Schweiz
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Drei Studentinnen schreiben waehrend ihrer Vorlesung mit, im Juli 2001 an der Universitaet in Zuerich. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) : Dia, Mittelformat,  Nr.254867]

Studieren in vergangenen Zeiten: Studentinnen während einer Vorlesung an der Universität Zürich. Bild: KEYSTONE

Gestrichene Auslandsemester und Maskenpflicht: So beginnt das Semester an den Unis

Ab Mitte September strömen wieder Tausende von Studierenden an die Schweizer Unis und Hochschulen. Auch für sie ändert sich aufgrund der Corona-Pandemie einiges. Einige Einschränkungen lassen gar manchen Traum vom Auslandsemester platzen.



In gut zwei Wochen sind auch an den Schweizer Unis und Hochschulen die Sommerferien vorbei. Doch das Herbstsemester 2020 wird wohl in die Geschichte vieler Universitäten eingehen. Zahlreiche Unis verzeichnen mehr Anmeldungen. Viele Maturandinnen und Maturanden mussten aufgrund der Corona-Pandemie auf ein Zwischenjahr verzichten, wie die Aargauer Zeitung berichtet. Anstatt zu reisen oder Arbeitsluft zu schnuppern, meldeten sich viele direkt für die Uni an.

Die Universität Zürich spricht von 15 Prozent mehr Anmeldungen für einen Bachelor-Studiengang als noch ein Jahr zuvor. An der Universität St.Gallen haben sich 349 mehr Studierende für das Herbstsemester eingeschrieben als noch 2019. Und auch die Uni Basel verzeichnete 250 Anmeldungen mehr als noch im Vorjahr.

Gestrichene Auslandsemester

Während viele Maturandinnen und Maturanden das Zwischenjahr streichen mussten, fällt bei zahlreichen Studierenden das geplante Auslandsemester ins Wasser. An der Universität Basel verzichten rund 50 Prozent der Studierenden auf das Auslandsemester. Dabei handelt sich sowohl um jene Studierende, die von Partnerunis in die Schweiz kommen wollten, als auch Schweizer Studierende, die ein Semester im Ausland planten. Die Uni Genf vermeldet ebenfalls eine Stornoquote von 51 Prozent, wie die Zeitung Tribune de Genève berichtet.

Die Frauenskulptur vor dem Haupteingang der Universitaet Zuerich, aufgenommen im Oktober 1997. (KEYSTONE/Str)

Um Personen in Risikogruppen zu schützen, können Präsenzveranstaltungen an der Universität Zürich auch digital absolviert werden. Bild: KEYSTONE

An der Universität St.Gallen ist die Zahl noch höher. «Im Moment sind noch 223 HSG-Studierende für ein Austauschsemester an einer anderen Uni angemeldet. Geplant waren über 750 Outgoings», heisst es aus der Ostschweiz.

An der ETH in Zürich wird der Studierendenaustausch im Herbstsemester 2020 gar auf Europa beschränkt. Wer von weiter weg nach Zürich wollte, darf nicht mehr kommen. An der Universität Zürich sind die Bestimmungen etwas liberaler. «Grundsätzlich können alle für einen Austauschplatz vorgesehenen Studierenden den Austausch antreten», heisst es dort auf Anfrage. Für das kommende Semester erwartet man rund 179 Studierende aus dem Ausland, 22 davon kommen von aussereuropäischen Unis.

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Maskenpflicht und Online-Prüfungen

Zwar wird es an allen Schweizer Unis wieder Präsenzunterricht geben. Doch auch dieser wird nicht mehr derselbe sein. Eine Maskentragepflicht gilt praktisch überall. An den Unis in Basel und Bern erhalten die Studierenden zu Semesterbeginn eine Stoffmaske zugeschickt. In Bern empfiehlt man zudem den Download der SwissCovid-App. In Basel bittet man die Studierenden, die Plätze in den Hörsälen nach Gebrauch gleich selbst zu reinigen.

Die Uni Bern erhält vom Nationalfonds die für Kulturwissenschaften erstaunlich hohe Summe von 1,4 Millionen Franken, um die Rolle der Kultur in der Umweltkrise zu erforschen. Das Projekt, an dem drei Institute beteiligt sind, ist auf vier Jahre angelegt. (Archivbild)

Die Uni Bern stellt ihren Studierenden zu Semesterbeginn zwei Stoffmasken zur Verfügung. Bild: sda

An der Universität Zürich wurde der Online-Unterricht vorangetrieben. Um Personen in Risikogruppen zu schützen, können Präsenzveranstaltungen auch digital absolviert werden. Einige Vorlesungen, besonders für Studierende in höheren Semestern, finden ausschliesslich online statt.

Ähnlich handhabt dies auch die Uni St.Gallen. Dort wird eine «hybride Unterrichtsform» Teil des Schutzkonzepts. Die Hälfte der Studierenden ist anwesend, die andere verfolgt die gleiche Vorlesung online. An der ETH in Zürich dürfen die Unterrichtsräume maximal zu 50 Prozent belegt werden. Und Vorlesungen mit mehr als 100 Studierenden werden online durchgeführt.

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 01.09.2020 07:57
    Highlight Highlight Das sollte man in den Büros endlich auch wieder einführen:

    50% vor Ort, 50% im Home Office, Wöchentlicher Wechsel
  • kaffee 01.09.2020 06:45
    Highlight Highlight Das ist die offizielle Version. Leider gibt es aber auch unter den Dozierenden schwarze Schafe, die sich über alle Regeln hinwegsetzen und Aktivitäten mit null Abstand oder Maskenpflicht durchführen. Das COVID-verantwortliche Büro der Insititution wurde informiert, gibt aber (bislang) keine Stellungnahme ab. Personen mit Risiko oder solche, die sich eine Quarantäne aus finanziellen Gründen nicht leisten können müssen schauen, wo sie bleiben.
  • Scaros_2 31.08.2020 21:25
    Highlight Highlight Also ich wünsche mir zwar wieder austausch und networking aber ich bin froh, dass die ZHAW entschieden hat, dass man Pflichtmodule als Online und Wahlpflicht als Präsenz macht. Ich meine in den Pflichtmodulen wären wir 100+ Studenten. Man muss ja fast Faktor 2 für Räume denken. Und kommt noch hinzu, dass wir ja nicht nur 1 klasse sind sondern n Klassen von m studiengänge. Also da sind mehrere Hundert Studenden täglich auf dem Campus. Lieber nicht dort hin - vorerst und sehen wie es sich entwickelt.
    • YS&P 31.08.2020 22:11
      Highlight Highlight Ich bin auch an der ZHAW aber anscheinend in einem anderen Departement. Bei uns soll alles als Präsenzunterricht durchgeführt werden, was angesichts der beschränkten Platzzahl aber gar nicht geht. Auf eine Info bezüglich dieses Widerspruchs warten wir immer noch vergeblich.
    • Scaros_2 31.08.2020 23:00
      Highlight Highlight Also ich bin an der SML und wir haben eine Mail bekommen, dass es so ist. Zwar könne man auch Präsent sein aber es wird alle online verfügbar sein.
    • YS&P 01.09.2020 17:35
      Highlight Highlight Lustig, ich bin auch an der SML. Bei uns wird jedoch auf Präsenzunterricht beharrt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Catherine Cheshire 31.08.2020 20:49
    Highlight Highlight Ich freue mich schon sehr auf das Semester, obwohl Vorlesung geben mit Schutzmaske schon ziemlich ätzend ist. Aber meine guten Erfahrungen mit dem Lernwillen der Studierenden im Frühlingssemester - trotz sehr schwierigen Bedingungen war die Mitarbeit grossartig - lässt mich sehr zuversichtlich ins Herbstsemester blicken: Wenn es schwierig wird, arbeiten die Studierenden offenbar um so besser mit uns Dozis zusammen. Wirklich ein Grund zur Freude ^^
  • bebby 31.08.2020 20:46
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu anderen Ländern, sind die Unis in der Schweiz nicht von den üppigen Zahlungen der Studenten aus dem Ausland abhängig, insofern trifft es uns weniger. Aber Schade ist es auf jeden Fall.
  • Apokalyptus 31.08.2020 20:31
    Highlight Highlight Eine der einfachsten Massnahmen gegen die Verbreitung des Virus ist zuhause bleiben. In der Erwachsenenbildung kann man den Studierenden durchaus auch etwas Selbstdisziplin zutrauen, anders wie in den unteren Schulen. Aber die Unis setzen wieder auf Präsenz und tausende von Studis fahren demnächst mit den anderen Pendlern (die auch nicht mehr im sinnvollen Homeoffice sind) zu den Stosszeiten Zug. So blöd kann doch keiner sein. Wir leben in einem digitalen Zeitalter, aber das Bildungssystem ist aus der Steinzeit.
    • landre 31.08.2020 20:59
      Highlight Highlight Digitalisierung ist komplementär mega hilfreich, aber niemals ersetzend. "Auslandsemester" sind unveräusserlich in einem haltbaren Bildungssystem, Wissenschaftsgemeinde usw.
    • Luca89 31.08.2020 21:20
      Highlight Highlight Ach ja, du willst dich also von einem Arzt operieren lassen, der sich zu Hause vor dem PC Operationen anschaut? Na dann, viel Glück...
    • _Qwertzuiop_ 31.08.2020 21:25
      Highlight Highlight Äh was? Also an der ETH finden ausser Praktikas nur übungsstunden und kleinere Vorlesungen statt und Letztere werden auch online angeboten... also die Unis machen mehr dafür, dass man zuhause bleiben kann als so mancher Arbeitgeber, der die Leute unnötigerweise aus dem Homeoffice zurückholt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 31.08.2020 20:05
    Highlight Highlight Kein Virus wird wahrscheinlich jemals die jüngeren Altersklassen von deren Wissenshunger (Studium) aufhalten können. "Auslandsemester" mögen 2020 temporär wegen einem Virus blockiert sein, langfristig konnte soweit aber kaum jemand oder etwas den physisch international zirkulierenden Wissenshunger von Studierenden effizient aufhalten. Soweit anscheinend historisch auch kein Virus.
  • woman91 31.08.2020 19:26
    Highlight Highlight Ja schon wahr... habe mir meinen Unistart auch anders vorgestellt :-/

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