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Ist der Herr hinter dem Verkaufspult noch nicht geimpft, so könnte er nun Geld dafür bekommen.
Ist der Herr hinter dem Verkaufspult noch nicht geimpft, so könnte er nun Geld dafür bekommen.Bild: sda

Geldprämien, Impfen im Büro – so wollen Schweizer Unternehmen ihre Impfquote erhöhen

Kiosk-Betreiberin Valora will künftig allen Mitarbeitenden 150 Franken bezahlen, wenn sie sich impfen lassen. Andere Unternehmen haben dies bereits probiert – mit Erfolg.
08.12.2021, 18:0108.12.2021, 20:59

Die Grossbuchstaben vermitteln Dringlichkeit: In einem Eintrag im internen Netzwerk der Kiosk-Betreiberin Valora ruft CEO Michael Mueller alle 15'000 Angestellte in ganz Europa dazu auf, sich impfen zu lassen. Und da die Ungeimpften sich bis jetzt nicht mit blossen Aufrufen überzeugen liessen, verspricht Mueller auch noch eine Belohnung:

«VALORA ZAHLT ALLEN MITARBEITENDEN, DIE SICH ERSTMALS UND VOLLSTÄNDIG GEGEN DAS CORONAVIRUS IMPFEN LASSEN, EINE EINMALIGE PRÄMIE VON BRUTTO 150 FRANKEN (RESP. EURO).»
Michael Mueller, CEO Valora

Valora-Mediensprecherin Christina Wahlstrand bestätigt die Prämie gegenüber watson. Sie gelte für alle Angestellten, die sich zwischen dem 24. November und 4. Februar 2022 zweimal impfen lassen. «Die Regierungen in all unseren Märkten haben die Impfung ganz klar als Kerninstrument etabliert, um die Menschen zu schützen und den Weg aus der Pandemie zu finden. Mit dem Impfanreiz unterstützen wir diese Politik ausdrücklich», sagt Wahlstrand.

Sie betont zugleich, dass man den Entscheid, sich nicht impfen zu lassen, in jedem Fall respektiere. So gebe es auch keine negativen Konsequenzen für ungeimpfte Mitarbeiter, wie zum Beispiel weniger Lohn während der Quarantäne.

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Neben den gesundheitlichen Vorteilen mache eine höhere Impfquote auch geschäftlich Sinn. Je mehr Menschen geimpft seien, desto höher die Chance, dass «der Betrieb unserer Verkaufsstellen und Produktionswerke trotz Restriktionen durchgehend gewährleistet ist».

Swiss Casinos hatte grossen Erfolg

Die Idee, Angestellten Geld zu bezahlen, wenn sie sich impfen lassen, ist nicht neu. Bereits im Sommer hat Swiss Casinos allen Mitarbeitenden 200 Franken für die Impfung versprochen. «Wie überall arbeiten auch bei uns einige, die ganz grundsätzlich gegen eine Impfung sind», sagt Mediensprecher Marco Zemp. Das respektiere man, trotzdem sei es «ein grosses Anliegen, dass möglichst viele geimpft sind».

Der monetäre Anreiz hat funktioniert: «Von unseren 550 Mitarbeitenden sind heute rund 400 geimpft, also über 70 Prozent. Davon haben 360 Mitarbeitende von der Impfprämie von 200 Franken profitiert.»

Impfen am Arbeitsplatz

Noch gibt es nur vereinzelte Firmen in der Schweiz, die ihren Angestellten Geld fürs Impfen anbieten. watson hat 20 grosse Unternehmen in der Schweiz gefragt, ob dies für sie eine Option wäre. Alle haben verneint.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Unternehmen es nicht anders probieren. Swisscom zum Beispiel hat seine «Mitarbeitenden wiederholt via Intranet aufgerufen, sich impfen zu lassen», wie es auf Anfrage heisst. Die ABB bietet sogar Webinare über Impfungen an, der Zementhersteller Holcim hat eine interne Kommunikationskampagne gestartet.

Bei Nestlé und dem Versicherungskonzern Swiss Life darf man sich während der Arbeitszeit impfen lassen. «Impftermine gelten genauso wie beispielsweise Arztbesuche als bezahlte Kurzabsenz», heisst es vonseiten Swiss Life.

Bei den Pharmariesen Novartis und Roche geht man noch einen Schritt weiter: Neben Aufrufen zur Impfung kann sich die Belegschaft gleich am Arbeitsplatz impfen lassen. «Novartis bietet seit dem 14. Oktober allen Personen, die an unseren Standorten arbeiten, sowie ihren Familienangehörigen die Covid-19-Impfung kostenfrei an. Nach Anmeldung können sich Interessierte auf dem Novartis Campus in Basel impfen lassen», sagt Mediensprecherin Anna Schäfers. Seit dem 6. Dezember könne man sich beim arbeitsmedizinischen Dienst auf dem Campus auch boostern lassen.

Gleiches Bild bei Roche: Auch hier können sich alle Mitarbeitenden die erste, zweite oder dritte Impfung beim hauseigenen medizinischen Dienst abholen.

Wie erfolgreich diese Motivationsstützen sind, darüber schweigen sich die befragten Unternehmen aus. Bei Valora zeigt man sich optimistisch. Das Angebot läuft seit dem 6. Dezember. «Und es gibt bereits erste Interessierte», sagt Mediensprecherin Christina Wahlstrand.

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