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Hilft die Booster-Impfung auch gegen Omikron? 18 Fragen rund um die Auffrischimpfung

Wann kann ich mich boostern lassen und wo muss ich mich dafür anmelden? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Auffrischimpfung.
09.12.2021, 21:5525.01.2022, 14:50

Dass die Impfwirkung mit der Zeit nachlässt und die Chancen einer Erkrankung steigt, ist bekannt. Israel hat deshalb bereits vor Monaten mit der Impfauffrischung begonnen – dem sogenannten Booster. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Zahlen konnten in kurzer Zeit gedrückt werden.

In der Schweiz beobachtete man erst die Situation und hinkte Ende November mit der Auffrischungsimpfung für alle hinterher. Seither haben sich rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung dreifach gegen das Coronavirus impfen lassen.

Warum die Booster-Impfung wichtig ist – und ab wann man sie sinnvoll ist, erfährst du hier:

Update
Dieser Artikel erschien bereits vor einigen Wochen. Aus aktuellem Anlass haben wir ihn komplett überarbeitet und mit den aktuellsten Informationen versehen.

Wer erhält in der Schweiz eine Auffrischimpfung?

Eine Booster-Impfung wird allen Personen ab 12 Jahren empfohlen. Insbesondere für:

  • Besonders gefährdete Personen mit einem hohen Risiko schwer an einer Covid-19-Krankheit zu erkranken (vulnerable Personen sowie Menschen mit chronischen Krankheiten)
  • Bewohner:innen in Altersheimen und Pflegeheimen
  • Gesundheitspersonal mit direktem Kontakt von gefährdeten Personen

Doch auch jungen Personen ohne Vorerkrankung legt das Bundesamt für Gesundheit eine Auffrischimpfung ans Herz.

Ab wann kann ich mich boostern lassen?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt eine Auffrischungsimpfung sechs Monate nach der Grundimmunisierung.

Kann man sich auch vor Ablauf der sechs Monate für den Booster anmelden?

Offiziell ist das nicht möglich. Einen Booster-Termin buchen kann man erst, wenn die zweite Dosis mindestens sechs Monate zurückliegt. Zugelassen ist die Auffrischimpfung jedoch bereits fünf Monate nach der zweiten Dosis. Das BAG empfiehlt lediglich, sechs Monate zu warten. Je nach Kanton und Impfstation ist es also möglich, sich bereits nach etwas weniger als sechs Monaten Wartezeit zu boostern.

Dürfen sich auch schwangere Frauen boostern lassen?

Schwangere werden in der Schweiz ab dem zweiten Trimester geimpft.
Schwangere werden in der Schweiz ab dem zweiten Trimester geimpft.Bild: shutterstock

Eine Drittimpfung wird auch für Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche (2. Trimester) sowie in der Stillzeit empfohlen.

Warum erst ab dem 2. Trimester?
Grundsätzlich ist eine Impfung auch im 1. Trimester unproblematisch. Weil es in dieser Zeitspanne jedoch noch zu verhältnismässig vielen natürlichen Schwangerschaftsabbrüchen kommt, impft man erst ab dem 2. Trimester.

Wo erhalte ich den Booster?

Für die Durchführung der Auffrischimpfungen sind die Kantone verantwortlich. Einige Kantone, darunter der Kanton Luzern, Zürich und Bern, versenden eine persönliche Einladung per Brief oder SMS. Anderenfalls kann man sich über die Webseite oder die Infoline des jeweiligen Kantons informieren, in welchem Impfzentrum man sich impfen lassen kann. Hier eine Übersicht aller Webseiten und Telefonnummern.

Bei einem Impftermin mit oder ohne Voranmeldung solltest du auf jeden Fall die Krankenkassenkarte, einen Ausweis und dein bisheriges Zertifikat dabei haben.

Warum sollte man sich boostern lassen?

Der Impfschutz lässt mit der Zeit nach und eine Erkrankung wird immer wahrscheinlicher. Dies hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, dazu gehören unter anderem der Impfstoff, die Immunreaktion sowie das Lebensalter. Daten aus Isreal und Grossbritanien zeigen, dass der Impfschutz besonders bei den vulnerablen Personen stärker abnimmt. Beim auch in der Schweiz verwendeten Impfstoff von Biontech/Pfizer etwa lässt der Impfschutz nach 6 Monaten stark nach.

Zudem nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, trotz Impfung an Corona zu erkranken, je länger die Grundimmunisierung zurückliegt. Beide Studie belegen jedoch, dass Personen, welche die Booster-Impfung erhalten haben, seltener an Corona erkranken als jene mit nur zwei Dosen.

«Keine Frage, die dritte Impfung hat Israel gerettet», sagt Gabriel Barbash, Professor für Epidemiologie. Über vier Millionen von rund neun Millionen Einwohnern haben sich in Israel bereits zum dritten Mal impfen lassen. Jede Person ab zwölf Jahren darf sich in Israel eine dritte Dosis verabreichen lassen.

Gilt eine Infektion nach Grundimmunisierung als Booster?

Ja. Sofern sich die Person innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der Grundimmunisierung mit dem Coronavirus infizierte, wird gemäss BAG eine Auffrischungsimpfung erst nach sechs weiteren Monaten nach der Infektion empfohlen.

Welcher Impfstoff wird für die Booster-Impfung empfohlen?

In der Schweiz wird die Auffrischimpfung mit dem gleichen mRNA-Impfstoff (Moderna oder Biontech/Pfizer) vorgenommen wie bei der Grundimmunisierung. Das heisst, Impfwillige erhalten denselben Impfstoff wie bei den ersten beiden Dosen. So lautet auch die Empfehlung des BAG.

Unter 30-jährigen Personen wird seit Anfang Dezember nur noch die Impfung von Biontech/Pfizer empfohlen. Die Empfehlung sei eine Vorsichtsmassnahme, basierend auf Studien verschiedener Länder, die ein höheres Risiko für Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) bei jüngeren, vor allem männlichen Personen nach der Moderna-Impfung festgestellt hatten.

Kann ich auch einen anderen Impfstoff verlangen?

Sollte die Auffrischung nicht mit dem gleichen Impfstoff wie bei der Grundimmunisierung machbar sein, kann die Auffrischimpfung in Form eines «Off-Label-Use» vorgenommen werden. Dies ist jedoch nur in Absprache mit einer Ärztin oder eines Arztes möglich.

«Off Label» heisst dabei, dass Swissmedic die Mischung von Impfstoffen (noch) nicht offiziell zugelassen hat. Das BAG rät aber auch nicht explizit von solchen Impf-Cocktails ab und sie sind in verschiedenen Impfzentren auf eigene Verantwortung möglich.

Kann eine zu frühe Auffrischimpfung schaden?

Bisher gibt es keine Evidenz einer «Überimpfung». Gemäss Fachleuten ist eine dritte Impfdosis auch dann nicht schädlich, wenn bereits ein guter Immunschutz besteht.

Hilft die Booster-Impfung auch gegen die Omikron-Variante?

Die Omikron-Variante weist diverse Mutationen auf, das ist besonders was den Impfschutz betrifft eine schlechte Nachricht.
Die Omikron-Variante weist diverse Mutationen auf, das ist besonders was den Impfschutz betrifft eine schlechte Nachricht.Bild: Shutterstock

Studien gibt es dazu bislang noch nicht. Einige Infektiologen haben sich jedoch bereits zuversichtlich gegenüber der Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Omikron geäussert. Man müsse den Schutz differenziert betrachten und zwischen dem Schutz vor Infektion und schwerer Erkrankung unterschieden, erklärt Infektionsepidemiologe Professor Timo Ulrichs dem SWR. «Letzteres können die vorhandenen Impfstoffe gegenüber der Omikron-Variante ziemlich sicher leisten.»

Darf die Booster-Impfung gleichzeitig mit einer Grippe-Impfung gegeben werden?

Ja, zwischen der Covid-19-Impfung und der Verabreichung anderer Impfungen braucht es keinen Mindestabstand. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es bisher nur Studien zur Wechselwirkung zwischen der Corona- und der Influenza-Impfung gibt. Zum Mix mit anderen Impfstoffen gibt es bislang keine klinischen Studien.

Ist die Auffrischimpfung schwächer dosiert?

Die Auffrischimpfungen mit Spikevax von Moderna erfolgt mit einer reduzierten Dosis mit 0,25 ml. Die Impfung mit Comirnaty von Biontech/Pfizer bleibt hingegen die gleiche Dosierung wie bei der Grundimmunisierung mit 0,30 ml.

Muss man für die Booster-Impfung bezahlen?

Die Kosten der dritten Corona-Impfung werden wie auch bei der Grundimmunisierung vom Bund übernommen.

Werden vor der Auffrischimpfung erst die Antikörper gemessen?

Nein. Das wäre zu aufwendig. Zudem ist aktuell unbekannt, welche Masse an Antikörper für einen ausreichenden Schutz nötig ist.

Welche Nebenwirkungen sind bei der Auffrischimpfung aufgetreten?

Ein Grossteil der Geimpften verspürt leichte Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit.
Ein Grossteil der Geimpften verspürt leichte Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit.Bild: keystone

Nebenwirkungen von Biontech/Pfizer

Biontech/Pfizer haben ihre klinischen Studien zur Booster-Impfung Ende August abgeschlossen. Daraufhin veröffentlichte die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) die Zahlen zu den Nebenwirkungen der Studienteilnehmenden von 18 bis 55 Jahren. Diese Nebenwirkungen sind am häufigsten festgestellt worden:

  • Schmerzen an der Impfstelle: 83 Prozent
  • Müdigkeit: 63,8 Prozent
  • Kopfschmerzen: 48,4 Prozent
  • Muskelschmerzen: 39,1 Prozent
  • Schüttelfrost: 29,1 Prozent
  • Gelenkschmerzen: 25,3 Prozent
  • Fieber: 17,3 Prozent
  • Durchfall: 8,7 Prozent
  • Schwellungen: 8 Prozent
  • Rötungen: 5,9 Prozent
  • Übelkeit/Erbrechen: 3,5 Prozent

Nebenwirkungen von Moderna

Bei der Booster-Impfung von Moderna sind gemäss Daten der FDA trotz schwächerer Dosierung ähnliche Nebenwirkungen wie bei der ersten vollständigen Impfung zu erwarten.

Bei den über 65-Jährigen sind bei der Auffrischimpfung seltener Nebenwirkungen aufgetreten als bei den jüngeren Studienteilnehmenden. Folgende Symptome sind bei den 18- bis 65-Jährigen aufgetreten:

  • Schmerzen an der Impfstelle: 86 Prozent
  • Müdigkeit: 62 Prozent
  • Kopfschmerzen: 58,9 Prozent
  • Muskelschmerzen: 49,6 Prozent
  • Gelenkschmerzen: 41,9 Prozent
  • Schüttelfrost: 40,3 Prozent
  • Empfindlichkeit am Arm der Impfung: 24,8 Prozent
  • Fieber: 14 Prozent
  • Übelkeit/Erbrechen: 12,4 Prozent
  • Schwellungen: 6,2 Prozent
  • Rötungen: 5,4 Prozent

Neue Nebenwirkungen sind gemäss der gross angelegten Studien weder bei Impfstoff von Biontech/Pfizer noch bei Moderna aufgetreten. Die Verträglichkeit ist gemäss US-Studie ähnlich wie nach der zweiten Dosis. Das bedeutet: Die einen werden Nebenwirkungen spüren, die anderen nicht.

Wird das Covid-Zertifikat nach der Booster-Impfung verlängert?

Ja, das Covid-Zertifikat wird nach einer dritten Dosis um ein Jahr verlängert. Wichtig ist, dass man sein Impfzertifikat sowie einen amtlichen Ausweis und die Krankenkassenkarte zum Impftermin mitbringt, damit geprüft werden kann, welcher Impfstoff bei der Grundimmunisierung verwendet wurde.

Folgt danach bereits die vierte Impfung?

Das ist schwer vorherzusagen, aber nicht auszuschliessen. Bei Atemwegsinfektionen sei es schwer, einen dauerhaften Schutz aufrechtzuerhalten, sagt der Virologe Prof. Dr. Carsten Watzl zu «SRF».

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116 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nevermind
16.11.2021 22:34registriert Mai 2016
Wenn man schon so lustige Fragen im Titel stellt:
Wie gehts eigendlich dem Typ in Brasilien, der sich was weis ich wieviele verschiedene Corona-Impfungen erschlichen hat? Ist dem schon ein zweiter Kopf gewachsen oder verschiesst er bei Bedrohung Spikes?
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KarinaN
16.11.2021 21:10registriert Juli 2017
Aktuell kann man also nicht sagen bei welcher Abtikörpermenge man noch gut geschützt ist. Aber es wird ein Zertifikat eingeführt wenn man einen positiven Antikörpertest hat, wobei dabei schon ein sehr tiefer Wert reicht. Und dieses Zertifikat ist dann auch noch 3 Monate in der Schwriz gültig. Da kommen mir wirklich Zweifel an diesem Zertifikat.
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kusel
17.11.2021 07:30registriert Januar 2015
Natürlich braucht es den Booster um durch den Winter zu kommen. Darum wurde in der Schweiz mächtig gepennt und hinausgezögert. Einmal mehr.
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SVP-Nationalrätin will Schutzstatus S einschränken – das sagen Kantone und Gemeinden
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