Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Panik-Passagiere in Kloten: «Sie füllen unser Desinfektionsmittel in ihre Flaschen ab!»

Der Flughafen Zürich reagiert auf das Corona-Virus und intensiviert die Reinigung. Doch in der Hinterhand hat er noch weitere Massnahmen parat – bis hin zum Fiebermessen und Aufstellen von Plexiglas-Wänden.

Benjamin Weinmann / ch media



Der Flughafen Zürich bekommt die Auswirkungen des Corona-Virus zunehmend zu spüren. Im März verkehrten an einigen Tagen bis zu 20 Prozent weniger Passagiere am Landesflughafen. Schliesslich haben die Airlines ihre Kapazitäten teilweise massiv gesenkt, alleine die Swiss streicht bis zu 50 Prozent ihrer Flüge in den kommenden Wochen.

>> Alle News zum Coronavirus findest du hier

>> So kannst du dich und deine Mitmenschen schützen

Der Flughafen selbst reagiert ebenfalls auf die neue Situation, wie die Geschäftsleitung am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz bekanntgab. «Wir haben die Reinigungsschichten deutlich verstärkt», sagt Stefan Tschudin, Leiter Betrieb, im Gespräch mit CH Media.

ZUR MELDUNG, DASS FLUGHAFEN ZUERICH AG IM ERSTEN HALBJAHR 2016 SEINEN GEWINN UM BEREINIGTE 15.3 PROZENT GESTEIGERT HAT, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 24. AUGUST 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Passengers queue in the check-in hall 1 at Zurich Airport, pictured in Kloten, Switzerland, on July 31, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Am Flughafen Zürich stehen vermehrt Spender mit Desinfektionsmittel. Bild: KEYSTONE

Vor allem stark benutzte Flächen würden häufiger geputzt, wie zum Beispiel Rolltreppen-Bänder, Knöpfe und Toiletten. An mehreren Orten, vor und nach der Passkontrolle, hat der Flughafen Desinfektionsmittel-Spender installiert – mit negativem Nebeneffekt. «Manche Passagiere füllen es in PET-Flaschen ab», sagt Tschudin. Er appelliere deshalb an die Solidarität der Passagiere.

Auch die Nachlieferungen seien ein Thema. Schliesslich sind Desinfektionsmittel derzeit weltweit stark gefragt. «Wir müssen damit verhältnismässig umgehen, da diese Krise noch länger dauern könnte», sagt Tschudin.

Innert zwei Tagen bereit

Der Flughafen spreche regelmässig mit dem Bundesamt für Gesundheit und habe eine so genannte Task-Force gegründet. Man wäre auch auf die Einführung eines so genannten Exit-Screenings von Passagieren vorbereitet, sagt Tschudin. So werden in Italien Passagiere vor ihren USA-Flügen gefragt, in welchen Ländern sie sich zuletzt aufgehalten haben, und es wird ihre Temperatur gemessen.

Laut Tschudin hätte man die nötigen Produkte wie Fiebermesser, um diese Massnahme einzuführen. Dabei könne man sich auch auf die Hilfe der Behörden oder des Militärs verlassen. «Innert 48 Stunden könnten wir diese Massnahme einführen.» Das für die Screenings nötige Personal könnte man voraussichtlich selber stellen, sagt Tschudin. Allerdings bezeichnet das Geschäftsleitungsmitglied der Flughafen Zürich AG das Fiebermessen als Placebo-Massnahme, da nicht jeder Virus-Träger eine erhöhte Temperatur aufweise.

Und noch eine weitere Massnahme hätte der Flughafen in petto. «Wir haben vor rund zehn Jahren bei der Sars-Krise Plexiglas-Wände eingekauft für die Check-in-Schalter, um das Personal vor kranken Passagieren zu schützen», sagt Tschudin. Diese könne man bei Bedarf aufstellen. Diesbezüglich sei man mit der Abfertigungsfirma Swissport in Kontakt. Insgesamt arbeiten 27‘000 Menschen am Flughafen Zürich.

Finanzchef hatte Glück mit Anleihe

Und wenn es stetig und rasant schlimmer wird, wäre dann gar eine Schliessung möglich? «Davon gehen wir heute nicht aus, aber es entwickelt sich alles derart schnell, dass wir auch dieses Szenario nicht ausschliessen können, wenn man nach Italien blickt.»

Vorerst würde man Teile des Flughafens schliessen, sagt Finanzchef Lukas Brosi gegenüber CH Media. «Wir könnten zum Beispiel das Ende eines Terminals temporär ausser Betrieb nehmen, was unsere Kosten senken würde.» Bereits habe man einen Kosten-Stopp in der Verwaltung verhängt.

Zudem hatte Brosi Glück: Der Finanzchef hat am 26. Februar – noch vor der Corona-Eskalation in der Schweiz – eine Anleihe in der Höhe von 400 Millionen Franken mit einer Laufzeit von 15 Jahren platziert, um die Liquidität zu verbessern. «Heute bekämen wir diese Summe von den Banken nicht mehr, nicht für diese Laufzeit und schon gar nicht zu den Konditionen, wie wir sie ausgehandelt haben.» Zudem habe man Anfang Jahr die Kredit-Limiten um sechs Jahre verlängern können. (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Wie 6g mein Gehirn zu Matsch machten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • probe 10.03.2020 16:23
    Highlight Highlight Cooler Typ, der Cleaner. Der gibt Corona eins auf die Nase!
  • Älplermagrönli mit Öpfelmues 10.03.2020 15:54
    Highlight Highlight Die Desinfektionsmittel in eigene Flaschen abfüllen. Gehts eigentlich noch? Der Egoismus einiger Menschen ist echt nicht mehr verhältnissmässig. Ich verstehe ja, dass die Bevölkerung beunruhigt ist, aber das ist einfach lächerlich.

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Die Corona-Zahlen für die Schweiz steigen im Moment rapide. Deshalb findest du hier einen Überblick zu allen neuen sowie aktuellen Fallzahlen für die Schweiz und einen Vergleich zu internationalen Daten zu Neuansteckungen mit dem Coronavirus.

Das Coronavirus hält die Schweiz weiterhin in Atem. Die Zahl der Neuansteckung steigt nach neuesten Entwicklungen in den unterschiedlichen Kantonen seit dem August wieder und viele sprechen bereits von einer zweiten Corona-Welle in Europa und in der Schweiz.

Damit du den Überblick über die sich stetig verändernde epidemiologische Lage behältst, zeigen wir dir hier alle relevanten Statistiken zu den Neuansteckungen, Positivitätsrate, Hospitalisierungen und Todesfällen in den Schweizer …

Artikel lesen
Link zum Artikel