Forensikern boten sich in Crans-Montana Anblicke des Horrors
In der Silvesternacht brannte im Walliser Dorf Crans-Montana eine Bar. Eine Wunderkerze, die auf eine Champagnerflasche gesteckt wurde, hatte Schallabdichtungen in Brand gesetzt. Innerhalb von wenigen Minuten brannte die Bar «Le Constellation» lichterloh. Dabei verloren 40 Menschen ihr Leben, 116 wurden teils schwer verletzt.
Wenige Stunden nachdem der Brand gelöscht wurde und die Verletzten notversorgt und in Spitäler gebracht wurden, trafen die Forensiker in Crans-Montana ein.
Um 06:50 waren sie vor Ort. Sie wurden über den Sachverhalt informiert und die Polizei gab ihnen alle bis anhin bekannten Informationen. Dies steht in einem Untersuchungsbericht, der dem «Blick» vorliegt, wie diese berichten.
Die Forensiker drehten eine Runde durch die abgebrannte Bar, 12 Minuten lang. Sie filmten, was sie sahen. Der Untersuchungsbericht zeigt laut dem Blick, wie schlimm diese Aufnahmen seien. Darauf seien drei Leichen zu sehen, in einer völlig verbrannten Bar. Ein Körper liegt auf dem Tisch, zwei weitere auf dem Boden daneben. Sie alle haben bei dem Brand ihr Leben verloren.
Übersichtsplan zeigt Fundorte
Ein Übersichtsplan des forensischen Instituts zeigt, wo in dem Lokal Leichen und pyrotechnische Gegenstände gefunden wurden. Die Stellen der Leichen sind mit pinkfarbigem Stift markiert, die der Pyrotechnik mit gelbem. Dies berichtet der «Blick».
Auf dem Plan ist besonders um die Treppe, die ins Untergeschoss führt, viel pink zu sehen. Die Forensiker mussten, um in den unteren Stock zu kommen, über die Leichen der jungen Erwachsenen steigen.
In dem Bericht stehe, dass die Forensiker vor dem Mittag und vor der Bergung der Leichen 17 abgebrannte pyrotechnische Fontänen sichergestellt haben. Gegen den Mittag des 1. Januars wurden in einem abgeschlossenen Hinterzimmer 100 Fontänen in einer verschlossenen Schachtel gefunden.
In einer Tasche bei der Lounge des Lokals entdeckten die Forensiker acht Bodenknaller. Diese sind in der Schweiz verboten, weil sie als «nicht sicher in der Handhabung» gelten. Wem die Tasche gehört, ist nicht klar.
Zur Benutzung der Fontänen und den Sicherheitsvorkehrungen wird das Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti während des Prozesses befragt. Der nächste Prozesstag ist am Donnerstag, dem 22. Januar. (nib)
