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Crans-Montana: Das sahen die Forensiker in der Bar Le Constellation

Forensikern boten sich in Crans-Montana Anblicke des Horrors

21.01.2026, 09:4321.01.2026, 09:55

In der Silvesternacht brannte im Walliser Dorf Crans-Montana eine Bar. Eine Wunderkerze, die auf eine Champagnerflasche gesteckt wurde, hatte Schallabdichtungen in Brand gesetzt. Innerhalb von wenigen Minuten brannte die Bar «Le Constellation» lichterloh. Dabei verloren 40 Menschen ihr Leben, 116 wurden teils schwer verletzt.

Wenige Stunden nachdem der Brand gelöscht wurde und die Verletzten notversorgt und in Spitäler gebracht wurden, trafen die Forensiker in Crans-Montana ein.

Police officers inspect the area where a fire broke out at the Le Constellation bar and lounge leaving people dead and injured, during New Year’s celebration, in Crans-Montana, Swiss Alps, Switzerland ...
Die Bar ist am Tag nach der Horror-Nacht abgesperrt und verdeckt.Bild: keystone

Um 06:50 waren sie vor Ort. Sie wurden über den Sachverhalt informiert und die Polizei gab ihnen alle bis anhin bekannten Informationen. Dies steht in einem Untersuchungsbericht, der dem «Blick» vorliegt, wie diese berichten.

Die Forensiker drehten eine Runde durch die abgebrannte Bar, 12 Minuten lang. Sie filmten, was sie sahen. Der Untersuchungsbericht zeigt laut dem Blick, wie schlimm diese Aufnahmen seien. Darauf seien drei Leichen zu sehen, in einer völlig verbrannten Bar. Ein Körper liegt auf dem Tisch, zwei weitere auf dem Boden daneben. Sie alle haben bei dem Brand ihr Leben verloren.

Übersichtsplan zeigt Fundorte

Ein Übersichtsplan des forensischen Instituts zeigt, wo in dem Lokal Leichen und pyrotechnische Gegenstände gefunden wurden. Die Stellen der Leichen sind mit pinkfarbigem Stift markiert, die der Pyrotechnik mit gelbem. Dies berichtet der «Blick».

Auf dem Plan ist besonders um die Treppe, die ins Untergeschoss führt, viel pink zu sehen. Die Forensiker mussten, um in den unteren Stock zu kommen, über die Leichen der jungen Erwachsenen steigen.

crans montana decke fängt feuer le constellation silvester 2.1.26
Durch Fontänen wurde die Schallabdichtung in Brand gesetzt und die Bar fing an zu brennen.Bild: x

In dem Bericht stehe, dass die Forensiker vor dem Mittag und vor der Bergung der Leichen 17 abgebrannte pyrotechnische Fontänen sichergestellt haben. Gegen den Mittag des 1. Januars wurden in einem abgeschlossenen Hinterzimmer 100 Fontänen in einer verschlossenen Schachtel gefunden.

In einer Tasche bei der Lounge des Lokals entdeckten die Forensiker acht Bodenknaller. Diese sind in der Schweiz verboten, weil sie als «nicht sicher in der Handhabung» gelten. Wem die Tasche gehört, ist nicht klar.

Zur Benutzung der Fontänen und den Sicherheitsvorkehrungen wird das Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti während des Prozesses befragt. Der nächste Prozesstag ist am Donnerstag, dem 22. Januar. (nib)

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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