Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Jugendliche sind immer am Handy, heisst es. Hier zeigen wir, was sie da so machen und davon halten. bild: shutterstock

So steht es um den Internet-Gebrauch von Jugendlichen

Es ist eine der grossen Fragen unserer Zeit: Was machen Jugendliche eigentlich die ganze Zeit «in diesem Internet»? Eine neue Studie zeigt, wie die junge Generation das ständige Online-Sein erlebt und was sie da so treibt.



Junge Menschen denken mehr über ihre Internetnutzung nach als Erwachsene. Sie erleben das permanente Online-Sein vorwiegend positiv, sind sich aber auch bewusst, dass es Regeln und Grenzen braucht. Das berichtet die Eidgenössische Kommission für Kinder -und Jugendfragen (EKKJ) in der heute veröffentlichten Broschüre «Always on». Wir zeigen die wichtigsten Ergebnisse in sieben Punkten:

Wie lange Jugendliche online sind

16- bis 25-Jährige sind in ihrer Freizeit im Schnitt 90 Minuten länger online als 40- bis 55-Jährige. Doch auch unter den Jugendlichen gibt es Unterschiede: Solche aus Schulen mit hohen Anforderungen sind rund eine halbe Stunde weniger lang online als solche aus Schulen mittlerer oder unterer Anforderungen.

Bild

grafik: Eidgenössische Kommission für Kinder -und Jugendfragen (EKKJ)

Auch auffallend: Während 40% der Erwachsenen Wenignutzer sind, begeben sich nur 12% der Jugendlichen weniger als zwei Stunden online.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

Doppelt so oft nehmen Jugendliche dagegen im Mittel täglich das Smartphone in die Hand: 30 Mal gegen 15 Mal bei den 40- bis 55-Jährigen.

Daten und Quellen

Die Angaben stammen aus der heute veröffentlichten Broschüre «Always on. Wie erleben Jugendliche das ständige Online-Sein?» der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ). Dafür wurden im Januar 2019 1001 16- bis 20-jährige und 21- bis 25-jährige Jugendliche sowie 390 Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren befragt.

Die Befragung fand online und über eine Quotensteuerung statt. Die Stichprobe ist für in der Schweiz lebende Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren sowie für Erwachsene im Alter von 40 bis 55 Jahren hinsichtlich Alter, Geschlecht und Sprachregion repräsentativ. Die Erwachsenenstichprobe diente zur Überprüfung, ob sich Ergebnisse bei Jugendlichen und bei Erwachsenen unterscheiden.

Welche Plattformen genutzt werden

Wenig überraschend ist, was die 16- bis 25-Jährigen während ihrer im Mittel vier Stunden täglich online machen: Messenger Chats und Soziale Netzwerke nutzt die überwiegende Mehrheit mehrmals täglich.

Immerhin fast 80% sind mehrmals wöchentlich auf Informationsseiten wie beispielsweise watson.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

Welche Online-Aktivitäten wichtig sind

Für 85% der Jugendlichen ist «in Kontakt bleiben» ein wichtiger Grund für Online-Aktivitäten. An zweiter Stelle kommt dann die «Arbeit» – noch vor Spass, Unterhaltung oder Freizeitthemen.

65% der Jugendlichen geben an, dass es nicht so wichtig ist, anderen auf Instagram, Facebook und Co. etwas von sich zu zeigen.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

Wie Jugendliche «always on» erleben

Grundsätzlich überwiegen die positiven Aspekte des dauernden Online-Seins – «always on» – bei Jugendlichen. Rund 60% glauben, dass die Online-Möglichkeiten sie glücklich machen.

Es gibt aber auch negative Aspekte: Die meisten haben das Gefühl, dass andere Personen online eine schnelle Reaktion erwarten. Rund 40% fühlen sich durch Apps, welche eine regelmässige Nutzung belohnen – unter Druck. Dies gilt für junge Frauen häufiger als für junge Männer.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

Jeder dritte Jugendliche fühlt sich schlecht, wenn er sich online mit anderen vergleicht und fast ebensoviele werden nervös, wenn sie zu lange nicht online sind. Dies gilt insbesondere auch für Jugendliche aus Schulen mit hohen Anforderungen.

Ebenfalls nicht nur positiv: Aus Langeweile gehen fast alle Jugendliche online. Dabei gedeihen immer wieder durch die grösste Langeweile meist grossartige Ideen.

Was Jugendliche von «always on» halten

«Always on» zu sein hält rund die Hälfte vorwiegend für positiv. Nur 3% sehen vor allem negative Auswirkungen. Spannend ist: Je häufiger Jugendliche online sind und je mehr Angebote sie nutzen, desto ambivalenter sind sie gegenüber «always on».

Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Bildungsniveaus. Junge Frauen und Jugendliche aus Schulen mit Grundanforderungen sind grundsätzlich ambivalenter.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

Was das Internet mit der Gesellschaft macht, interessiert junge Frauen häufiger als junge Männer. Auch Jugendliche aus Schulen mit hohen Anforderungen hinterfragen die eigene Nutzung und die Auswirkungen auf die Gesellschaft häufiger.

Im Vergleich zu Erwachsenen setzen sich Jugendlich deutlich häufiger mit der eigenen Online-Nutzung auseinander.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

Das sind die Regulierungsstrategien

Wie schon erwähnt, machen sich viele Jugendliche über ihr Online-Verhalten Gedanken. Da zählt natürlich auch dazu, wie man den Nutzen steuern kann. 95% der Jugendlichen wenden mindestens eine Regulierungsstrategie an.

Doch wie es so ist mit Regeln, die man sich selber setzt: Das Einhalten ist nicht immer ganz so konsequent. Ein Viertel der Jugendlichen gibt an, die eigenen Regeln zu oft zu brechen.

Auffallend auch: 16- bis 20-Jährige setzen sich häufiger Regeln für Offline-Zeiten.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

So ticken die Heavy-User

Rund 10% der Jugendlichen sind «always und überall on». Sie sind diejenigen «Jungen, die immer nur am Bildschirm hängen». Sie haben oft Entzugssymptome, wenn sie zu lange nicht online waren. Zwei Drittel dieser Gruppe sind männlich. Sie sind im Mittel 5,4 Stunden täglich in der Freizeit online.

Allerdings machen sich diese auch viel mehr Gedanken zur eigenen Online-Nutzung und der Rolle der Medien für die Gesellschaft. Zudem stellen sie öfter als andere Regeln für sich auf.

Bild

grafik: eidgenössische kommission für kinder -und jugendfragen (ekkj)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Schräge Dinge aus dem Internet, die du kaufen kannst

«Wo finde ich jetzt dieses internet.ch?» – Eltern und Technik

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Threema ist das neue WhatsApp – und schlägt die Konkurrenz um Längen

Wer hätte gedacht, dass die weltbeste Messenger-App nicht aus dem Silicon Valley kommen würde, sondern vom Zürichsee. Eine persönliche Analyse.

Seit acht Jahren befasse ich mich mit dem sicheren Schweizer Messenger Threema. Den ersten Artikel dazu publizierte ich im Dezember 2012. Titel: «Die Schweizer Antwort auf WhatsApp». Die damalige erste App gab's nur fürs iPhone, und sie war zum Start gratis. Im Interview versprach der Entwickler, Manuel Kasper, die baldige Veröffentlichung einer von vielen Usern geforderten Android-Version. Und:

Er hielt Wort. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Einige dürften sich erinnern, dass es ein gleiches …

Artikel lesen
Link zum Artikel