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Endlich zurück zur Normalität – diese 10 Pandemie-Errungenschaften wollen wir beibehalten

Masken und Zertifikat weint wohl fast niemand eine Träne nach. Doch es gibt Dinge, die wurden durch die Massnahmen tatsächlich besser – und die dürfen gerne so bleiben.
17.02.2022, 10:5318.02.2022, 07:53
Katja Fischer De Santi, Raffael Schuppisser / ch media

Diese zehn Dinge aus den letzten zwei Jahren nehmen wir gerne in die Zukunft mit:

Draussen sitzen, trinken und feiern bei jedem Wetter

Die Skandinavisierung des Lebens hat durch die Pandemie einen riesigen Schub bekommen. Damit sind nicht helle Holzmöbel in der Stube gemeint, sondern die Erkenntnis, dass es nie zu kalt ist, um draussen zu sitzen. Alles nur eine Frage des Schafsfells unter dem Sitz und des Allwetter-Parkas am Körper.

Gut, Heizpilze und ästhetisch zweifelhafte Zeltkonstruktionen möchten wir jetzt lieber nicht länger im öffentlichen Raum sehen. Aber was letzten Sommer in Schweizer Städten geschah, als die Gewerbepolizei in Sachen Gartenbeizen plötzlich beide Augen zudrückte, war schlicht mediterran bezaubernd. Der öffentliche Raum wurde zum virenentlasteten Freiluft-Wohnzimmer und selbst als es kühler wurde, blieben die Menschen einfach draussen sitzen. Das soll bitte so bleiben.

Bild: keystone

Wer krank ist, bleibt zu Hause

Ein kräftiges Husten - und es wird still im Zugabteil. Eine triefende Nase - und das Meeting findet per Video statt. Früher galt als tapfer, wer mit Schüttelfrost und drei Schmerzstiller intus zur Arbeit kam. Heute wird die gleiche Person als öffentliche Gefährdung angesehen und sofort nach Hause geschickt.

Dass wir Krankheiten ernst nehmen und andere vor Ansteckungen schützen müssen, haben wir auf die harte Tour lernen müssen. Hoffen wir, dass wir es nicht sofort wieder vergessen. Wer krank ist, soll wirklich zu Hause bleiben. (Und nein, es ist kein Zeichen tiefer Freundschaft mit Fieber an eine Geburtstagsparty zu gehen).

Neue Begrüssungsrituale - und jeder wie es ihm gefällt

Kaum eine Krise hat uns so viele Verhaltensänderungen abverlangt wie diese. Krankheiten und Seuchen machen uns bewusst, dass unser Miteinander ein Fragiles, mitunter ein Gefährliches ist. Sogar den beliebten Begrüssungshandschlag haben wir uns deswegen behördlich angeordnet abtrainiert. Wer will das Grosi schon mit einem zu feuchten Händedruck auf die Intensivstation befördern.

All jene, die den Handschlag schon immer für unhygienisch und überholt fanden, werden sich noch eine Weile weigern, jedes schweissige Pfötchen zu schütteln. Das gilt es zu akzeptieren. Und es schadet auch nicht, sich zu überlegen, wen man zur Begrüssung wirklich gerne drei Küsschen auch die Backe drückt und bei wem ein kurzes Kopfnicken und Lächeln eigentlich auch reicht.

Der für hiesige Verhältnisse etwas zu coole Fist-Bump (Faust an Faust) oder den ungelenkigen bis schmerzvollen Ellenbogen-Zwicker werden wir aber nicht vermissen.

Mehr Zeit für sich und Spontanität

Monatelang lebten wir alle mit einer Agenda, deren Einträge kaum je weiter als zwei Wochen in die Zukunft reichten, weil man nie wusste, ob nicht Übermorgen schon wieder neue Einschränkungen drohten. Das war mühsam und nervenaufreibend. Manchmal aber auch schön, weil plötzlich alle viel mehr Zeit hatten für spontane Treffen.

Seit Mittwoch 16. Februar darf man wieder planen. Was aber bleiben dürfte, wäre eine Agenda mit einigen weissen Flächen. Die Flexibilität, um gute Gelegenheiten beim Schopf zu packen und die Gewissheit, dass man nicht überall dabei sein muss, um nichts zu verpassen.

Mehr Achtsamkeit

Während alle Massnahmen darauf abzielten, dass unsere physische Gesundheit unversehrt blieb, wurde die Psyche vieler durch die Massnahmen arg strapaziert. Einsamkeit, Depressionen, Aggressionen waren Auswirkungen davon. Nie zuvor wurde soviel über psychische Erkrankungen geredet und geschrieben. Nie zuvor suchten sich so viele Menschen aktiv Hilfe. Das ist gut, damit fällt ein Tabu. Hoffen wir, dass das Bewusstsein, dass auch unsere physische Gesundheit labil ist und besonderer Aufmerksamkeit bedarf, noch eine ganze Weile anhält.

Bild: shutterstock

Homeoffice

Es klingt heute ein bisschen skurril, aber vor der Pandemie hat es tatsächlich Menschen gegeben, die sind jeden Tag mehrere Stunden gependelt, um in einem Büro einen Computer und ein Telefon zu bedienen. Arbeitstätigkeiten, die man von überall her und also genau so gut von zu Hause aus erledigen kann. Dank Corona konnten plötzlich auch Banker und Anwältinnen Heimarbeit machen, Call-Center-Angestellte und Sachbearbeiterinnen ohnehin.

Warum also nicht weiterhin den ein oder anderen Tag von zu Hause aus arbeiten? Das ist freilich nicht allen Berufsgruppen möglich. Aber wenn auch nur ein Drittel aller Arbeitnehmenden einen zusätzlichen Tag im Home Office arbeitet, wird der Pendlerverkehr abnehmen und das Wohlbefinden zunehmen. Zwar haben das noch nicht alle Chef und Chefinnen wirklich verstanden - doch das Homeoffice ist gekommen um zu bleiben. Joggen nach dem Mittag, die Kinder am Nachmittag ins Training fahren, dafür am Abend den Laptop noch einmal aufklappen. In vielen Jobs geht das.

Bargeldloses Bezahlen

Seit jedes Geschäft Kreditkarten akzeptiert, kann man sein Portemonnaie getrost zuhause vergessen. Ein Schwenk mit dem Handy oder der Uhr reicht, und der Einkauf ist bezahlt. Kein Kramen nach Münzen mehr. Bei einem Betrag von 1.50.- braucht es kein verlegenes «Ich muss leider mit Karte bezahlen, tut mir leid»! mehr, steht doch am Tresen «Wir bevorzugen Kartenzahlungen.» Das soll so bleiben.

Bild: KEYSTONE

Flexible Stornierungsbedingungen bei Buchungen

Als auf dem Höhepunkt der Pandemie fast alles stillstand, sind die Hotels und Fluggesellschaft uns so weit entgegenkommen wie nur ging. Damit die Buchungen nicht total einbrachen, boten sie flexibel Stornierungsbedingungen an. Sollte die Pandemie das Reisen am gesetzten Datum verunmöglichen, bekamen die Kundinnen und Kunden ihr Geld zurück oder konnten den Aufenthalt gratis verschieben.

Diese Kulanz möchten wir auch nach der Pandemie sehen. Schliesslich wissen doch die Unternehmen: Nur zufriedene Kunden kommen wieder.

Bessere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik

Am Anfang funktioniert sie gar nicht und auf dem Höhepunkt der Krise wurde sogar ein Maulkorb für die Wissenschaft gefordert. Am Schluss klappte die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft tun Politik aber ganz gut.

In eine komplexen Welt mit vielschichtigen Dimensionen braucht es die möglichst neutrale Sicht aus allen wissenschaftlichen Disziplinen und Perspektiven. Sie dient der Politik als Entscheidungsgrundlage. Wir brauchen nicht für jedes Aufgabe gleich eine Taskforce. Eine gute Kooperation zwischen Wissenschahaftern und Politikerinnen ist aber unerlässlich, um die grossen Probleme unserer Zeit zu lösen. Sei es die Altersvorsorge, die Klimakrise oder Cybersicherheit.

Bild: keystone

Desinfektionsmittel auf Toiletten (und anderswo)

Sich vor und nach dem Toilettengang kurz die Hände zu desinfizieren ist nicht nur eine Massnahme gegen Pandemien, sondern auch ein Beitrag zu mehr Hygiene. Deshalb: Lasst die Desinfektionsmittel stehen. Auch jene an der Restauranttüren.

Und lasst die kleinen Desinfektionsflaschen in Taschen und Rucksäcken. Sie tun auch ihre Dienste, wenn man beim Wandern kurz austreten muss oder nach dem Besuch einer Dönerbude.

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Was machen mit all den Masken?

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168 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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The Snitcher
17.02.2022 11:14registriert Oktober 2015
Folgende Punkte:
- Bitte weiter Händewaschen!
- Wenn man Husten hat, bitte weiterhin Mund verdecken!
- Distanz wahren... es gibt nichts schlimmeres als den warmen Atem einer Fremdenperson beim anstehen im Nacken zu spüren...
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Commander Salamander
17.02.2022 11:07registriert September 2018
Das (in meinem Fall) Teilzeit-Home Office ist für mich persönlich der grösste Gewinn aus dieser Krise. Das möchte ich nicht mehr missen.
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LeWelsh
17.02.2022 11:10registriert November 2021
Ich persönlich haben den Abstand und die Masken genossen. Mag fremde Menschen eh nicht und Dank der Maske musste ich auf Arbeit kein falsches Lächeln aufsetzen.

Werde sicher noch lange Masken tragen. Wenigstens kann ich dann zweiteres beibehalten.
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