Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tauben spazieren durch den menschenleeren Hauptbahnhof in Zuerich am Donnerstag, 19. Maerz 2020. Das Schweizer OeV-Angebot wird ab heute, im Zusammenhang mit dem Coronavirus, schrittweise reduziert.(KEYSTONE/Ennio Leanza)

War der Stillstand nötig? Eine Taube im leeren Hauptbahnhof in Zürich. Bild: KEYSTONE

ETH-Forscher zeigen, welche Corona-Massnahmen wie nützlich waren

Zwei ETH-Studien zeigen: Die Epidemie war schon am 21. März unter Kontrolle. Und einige Massnahmen hatten einen geringen Effekt. Die Zahlen bilden die Grundlage für eine Debatte über die Bilanz des Notregimes. Ging der Bundesrat zu weit?

andreas maurer / schweiz am Wochenende



Auf dem Höhepunkt der Covid-19-Krise wusste man nicht recht, welchen Zahlen man trauen konnte. Gesundheitsminister Alain Berset navigierte die Schweiz im «Blindflug», wie er sagte. Es kursierten unterschiedliche Angaben über wichtige Kenngrössen wie die Reproduktionszahl R. Das ist die Ansteckungsrate: An so viele Personen überträgt ein Infizierter das Virus im Durchschnitt.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Jetzt ist der Lockdown vorbei und der Zahlendschungel lichtet sich. Die wissenschaftliche Taskforce, die den Bundesrat berät, ist zum Schluss gekommen, dass die ETH die Reproduktionszahl am besten berechnet. In ihrem täglich aktualisierten Lagebericht verwendet die Taskforce deshalb eine Methode, die ein Team um Professorin Tanja Stadler entwickelt hat. Die 39-Jährige arbeitet für die Systembiologieabteilung der ETH in Basel.

Der Bericht zeigt nicht nur, wie sich die Lage entwickelt, sondern auch, wie sie während des Lockdowns aussah. Fazit: Als sich die Schweiz im Blindflug wähnte, befand sich die Ansteckungsrate längst im Sinkflug. Das Land hatte die Epidemie schon nach der ersten Woche im Lockdown unter Kontrolle. Der Durchbruch lässt sich sogar auf den Tag genau datieren: Seit dem 21. März liegt die Reproduktionszahl unter 1. Seither verbreitet sich das Virus nicht mehr exponentiell.

Bild

Anfang März hatte ein Infizierter im Durchschnitt zwei weitere Personen angesteckt. Seit dem 21. März überträgt ein Infizierter die Krankheit höchstens noch an eine weitere Person. Dennoch verharrte die Schweiz danach noch einen ganzen Monat lang im verordneten Stillstand. Die Kurve hatte das Ziel schon fast erreicht, als der Schweizer Lockdown am 17. März in Kraft trat und die Restaurants und die meisten Läden geschlossen wurden. Waren die harten Massnahmen also wirklich alle nötig?

Im Nachhinein ist es einfach, kritische Fragen zu stellen. Die ersten Berechnungen publizierte die ETH allerdings bereits am 8. April. Die Tamedia-Zeitungen erkannten die Brisanz damals am schnellsten und titelten: «Die Ansteckungsraten flachten bereits vor dem Lockdown ab.»

Wie die ETH Werbung für den Bundesrat machen wollte

Danach geschah etwas Seltsames. Die ETH versuchte, die Schlagzeile wieder aus der Welt zu kriegen. Ein ETH-Sprecher tweetete: «Dieser Titel ist reisserisch, irreführend und falsch.» Stadlers Team verlinkte den Zeitungsartikel auf seiner Institutswebsite und schrieb dazu, welchen Titel sich die Forscher stattdessen gewünscht hätten. Wörtlich: «Das beherzte Eingreifen des Bundesrats hat Wirkung gezeigt.» Offenbar wollte die ETH die Lockdownkritiker nicht unterstützten, im Gegenteil: Sie wollte den Kurs des Bundesrats stützen. Das unnötige Adjektiv «beherzt» entlarvt die Absicht.

Zwei Wochen später korrigierte die ETH ihre Berechnung aufgrund einer verfeinerten Methode, wodurch die Kurve ein paar Tage später unter das kritische Niveau sank und den Verlauf annahm, wie er nun von der Taskforce publiziert wird. Die Hauptaussage blieb dieselbe: Die Ansteckungsraten flachten bereits vor dem Lockdown ab. Der Zeitungstitel war also korrekt.

Der von der ETH vorgeschlagene Titel hingegen ist spekulativ. Welche Massnahmen welche Wirkung hatten, wusste man damals noch nicht genau.

Hätten Hygienemassnahmen und Veranstaltungsverbote genügt?

Der St.Galler Infektiologe Pietro Vernazza kommentierte die ETH-Studie Mitte April auf seinem Blog. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Bundesrat soeben eine Verlängerung des Lockdowns mit dem «Blindflug» begründet. Für Vernazza war die Sicht aber schon damals klar. Er schrieb, die Resultate würden Zündstoff enthalten: «Die einfachen Massnahmen, Verzicht auf Grossveranstaltungen und die Einführung von Hygienemassnahmen, sind hoch wirksam.» Sie hätten die Epidemie fast gestoppt und die Spitäler vor dem Kollaps bewahrt. Die Wortmeldung wurde damals nicht richtig ernst genommen.

Tanja Stadler sagt, sie sei überrascht, wie einseitig ihre Studie zum Teil interpretiert werde. Sie befürworte eine offene Diskussion über die Massnahmen des Bundesrats. Ihre Einschätzung lautet aber: «Der Wert R lag vor dem Lockdown bei 1,2 und wäre mit gleichbleibendem Verhalten nicht mehr weiter gesunken.» Dafür seien zusätzliche Verhaltensveränderungen oder Massnahmen notwendig gewesen. Offen bleibt aber, ob sich die Menschen nicht auch ohne Lockdown vorsichtiger verhalten hätten.

Sebastian Bonhoeffer ist Professor für Theoretische Biologie an der ETH und leitet die Datengruppe der Taskforce, der auch Stadler angehört. Auf die Frage, wie er die schon vor dem Lockdown sinkende Reproduktionszahl interpretiert, sagt er: «Generell hat das Verhalten der Bevölkerung schon damals allein wegen der dramatischen Situation in Italien zur Einschränkung von Kontakten geführt.» Zudem waren Grossveranstaltungen bereits verboten.

Auf Schulschliessungen hätte man wohl verzichten können

Mittlerweile kann man berechnen, welche Massnahme welche Wirkung hatte. Auch diese Daten stammen von der ETH. Stefan Feuerriegel, Professor für Wirtschaftsinformatik, hat mit seinem Team die Auswirkungen der Massnahmen auf die Zahl der Neuinfektionen in zwanzig westlichen Ländern verglichen, auch der Schweiz.

Mit dem internationalen Ansatz können die Massnahmenpakete in ihre Einzelteile zerlegt werden. So wird die relative Effektivität der Massnahmen gemessen. Auf diese Weise schafft es die Studie, Kausalitäten und nicht nur Korrelationen zu berechnen, also inhaltliche und nicht nur zeitliche Zusammenhänge.

Das Resultat: Die meisten Massnahmen führten zu einer Reduktion der Neuinfektionen um mehr als dreissig Prozent. Zwei Massnahmen zeigten jedoch eine deutlich geringere Wirkung. Schulschliessungen hatten lediglich eine Reduktion von acht Prozent zur Folge. Ausgangssperren hatten einen Effekt von nur fünf Prozent.

Bild

Es war also richtig, dass die Schweiz auf einen italienischen oder spanischen Lockdown verzichtet hatte. Aber den Schulbetrieb hätte man möglicherweise weiterführen können. Feuerriegel sagt: «Die Massnahmen zeigten grundsätzlich Wirkung, aber nicht alle im gleichen Umfang.» Das habe man damals aber noch nicht wissen können, da Erfahrungswerte fehlten.

Bei einer zweiten Welle wäre kein Lockdown mehr nötig

Falls es nun allerdings zu einer zweiten Welle kommen sollte, wären gemäss Feuerriegel keine drastischen Massnahmen mehr nötig: «Die Bevölkerung weiss jetzt, was Social Distancing ist. Eine kleine Verschärfung kann dann schon eine grosse Wirkung haben.» Der Lockdown hatte also auch eine erzieherische Wirkung.

Grundsätzlich findet Feuerriegel: «Die Debatte über Sinn und Unsinn der Massnahmen wird in der Schweiz auf einem sehr hohen Niveau geführt.» Dabei könne man auch feststellen, wie wichtig Datenerhebungen seien.

In der Datenforschung ist die ETH schweizweit führend. Den Fauxpas in ihrer Kommunikation hat sie inzwischen eingesehen. Nach einer Anfrage dieser Zeitung hat die Hochschule ihren Titelvorschlag von der Website entfernt.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Leute lassen sich jetzt Corona-Tattoos stechen

Corona-Lockdown: «F*ck dein Bananenbrot! Und dein Sch**sspuzzle!»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

164
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
164Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • My Senf 17.05.2020 10:41
    Highlight Highlight Hm
    Die TA Medien hatten es erkannt
    Und was waren die Titel von watson zu der Zeit?
    Originalton: #StayTheFuckHome
  • smartash 17.05.2020 10:08
    Highlight Highlight Ich bin zutiefst schockiert, wieviele Leute hier gegen eine Analyse der Maßnahmen sind.
    Dinge aufarbeiten, analysieren was gut und was nicht so gut lief, ist doch entscheided für die Zukunft.
    Der Bundesrat hat auf Grund von dem jeweiligen Wissenstand bestimmt richtig gehandelt. Trotzdem muss es erlaubt sein, zu analysieren was man beim nächsten mal (noch) besser machen kann.
    Also bitte, wo genau liegt euer Problem?
  • DemonCore 17.05.2020 06:13
    Highlight Highlight Jap, Herdentrieb und teilweise Kadavergehorsam. Mindestens fachliche Analysen muss man zulassen.

    Ob man den BR/die Eidgenossenschaft für die angerichteten Schäden juristisch zur Verantwortung ziehen soll/kann, ist eine andere Frage.

    Die Situation war schwierig und die Informationslage unklar. Ich wäre wohl für einen Freispruch.

    Man muss aber anerkennen, dass unsere Wirtschaft und Staatsfinanzen massiv gelitten haben.

    Das sind keine abstrakte Grössen. Das sind Einkommen, Zufriedenheit, Gesundheit, Altersvorsorge.
  • DemonCore 17.05.2020 05:35
    Highlight Highlight Alle schiessen gegen die Analyse. Wieso so verkrampft? Es sagt ja niemand der BR hat falsch gehandelt. Aber eine Analyse zur Wirksamkeit der Massnahmen ist durchaus nützlich. Da muss man vlt dann auch etwas hören, was einem nicht so gefällt. Gewisse Massnahmen waren einfach kaum nützlich während andere fast im Alleingang ein Drittel der Neuansteckungen verhindert haben.

    Nur aus Kadavergehorsam auf neue Erkenntnisse zu verzichten ist genau so falsch wie den Bundesrat aus Prinzip zu kritisieren.
  • Philip Sterchi 17.05.2020 03:08
    Highlight Highlight Die Natur zu akzeptieren bedeutet auch, den Tod zu akzeptieren, der auch ein Teil der Natur ist. Philosophisch gesehen stellen wir uns dadurch die Frage, was unsere innere Natur als Mensch ist, ob wir wie Platon und viele andere Philosophen sagen, eine unsterbliche Seele sind. Der Tod begrenzt unsere Lebenszeit und konfrontiert uns mit der Frage, wofür wir unsere Zeit benützen und welchen Sinn wir damit unserem Leben geben wollen. Aus Sicht der Philosophie geht es nicht darum, den Tod zu besiegen. Sondern darum, sein Leben für die Dinge hinzugeben, die man als wertvoll erachtet.
  • Philip Sterchi 17.05.2020 03:04
    Highlight Highlight
    Das Verhalten des Coronavirus erinnert mich an jenes von uns Menschen. Um sich vermehren zu können, schleusen sie ihr Genmaterial in unsere Körperzellen und kapern die „Zellmaschinerie“, um sich selbst zu reproduzieren. Sie kapern also ein Lebewesen, beuten es aus und nehmen dabei selbst den Tod ihres Wirtes (oder ökologischen Systems) in Kauf, nur um selbst eine Zeit lang gut leben zu können
  • Philip Sterchi 17.05.2020 02:55
    Highlight Highlight Natürlich gibt es Situationen, in denen keine statistischen Modelle angewandt werden können z.B. immer dann, wenn keine Erfahrungswerte vorliegen. Verbesserungen des Urteils lassen sich aber auch für solche Situationen erreichen, wenn man sich über die Eigenarten menschlicher Urteile und über systematische Urteilsfehler bei Menschen im Klaren ist, da dann auf dieser Basis Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Ein Seminarbeispiel zeigt, wie man so etwas realisieren kann. Vielleicht läßt sich eine Analogie zum Sport ziehen: nur Übung verbessert die Leistung.
  • Philip Sterchi 17.05.2020 02:55
  • Philip Sterchi 17.05.2020 02:49
    Highlight Highlight Eth studie vom 8. April 2020: https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2020/04/massnahmen-zeigen-wirkung.html
    Von Lockdown zur Lockerung – wie das Coronavirus die Welt auf den Kopf gestellt hat im Zeitverlauf: https://www.nzz.ch/international/coronavirus-vom-lockdown-zu-lockerung-interaktive-grafik-ld.1555627
  • der Nacktmull von nebenan 16.05.2020 22:12
    Highlight Highlight Auf dem Gipfel des Scherbenhaufens
    spricht das abgeschirmte Hirn zu sich selbst:

    Dass das, was die, die fahrlässig vorgaben,
    es voraussehen zu können,
    nun zufälligerweise genau so eingetroffen ist,
    wie sie es vorausgesagt haben,
    konnte deshalb kein Mensch wissen,
    weil es damals wie jetzt unerlässlich war und ist,
    auf jene zu hören, die schon immer gewusst haben,
    dass es viel zu gefährlich wäre, auf jene zu hören,
    die behaupteten, etwas erkannt zu haben,
    was man prinzipiell erst jetzt im Nachhinein erkennen könnte.
    Wenn man wollte.
    Aber wozu sich jetzt noch die Mühe machen?
  • i schwörs 16.05.2020 20:56
    Highlight Highlight Schlussfolgerungen: die wichtigsten Massnahmen waren die Hygienemassnahmen und das Distanzhalten. Damit wurde eine R-Wert von 1.2 erreicht. "Weiter gesunken wäre er ohne zusätzliche Massnahmen nicht" sagt die Studienleiterin. Es erübrigt sich die Diskussion über den Sinn der weiteren Massnahmen ("lock down") - sie waren nötig, Punkt und aus. Meine Spekulation: ohne lock down wären die Leute mit der Zeit unvorsichtiger geworden (Ermüdungseffekt, konnte man unschwer bereits zu lockdown Zeiten sehen) und wir wären jetzt wieder im exponentiellen Wachstum. Gut gemacht, BR! Jetzt liegts an uns.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 17.05.2020 09:43
      Highlight Highlight Man konnte aber auch gleichzeitig die Zahl der Betten auf Intensivstationen steigern. So gesehen wäre ein Ermüdungseffekt kein Problem geworden. Wir hätten evt. sogar eine schnellere Herdenimmunität.
  • Trouble 16.05.2020 20:32
    Highlight Highlight Zu wissen, was Social Distancing ist, ist das eine, es umzusetzen, das andere. Und da hapert's leider immer mehr.
  • Garp 16.05.2020 18:47
    Highlight Highlight Unter Kontrolle war noch gar nichts, wie Euer Titel suggeriert. Die Zahlen müssen so tief runter kommen, dass personal tracing möglich ist. Nur dann kann man zu einem einigermassen normalen Alltag zurückkehren, aber leider immer noch in vielen Bereichen unter der Distanzregel und Hygiene bitte nie mehr weglassen.

    Ich finde es gut macht man solche Studien, die der Politik helfen Entscheidungen zu treffen. Entscheiden muss aber klar die Politik.
  • Clank 16.05.2020 18:25
    Highlight Highlight Es ist skandalös, wenn Wissenschaftler trotz klaren wissenschaftlichen Befunde aus emotionalen/politischen Gründe, Tatsachen verschweigen oder schönreden.

    Somit verliert nur die Wissenschaft nur ihre Glaubwürdigkeit. Genau in solchen Krisensituationen wäre eine seriöse objektive, sachlich-kritische, politisch-neutrale Haltung der Wissenschaft absolut entscheidend. Es geht schlussendlich um das Vertrauen der Bevölkerung. Wenn die ETH nur blind das bestätigt, was der BR macht, wer bitte soll man glauben. Genau solche "Lügen" liefern Nährstoff für wilde Verschwörungstheorien.
    • DemonCore 17.05.2020 05:30
      Highlight Highlight Welcher Wissenschaftler hat etwas weggeredet?
  • Terraner 16.05.2020 17:52
    Highlight Highlight Im Artikel fehlt mir, dass wir jetzt dank dem längeren Lockdown auf sehr tiefen Zahlen sind. Hätten wir aufgehört in dem Moment wo wir bei 1 gewesen wären, würden sich trotzdem seit Wochen jeden Tag wieder 1000 neu anstecken und viel mehr sterben. Man sieht es ja im Moment recht gut wie es in Schweden läuft, die Fallzahlen bleiben konstant auf hohem Niveau. Es gibt da auch eine neue Studie, welche den idealen R Wert zwischen Wirtschaft und Gesundheit etwa auf 0.75 errechnet. Ich finde den schweizerischen Mittelweg zwischen Schweden und Italien doch recht gut.
  • luegeLose 16.05.2020 16:55
    Highlight Highlight Ich kann mich erinnern, sowas einige Wochen vorher gelesen zu haben. Aber besser safe than sorry. Im Nachhinein den Besserwisser zu mimen ist falsch. Berset und sein Team haben sehr schwierige Entscheidungen treffen müssen. Wie man das schlecht meistert, sieht man in den USA. Ich bin zufrieden mit Berset und Koch.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 17.05.2020 09:49
      Highlight Highlight Sein Verhalten zu reflektieren und Erkenntnisse daraus zu gewinnen, um damit in Zukunft besser zu werden, hat nichts mit Besserwisser zu tun, sondern zeigt Grösse.
  • Barracuda 16.05.2020 16:49
    Highlight Highlight Ob es nur mit Veranstaltungsverboten und Hygienemassnahmen gereicht hätte? Ich weiss es nicht. Die Entwicklung in Schweden spricht gegen diese Theorie. Zudem müssten da alle mitmachen, was leider zuviel verlangt ist von einigen Leuten. Ironischweise musste man die Schrauben ironischweise vor allem auch wegen den Covidioten anziehen, bei denen man nicht auf Eigenverantwortung und Rücksicht zählen kann. Selber schuld.
    • cdrom 16.05.2020 20:53
      Highlight Highlight @Barracuda
      Schweden hat ein Problem mit den Alters- und Pflegeheime. Zuviel provatisiert, zuviele Temporäre, zuwenig Schutzmaterial.
    • Barracuda 16.05.2020 21:25
      Highlight Highlight Wenn's nur das wäre. Man kann natürlich den Virus ignorieren und dann den Altersheimen die Schuld geben. 🤔🤦🏻‍♂️
  • Alberto Bisaccia 16.05.2020 14:53
    Highlight Highlight ich verstehe etwas nicht. stehen diese zahlen nicht im widerspruch mit den infektionszahlen?
    • PhilippS 16.05.2020 16:52
      Highlight Highlight Wie kommst du darauf?

      Wenn du konkret sagst, was dich zu deiner Frage (oder Feststellung mit ? am Schluss) bringt, kann dir sicher jemand erklären, warum es eben doch kein Widerspruch ist.
  • lilie 16.05.2020 13:52
    Highlight Highlight Die Studie ist wichtig, leider wird sie ziemlich tendentiös dargestellt.

    Vor allem reicht es ja nicht, R runterzuholen, die Zahlen müssen auch runterkommen. Mit tiefen Zahlen kann man sich auch ein R knapp über 1 leisten, mit hohen Zahlen aber nicht.

    Deshalb war es richtig, genügend lange zu warten. Mit den Zahlen, die wir jetzt haben, haben wir viel mehr Handlungsspielraum.
    • xlt 16.05.2020 15:27
      Highlight Highlight R und die Fallzahlen hängen aber zusammen. Sinkt R, steigen auch die Zahlen nicht mehr so schnell (oder dann irgendwann gar nicht mehr).
      Ganz zu Beginn hatte wir tiefe Zahlen aber ein hohes R (logisch, da unentdeckt). Steigt jetzt plötzlich R wieder deutlich über 1, werden wir sofort auch deutlich höhere Fallzahlen haben. Entscheidend ist also R, nicht die Zahlen die daraus resultieren.
    • lilie 16.05.2020 15:48
      Highlight Highlight @xlt: Nicht ganz. Steigt R, steigen eben die Zahlen mit Verzögerung, denn vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum positiven Testresultat kann es 2 Wochen gehen.

      Deshalb sind die Zahlen auch nicht sofort nach dem Lockdown gesunken, obwohl R schon unter 0 war.
    • Ueli der Knecht 16.05.2020 15:59
      Highlight Highlight Auf alle Fälle bestätigt die Studie, was ich dir bereits Anfang April vorwarf, @lilie, dass du nämlich nur wahrnimmst, was du wahrnehmen willst, und dir die Zahlen zusammen zimmerst, wie sie dir gerade ins Weltbild passen.

      Anfang April war die R₀-Zahl bereits unter 1, was die Zahlen auch zeigten. Du wolltest damals aber partout nicht wahrhaben, das wir aufgrund der Zahlen bereits über dem Berg waren.

      vgl.
      https://watson.ch/!638357070#comment_2528815

      Deine damalige Behauptung, "dass der Lockdown bisher keine Auswirkung auf die Zahlen hatte", hat die ETH nun definitiv widerlegt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • elco 16.05.2020 13:25
    Highlight Highlight Liebe Corona-Bürger, wir werfen euch jetzt nicht vor, dass ihr die ganze Zeit falsch gelegen seid (Ausgangsperre jetzt sofort!) Aber seid doch einmal etwas leise.
    • elco 16.05.2020 21:09
      Highlight Highlight Ich schreibe über das was ihr Coronabürger über Wochen gefordert habt. Also hier über die Schweiz.

      Es steht dir frei denier Forderung für die nächsten Monate folge zu eisten.
  • Baruch de Spinoza 16.05.2020 13:17
    Highlight Highlight Ich dachte, in der Schweiz gab es gar nie eine Ausgangssperre? Weshalb wird deren Wirkung in der Grafik mit den Massnahmen mit -5% angegeben?

    Auch habe ich nie vernommen, dass es ein „Arbeitsverbot für nicht systemrelevante Branchen“ gegeben hat. Es gab ein Verbot für Betriebe, welche die Hygienestandards nicht einhalten konnten.

    Dann vergessen wir nicht, dass viele Massnahmen zu Beginn der Pandemie alleine schon aufgrund Materialmangels nicht umsetzbar waren.

    Welchen Einfluss hatte bspw. die „Massnahme“ richtigzustellen, dass Masken doch nicht nutzlos sind?

    • lilie 16.05.2020 14:09
      Highlight Highlight @Baruch: Es wurden 20 Länder untersucht, darunter solche mit Ausgangssperre.

      Die "Arbeitsverbot für nicht systemrelevante Branchen" wäre dann bei uns der Lockdown gewesen.
    • illoOminated 16.05.2020 14:21
      Highlight Highlight Überschritt der Darstellung: Vergleich der Massnahmen von 20 Ländern. Aufmerksames Lesen hilft dem Verständnis.
    • DemonCore 17.05.2020 05:45
      Highlight Highlight Restaurants und Friseure und div andere mussten schliessen. Unabhängig vom Schutzkonzept. Das ist das Arbeitsverbot. Nicht der lockdown, den es in der Schweiz sowieso nicht gab. Hier gab es nur Empfehlungen und eine Einschränkung der max Personenzahl
  • dieBied 16.05.2020 13:12
    Highlight Highlight Laut der ETH war also die Schulschliessung fast die am wenigsten effektive Massnahme. Eine ebenfalls ganz neue Studie aus Deutschland sagt, dass die Schulschliessung die effektivste Massnahme war:
    https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/corona_eindaemmung.aspx

    Momentan scheint es mir, als gäbe es für jede einzelne neue Erkenntnis eine andere Studie, die genau das Gegenteil aussagt. Ich finde es als Laie sehr schwierig, diese Erkenntnisse dann für mich einzuordnen. Ich bin jedenfalls sehr sehr froh, dass ich die entsprechenden Entscheidungen nicht treffen muss!
    • Stinkstiefel 16.05.2020 13:51
      Highlight Highlight Den Hinweis gibt's in der Kommentarspalte.

      "Nur gut, dass diese "Studie" nicht durch einen Peer-review Prozess musste.
      4 Quellen, 4 Eigenzitate; Verzögerungszeiten der Effekte, die statistisch am besten passten (5 Tage) und nicht den wirklichen Bedingungen entsprechen (14 Tage); keine Angaben zu Fallzahlen; sehr geringe statistische Effektgrößen trotz Signifikanzen. Man kann also die Aussagekraft bezweifeln."

      In Deutschland findet der Diskurs leider noch viel eingeengter und herrschaftsdienlicher statt als hierzulande. Das IAB forscht im direkten Auftrag des Bundes.
    • lilie 16.05.2020 15:52
      Highlight Highlight @dieBie: Das ist ein Institut für Arbeitsforschung. Die haben "zufälligerweise" herausgefunden, dass Geschäftsschliessungen gar nichts brachten. 😏

      Zudem fanden sie bei den Schulen ähnliche Prozentsätze wie die ETH.

      Ich glaube, in diesem Fall dürfen wir der ETH und der Taskforce des Bundes mehr vertrauen. 🙂
    • cdrom 16.05.2020 21:02
      Highlight Highlight Wir hatten nie verlässliche Daten. Vermutlich werden wir die Wahrheit nie erfahren.
  • El Vals del Obrero 16.05.2020 13:12
    Highlight Highlight Ich denke, man sollte das nicht als "Wertung" verstehen, wie viele der Mitkommentierenden.

    Wenn z.B. 2/3 der Intensivstationplätze zum Glück nicht gebraucht wurden erscheint das als eine grosse Zahl. Aber bei potentiell exponentiellen Faktoren ist das schon fast eine Punktlandung.

    Hätte man im März gesagt "jetzt ist alles wieder gut" wäre die Rate wohl rasend schnell wieder über 1 gewesen.

    Dass es in Zukunft ohne Schulschliessungen gehen kann ist doch sehr erfreulich.

    Im Nachhinein ist man immer gescheiter. Und kann dann daraus lernen, ohne dass man das als abwertend betrachten sollte.
    • Lienat 16.05.2020 16:54
      Highlight Highlight Punktlandung trifft es genau. Vor den Massnahmen gab es etwa alle drei Tage eine Verdoppelung der Fallzahlen. Wenn die Massnahmen eine Woche später gekommen wären, hätten wir bereits eine massive Überlastung der IPS Plätze gehabt.

      Man kann jetzt, wo man rückblickend das ganze Bild hat, natürlich schon diskutieten, was denn nun wirklich wieviel genützt hat. Allerdings sollten alle Schlaumeier bedenken, dass BR und BAG damals a) im Blindflug waren und b) die Verantwortung über tausende von Menschenleben hatten.

      Ich bin jedenfallls froh, dass ich diese Entscheidungen nicht treffen musste
  • Dewar 16.05.2020 13:09
    Highlight Highlight Liebes Watson, eine Bitte: Könntet ihr bei Artikeln, wo ihr euch auf wissenschaftliche Studien stützt, die Quelle auch wissenschaftlich zitieren und verlinken? Das würde der Transparenz und Qualität dienen, denn "ETH Studie" als Quellenangabe ist nicht sehr vielsagend. In diesem Fall kann man es sich aufgrund der Angaben im Text zusammenreimen und ich gehe davon aus, dass ihr euch darauf bezieht: https://ncs-tf.ch/en/situation-report
    Dort ist für Interessierte auch die Methodik nachzulesen.
    Und übrigens: Klickt man auf den "Resultate"-Link im Artikel kommt man zu einer Sportresultate-Seite.
  • Hessmex 16.05.2020 13:09
    Highlight Highlight Der Bundesrat hat ein super Job gemacht, basta!

    Dieses hätte, hätte, hätte

    Hätte ich damals gewusst was ich heute weiss, hätte ich damals nicht geheiratet!

    „Geheiratet“ kann durch eine andere Tätigkeit ersetzt werden!
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 16:54
      Highlight Highlight Aber seit der zweiten Aprilwoche wusste man, dass jeder Tag Lockdown mehr Schaden als Nutzen hat (Arbeitslosigkeit, Armut, Gesundheitsfolgen). Das heisst, für das Nicht-Aufheben des Lockdowns und der daraus kommenden Folgen muss man die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Offensichtlich machen sich hier noch viele kein Bild, wie gross die Folgen sein werden.
    • Miimiip! aka Roadrunn_er 16.05.2020 18:57
      Highlight Highlight @selbstverantwortin
      Es hätte aber auch negative Folgen haben können mit der Aufhebung des lockdowns. In der zweiten Aprilwoche hatte es noch deutlich mehr Betroffene in der Schweiz. Stell dir mal vor du bist in einer Firma am arbeiten mit vielen Angestellten und hohem Publikumsverkehr. Da steckt ein Betroffener eine(n) Angestellten/-in an und der verteilt es tüchtig weiter oder schlimmstenfalls muss die Firna komplett zu machen. Dann hast du wieder ein Ghetto mit den Fallzahlen. Oder mit den Demos von Covidioten🤦🏽‍♂️.
      Gleiches Fazit wie Hessmex. Der BR hat richtig gehandelt! 👍🏻
  • Einer Wie Alle 16.05.2020 13:05
    Highlight Highlight Ich muss mich hier gegen den "Kommentaren-Mainstream" stellen, der sagt "hört auf jetzt rückblickend zu werten".

    Ich finde es absolut richtig, die Massnahmen zu bewerten, nur so können wir für die Zukunft lernen.

    Natürlich soll dies kein Fingerzeig sein, dass man schlecht gehandelt habe. Ich bin der Meinung lieber etwas vorsichtiger, als zu nachlässig und genau das wurde in der Schweiz gemacht. In Zukunft können wir die Sache mit mehr Erfahrung angehen!
    • lilie 16.05.2020 15:57
      Highlight Highlight @Einer Wie alle: Genau meine Meinung! 👍

      Die Studie finde ich sehr gut und wichtig. Was ich schade finde, ist, dass hier so reisserisch statt neutral berichtet wird. Das schürt nur unnötig Emotionen.
    • DemonCore 17.05.2020 05:50
      Highlight Highlight Die Leute dürften ihre Emotionen auch etwas vermehrt selber im Griff haben, ohne dass man sie immer an der Hand nehmen muss. Viele Kommentare sind unnötig negativ und aggressiv gegen die Forscher. Dabei haben sie wichtige Erkenntnisse geliefert.

      Hygiene, Hygiene, Hygiene!
  • Carpe Diem 16.05.2020 13:00
    Highlight Highlight Ich verstehe den Aufhänger des Artikels nicht: "Einige Massnahmen hatten einen geringen Effekt. (…) Ging der Bundesrat zu weit?"

    Dann lese ich den Artikel und komme zum Schluss, der BR hat eigentlich (fast) alles richtig gemacht. Die 5 wirksamsten Massnahmen getroffen und auf das Ausgangsverbot verzichtet. Dann bleibt noch die Schulschliessung. Aber sorry, solche Kritiken sind kleinlich und billig. Mich erstaunte der Mut, so frühzeitig ein Veranstaltungsverbot zu verhängen. Beim Lockdown hätte ich eine Ausgangssperre erwartet. Im Nachhinein: Beide Entscheide waren korrekt. Danke BR!
  • Sherlock_Holmes 16.05.2020 12:59
    Highlight Highlight Wirksame Interventionen im Fall einer unbekannten Virus-Epidemie sind hoch komplex und enorm anspruchsvoll, weil eine Vielzahl vernetzter, unterschiedlicher, nur bedingt beeinflussbarer Faktoren mitspielen – bei weitreichenden, einschneidenden Folgen.

    Die Steuerung solcher Prozesse bedingt ebenso komplexe Rückmeldungen, Auswertungen und Korrekturen.

    Wie jeder weiss, gibt es keinen Fortschritt ohne Fehler. Man nennt dies Lernen. Was für das Individuum gilt, ist bei einer Gesellschaft umso vielschichtiger.

    In diesem Kontext gesehen, sind Evaluationen absolut normale, notwendige Vorgänge.
    • weachauimmo 16.05.2020 14:14
      Highlight Highlight Herzlichen Dank für diesen Kommentar, Sherlock_Holmes. Kann mich hier voll und ganz anschließen.
  • Meierli 16.05.2020 12:46
    Highlight Highlight Warten wir mal ab wo wir in einer Woche stehen. Von 37 auf 51 und nun heute 98 neue Fälle. Der Trend ist gerade nicht so gut. Scheint als haben die Lockerungen erste erkennbare Folgen.
    • Faktenchecker 16.05.2020 13:04
      Highlight Highlight Eine Falschmeldung des BAG. 98 stimmt nicht.
    • Meierli 16.05.2020 13:37
      Highlight Highlight Stimmt, Tippfehler vom BAG. Besser es bleibt so.
    • lilie 16.05.2020 16:00
      Highlight Highlight @Meierli: Falsch, unsere Zahlen sind viel zu tief! Seit dem 11. Mai sollten ALLE Verdachtsfälle getestet werden, um die Dunkelziffer möglichst tief zu halten und möglichst viele Fälle nachzuverfolgen.

      Aber wir sind seit 2 Wochen bei ca. 50 Fällen pro Tag.

      Das lässt darauf schliessen, dass die Leute sich nicht beim Arzt melden, wenn sie Symptome haben.

      Hoffen wir, das uns das nicht noch Probleme beschert.
  • Meierli 16.05.2020 12:37
    Highlight Highlight Im Nachhinein ist man immer schlauer... Serien wir doch froh dass die Bevölkerung ab Italien solch einen Schreck gekriegt hat, dass es bei einem Streifschusd blieb.
    • DemonCore 17.05.2020 05:51
      Highlight Highlight Was soll das heissen. Hätte man nicht untersuchen sollen, welche Massnahmen wie stark nützen?
  • _Qwertzuiop_ 16.05.2020 12:34
    Highlight Highlight Lieber unnötig vorsichtig als einfach kopflos in eine Pandemie rennen. Ich bin zufrieden mit dem BR und die ETH hat mMn gute Arbeit geleistet den BR nicht zu sabotieren trotz solcher Daten. Es war wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Klar hätte der BR auf die Berechnungen reagieren können aber man wusste eben einfach noch zu wenig & dass wird im Nachhinein immer gern vergessen.
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 16:50
      Highlight Highlight Der Preis für den übertrieben langen Lockdown ist damit auch OK für dich?
      Arbeitslosigkeit, Armut, Gesundheitsfolgen (die Mortalität bei Langzeitarbeitslosigkeit ist bis zu doppelt so hoch).
      Und man wusste nicht zuwenig. Das ist schlicht falsch. Seit zweiter Aprilwoche ist klar, dass jeder Tag mehr Lockdown mehr Schaden als Nutzen hat.
    • _Qwertzuiop_ 16.05.2020 17:10
      Highlight Highlight Wussten wir nicht. Was wir seit der 2. Aprilwoche wussten ist, dass sie in NY Lastwagen mit Leichen beladen. Man hatte Vermutungen, die gingen aber in beide Richtungen. Wie gesagt, im Nachhinein ist man immer schlauer, dabei sollten wir es jetzt belassen anstatt verbittert über was zu sein, was man nicht ändern kann.
  • Uno 16.05.2020 12:34
    Highlight Highlight Also mir ist das zu einseitig betrachtet. Schulschliessungen bedeuteten ja auch, dass die Dichte im ÖV weniger wird. Schulöffnungen wiederum werden eher zu überfüllten ÖV führen, insbesondere wenn Home Office weniger wird.
    • amberli 16.05.2020 13:06
      Highlight Highlight Die Schulen, die jetzt offen sind, bewirken kaum eine Zunahme im öffentlichen Verkehr. Gerade weiterführende Schulen und Universitäten sind ja noch ohne Präsenz-Unterricht. In Primarschulen und Sek1-Stufen gehen die meisten zu Fuß oder mit dem Velo.
    • fant 16.05.2020 20:31
      Highlight Highlight Oder werden leider völlig unnötig vom Elterntaxi hingefahren und wieder abgeholt!
  • Astrogator 16.05.2020 12:33
    Highlight Highlight Interessanter ist doch, dass wir von den 4 wirksamsten Massnahmen 3 wieder aufheben.

    Bin gespannt wie sich die Lage entwickelt.
  • Phrosch 16.05.2020 12:33
    Highlight Highlight Ich finde diese Auswertungen sehr interessant. Offen bleibt trotzdem die Frage, was genau passiert wäre, wenn man auf gewisse Massnahmen verzichtet hätte. Die Zahlen zeigen, wie gross der Anteil einzelner Elemente in diesem konkreten Gesamtgefüge war. Lässt sich daraus aber sicher sagen, was passiert (wäre), wenn man darauf verzichtet (hätte)?

    Zudem: die Auswertung hilft, bei einer zweiten Welle besser informiert zu entscheiden, aber nicht rückwirkend Schuld zuzuweisen.
  • Selbstverantwortin 16.05.2020 12:31
    Highlight Highlight Seit Mitte April wurde man hier verrissen mit der Meinung, der Lockdown wäre übertrieben und richte mehr Schaden als nutzen an (gell Francol...).
    Und da manche Mühe haben Fehler einzugestehen, wird jetzt munter relativiert.
    • CalibriLight 16.05.2020 12:55
      Highlight Highlight Artikel nicht verstanden.
    • mrmikech 16.05.2020 13:32
      Highlight Highlight Artikel sagt grad dass die meiste massnahmen wirksam waren, nur einige nicht...
  • SBP 16.05.2020 12:28
    Highlight Highlight Hetti, wetti, Velochetti...
  • Gurgelhals 16.05.2020 12:28
    Highlight Highlight Der Lead und der Inhalt dieses Artikels scheinen hier ziemlich weit auseinander zu klaffen.

    Der Lead suggeriert: Die in der CH ergriffenen Massnahmen gingen viel zu weit.

    Den Artikel verstehe ich aber so, dass a) mit Ausnahme der Schulschliessungen die in der CH ergriffenen Massnahmen allesamt wirksam waren und b) die Massnahme, die man im Gegensatz zu anderen Ländern nicht ergriffen hat, nämlich die Ausgangssperre, vergleichsweise wenig wirksam gewesen wäre.

    Unterm Strich heisst doch das: Die Regierung hat einen sehr guten Job gemacht. Oder verstehe ich hier jetzt etwas völlig falsch?
    • Mutzli 16.05.2020 13:05
      Highlight Highlight @Gurgelhals

      Nö, das sehen Sie komplett richtig, wie es ja auch von den (leider eher wenigen) befragten effektiven Experten im Artikel betont wird.

      Auch wenn z.B. Feuerriegel von der ETH sagt, dass drastische Massnahme nicht unbedingt nötig seien um eine zweite Welle zu verhindern, steht das ja nicht im Widerspruch dazu, dass man die erste Welle brechen musste.

      Sind Welten von Unterschied zwischen "manches war nicht so effektiv, wäre evtl auch ohne gegangen" zu "wäre alles viel einfacher gegangen, Bundesrat ging zu weit!".
    • amberli 16.05.2020 13:09
      Highlight Highlight Genau so. 👍
      Außer vielleicht noch, dass die Schulschliessungen nicht nichts sondern relativ weinig gebracht haben.
  • Mutzli 16.05.2020 12:24
    Highlight Highlight Sorry, aber dieser Artikel ist gespickt mit Missverständnissen.

    Z.B. bzgl. Tamediaschlagzeile: Ja, die war verzerrend. Die Formulierung "Ansteckungrate sank bereits vor dem Lockdown" impliziert 1) Das was neues aufgedeckt wurde, was nicht stimmt 2) Es quasi "natürlich" geschah.
    Doch Tatsache ist die Aussage von Stadler:"Der Wert R lag vor dem Lockdown bei 1,2 und wäre mit gleichbleibendem Verhalten nicht mehr weiter gesunken."

    Etc. aber jetzt kommt die Zeichenbeschränkung.

    Btw. unten Twitter des St. Galler "Propheten"...na ja. War auch schon schrecklich empört, dass man die Fasnacht absagte
    Benutzer Bild
  • champedissle 16.05.2020 12:24
    Highlight Highlight Wenn wir vor zwei Monaten gewusst hätten, was wir heute wissen hätte es zweifellos keinen Lockdown gegeben. Aber eben, wir haben es schlicht nicht gewusst. Die Entscheidung des BR war damals richtig, nur wurde mit der Lockerung zu lange zugewartet. Bald wurde klar. Es gibt 3 Hauptmassnahmen die wirken 1. Abstand, 2. Hygiene und 3. Verbot von Massenversammlungen. Der Rest ist Zubrot mit unverhältnismässigem Schaden. Damals war alles richtig, nach 2 Wochen hätte man aber den Lockdown beenden müssen und zwar ohne Einschränkungen. Was bleiben muss 1. Abstand 2. Hygiene 3. keine Massenveranstalt.
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 12:33
      Highlight Highlight Doch, nur wurden die Kritiker als Menschenverachter und Aluhüte mundtot gemacht.
      Mehr Respekt vor anderen Meinungen statt Gesinnungspolizei hätte den Lockdown verkürzt und den Schaden reduziert.
    • Mutzli 16.05.2020 12:45
      Highlight Highlight @champedissle

      Lockdown light hätte man evtl. früher lockern können, wenn man sichere Daten zur Reproduktionszahl und dem Einfluss der einzelnen Gebiete gehabt hätte. Hatte man aber ja nicht!

      Aber auch mit jetzigen Zahlen, stimmt es ja nach ETH-Daten nicht, dass die Massnahmen ab dem 17.3 nichts gebracht hätten, wie die ETH-Liste zeigt.

      Schliessung von Treffpunkten, Arbeitsverbote etc. mit je über -30% Einfluss auf Neuinfektionen ist weit mehr als die 3 Punkte, die Sie aufzählen.

      Die gab es ja bereits ab dem 28.2 und wie T. Stadler ausdrücklich sagt, haben die nicht gereicht.
  • paule 16.05.2020 12:18
    Highlight Highlight Die Überreaktion der der Regierung ist auch im Schlepptau der Regierungen um uns herum zu betrachten.

    Aber Feineinstellungen hat man verpasst und somit viel mehr Kosten verursacht als notwendig. Bezahlen müssen es aber leider die Jungen und nicht die paar wenigen alten die ihren Vorrat an Zukunft längst aufgebraucht haben.

    Am Ende ist man aber immer schlauer.
    • Randalf 16.05.2020 14:14
      Highlight Highlight
      Was ist ein Vorrat auf Zukunft?
    • paule 17.05.2020 16:34
      Highlight Highlight Randalf, der Vorrat an Zukunft ist die noch zu erwartende Lebensdauer.
      Bei sehr vielen Gestorbenen, so traurig es im Einzelfall ist, stand der Tod mit der Klinke in der Hand vor der Türe.
  • Hillman 16.05.2020 12:17
    Highlight Highlight Ein solcher Rückblick sollte meiner Meinung nach nicht danach trachten irgendwelche Schuldigen zu finden oder über Sinn und Unsinn einer bestimmten Massnahme im gegebenen vegangenen Zeitpunkt zu urteilen. Was aber durchaus Sinn macht, ist dieses Datenmaterial zu sammeln um es aggregiert für zukünftige Fälle verwenden zu können und die Reaktionen weiter zu verbessern.
    • DemonCore 17.05.2020 06:00
      Highlight Highlight "dieses Datenmaterial zu sammeln um es aggregiert für zukünftige Fälle verwenden zu können"

      Genau das haben die Forscher ja gerade getan?!

      Ich verstehe solche Kommentare nicht und warum sie über 10:1 positiv beurteilt werden. Der Kommentar liefert null Mehrwert, verlangt etwas, was bereits getan wurde und beklagt etwas, was nicht stattfand.
  • Ökonometriker 16.05.2020 12:16
    Highlight Highlight Nunja, dann war die Krise eben schneller vorbei als notwendig. Auch nicht schlimm.
    Wir sollten daraus lernen. Z.B. dass wir bessere Informationsnetzwerke brauchen - sowohl beim Staat um eine bessere Übersicht bei der Seuchenverbreitung zu haben wie auch in der Privatwirtschaft für mehr Home Office.

    Zudem sollten wir uns allgemein fragen, wie wir die Verbreitung von Infektionskrankheiten vorbeugen können. Denn auch die nächste Grippenwelle kommt bestimmt und wird Tausende töten wenn wir nichts tun.
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 12:36
      Highlight Highlight Ja, so massive Freiheitseinschränkungen und Folgen mit Arbeitslosigkeit, Armut und Gesundheitsfolgen ohne demokratische Grundlagen sollen einfach mit Schulterzucken hingenommen werden.
      Benutzer Bildabspielen
    • Ökonometriker 16.05.2020 13:13
      Highlight Highlight @Selbstverantwortin: es gibt durchaus eine rechtliche Grundlage für Notrecht in unserer demokratisch hervorragend legitimierten Verfassung.
      Aber Du hast recht, die Situation ist unbefriedigend. Doch was ausser daraus zu lernen können wir tun? Wir können das Rad der Zeit ja nicht zurückdrehen. Und die Schweiz hat noch mit viel mehr Augenmass reagiert als die allermeisten anderen Länder.
    • mrmikech 16.05.2020 13:36
      Highlight Highlight @Selbstverantwortin: was schlägst du vor dass jetzt passieren soll, ausser von die geschichte lernen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • simonview 16.05.2020 12:16
    Highlight Highlight Diese r Berechnungen sind mir etwas schleierhaft, vielleicht kann mir jemand Fachkundiges hier helfen:

    Zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und dem Messzeitpunkt (Positiver Test) vergehen zwischen wenigen Tagen und bis zu 2 Wochen oder mehr. Es ist also eine Varianz in der Messung von 1-2 WOCHEN vorhanden. Wie kann man daraus nun ein TAGESGENAUER r-wert berechnen?

    Wäre es nicht korrekt den r Wert für maximal einen wöchentlichen Zeitraum anzugeben?
    • Astrogator 16.05.2020 12:35
      Highlight Highlight Das Stichwort ist "nowcasting", auf SPON gibt es ein paar interessante Artikel zu dem Thema.
    • Mutzli 16.05.2020 12:51
      Highlight Highlight @simonview
      Der Artikel hier geht leider selbst sehr schludrig mit den Zahlen um und vermischt vieles, was das Verständnis wirklich nicht leichter macht.

      Auf der Website der Covid-19 Taskforce sind nebst der Re Rekonstruktion auch genauere Erklärungen verlinkt: https://ncs-tf.ch/de/lagebericht

      Um möglichst im sicheren Bereich zu sein, wird Re auch als 4-Tagesmittel errechnet und dargestellt.

      Sehr kurz gefasst: Re=Wie viele Menschen stecken Infizierte an Tag X an. Kombi aus R0 (Basisinfektionsrate Virus) + Verhalten.

      Wird im Nachhinein basierend auf Fallzahlen errechnet.
    • simonview 16.05.2020 14:18
      Highlight Highlight Besten Dank für die Antworten :-).

      "Um möglichst im sicheren Bereich zu sein, wird Re auch als 4-Tagesmittel errechnet und dargestellt."

      Meine Bemerkung ist ja, dass durch die Varianz in der Messverzögerung das Signal sehr unscharf im Bezug auf die Zeitachse ist (Ähnlich einem Gaussian-Blur Tiefpass-Filter). Wenn zusätzlich ein 4-Tagesmittel Tiefpass-Filter angewendet wird, ist die Re-Kurve einfach noch mehr geglättet. Selbst wenn Re also aufgrund einer Massnahme eine starke Änderung (Hochfrequente Anteile) durchlaufen hätte, würde dies diesem Modell niemals abgebildet?
    Weitere Antworten anzeigen
  • c_meier 16.05.2020 12:15
    Highlight Highlight vergessen wir nicht die Situation im Tessin und Genf/Waadt wo die Spitäler extrem viel zu tun hatten. Der Bundesrat muss das ganze Land im Blick haben.

    Ein Journalist aus dieser Region würde ganz anders schreiben als einer aus der eher wenig betroffenen Deutsch-Schweiz...
  • Raber 16.05.2020 12:10
    Highlight Highlight Gestern ein reisserischer Artikel, wie schlecht es in Schweden läuft. Heute ein Artikel,dass Hygiene Massnahmen und Verbot von Grossanlässen eigentlich gereicht hätten. Solle verstehen wer will.Der fragwürdigste Befehl war in meinem Augen,dass man den Spitäler verboten hat zu operieren,wenn es nicht ein Notfall war und dies ungefähr am 10. April noch bis Ende April verlängert hat,obwohl die Kurve schon seit fast 20 Tagen am sinken war. Dass die Schulschliessungen unnötig war, haben die Norweger auch schon rausgefunden. Aber zur berechtigten Entschuldigung,es war das erste Mal für die Schweiz.
  • Eiswalzer 16.05.2020 12:08
    Highlight Highlight Also ich bin ja schon einigermassen überrascht über die Kommentare hier. Rückblickende Analysen sind emminent wichtig, und es wird und muss noch viel mehr davon geben. Auch für künftige Pandemien etc. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen etc, sondern darum, Muster, Effekte etc zu erkennen. Ob euch das auf den Keks gibt oder nicht, ist nun wirklich irrelevant🤦🏻‍♂️
    • Hillman 16.05.2020 12:18
      Highlight Highlight Absolut. Das Konzept der "Schuld" ist absolut irrelevant und total unangebracht. Daraus zu lernen ist aber sehr wichtig damit wir in Zukunft besser reagieren können!
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 12:37
      Highlight Highlight Doch. Es gibt Verantwortliche für den riesigen Schafen mit Arbeitslosigkeit, Armut und Gesundheitsfolgen. Diese sind zur Rechenschaft zu ziehen.
    • blong 16.05.2020 12:54
      Highlight Highlight @Eiswalzer, ich kann dir gar nicht so viele Herzen geben, wie ich möchte.
  • Dave1974 16.05.2020 12:08
    Highlight Highlight Ach. Es ist schon vorbei?
    Es gibt keine Einschränkungen, Massnahmen, Vorgaben und Empfehlungen mehr?

    Das hab ich wohl verschlafen.
  • CalibriLight 16.05.2020 12:06
    Highlight Highlight Fazit?
    Der Weg der Schweiz war und ist richtig.
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 12:38
      Highlight Highlight Artikel nicht verstanden.
    • CalibriLight 16.05.2020 12:49
      Highlight Highlight @Selbstverantwortin -- Wenn Sie meinen.....
    • Selbstverantwortin 16.05.2020 14:33
      Highlight Highlight Calibri: „ Dennoch verharrte die Schweiz danach noch einen ganzen Monat lang im verordneten Stillstand. Die Kurve hatte das Ziel schon fast erreicht, als der Schweizer Lockdown am 17. März in Kraft trat...“
    Weitere Antworten anzeigen
  • Black hat (minus hat) 16.05.2020 12:03
    Highlight Highlight Ich verstehe die Watson-Kommentatoren nicht und werde sie wohl auch nie verstehen. Zu Beginn der Massnahmen waren sich irgendwie alle einig: «Wie gut es funktioniert wissen wir nicht. Das wichtigste ist, dass wir nachher zurückschauen und Lehren für die Zukunft ziehen.»

    Jetzt schaut wird zurückgeschaut und versucht, etwas daraus zu lernen und jetzt heisst es einstimmig: «Hört auf zurückzuschauen, ihr Besserwisser.»

    Was denn nun?
    • Stinkstiefel 16.05.2020 13:39
      Highlight Highlight Jetzt zeigt sich eben, dass das nicht ehrlich war, sondern nur als Totschlagargument gegen frühere Kritik verwendet wurde.

      Die meisten hier wollen überhaupt keine Aufarbeitung. Zumindest dann nicht, wenn sie ihrer bisherigen Haltung und Meinung widerspricht. Das ist menschlich - man hat ungern unrecht. Aber heuchlerisch ist es, da hast du völlig recht!
  • Gigle 16.05.2020 11:56
    Highlight Highlight Der Titel und der Inhalt dieses Artikels passen jetzt nicht wirklich zusammen. Der wohl einzige wirklich wichtige Satz des ganzen Artikels ist: „Der Wert R lag vor dem Lockdown bei 1,2 und wäre mit gleichbleibendem Verhalten nicht mehr weiter gesunken.“

    Aber auch das beste Modell der Welt ist nur ein Modell und wie es der Statistiker George Box geschrieben hat: „All models are wrong, but some are useful.“
    Man kann von einem Modell nicht einszueins ableiten, wie sie Menschen verhalten (würden), das wäre ziemlich fahrlässig.
    • Mutzli 16.05.2020 12:59
      Highlight Highlight @Gigle

      Finde dieser Artikel und manche Kommentare sind auch ein Beweis dafür, dass die ETH mit ihrer Kritik an der Tamediaschlagzeile absolut richtig lag.

      Der von Ihnen hervorgehobene Satz und auch die im Artikel folgende differenzierte Betrachtung der Effektivitätseinschätzung von Massnahmen durch die ETH geht vollkommen unter.

      Stattdessen, sei es manche nur Schlagzeile und die ersten paar Sätze lesen oder warum auch immer, wird die Essenz von "manches war effektiv, auf anderes könnte man evtl. verzichten" auf "alles war unnötig" runtergedampft, als ob Infektionen magisch sinken würden...
  • Vecchia 16.05.2020 11:55
    Highlight Highlight "Falls es nun allerdings zu einer zweiten Welle kommen sollte, wären gemäss Feuerriegel keine drastischen Massnahmen mehr nötig"

    Aha?! und Pflegepersonal, das schon vor Erscheinen von Corona minimiert und oft am Anschlag war, wird bei einer zweiten Welle plötzlich ganz locker ihrer Arbeit nachgehen...?

    Waaahnsinn, wie schnell die Pflege-Misstände behoben werden konnten!

    Diese rückwirkenden Infragestellungen der Massnahmen bringen sowieso nichts und könnten sich bei weiteren evtl. grösseren Notfällen negativ auf das Verhalten der Bevölkerung auswirken.
    • Eiswalzer 16.05.2020 12:06
      Highlight Highlight Bitte nicht vergessen, dass dir Missstände während der Coronaepidemie nur einen geringen Teil des medizinischen Personals betraf. Sehr viele waren nämlich auf Kurzarbeit oder haben Däumchen gedreht, weil sie nichts mehr machen durften, als auf Covidfälle zu warten. Und glaub mir, ich weiss wovon ich rede...
    • Vecchia 16.05.2020 12:36
      Highlight Highlight Eiswalzer,
      die Misstände dauerten schon vor Corona Jahre an.
      Durch den OP-Stop und der - in der Deutschschweiz! - relativ "geringen" Zahlen von Covid-Fällen in der Intensivpflege, hatten während dem Lockdown viele Pflegende tatsächlich weniger zu tun.
      Jetzt sind die Spitäler aber wieder auf Normalbetrieb und würden eine allfällige 2. Covid-Welle nicht verkraften, ohne das Personal auf Äusserste zu strapazieren.
  • Stinkstiefel 16.05.2020 11:54
    Highlight Highlight Was wurde man hier niedergebrüllt, der Verschwörungstheorie bezichtigt und teilweise wirklich heftig angegangen, wenn man die Verhältnismässigkeit und Effektivität der Massnahmen kritisiert hatte.

    Ich hab wenig Hoffnung darauf, dass ihr eure vorgefertigte Meinung anfängt zu hinterfragen, aber immerhin beginnt langsam in den Medien wieder ein kritischer und nicht mehr 100% herrschaftsdienlicher Diskurs stattzufinden.

    Danke für die Publikation Watson, auch wenn ihr den Originaltitel des Artikel scheinbar zu heikel fandet um ihn der Leserschaft zuzumuten... ;)
  • Mario Conconi 16.05.2020 11:54
    Highlight Highlight Nach dem Krieg gibt es viele Generäle!

    Ich finde es wichtig, dass der Bund und wir alle aus dieser Krise lernen. Man sollte sich jedoch auch in Erinnerung behalten, dass die Kantone welche an der Pandemieübung 2014 im kollektiv versagt haben auch 2020 die Hausaufgaben noch nicht erledigt hatten.
    Man wusste theoretisch genau wie schlimm es werden könnte. Kein Kanton war für die Herausforderung vorbereitet...dem Bund nun irgendetwas vorzuwerfen finde ich sehr kurzsichtig!
    Unsere Landesregierung haz hervorragend agiert.
  • Tagedieb 16.05.2020 11:54
    Highlight Highlight Ich find diese Analyse schon sehr wichtig. Aber nicht um jemand schuldig zu sprechen (ich bin nach wie vor der Meinung der BR hat mit dem damaligen Wissensstand richtig gehandelt.) sondern um zukünftig mit effizienten Massnahmen zu reagieren.
    Mir ist es so lang wie breit, wer gut im kaffeesatzlesen war.
  • sikki_nix 16.05.2020 11:48
    Highlight Highlight Um mal meine Laienmeinung kund zu tun: Auch der erfahrenste Experte vermag nicht die Zukunft zu sehen. Wir haben im März nach Italien geschaut und der Bundesrat hat alles unternommen um eine solche Situation in der Schweiz zu verhindern und das ist gut so. Die Lehren daraus können bei der nächsten Pandemie hilfreich sein auf welche wir (die Menschheit) dann hoffentlich etwas besser vorbereitet sind.
    • VileCoyote 16.05.2020 11:56
      Highlight Highlight Meine Worte... alles andere ist Humbug
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.05.2020 11:46
    Highlight Highlight Die wissenschaftliche Aufarbeitung wird spannend werden. Das die ETH in einem solchem Mass versucht zu intervenieren wirft jedoch kein gutes Licht auf die Institution.
    Immerhin sind das gute learnings für zukünftige, ähnliche Pandemien.
    • Töfflifahrer 16.05.2020 12:09
      Highlight Highlight Ich denke nicht, dass es für künftige Pandemien anwendbar sein wird. Ganz einfach darum weil wir auch dann vor der selben Situation stehen, dass das Virus unbekannt ist und die Auswirkungen wieder nicht abschätzbar sind.
      Auch heute ist das Covid-19 Virus nicht vollständig bekannt und die Folgen einer Erkrankung sind immer noch nicht alle klar.
      Der BR kann auch dann nur nach den bekannten Informationen handeln, spekulieren und Massnahmen ergreifen.
    • Mutzli 16.05.2020 12:28
      Highlight Highlight @raues...
      Weil die ETH Stellung dazu nahm, wie ihre Ergebnisse in den Medien präsentiert wurden, haben sie bedenklich interveniert?

      Aufgabe der Wissenschaft und insbesondere der Universitäten ist nicht nur forschen im stillen Kämmerlein, sondern vor allem auch Kommunikation der Ergebnisse und informieren der Bevölkerung, damit idealerweise die ganze Gesellschaft etwas davon hat.

      Wäre was anderes wenn z.B. die ETH Zensur gefordert hätte, aber wieso soll es schlecht sein, wenn eine Forschungsinstitution zum öffentlichen Diskurs Stellung nimmt, noch dazu wenn eigene Daten dazu benutzt werden?
  • Peter R. 16.05.2020 11:44
    Highlight Highlight Ja vielleicht hätte man die Schulen nicht schliessen sollen - aber im Nachhinein wissen wir es. Wichtig ist doch, dass die Massnahmen Verbot von Grossveranstaltungen, Menschenansammlungen etc. die nötige Wirkung gezeigt hat. Somit erlitten wir keinen Kolaps der Spitäler wie in Norditalien - das ist doch das Wichtigste.
    Wichtig ist jedoch auch, dass man aus der Vergangenheit gelernt hat und das nächste Mal es anpasst.
  • malu 64 16.05.2020 11:44
    Highlight Highlight Nachher ist man immer schlauer! Ganz klar wurde die Sache übertrieben! Zu viel Sterilität macht uns kränker. Abstand halten, ältere Leute zu Hause bleiben und spezieller Schutz für Heime und Spitäler wären völlig ausreichend gewesen.
    Gesunder Menschenverstand ist gefragt und keine Panikmache!
  • sugaring77 16.05.2020 11:44
    Highlight Highlight ja ja, hätte hätte Fahrradkette. Im Nachhinein sind immer alle schlauer. War schon gut so!
  • Jaja boomer 16.05.2020 11:41
    Highlight Highlight Einfach nur stolz dass wir so krasse hochschulen haben in der CH
  • Xonic 16.05.2020 11:41
    Highlight Highlight Hätte hätte Fahrradkette.

    So ein sinnloser Artikel.
    • Popo Catepetl 16.05.2020 12:02
      Highlight Highlight Absolut nicht! Die zweite Welle wird kommen und dann wissen wir, welche Massnahmen sinnvoll sind und welche wir uns ersparen können.
  • Varanasi 16.05.2020 11:41
    Highlight Highlight „There is no glory in prevention“

    Da die Infektionszahlen jetzt so niedrig sind, können wir ganz anders öffnen.

    Was passiert, wenn man von immer noch hohen Infektionszahlen aus öffnet, ist gut in den USA zu sehen.

    Wäre der R Wert noch weiter gesunken, hätte man wohl fast alles wieder aufmachen können, weil das Contact Traicing dann noch einfacher wäre.

  • tyche 16.05.2020 11:38
    Highlight Highlight Danke! das ging aber sehr lange, endlich ein mal ein solcher Artikel lesen zu dürfen.
  • Töfflifahrer 16.05.2020 11:37
    Highlight Highlight hört bitte auf jetzt rückblickend zu werten. In Krisenzeiten kann man nur aufgrund vager Informationen entscheiden, das hat der BR getan. Vergesst auch nicht, dass nicht wenige zu Beginn no stärkere Einschränkungen wollten. Der BR hat meiner Meinung nach genau richtig gehandelt und immer auf neue Informationen und Situationen reagiert.
    Was also soll jetzt bereits diese rückwirkende Betrachtung? Vor allem wenn wir immer noch mitten drin sind und versuchen eine 2te Welle zu verhindern.
    • murrayB 16.05.2020 11:47
      Highlight Highlight Hast du den Bericht gelesen? Du willst wohl nicht begreifen, dass der Lockdown übertrieben wahr, begreiflich, denn das macht weh!

      Anyway,genau diese Rückwirkende Betrachtung, resp. Lehren daraus wird uns bei einer allfälligen 2. Welle helfen!
    • Silent_Revolution 16.05.2020 11:58
      Highlight Highlight "hört bitte auf jetzt rückblickend zu werten"

      "Was also soll jetzt bereits diese rückwirkende Betrachtung?"

      um dann zu werten und rückblickend zu betrachten:

      "Der BR hat meiner Meinung nach genau richtig gehandelt"

      Blinder Gehorsam führt zu Realitätsverlust.
    • Locutus70 16.05.2020 14:14
      Highlight Highlight Was heisst hier rückblickend? Dem BAG waren die Zahlen incl. der niedrigen Reproduktionszahlen VOR dem Lockdown bekannt - sie haben sie aber nicht veröffentlicht.

      Sowas ist im besten Falle intransparent, im schlimmsten Falle hat es fatale Auswirkungen auf das Land.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nothingtodisplay 16.05.2020 11:37
    Highlight Highlight Ich mag diese hätte, wäre, wenn-Artikel nicht mehr sehen! Im nachhinein den Besserwisser rauszuhängen bringt rein gar nichts! Die Fallzahlen sinken und das ist das wichtigste, also, alles richtig gemacht!
    • murrayB 16.05.2020 11:52
      Highlight Highlight Eben nicht, wir müssen wissen wie wir mit dieser mächtigen Instrument namens Pandemiegesetz umgehen, damit wir beim nächsten Mal nicht die gleichen Fehler machen!
    • Silent_Revolution 16.05.2020 11:52
      Highlight Highlight Wer im Nachhinein keine Kritik will, muss in der Konsequenz auch auf Loblieder verzichten.

      "Alles richtig gemacht" steht komplett im Widerspruch zu deinen ersten beiden Sätzen.
    • Pisti 16.05.2020 11:56
      Highlight Highlight Nein man hat eben nicht alles richtig gemacht, die Fallzahlen wären so oder so gesunken auch ohne einen solch langen und schädlichen Lockdown.
      Im Nachhinein ist übrigens auch falsch, es gab genügend Wissenschaftler die dies zu Beginn der "Pandemie" bereits sagten, auch einige wenige Medienhäuser.
      Der Bundesrat hat sich einfach schlecht beraten lassen und ist dadurch in Panik verfallen.
    Weitere Antworten anzeigen

Nach 2 Monaten in Isolation: Wie mein Omi ihren Lebensmut verloren hat

Ein Sturz zwang meine 86-jährige Grossmutter in den verhassten Rollstuhl und ins Altersheim. Nachdem sie ihr Leben lang für ihre Selbstständigkeit gekämpft hat, bedeutete das die ultimative Kapitulation. Dann kam der Lockdown.

Ich mache mir Sorgen.

Ich mache mir Sorgen um meine Grossmutter und um ihre Generation. Um fast 100’000 Personen in der Schweiz, die derzeit in einem Alters- oder Pflegeheim leben. Die rund um die Uhr betreut werden, weil die Beine nicht mehr richtig wollen, das Aufstehen Mühe bereitet. Und der Kopf auch. Weil die Erinnerungen kommen und gehen, wie sie wollen.

Seit dem 16. März befinden sich diese Menschen in Isolation. Sie gelten in der Coronakrise als besonders gefährdet. Dringt das Virus in …

Artikel lesen
Link zum Artikel