freundlich
DE | FR
27
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Coronavirus

Coronavirus: Forscher korrigieren ihre eigene Echinaforce-Studie

Eine Mitarbeiterin einer Apotheke in Z
Das Heilmittel Echinaforce wurde im September in rauen Mengen verkauft.Bild: sda

Forscher korrigieren ihre eigene Echinaforce-Studie

Der pflanzliche Wirkstoff Echinacea scheint gegen Coronaviren zu wirken. Dieser Befund des Labors Spiez sorgte für Schlagzeilen. Nun relativieren die Forscher: Ob das Heilmittel beim Menschen wirkt, ist unklar.
16.11.2020, 10:42

Die Nachricht schlug Mitte September ein wie eine Bombe: Das Naturheilmittel Echinaforce der Thurgauer Firma A. Vogel tötet Coronaviren. Zu diesem Schluss kam eine Studie des Labors Spiez. Der Ansturm auf die Apotheken war daraufhin gross. Innert kurzer Zeit war das Medikament an vielen Orten ausverkauft.

>>> Alle News zum Coronavirus im Liveticker.

In dem Mediengetöse ging damals jedoch eine wichtige Aussage der Forscher unter. Die Studie sage nichts darüber aus, ob Echinaforce auch bei Menschen gegen Coronaviren wirkt, betonten sie. Nun relativieren sie ihre Studie weiter. Im Fachmagazin «Virology» haben die Autoren eine Korrektur zu ihrer ursprünglichen Studie nachgereicht.

Unklare Wirkung im Menschen

Für die virenabtötende Aktivität brauche es einen direkten Kontakt zwischen Viruspartikeln und der Echinaforce-Lösung. Weil das Mittel oral eingenommen werde, sei unklar, wie wirksam es bei Menschen, also in sogenannten In-vivo-Situationen, sei, schreiben die Autoren. Weiter betonten sie, dass alle Hypothesen über die Wirksamkeit von Echinaforce bei Menschen gegen das Coronavirus theoretischer Natur seien und in klinischen Studien bewiesen werden müssten.

Bereits der Bundesrat hatte die Hoffnungen auf Echinacea als Wundermittel gedämpft. In einer Antwort auf einen Vorstoss der Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher schrieb er, dass die Studie des Labors Spiez in keiner Hinsicht die Wirksamkeit gegen das neue Coronavirus im Menschen beweise. Das Schweizerische Register für klinische Versuche (SNCTP) liste zurzeit auch keine bereits bewilligten klinischen Versuche mit Echinacea-Präparaten bei Covid-19 auf. (rwa/bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«NotifyMe»: Die neue App der SwissCovid-Macher gegen Corona

1 / 14
NotifyMe: Die neue App der SwissCovid-Macher gegen Corona
quelle: screenshot: notify-me.ch
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So fährt man im Skigebiet Titlis-Engelberg trotz Corona Ski

Video: sda

Das könnte dich auch noch interessieren:

27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
actualscientist
16.11.2020 13:47registriert Januar 2019
Naja. Sie korrigieren nicht sonder stellen klar. Der title verleited zudenken das in der Studie etwas falsches behauoted wurde. Wurde es aber nicht. Es wurde falsch von aussen kommuniziert.
984
Melden
Zum Kommentar
avatar
i schwörs
16.11.2020 14:14registriert April 2016
Ich meine mich zu erinnern, dass die Forscher bereits bei der ersten Veröffentlichung darauf hingewiesen haben, dass die Wirkung nur im Direktkontakt untersucht wurde, und dass es unklar ist, ob sich eine Wirkung durch eine orale Einnahme des Wirkstoffes zeigen würde. Die Schlagzeilen damals waren jedoch genau so missverständlich, wie diese hier. Die Studie wird nicht "korrigiert", es wurde nichts Falsches behauptet.
741
Melden
Zum Kommentar
avatar
White Whizard
16.11.2020 13:20registriert Oktober 2020
Das war von Anfang an klar, es ging um die in vitro-Wirkung, von in-vivo war nie die Rede. Der ganze Hype danach war völlig unnötig und unverständlich
360
Melden
Zum Kommentar
27
Von der Zuger Villa in die Monaco-Blockwohnung: Vasellas unglaubwürdige Umzugsgeschichte
Daniel Vasella hatte viele Beweise für seinen Umzug vom steuerattraktiven Zug ins steuerbefreite Monaco. Aber weder das fehlende Handy der Frau noch sein Ärger mit einer Krankenkasse konnte die Richter überzeugen.

Glück oder Geld? Daniel Vasella entschied sich im Interview mit dem «Blick» für «Glück». Das war im Mai 2017, also rund eineinhalb Jahre nach seiner offiziellen Rückkehr in die Schweiz. Heute ist klar: Dem einstigen Lenker von Novartis ging es letztlich wohl immer nur ums «Geld», und dabei hatte er nicht immer nur «Glück» – insbesondere nicht mit den Zuger Steuerbehörden.

Zur Story