freundlich
DE | FR
67
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Coronavirus

Corona: 4 Fragen und Antworten zu Geimpften und Hospitalisationen

Wer landet eigentlich wegen Corona im Spital? 4 Fragen und Antworten

Nur sehr wenige vollständig Geimpfte landen in der Schweiz im Spital. Dennoch gibt es einige, die anfälliger dafür sind.
13.08.2021, 18:1814.08.2021, 00:55

Wer landet im Spital?

Seit Beginn der Epidemie sind von 27'760 (91%) hospitalisierten Personen vollständige Angaben zu Vorerkrankungen erfasst worden. Wie aus dem wöchentlichen Lagebericht des BAG hervorgeht, hatten 15 Prozent davon keine relevanten Vorerkrankungen. Demnach hatten 85 Prozent der hospitalisierten Personen mindestens eine Vorerkrankung und gehörten damit zur Risikogruppe.

Am häufigsten genannt wurden dabei Bluthochdruck (50%), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (39%) und Diabetes (25%).

Gemäss BAG-Daten zeigt ein Vergleich zwischen der ersten (bis Anfang Juni 2020) und zweiten Phase der Pandemie, dass es diesbezüglich zu keinen grundlegenden Veränderungen gekommen ist.

Was heisst das konkret für die Impfung?

Seit dem 27.01.21 wird der Impfstatus von hospitalisierten und verstorbenen Personen vom ärztlichen Fachpersonal erfasst. In sozialmedizinischen Einrichtungen (wie Altersheimen und Pflegeheimen) werden auch geimpfte Personen erfasst, die an Corona erkranken, ohne dass sie hospitalisiert werden müssen. Auf diese Weise wurden seither 563 Impfdurchbrüche bei vollständig geimpften Personen erfasst. In anderen Worten: Von mehr als 4 Millionen vollständig Geimpften infiziert sich nur eine Person von 7000.

Wie die offiziellen Zahlen des BAG zeigen, sind Impfdurchbrüche bei Risikopatienten und -patientinnen deutlich höher. Dazu gehören die Alten sowie Personen mit Vorerkrankungen. Sie sind auch diejenigen, die ohne Impfung häufiger hospitalisiert werden müssen.

Anfang August (Kalenderwoche 31) war von den 93 hospitalisierten Personen unter 60 Jahren keine geimpft. Bei den über 60-jährigen waren von 56 Patientinnen und Patienten 51 ungeimpft. Lediglich 5 Personen landeten also trotz Impfung im Spital.

Wie sieht die Situation in den Spitälern aus?

Wer sind diese Personen? Im Universitätsspital Zürich liegen derzeit drei Corona-Patienten, die schon vollständig geimpft sind. Aufgrund der tiefen Fallzahlen sei es schwierig, eine aussagekräftige Statistik zu führen, sagt Walter Zingg gegenüber dem Tages-Anzeiger. Er ist der leitende Arzt für Infektiologie und Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich. Laut Zingg sind alle drei Patienten weit über 65 Jahre alt und leiden an Übergewicht und Diabetes. Damit stellen sie klassische Risikopatienten dar.

AVIS - WIR STELLEN IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUM THEMA UNIVERSITAETSSPITAL ZUERICH USZ ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- -Nora Tschanz, Gruppenleiterin Pflege ...
Eine Pflegerin misst den Puls eines Covid-Patienten.Bild: keystone

Können Geimpfte an Corona sterben?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Da aber schon immer bekannt war, dass die Impfung nicht zu 100 Prozent schützt, können Infektionen nicht ausgeschlossen werden. Zudem ist der Schutz bei älteren und vorerkrankten Personen etwas niedriger, sagt Zingg. Nichtsdestotrotz sind schwere Verläufe sehr selten: «Wer sich impfen lässt, landet praktisch nie im Spital, und schon gar nicht auf der Intensivstation.»

Beruhigend ist zudem, dass die Erkrankungen von Geimpften milder verlaufen. Dies bestätigt auch das Universitätsspital Waadt in Lausanne gegenüber dem «Tages-Anzeiger». «Die vollständig geimpften Hospitalisierten brauchten bisher oft nur zusätzlichen Sauerstoff», sagt Peter Vollenweider, Leiter der Abteilung innere Medizin.

Die Zahlen des BAG unterstreichen dies: Von den 563 Personen mit Impfdurchbrüchen mussten insgesamt 103 ins Spital, 19 verstarben.

Fallzahlen, Hospitalisationen und Todesfälle von Geimpften in der Schweiz
Bild: BAG

Die Grafik zeigt, dass bisher keine geimpfte Person unter 50 Jahren gestorben ist. Auffallend ist zudem, dass sich die Todesfälle fast ausnahmslos auf die über 80-Jährigen konzentrieren: Von den 19 Todesfällen waren 18 Personen bereits über 80 Jahre alt. (saw)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Warum die Covid-19 Impfung nicht unfruchtbar macht – in 2 Punkten

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

67 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Jonas der doofe
13.08.2021 18:28registriert Juni 2020
Ja aber das sind ja Fakten. Damit kann man doch keine Schwurbler überzeugen oder irgemdwas in einer Telegrammgruppe erreichen. Ich bin froh, dass ich geimpft bin. Damit kann ich mich und mein Umfeld schützen. Mehr kann ich leider nicht tun.
21734
Melden
Zum Kommentar
avatar
Barth Simpson
13.08.2021 19:43registriert August 2020
Ich finden den Bericht gut und wichtig, auch wenn man damit viele Impfgegner schwer überzeugen kann. Die Hoffnung bleibt aber.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Werte von Geimpften und Ungeimpften direkt gegenüber gestellt worden wären. Dies würde die Aussagekraft für Impfunsichere zusätzlich massiv bekräftigen.
9610
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lullaby@20past
13.08.2021 20:02registriert April 2019
Impfgegner sind leider immun gegen "Mainstream-Medien". Die lesen nur Whatsapp und Telegram-News. Eine zweite Meinung überhaupt mal anhören, würde manchem gut tun. Am anfang war ich auch sehr skeptisch. Hab mich dann kreuz und quer durch das Thema gelesen und schlussendlich für die Impfung entschieden. Auch weil die Absurditäten der Impfgegner manchmal wirklich den Rahmen sprengen... Seitdem kann ich mich wieder auf andere Themen konzentrieren und hab vor allem keine Angst vor einer schweren Erkrankung. Für mich war es die richtige Entscheidung.
5913
Melden
Zum Kommentar
67
Walliser Generalstaatsanwalt Nicolas Dubuis tritt zurück

Der Walliser Generalstaatsanwalt Nicolas Dubuis tritt Ende Jahr zurück. Dies gab er am Montag vor den Medien in Sitten bekannt. Seine Stellvertreterin hatte bereits vergangene Woche ihren Rücktritt eingereicht.

Zur Story