gegenstaende und Material, die von den Demonstrierenden gezuendet oder verwen ...
Dieses Material haben die Demonstranten am Samstag eingesetzt.Bild: keystone

Die demokratischen Juristinnen und Juristen schränkten allerdings ein, es sei ihnen nicht möglich gewesen, die ganze Demonstration zu beobachten. In vielen kritischen Situationen seien die Beobachtenden ebenso wie Medienschaffende von der Polizei weggeschickt oder physisch zurückgedrängt worden, hiess es am Sonntag in einem Communiqué.

Video: extern/Reuters / Raimond Lueppken

Die Situation bezeichnete das Juristenteam als unübersichtlich. Schnell sei zwischen gewalttätigen und friedlichen Demonstrierenden sowie Passanten nicht mehr zu unterscheiden gewesen. Der Wasserwerfer hätten unterschiedslos alle getroffen.

Das Wasser sei mit Reizstoffen versetzt gewesen, das zeigten Husten- und Tränenreaktionen. Eine Person sei durch den Wasserwerfer am Auge verletzt und dann von der Polizei am Zugang zu medizinischer Hilfe gehindert worden.

An der Medienkonferenz zur unbewilligten Palaestina-Kundgebung vom Samstag 11. Oktober 2025 in Bern liegen auf einem Tisch Gegenstaende und Material, die von den Demonstrierenden gezuendet oder verwen ...
Weitere Gegenstände ...Bild: keystone
An der Medienkonferenz zur unbewilligten Palaestina-Kundgebung vom Samstag 11. Oktober 2025 in Bern liegen auf einem Tisch Gegenstaende und Material, die von den Demonstrierenden gezuendet oder verwen ...
... welche die Protestierenden bei sich hatten.Bild: keystone

Die Einsatzkräfte hätten zudem teilweise Gummigeschosse aus kurzer Distanz und deutlich sichtbar in Kopfhöhe abgefeuert. Die Eingekesselten hätten bis zu zwölf Stunden in der Schauplatzgasse ausharren müssen. Nach längerer Zeit hätten sie Tee erhalten.

Wärmende Decken seien ihnen trotz Wasserwerfereinsatz und Temperaturen um sieben Grad verweigert worden. Insgesamt zeigen sich die demokratischen Juristinnen und Juristen über den «massiven Polizeieinsatz bestürzt». Sie stellen dessen Grundrechtskonformität in Frage. (rst/sda)

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542 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Haarspalter
12.10.2025 19:42registriert Oktober 2020
„Wärmende Decken seien ihnen trotz Wasserwerfereinsatz und Temperaturen um sieben Grad verweigert worden.“

Und die Gipfeli für die Zuschauer waren nicht mehr ganz frisch.
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Meiniger
12.10.2025 19:35registriert April 2016
Wtf. Was bin ich lesend? Nachdem die halbe Stadt auseinander genommen wurde?
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DerUhu
12.10.2025 19:39registriert Dezember 2019
Ist das jetzt echt deren Ernst? 😮 Wie beurteilen diese tollen Juristen denn die "Grundrechtskonformität" der ganzen Sachbeschädigungen an öffentlichem und privatem Eigentum und Körperverletzungen an Staatsbediensteten welche die Chaoten verursacht haben und vom Rest der Demo anscheinen gebilligt worden sind? 🤦‍♂️
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