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Bundeskanzler Walter Thurnherr, links, und Bundesrat Ignazio Cassis, schreiten zu den Von-Wattenwyl-Gespraechen, am Freitag, 5. Februar 2021, in Bern. An den traditionellen Gespraechen, die aufgrund der Krise um die Pandemie des Coronavirus, Covid-19 nicht im bundesraetlichen Von-Wattenwyl-Haus, sondern am Sitz des Finanzdepartements im Bernerhof stattfinden, bereiten die SpitzenvertreterInnen der Bundesratsparteien zusammen mit ihren BundesraetInnen die folgende Session der Eidgenoessischen Raete vor. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundeskanzler Walter Thurnherr, links, und Bundesrat Ignazio Cassis, schreiten zu den Von-Wattenwyl-Gesprächen, am Freitag in Bern. Bild: keystone

Bundesrat befürchtet «schwierige Corona-Situation» ab Mitte März

Drei Bundesräte haben sich am Freitag mit den Spitzen der Parteien ausgetauscht. Dabei legten sich auch dar, wie sie die Corona-Situation aktuell einschätzten – und wann sie eine mögliche dritte Welle befürchten.

Maja Briner und Othmar von Matt / ch media



Gesundheitsminister Alain Berset hat die Bevölkerung diese Woche schon darauf eingestimmt: Grossflächige Lockerungen sind Ende Februar nicht zu erwarten. An den traditionellen Von-Wattenwyl-Gesprächen mit den Parteispitzen zeigte der Bundesrat am Freitag etwas näher auf, wie er die Lage derzeit einschätzt.

Eine «schwierige Situation» erwartet die Regierung ab Mitte März, wie aus Quellen verlautete. Die ansteckendere Virusvariante, die zuerst in Grossbritannien entdeckt worden war, dürfte dann dominant sein – und könnte die Fallzahlen nach oben treiben. Eine dritte Welle könnte die Schweiz erfassen, befürchtet die Landesregierung. An den Von-Wattenwyl-Gesprächen mit den Parteispitzen nahmen Bundespräsident Guy Parmelin, Gesundheitsminister Alain Berset und Aussenminister Ignazio Cassis teil.

Die Prognosen des Bundesrats basieren auf Szenarien von Ende Dezember. Für die nächsten Wochen sollen aber auch noch die Impfeffekte berücksichtigt werden. Die wissenschaftliche Taskforce hatte im Dezember vereinfachende Modellrechnungen präsentiert. Diese zeigten zwei Szenarien: Das erste ging davon aus, dass die Fallzahlen ab Januar stark sinken (Halbierung alle zwei Wochen). In diesem Fall droht trotz mutiertem Virus nur ein langsamer Anstieg im Frühling.

Sinken die Fallzahlen aber weniger stark (Halbierung alle vier Wochen), steigt die Kurve ab Mitte März rasant. Im April könnte es über 20'000 Neuansteckungen pro Tag geben.

Die nächste Bundesratssitzung entfällt – wegen Ferien

Inzwischen weiss man: Die Fallzahlen sind zwar seit Anfang Jahr gesunken, aber nicht so stark wie gewünscht. Die Situation ist laut Bundesrat derzeit sehr unsicher. Klar ist: Grössere Lockerungen sind nicht angedacht, Restaurants und vieles mehr dürften über den Februar hinaus geschlossen bleiben. Allenfalls seien ganz leichte Lockerungen möglich, heisst es.

Ein Entscheid, wie es nach dem Februar weitergehen soll, hat die Regierung noch nicht getroffen. Der Bundesrat will am Mittwoch in einer Woche nochmals darüber diskutieren. Liegt der Reproduktionswert – der zeigt, wie viele Personen jemand im Schnitt ansteckt – dann unter eins, könnte das den Bundesrat unter Druck bringen, mindestens ein wenig zu lockern.

Kommende Woche sind offiziell Bundesratsferien – die wöchentliche Sitzung entfällt. Teilnehmende der Von-Wattenwyl-Gespräche hatten den Eindruck, es komme dem Bundesrat ganz gelegen, dass er nun eine Woche mehr Zeit erhält. (aargauerzeitung.ch)

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