Schweiz
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Eine Frau installiert zu Hause ein Heimbuero,

Viele Schweizer mussten seit dem Lockdown ein Homeoffice einrichten - das war aber für einige schon vorher Normalität. Bild: KEYSTONE

Vor Corona arbeitete bereits ein Drittel der Schweizer zeitweise im Homeoffice

Für mehr als ein Drittel der Schweizer Arbeitnehmenden ist Home Office nicht erst seit Covid-19 das tägliche Brot. 2019 arbeiteten 33.7 Prozent in Heimarbeit - knapp 5 Prozent immer, 14 Prozent regelmässig und fast 15 Prozent gelegentlich.



Auch von flexiblen Arbeitszeiten profitieren Erwerbstätige in der Schweiz nicht erst, seit sie wegen des Lockdowns dem wachenden Auge der Vorgesetzten entzogen sind: 2019 hatte fast die Hälfte flexible Arbeitszeiten, davon schafften 18.9 Prozent im Home Office und 5.1 Prozent auf Abruf. 46.2 Prozent konnten sich insgesamt die Zeit frei einteilen, 5.3 Prozentpunkte mehr als 2010.

Leicht Arbeitnehmer-freundlicher ist auch die Wochenendarbeit geworden - wenn auch auf hohem Niveau: Samstagarbeit war 2019 für fast jede fünfte erwerbstätige Person die Regel, Sonntagsarbeit für jede zehnte. Seit 2010 betrug der Rückgang bei der Samstagsarbeit 3.6 und bei der Sonntagsarbeit 1.5 Prozentpunkte.

Das zeigt die am Freitag publizierte Arbeitszeiterhebung 2019 des Bundesamts für Statistik (BFS). Das Amt verspricht, bereits im September auch die Zahlen für das vom Lockdown geprägte erste Halbjahr 2020 vorzulegen.

Finanzbetriebe flexibel, Gastgewerbe nicht

Was die flexiblen Arbeitszeiten betrifft, offenbart sich eine signifikante Geschlechter-Ungereimtheit: Männer sind häufiger frei in der Einteilung ihrer Arbeitszeit als Frauen: 51.5 der Schweizer Arbeitnehmer genossen letztes Jahr dieses Privileg, aber nur 40.5 Prozent der Arbeitnehmerinnen. Dabei sind Frauen (immer noch) häufiger für Bringen und Holen von Kindern in Kita und Schule sowie Einkaufen und Kochen zuständig, würden flexible Zeiten also dringender benötigen.

Auch familien-unfreundliche Abendarbeit leisteten Frauen häufiger als Männer: 17.8 Prozent werkten zwischen 19 Uhr und Mitternacht, 2.4 Prozent mehr als Männer. Immerhin ist Abendarbeit seit 2010 um 0.7 Prozentpunkte zurückgegangen. Nachtarbeit - Mitternacht bis 6 Uhr - leisteten dann wieder vermehrt die Männer, 5.2 Prozent gegenüber 3.9 Prozent der Frauen. In den Branchen «Verkehr und Lagerei» sowie im Gastgewerbe war Nachtarbeit am meisten verbreitet.

Die grösste Chance auf flexible Arbeitszeiten hatten Personen, die im Finanz- und Versicherungsdienstleistungs-Sektor beschäftigt waren, dort genossen 77 Prozent der Arbeitnehmenden freie Zeiteinteilung. In der Branche «Information und Kommunikation» waren es mit 76.4 Prozent nur unwesentlich weniger.

Am unflexibelsten hatten es das Gast- und Beherbergungsgewerbe (18.4 Prozent mit flexibler Arbeitszeit), das Gesundheits- und Sozialwesen (23.8 Prozent) und die Baubranche (24.4 Prozent).

Jung und Alt bearbeiten unbeliebte Pensen

Bei Arbeitszeiten, die sich schlecht mit einem geregelten Familienleben vereinbaren lassen, werden vermehrt Junge (15- bis 24-Jährige) und Alte (über 65) eingesetzt. Beispielsweise bei der Arbeit auf Abruf. Dieselben beiden Altersklassen mussten auch am häufigsten mit befristeten Arbeitsverträgen Vorlieb nehmen. (sda)

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