Schweiz
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Bundesraetin Doris Leuthard spricht zur Botschaft zum Ausbauschritt 2035 des strategischen Entwicklungsprogramms Eisenbahninfrastruktur, am Mittwoch, 31. Oktober 2018, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Kurz vor ihrem Rücktritt spricht Medienministerin Doris Leuthard nochmals Tacheles mit den Journalisten. Bild: KEYSTONE

Gratiszeitungen abschaffen und «mimosenhafte» Journalisten – Leuthard spricht Klartext



Kurz vor ihrem Rücktritt hat Medienministerin Doris Leuthard am Journalismustag in Winterthur einen kritischen Blick auf die Branche geworfen. Gratiszeitungen würde sie sofort abschaffen - und manch einen Journalisten hat sie als «mimosenhaft» erlebt.

In ihren acht Jahren als Medienministerin hat Doris Leuthard eine wichtige Phase in der Medienbranche begleitet: Digitalisierung, Verlegerstreit, in jüngster Zeit auch Konzentrationen und Stellenabbau. Kurz vor ihrem Rücktritt hat die CVP-Bundesrätin am Donnerstag am Journalismustag des Vereins Qualität im Journalismus deutliche Worte gefunden.

«Gratiszeitungen würde ich sofort abschaffen», sagte sie, «ich habe nie verstanden, wie man publizistische Leistung gratis anbieten kann». Auch für das Tempo in der Branche hat Leuthard wenig Verständnis. Sie hätte nicht so lange gewartet mit der Digitalisierung, sagte sie. Wenn man die Entwicklung verschlafen habe, sei man auch durch Millionen vom Staat nicht zu retten.

Jetzt müssten die Medienhäuser ihre Konzepte in einer elektronischen Welt darlegen und in publizistische Tätigkeiten investieren.

ARCHIVBILD --- ZUM RUECKTRITT VON BUNDESRAETIN DORIS LEUTHARD STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Bundespraesidentin Doris Leuthard haelt das Schweinchen an der offiziellen Eroeffnung der Ostschweizerischen Land- und Milchwirtschaftlichen Ausstellung OLMA 2010 am Donnerstag, 7. Oktober 2010, in der Olma Halle in St. Gallen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Fühlte sich bei Journalisten nicht nur unwohl: Doris Leuthard. Bild: KEYSTONE

«Jeder Bundesrat ist eitel»

Auch auf ihre persönlichen Erfahrungen mit Journalistinnen und Journalisten ging Leuthard ein. Wenn man Medienleute kritisiere und Fehler nachweise, dann reagierten sie mitunter «absolut mimosenhaft». Natürlich sei es die Rolle der Medien, Akteure kritisch zu begleiten. Aber dann müssten sie recherchieren und nicht einfach abschreiben.

Als Frau in der Politik habe sie Ungleichbehandlung erlebt, auch durch die Medien. Über Bundesrätinnen werde anders berichtet als über Bundesräte. Konkrete Beispiele nannte sie auf Nachhaken von Moderator Franz Fischlin jedoch nicht. Sie könne es nicht verstehen, dass heute dasselbe passiere wie vor 20 Jahren und dass junge, gut ausgebildete Journalistinnen und Journalisten derart berichteten.

Dennoch wird Leuthard die Medien vermissen. «Jeder Bundesrat ist eitel», sagte sie. Jeder sei auf die Medien angewiesen, und jeder fühle sich geschmeichelt, wenn er positiv in einem Kommentar vorkomme.

Die 55-jährige Doris Leuthard ist 2006 in den Bundesrat gewählt worden. Seit 2010 steht sie dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) vor. Im September hat sie ihren Rücktritt auf Ende Jahr bekannt gegeben. (leo/sda)

Doris Leuthard – ihre Karriere im Rückblick

Der bewegende Abschied von Doris Leuthard

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Richu 23.11.2018 13:33
    Highlight Highlight Interessant ist auch die Tatsache, dass gerade kürzlich eine Untersuchung im Auftrage des Bundes ergeben hat, dass die Zeitung "20minuten" den meisten Einfluss auf die Meinungsäusserung von Herrn und Frau "Schweizer" hat!
  • mherzog 23.11.2018 11:56
    Highlight Highlight Dass sich viele gar keine teure Zeitung leisten können, denkt man auch daran? Wenn man sich so äussert und alles selbst nicht bezahlen muss?
  • Hans Jürg 23.11.2018 09:56
    Highlight Highlight Ich war erst begeistert vom Statement und dachte, Ja! dieses elende 20Minuten und Blick am Abend gehören verboten!

    Aber dann klickte ich auf die Watson App und mir wurde plötzlich klar: Gratiszeitung ist nicht gleich Gratiszeitung und besteht nicht nur aus den Dumpfbacken-Zeitungen. Watson ist auch eine Gratiszeitung. Wenn wir 20Minuten und BAM verbieten, dann müsste auch Watson verboten werden. UND DAS WILL ICH NICHT!!!

  • Butzdi 23.11.2018 08:04
    Highlight Highlight ‘Alte’ Digitalisierugsregel: Nichts ist gratis. Wenn etwas nichts kostet, dann bist Du das Produkt.
  • Didabelju68 23.11.2018 06:33
    Highlight Highlight Pressevielfalt darf sein. Ich freue mich immer über gut recherchierten Journalismus, der Werte wie Objektivität und Fairness lebt. Davon behaupte ich, sind die meisten der heutigen Newsmedien entfernt. Die Meinungen werden für die Leserschaft „gemacht“ und die Inhalte sind oft oberflächlich oder einseitig recherchiert. Doch die Leserschaft will „sensationsbehaftete“ und „billige“ Medieninhalte. Verbieten würde ich Gratiszeitungen nicht. Aber ich persönlich habe es in der Hand, welche Medien ich konsumieren will.
  • Schneider Alex 23.11.2018 06:08
    Highlight Highlight Wenn schon Werbefinanzierung von Medien abschaffen, dann zuerst bei der SRG und nicht bei den sogenannten "Gratiszeitungen"!
    • Statler 23.11.2018 09:32
      Highlight Highlight NoBillag-Schlappe immer noch nicht verdaut, was?
  • Fairness_3 23.11.2018 04:40
    Highlight Highlight Als Frau habe sie in den Medien eine Ungleichbehandlung seitens der Medien erlebt, sagt Leuthard. Aber Beispiele bringt sie keine. Naja. Sehr dürftige Argumentation.
  • Gsnosn. 23.11.2018 03:38
    Highlight Highlight Gratis ist nie Gratis
  • Neutralität 23.11.2018 01:13
    Highlight Highlight Es muss immer vom mündigen Bürger ausgegangen werden, ansonsten nimmt die Politik gefährliche Züge an (Bevormundung und missionarisches Verhalten)
    Seien wir doch froh, dass in unserer Zeit noch "Sachen" gratis angeboten werden.
    Wenn ich lust habe, ein Blatt zu lesen, dass Klatsch beinhaltet, dann lese ich dieses Blatt. Es soll mich ja schliesslich unterhalten. Zudem sollte es jedem bewusst sein, dass Gratisblätter der Unterhaltung dienen und nicht der Bildung.
    Leute, die behaupten, sie wissen, was die Bevölkerung braucht und will, sind meines Erachten viel gefährlicher als Gratiszeitungen!
  • Schlange12 22.11.2018 22:59
    Highlight Highlight Das Konzept der Gratisz. war und ist ein sehr gutes Konzept. Leider haben sich aber die Rahmenbedingungen geändert. Deshalb muss überall gespart werden, dass zeigt sich auch in der Qualität der Berichterstattung der Journalisten. Das Phänomen sieht man aber auch bei Fehrnsehen. Auch bei diese brächen die Werbeeinnahmen weg.
    Die Gratiszeitungen sind für die breite Bevölkerung ein sehr gutes und informatives Medium. Das Konzept der Gratiszeitungen war um 2000 genial. Thamedia hat es nicht erfunden sonder nur kopiert. Die Qualität des Journalismuss in den Gratisz. war füher um einiges besser.
  • De Biber 22.11.2018 22:43
    Highlight Highlight Hat da jemand gesagt 'Klugscheissereien aus dem Elfenbeinturm'?
    • phreko 23.11.2018 01:40
      Highlight Highlight Welcher Elfenbeinturm? Aus was besteht er? Was macht ihm aus?
  • Aglaya 22.11.2018 22:00
    Highlight Highlight Ich sehe es durchaus auch so, dass über Bundesrätinnen zumindest teilweise anders berichtet wird als über Bundesräte. Bei den Männern sind Frisur und Kleidung nur selten ein Thema in den Medien (Ausnahme: als Leuenberger seinen Schnauz abrasiert hat), während dies bei den Rätinnen (sei es Bundes-, National- oder Stände-) öfters thematisiert wird.
    • Silent_Revolution 23.11.2018 05:34
      Highlight Highlight Danyboy

      Ich bezweifle, dass eine männliche ehemalige First Lady bessere Karten gehabt hätte.
    • Statler 23.11.2018 09:35
      Highlight Highlight @Silent: wenn es eine(n) männliche Ex FLOTUS gäbe, würde das bedeuten, es hätte zuvor einen schwulen POTUS gegeben. Dann würde ich dem männlichen FLOTUS doch sehr reelle Chancen einräumen ;)
  • ströfzgi 22.11.2018 21:59
    Highlight Highlight Seit 20min extrem rechts und Watson extrem Links schreibt, haben bei mir beide an Glaubwürdigkeit eingebüsst.

    Früher wars nicht so und ich wage mal zu behaupten dass Watson hier nicht der "follower" sondern eher der "lassenwirsclickbaiten" ist.

    Wird wohl eh nicht publiziert, aber probieren wir's zum x-ten.
    • Pisti 22.11.2018 22:41
      Highlight Highlight 20min extrem rechts! 😂😂😂
    • sägsäuber 22.11.2018 22:51
      Highlight Highlight Watson extrem links 😳😳😩😩😂😂😂😂😂
  • Cédric Wermutstropfen 22.11.2018 21:13
    Highlight Highlight Es gibt auch gute Journalisten und gute Gratiszeitungen. Aber ja, die meisten Journalisten, so habe ich das Gefühl, gebärden sich als Lehrmeister oder verkannte Politiker, die nicht mehr als schlechte Kolportagen zu Papiere kriegen.
  • Howard271 22.11.2018 21:07
    Highlight Highlight Sie wird uns fehlen... schade, tritt sie zurück.
    • ströfzgi 22.11.2018 23:45
      Highlight Highlight Warum?
    • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 23.11.2018 02:40
      Highlight Highlight Die Frau lebt voll weg von jeglicher durchschnittlicher Realität des Durchschnitt-Semmel, lebend in diesem Land. Ich bin froh ist sie bald weg
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 22.11.2018 20:59
    Highlight Highlight ich habe nie verstanden, wie man publizistische Leistung gratis anbieten kann
    Kann man nicht, zum einen ist die publizistische Leistung von 20 min und Blick relativ überschaubar, zum anderen ist sie nicht "gratis". Der Leser bezahlt mit Zeit und Aufmerksamkeit, diese kann von den Redaktionen an Werbekunden verkauft werden....
  • koks 22.11.2018 20:40
    Highlight Highlight Eine der mächtigsten Frauen in der Schweiz stellt sich als Opfer und Benachteiligte dar. Momol. Was da wohl die 99% der normalen SchweizerInnen darüber denken?
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 22.11.2018 22:25
      Highlight Highlight @koks

      Ich diagnostizieren ein latentes Frauenproblem. Aber das ist nicht schlimm, daran kann man arbeiten.
  • Pasch 22.11.2018 20:25
    Highlight Highlight War mir immer unsympathisch...
    • aglio e olio 22.11.2018 21:11
      Highlight Highlight Gratiszeitungen?
    • Badum-tss 22.11.2018 21:13
      Highlight Highlight Wieso?
      🤔
    • Pasch 22.11.2018 21:20
      Highlight Highlight Das auch 😂 aber ist halt auch zumindest zu unserer Arbeitskultur geworden und wenns nur das Grüppchen ist welches Mittags das Kreuzworträtsel löst oder wie ich der das Horoskop als erstes liest und nur dran glaubt wenns gut ist 😂😂😂...
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